Plant-for-the-Planet (deutsch: „Für den Planeten pflanzen“) ist eine international tätige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Uffing am Staffelsee. Sie engagiert sich in den Bereichen Klimaschutz und Klimabildung.

Die Stiftung wurde 2011 gegründet und geht auf eine Initiative von Felix Finkbeiner zurück. 2011 übernahm die Organisation während der UN-Klimakonferenz in Durban die Verantwortung für die Billion Tree Campaign, das weltweite Baumpflanzprogramm des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Ein operativer Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko, wo die Organisation auf eigenen Flächen großflächige Renaturierungsprojekte durchführt.

Plant-for-the-Planet wurde mehrfach ausgezeichnet, es gibt aber Kritik an der Effektivität der Aktivitäten. Nach Recherchen der Magazine Zeit und Stern wurden dem Projekt in den Jahren 2020 und 2021 beträchtliche Intransparenz und undurchsichtige Verbindungen zu einer Firma in Mexiko vorgeworfen. Demnach seien weder die versprochenen Bäume gepflanzt noch Gebiete bewaldet worden, für die Plant-for-the-Planet Genehmigungen besaß oder die überhaupt einer Pflanzung bedurften.

Geschichte Vorgeschichte: UNEP-Kampagne Die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai machte sich in ihrer Heimat Kenia einen Namen, als sie das sogenannte „Green Belt Movement“ anstieß. Sie rief 2006 zur „Billion Tree Campaign“ („Die Milliarden-Bäume-Kampagne“) auf, um Menschen in aller Welt dazu zu bewegen, die kenianischen Pflanzaktionen nachzuahmen. Infolgedessen startete im Januar 2007 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) die Kampagne Plant for the Planet: Billion Tree Campaign. Als Schirmherr der Kampagne trat Fürst Albert II. von Monaco auf.UNEP.org: Plant for the Planet: The billion tree campaign. An Album. Veröffentlichung vom 10. August 2008, abgerufen am 15. Dezember 2022.

Der damals neunjährige Felix Finkbeiner hielt 2007 als Grundschüler ein Referat über die Gefahren der Erderwärmung. Er entwarf zunächst die Idee einer Schülerinitiative mit dem Ziel, in jedem Land der Welt eine Million Bäume zu pflanzen. Sein Vater Frithjof Finkbeiner, Gründer der Global Marshall Plan Foundation, organisierte zur Unterstützung seines Sohnes im März 2007 eine Webseite, um die geplanten Aktionen zu koordinieren. Er stellte zudem nach eigenen Angaben 1 Million Flyer zur Verfügung; am 22. März 2007 begann an der Munich International School in Starnberg-Buchhof eine Aktion, bei der die Schüler diese Flyer verpackten und an 7000 Schulen verschickten, um die UNEP-Kampagne bekannt zu machen. Am 28. März 2007 wurde ein Baum bei der Schule gepflanzt und die Aktion beworben. Ein Online-Tool der Webseite diente zur Verwaltung von Spenden, Baumpatenschaften und Meldung von Pflanzaktionen. Die Schülerinitiative gewann weitere Unterstützer, darunter den Club of Rome sowie das UN-Programm selbst. Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer übernahm die SchirmherrschaftJunge Retter braucht die Welt! In: Saarbrücker Zeitung, 8. Februar 2016., ebenso Albert von Monaco.Die Baumpflanzer. In: Hamburger Morgenpost, 28. September 2018. mini|Botschafter für Klimagerechtigkeit von Plant-for-the-Planet bei einer Baumpflanzaktion während des Klimagipfels in Cancún, Mexiko (2010) Am 21. September 2009 gab die UNEP auf einer Pressekonferenz in New York bekannt, dass die Kampagne das inzwischen auf sieben Milliarden Bäume angehobene Ziel erreicht habe. Unter den Beispielen für Beteiligte nannte sie die Initiative des elfjährigen Finkbeiner, die bis Dezember 2009 eine Million Bäume pflanzen wollte und zu diesem Zeitpunkt etwa die Hälfte erreicht hatte.

Unterdessen gab UNEP-Direktor Achim Steiner an, dass das selbstgesteckte Ziel, eine Milliarde Bäume zu pflanzen, bereits längst übertroffen sei, und man sich neue Ziele stecken müsse. Ausschlaggebend zur Zielerreichung sei das Engagement Chinas gewesen, wo staatlicherseits 2,6 Milliarden Bäume angepflanzt worden seien., veröffentlicht am 22. September 2009.

