Die Feuerwehr Bremen ist das mit dem Brandschutz beauftragte Amt der Stadt Bremen und ist dem Geschäftsbereich des Senators für Inneres zugeordnet. Sie setzt sich aus über 700 Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes und weiteren rund 700 ehrenamtlichen Einsatzkräften zusammen.

Aufgaben Das Aufgabenspektrum der Berufsfeuerwehr umfasst: Abwehrender Brandschutz Medizinische Rettung von Menschen Technische Rettung von Mensch und Tier aus lebensbedrohlichen Situationen Schutz von Sachwerten Technische Hilfeleistung bei Umweltschäden, Unglücksfällen und öffentlichen Notständen, die durch Naturereignisse, Wasser- und Gasausströmungen, Gebäudeeinstürze oder ähnliche Vorkommnisse verursacht wurden Vorbeugender Gefahrenschutz zur Verhütung der o. g. Gefahren Notfallrettung und Notarztdienst

Geschichte Die Anfänge der Bremer Feuerwehr liegen im Jahr 1605, als der Brandschutz vom Bremer Rat den Bürgerkompanien zugeteilt wurde. Jeder Rotte dieser Einheiten des Bürgermilitärs wurde ein Brandmeister und Material zur Brandbekämpfung zugeteilt. Das Löschwasser wurde dabei aus der Weser, aus Brunnen oder über die Bremer Wasserkunst geschöpft. Nachdem Bremen zwischen den Jahren 913 und 1754 insgesamt elfmal abgebrannt warHistorie der Feuerwehr Bremen auf www.feuerwehr-bremen.de, abgerufen am 23. Januar 2023, wurde im Jahr 1716 eine Bremische Feuer-Ordnung eingeführt, die den Stadtvätern die Leitung der Löschmannschaften übertrug. Diese Brandordnung wurde in den Jahren 1751 und 1818 jeweils überarbeitet.

Als nach dem Ende der französischen Besatzungszeit im Jahr 1810 die Bürgerkompanien aufgelöst wurden, gründete die Stadt eine Brand-Löschanstalt. Die Aufsicht über diese Organisation hatten vier Brandherren aus dem Rat und neun Deputierte aus der Bürgerschaft sowie je zwei Maurer- und Zimmermeister aus der Alt-, der Neu- und der Vorstadt. Die Brand-Löschanstalt unterhielt zehn Spritzen in der Altstadt, fünf in der Neustadt und sechs in der Vorstadt, die von freiwilligen Bürger-Brandwehren aus den entsprechenden Bezirken gewartet und bedient wurden.

mini|Bremer Feuerwehr um 1880 Am 11. Mai 1870 wurde die Berufsfeuerwehr gegründet, die 85 Mann mit drei großen Handspritzen, fünf Wasserwagen und einem Mannschaftswagen umfasste. Die Hauptwache wurde zunächst in der Königstraße (heute Dechanatstraße) eingerichtet, aber noch im selben Jahr in die Straße Am Wandrahm verlegt, wo sie sich auch heute noch befindet. Die alte Brand-Löschanstalt wurde aufgelöst und ein Branddirektor als Leiter der Feuerwehr eingesetzt. In der Folge entstanden mehrere Feuerwachen, über die Stadt verteilt. Im Jahr 1890 wurde die Ausrüstung der Feuerwehr verbessert und ein System aus Hydranten und Feuermeldern eingerichtet. Im selben Jahr übernahm die Feuerwehr auch die Krankentransporte.

Im Jahr 1907 erhielt die Bremer Feuerwehr den ersten motorisierten Löschzug. Während des Zweiten Weltkrieges wurde eine Feuerschutzpolizei gegründet und der Brandschutz teilweise von Luftschutz- und Werkschutzeinheiten übernommen. Nach 1945 wurde die Berufsfeuerwehr neu aufgebaut und dem Senator für Inneres unterstellt.

Personal Im Gründungsjahr 1870 bestand die Berufsfeuerwehr Bremen aus 97 Männern. Stadtgebietserweiterungen, Bevölkerungszuwachs und Wirtschaftswachstum und die damit einhergehenden Steigerungen der Einsätze führten zu einem stetig steigenden Personalbedarf. So sorgten zum hundertjährigen Jubiläum im Jahr 1970 insgesamt 534 Feuerwehrangehörige für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr der Stadt Koblenz.

Die letzten Jahre waren geprägt durch knapper werdende Haushaltsmittel der Stadt Bremen. Dies beeinflusste auch die Personalstärke der Berufsfeuerwehr. So lag im Jahr 2012 die Ist-Personalstärke bei 509 Beamten und Angestellten (483 Feuerwehrbeamte, 3 Verwaltungsbeamte, 23 Arbeitnehmer) und damit unter der Soll-Personalstärke von 530 (502 Feuerwehrbeamte, 4 Verwaltungsbeamte, 24 Angestellte).

Leiter der Feuerwehr Bremen ist seit dem 1. April 2021 Philipp Heßemer. Der bisherige Leiter Karl-Heinz Knorr wurde Ende November 2020 im Zuge der COVID-19-Pandemie zur Entwicklung einer Impfstrategie abgestellt und anschließend zum Katastrophenschutzbeauftragten der Stadt Bremen ernannt. Für die Übergangszeit hatte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer die Leitung der Bremer Feuerwehr inne., Buten un binnen, 22. September 2020.

Leiter der Feuerwehr Seit April 2021 Philipp Heßemer Bis Nov. 2020 Karl-Heinz Knorr

Personalentwicklung

+ Entwicklung der Personalstärke seit 18701870190019031918195019702000201020122016 Personalstärke 97 116 173 292 327 534 515 504 509 610

Einsatzzahlen In den Bereichen Brandbekämpfung, Technische Hilfeleistung und Notfallrettung steigen die Einsatzzahlen stetig an. Der Bereich der Krankentransporte wird seit einigen Jahren hauptsächlich durch private Anbieter bedient, sodass hier die Zahlen im Vergleich zum letzten Jahrhundert stark gesunken sind.

+ Entwicklung der Einsatzzahlen seit 1954195419692000201020122016 Brände 753 1.098 2.366 2.381 2.3082.634 Technische Hilfeleistung 1.094 1.738 2.386 3.118 2.9483.491 Notfallrettung 4.161 12.490 22.550 55.621 58.76773.795 Krankentransporte 2.954 19.302 4.675 399 5101.812

Besondere Einsätze Es folgt eine Auswahl von Einsätzen, die die Feuerwehrkräfte des Landes vor besondere Herausforderungen stellte:

28. Dezember 1880 – Hochwasser der Wümme: Mit dem Bruch der Wümmedeiche begann ein mit kurzen Unterbrechungen bis März 1881 andauernder Einsatz der Feuerwehr. 11./12. Juni 1924 – Großbrand AG Weser: In der Nacht vom 11. auf den 12. Juni brach ein Feuer in einer 100 × 30 m großen Lagerhalle auf dem Gelände der AG Weser aus und verursachte einen Gesamtschaden von 1.500.000 Goldmark. 26. Oktober 1959 – Explosion auf dem Frachter Wihinapa: Auf dem im Europahafen liegenden Frachter Wihinapa war Ladung in Brand geraten. Bei der Brandbekämpfung kam es zu einer Rauchdurchzündung, die dem Brandrat Dipl.-Ing. Kurt Lenz und dem Feuerwehrmann Hermann Rauch das Leben kostete. Drei weitere Männer mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das waren bis heute die letzten Feuerwehrleute in Bremen, die in Ausübung ihrer Pflicht ums Leben kamen. auf der Website der Feuerwehr Bremen 28. Januar 1966 – Absturz von Lufthansa-Flug 005 in Huchting: In der Nähe des Flughafens Bremen stürzte eine Convair CV-440 ab. 42 Personen kamen dabei ums Leben. 6. Februar 1979 – Mehlstaubexplosion in der Rolandmühle: Ein Kabelbrand löste eine der größten Explosionen der Welt in Friedenszeiten aus. Es kamen 14 Menschen ums Leben, 17 weitere wurden verletzt und der entstandene Sachschaden betrug umgerechnet rund 50 Millionen Euro. Die Brandbekämpfung dauerte noch bis zum 12. März 1979. 10. Mai 1994 – Großfeuer und Explosion eines Flüssiggastanks: Das irrtümlich zuerst als Müllcontainerbrand gemeldete Feuer auf dem Gelände eines Flüssiggashändlers kostete nur durch Glück nicht das Leben der eintreffenden Feuerwehrleute. Es entstand ein Schaden von 12 Millionen D-Mark. auf der Homepage der Feuerwehr Bremen 20. November 2000 – Gasexplosion in einem Altenwohnheim in der Neustadt: Infolge einer durch Baggerarbeiten verursachten Gasausströmung kam es zu einer Gasexplosion. Diese kostete 12 Menschenleben. auf der Website der Feuerwehr Bremen 12. Oktober 2008 – Brand im Kohlesilo 4 des Kraftwerks Bremen-Hastedt: Am 12. Oktober entstand ein Schwelbrand im mit 3000 t gefüllten Kohlesilo des Kraftwerks. Die immer wieder durch Verpuffungen unterbrochene Brandbekämpfung dauerte bis zum 22. Oktober 2008 an. Im folgenden Jahr kam es erneut zu einem Brand, diesmal im Tagesbunker. 26. Oktober 2009 – Großbrand in einer Lagerhalle: Im Bremer Industriehafen geriet eine Lagerhalle in Brand, die einen Einsatz von rund 100 Einsatzkräften aus ganz Bremen nach sich zog. 9. Oktober 2010 – Brand auf der „Lisco Gloria“: Der erste Einsatz von Verletztenversorgungsteams der Feuerwehr Bremen im Rahmen eines Einsatzes vom Havariekommando 1. August 2014 – Absturz eines Kleinflugzeugs: Kurz nach dem Start vom Airport Bremen stürzte ein Kleinflugzeug des Typs Saab Safir mit zwei Personen an Bord in eine Kfz-Werkstatt. Beide Flugzeug-Insassen kamen ums Leben. Der Folgebrand des Flugzeugs und des Werkstatt-Reifenlagers wurde mit einem Großaufgebot der Feuerwehr bekämpft. 9. September 2014 – Großbrand in angrenzender Gemeinde: In der angrenzenden niedersächsischen Gemeinde Ritterhude kam es zu einer verheerenden Explosion in einer Entsorgungsfirma. Diese lag mitten in einem Wohngebiet. Ein Mitarbeiter der Firma starb. Diverse nahe Wohngebäude wurden zunächst als einsturzgefährdet eingestuft. Die Feuerwehr Bremen unterstützte die Löscharbeiten. Insgesamt waren ca. 300 Einsatzkräfte der Feuerwehren vor Ort. 6. Mai 2015 – Großbrand eines Traditionsgeschäfts: Gegen 21:40 Uhr wurde der Brand eines Einkaufshauses in der Bremer Innenstadt gemeldet. Der Brand breitete sich rasend schnell auf alle 5 Geschosse aus, sodass auch ein Großaufgebot der Feuerwehr den Totalverlust des Gebäudes nicht verhindern konnte. Trotz der Reihenbauweise konnten die Nachbarhäuser vor größerem Schaden bewahrt werden. Die dem Besitzer unterstellte Brandstiftung konnte nicht nachgewiesen werden. Mai 2015 – Brand auf der „Purple Beach“: Einsatz von Verletztenversorgungsteams zur Sicherung von weiteren Einsatzkräften des Havariekommandos 14. September 2018 – Brand einer Yacht auf der Lürssen-Werft: Am 14. September 2018 kam es auf dem in Fähr-Lobbendorf liegenden Standort der Werft gegen 2:00 Uhr zu einem Brand einer in einem Schwimmdock liegenden, im Bau befindlichen Yacht. Hierbei wurden sowohl das Dock als auch die Yacht schwer beschädigt. Zeitweise waren bis zu 200 Feuerwehrleute an der Einsatzstelle gebunden. Neben Kräften der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Bremen kamen Kräfte aus Niedersachsen, den Feuerwehren aus Brunsbüttel und Bremerhaven sowie von der Werkfeuerwehr der Meyer Werft zum Einsatz. Das Feuer konnte erst am 16. September gelöscht werden. Mit rund 900 eingesetzten Einsatzkräften handelte es sich um den größten Einsatz der Feuerwehr Bremen der Nachkriegszeit., Pressemitteilung der Feuerwehr Bremen, Presseportal, 14. September 2018., Pressemitteilung der Feuerwehr Bremen, Presseportal, 14. September 2018., Pressemitteilung der Feuerwehr Bremen, Presseportal, 15. September 2018., Pressemitteilung der Feuerwehr Bremen, Presseportal, 16. September 2018., Pressemitteilung der Feuerwehr Bremen, Presseportal, 16. September 2018.