Am 8. Oktober 2010 erhielt die UNEP-Kampagne den EFFIE in der Kategorie Social National/International. Der Preis wird jährlich in 15 Kategorien verliehen, um gemeinnützige Vereine und Initiativen und deren effiziente Social Marketing-Kommunikation zu honorieren.

Bei der Eröffnung des Internationalen Jahrs der Wälder am 2. Februar 2011 sprachen vor der UN-Generalversammlung in New York neben deren Präsidenten Joseph Deiss auch Maathai und der inzwischen 13-jährige Finkbeiner. Finkbeiner hielt Deiss dabei symbolisch den Mund zu und warb mit dem Slogan „Stop talking. Start planting.“ für seine Initiative.

Gründung der Stiftung Felix Finkbeiner setzte sich anschließend weiter für Umweltschutz und Baumpflanzungen ein. Die Plant-for-the-Planet Foundation wurde 2011 in Bayern gegründet, und bekam im selben Jahr von der UNEP offiziell die Verantwortung zur Fortführung der Billion Tree Campaign übertragen,Michael Heinrich: Bub der Billionen Bäume. In: Abendzeitung, 9. Dezember 2011. da die Kampagne nicht unbegrenzt von der UNEP fortgeführt werden konnte und alternativ beendet worden wäre. Auch die Schirmherren der bisherigen UNEP-Kampagne unterstützten diese neue Aufgabenverteilung. Plant-for-the-Planet erhielt dabei auch den Baumzähler von der UNEP, der damals laut Medienberichten bereits zwölf Milliarden Bäume registriert hatte.Felix lässt viele Bäume wachsen. In: Thüringische Landeszeitung, 9. Dezember 2011. Da Eintragungen von mehr als 10.000 Bäumen nicht verifiziert werden konnten und es daher zu Falschmeldungen von unbekannten Ausmaßen gekommen war, gibt die Stiftung mittlerweile an, diesen Baumzähler seit 2015 nicht mehr zu bewerben und sich auch von der Zahl „12 Milliarden Bäume“ distanziert zu haben. 2011 konnten auch bereits Unternehmen als Förderer gewonnen werden, so wurden Toyota, Hess Natur und die Deutsche Post DHL genannt.

Mit steigender Anzahl der Unterstützer legte Plant-for-the-Planet einen Fokus auf den Bildungsbereich. Ziel des entwickelten Programms wurde die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Klimaschutz sowie deren Aktivierung und Qualifizierung im Bereich der Klimagerechtigkeit.

In den Jahren nach der Gründung begann die Stiftung mit der Tätigkeit als Koordinatorin und Vermittlerin von Baumpflanzungen. Diese wurden bis 2014 ausschließlich bei externen Renaturierungsorganisationen beauftragt. 2015 begann das stiftungseigene Engagement in Mexiko, wo 2007 zu Pflanzungszwecken der Verein Plant-for-the-Planet AC, Mexiko gegründet worden war. Mit finanziellen Mitteln von Plant-for-the-Planet begann diese mexikanische Schwesterorganisation ein Wiederaufforstungsprojekt in Yucatán. Dies war Stand 2021 das einzige von der Stiftung selbst betreute Renaturierungsprojekt, dort wurden bis Mai 2021 6,3 Millionen Bäume gepflanzt.Theresa Rauffmann: Mit Algorithmen und Drohnen gegen Greenwashing. In: Handelsblatt, 28. Mai 2021.

Weiterer Ausbau der Stiftungsarbeit Am 28. September 2019 veröffentlichte die Stiftung beim „Global Landscape Forum“ in New York City eine App, die allen offen steht, die sich für das Pflanzen von Bäumen und den Waldschutz engagieren.

Jakob Blasel gab im April 2019 in einem Interview mit dem Spiegel bekannt, dass die finanzielle Abwicklung des deutschen Zweiges der „Fridays for Future“-Bewegung (FFFD) durch die Stiftung Plant-for-the-Planet erfolgt, welche die Kontoführung und Abwicklung von Geldgeschäften für FFFD übernimmt. FFFD wolle keine riesigen bürokratischen Strukturen aufbauen. Infolge der negativen Berichterstattung im Dezember 2020 nahm FFFD den Namen der Organisation von ihrer Website und ersetzte ihn durch „eine bekannte NGO“, welche die Finanzmittel verwalte. Bereits mit der Übernahme des vorübergehenden Treuhandkonto-Services im Jahr 2019 hatte Plant-for-the-Planet FFFD dabei beraten, eine eigene gemeinnützige Organisation zu errichten. Plant-for-the-Planet bat FFFD 2020 um die Schließung des Treuhand-Kontos.

Es konnten auch weitere Partner gewonnen werden: das Handelsblatt listete 2021 rückblickend SAP, Procter & Gamble, Hochland, die Bitburger und Develey auf.

Außerhalb von Mexiko gab es in einer Reihe von Ländern Baumpflanzungen, die von Plant-for-the-Planet initiiert und von externen Baumpflanzern umgesetzt wurden, so beispielsweise in Malaysia,Walter Dennstedt: Ein Bonus für Kunden und Umwelt. In: Mittelbayerische Zeitung, 18. März 2017. auf den Philippinen,Bäume geben Hoffnung. In: Fränkischer Tag, 13. November 2014. Namibia und Costa Rica.Steffan Maurhoff: Wenn kleine Tropfen Kreise ziehen. In: Heilbronner Stimme, 28. April 2011. Bis Anfang 2023 hatte Plant-for-the-Planet weltweit für mehr als 15 Millionen Baumpflanzungen gesorgt.Visionen für mehr Nachhaltigkeit entwickeln. In: Westfalenpost, 13. Februar 2022.

Organisationsstruktur Rechtsform und Zweck Die Plant-for-the-Planet Foundation ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Uffing am Staffelsee. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke, insbesondere auf dem Gebiet der Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege mit dem Ziel des Klimaschutzes. Die Stiftung realisiert ihren Stiftungszweck vorwiegend durch die Unterstützung von „Baumpflanzaktionen“, Bildungsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche, politische Arbeit und die Bereitstellung einer Spendenplattform und von Softwareanwendungen zu Waldrenaturierung und Baumschutz.

Führungsgremien Wesentliche Organe der Plant-for-the-Planet Foundation sind der Stiftungsrat und der Stiftungsvorstand. Der Stiftungsrat bestimmt die Strategie der Stiftung, überwacht den Haushalt und ernennt den Vorstand. Der Stiftungsvorstand vertritt die Plant-for-the-Planet Foundation rechtlich und trägt die Gesamtverantwortung für ihre operative Arbeit und Ausrichtung.

Einnahmen und Ausgaben Die Plant-for-the-Planet Foundation finanziert sich im Wesentlichen aus Spenden von Unternehmen, mit denen eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbart wurde, und Privatpersonen. Im Jahr 2024 flossen der Stiftung Mittel in Höhe von 5,08 Millionen Euro zu. Die Ausgaben beliefen sich auf 4,33 Millionen Euro. Der größte Teil (73 %) wurde für die Projekt-, Bildungs- und Kampagnenarbeit verwendet.

Eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stiftung ist die Plant-for-the-Planet Service GmbH. Sie vertreibt unter anderem „Die Gute Schokolade“ über den Einzelhandel.

Die Stiftung richtet sich nach den Vorgaben der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Stiftungsarbeit Kampagnen und Aktionen Deutschlandweite Anzeigenkampagne Im Frühjahr 2021 startete Plant-for-the-Planet eine deutschlandweite Printkampagne mit prominenten Gesichtern der TV-Branche, wie Willi Weitzel, Inka Schneider und Hannes Jaenicke. Die Kampagne wurde von der Kritik durch die Zeit und den Stern, im Mai 2021, überlagert.

Wiederbewaldungsprojekt in Mexiko Für einen Euro garantiert Plant-for-the-Planet die Pflanzung eines Baumes im eigenen Projekt auf der Yucatán-Halbinsel in Mexiko. Die Aufforstungen werden nach eigenen Angaben durch Wirtschaftsprüfer testiert und sind auf der Homepage für alle einsehbar. Dieses Projekt dient auch in Verbindung mit wissenschaftlichen Forschungen als Blaupause für die von Plant-for-the-Planet registrierten Partner-Projekte wie etwa Plant-for-the-Planet Ghana sowie Plant-for-the-Planet Äthiopien.

Nach Angaben der Organisation wurden auf ihrer Fläche von 20.000 Hektar im Zeitraum 2015 bis 2020 6,3 Millionen Bäume gepflanzt. An der Aufforstung sind 124 Mitarbeiter beteiligt, darunter u. a. Pflanzpersonal, Baumschultechniker, Ökologen, Forst-Ingenieure und Mechaniker.

Seit Januar 2020 wird in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem Imperial College London eine 90 Hektar große Forschungsfläche betrieben.

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