28. April 2020 – Brand einer Lagerhalle von einer Größe über 25.000 Quadratmetern.

Am 28. April 2020 wurde durch die Feuer- und Rettungsleitstelle Bremen der Vollalarm für alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Bremen ausgelöst. Im Bremer Industriehafen war eine Lagerhalle mit einer Größe von über 25.000 Quadratmetern in Brand geraten. Im Einsatz waren neben der Berufsfeuerwehr sämtliche Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr, die Werkfeuerwehr Mercedes-Benz Bremen und die Flughafenfeuerwehr des City Airport Hans Koschnik Bremen.

Die Brandbekämpfung dauerte ab dem 28. April 2020 rund 4 Tage an und forderte insgesamt etwa 1000 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehren, der Werkfeuerwehren, des Rettungsdienstes und anderer Hilfsorganisationen.

Berufsfeuerwehr

Die Berufsfeuerwehr ist gemäß dem Bremischen Hilfeleistungsgesetz aufgestellt und bildet gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr eine öffentliche Feuerwehr. Der Leiter der Berufsfeuerwehr hat den Status eines Amtsleiters in der Stadtverwaltung. Die Berufsfeuerwehr verfügt über sieben Feuer- und Rettungswachen sowie fünf reine Rettungswachen. Diese sind auf fünf Abschnitte verteilt: Mitte – Feuer- und Rettungswache 1, Am Wandrahm Ost – Feuer- und Rettungswache 2, Bennigsenstraße Ost – Feuer- und Rettungswache 3, Osterholzer Heerstraße Süd – Feuer- und Rettungswache 4, Woltmershauser Allee West – Feuer- und Rettungswache 5, Gottlieb-Daimler-Straße