mini|hochkant=1.3|Stadtpanorama mini|hochkant|Bunzlauer Turm

Lwówek Śląski [] (deutsch Löwenberg in Schlesien, ) ist eine Stadt in der Stadt- und Landgemeinde Lwówek Śląski mit Einwohnern (Stand ) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie ist zugleich Sitz des Powiat Lwówecki. Die Stadt gehört der Euroregion Neiße an. Von 1281 bis 1286 war sie Sitz des Herzogtums Löwenberg.

Geographische Lage Die Stadt liegt im westlichen Teil Niederschlesiens am linken Boberufer auf , etwa 50 km nordwestlich von Jelenia Góra (Hirschberg), 50 km südwestlich von Legnica (Liegnitz), 20 km südlich von Bolesławiec (Bunzlau) und 50 km östlich von Görlitz. Sie grenzt im Süden an den Landschaftsschutzpark Bobertal (Park Krajobrazowy Doliny Bobru)., abgerufen am 5. Juli 2017.

Geschichte Stamm der Lunaken

Aus den wenigen verfügbaren Quellen ist nur wenig über die Burg bekannt, die unter der Herrschaft des Stammes der Lunaken stand. Diese Burg soll sich auf einer Flussinsel befunden haben, die von der Bóbr (Bober) mit ihren zwei Armen umflossen wurde, gegenüber der Stelle, an der die vereinigten Gewässer der Bäche Srebrna, Kwilica und Wilczyca in sie münden.

Nach anderen Vermutungen soll sich die Burg auf dem Gipfel von Sandsteinfelsen befunden haben (mit steil zum Bach Srebrna hin abfallendem Hang, an dessen rechtem Ufer), die an die Gegend der sogenannten Löwenberger Schweiz erinnern.

Die Bewohner beschäftigten sich mit Jagd, Fischfang, Viehzucht und Ackerbau. Dem Stamm der Bobrzanen wurden sie erst wesentlich später zugerechnet, als sich die Völker entlang des Bóbr zu einer Einheit zusammenschlossen.

Die Umstände und der Zeitpunkt, zu denen die einheimische Bevölkerung den slawischen heidnischen Glauben aufgab, sind unbekannt, ebenso ist nicht bekannt, wer sie christianisierte.Urszula und Aleksander Wiąckowie, O nazwie Lwówka Śląskiego, 1985, S. 7–8

Stamm der Bobrzanen

Gegen Ende des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung wurde dieses Gebiet vom Stamm der Bobrzanen bewohnt – einem von vielen schlesischen slawischen Stämmen. Ihren Namen nahmen sie vom Fluss Bóbr (Bober), in dessen Tal man begann, Gold zu fördern. In die zuvor nur spärlich besiedelten Gebiete strömten daraufhin in kurzer Zeit zahlreiche neue Einwohner.

Mittelalter

Löwenberg gehört zu den ältesten Städten Niederschlesiens. Lokale Chronisten geben als Beginn des Baus der herzoglichen Burg in Löwenberg das Jahr 1140 an. Für diese Datierung fehlen jedoch verlässliche Quellen. Nach einem aus einer Abschrift von 1407 bekannten Dokument verlieh Herzog Heinrich I. (Polen) der Stadt im Jahr 1209 das Recht, Bier zu brauen sowie das Meilenrecht. Die Stadt war herzoglicher Besitz und erhielt später den Status einer königlichen Stadt.

Löwenberg entstand im Rahmen der ersten Rodungssiedlung, die Herzog Heinrich I. von Schlesien im frühen 13. Jahrhundert an der inneren Seite des Grenzwaldes (Löwenberger Hag) durchgeführt hatte. Es wurde erstmals 1217 als „Lewenberc“ urkundlich erwähnt.Die in der Rechtszusammenfassung von 1407 genannte Jahreszahl 1209 wird als unglaubwürdig erachtet. Damals beauftragte Herzog Heinrich I. die Vögte Thomas und Hartlieb mit der Aussetzung der Stadt „Lewenberc“ nach Deutschem Recht. Damit war Löwenberg nach Goldberg die zweitälteste deutschrechtliche Stadt in Schlesien. Der Ortsname ist vom Personennamen Löwe abgeleitet, manchmal wurde der Buchstabe w in den Erwähnungen vermieden, z. B. Lemberg (1281, 1651), Lenberk (1292), Lembergk (um 1300), Leoberg (1677), Lembergae (1687/88). Wie der Name von Lämberg in Böhmen könnte der Ortsname vom Westen übertragen worden sein.Adam Szymski: Tajemnica nazwy Lwowa (nazwa miasta ukryta w jego herbie), 2022, S. 52, polnisch Es wurde halbwegs zwischen den altslawischen Grenzkastellaneien Bunzlau und Lehnhaus angelegt und entwickelte sich zum Mittelpunkt der deutschrechtlichen Waldhufendörfer am Löwenberger Hag sowie zum Zentrum der damals schon betriebenen Goldwäscherei, das östlich von Plagwitz lag. Bei seiner Gründung wurde Löwenberg mit 100 Hufen in Nieder Mois und in Nieder Görisseiffen ausgestattet. Zugleich wurde Ober Mois deutschrechtlich umgesetzt und mit seinen 50 Hufen rechtlich als Stadtdorf nach Löwenberg eingegliedert.

Die Stadt wurde innerhalb einer ovalen Umwehrungsmauer mit einem gitterförmigen Straßennetz und einem rechteckigen Ring angelegt. Über diesen verlief die Hohe Straße, die über das Laubaner Tor in die Stadt führte und sie über das Goldberger Tor verließ. Durch die Stadt führte auch ein Zweig der Via Regia. Die im Nordwesten der Stadt erbaute Pfarrkirche Himmelfahrt Mariä und Johannes d. T. stammt ebenfalls aus der Anfangszeit. Sie erhielt Schenkungen von Herzog Heinrich I.

Bei der Teilung des Herzogtums Schlesien gelangte Löwenberg 1248 an das Herzogtum Liegnitz, das für Heinrichs I. Sohn Boleslaw II. errichtet wurde. Für dieses Jahr ist eine herzogliche Burg in Löwenberg nachgewiesen sowie das Franziskanerkloster, das zur Sächsischen Ordensprovinz (Saxonia) gehörte. Am 24. Februar 1243 veranstaltete Boleslaw II. in der Stadt das erste Ritterturnier in Schlesien. Von 1281 bis 1286 war Löwenberg Sitz des Herzogs Bernhard I., dem Herrscher des Herzogtums Löwenberg. Er übergab die Pfarrkirche 1281 den Johannitern, die auch die Spitäler außerhalb der Mauern seelsorglich betreuten. Nach dem Tod Bernhards I. 1286 vereinigte sein Bruder Bolko I. das Herzogtum Löwenberg mit seinem Herzogtum Jauer, behielt jedoch die Titulatur Herzog von Löwenberg bei. Nach dem Tod des Herzogs Bolko I. 1314 fiel das Teilgebiet Löwenberg an dessen Sohn Heinrich I. Er verlieh der Stadt Löwenberg umfangreiche Privilegien, u. a. den freien Salzmarkt und das Münzrecht. Nach seinem Tod 1346 gelangte Löwenberg an dessen Neffen Herzog Bolko II., unter dem Löwenberg keine herausragende Rolle spielte, aber seine Stellung ausbauen konnte. Bei dem Ende des 13. Jahrhunderts waren die Goldressourcen fast erschöpft, 1329 hatte die Stadt über 10.000 Einwohner und war überbevölkert.

Nach dem Tod des Herzogs Bolko II. 1368 fiel Löwenberg zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz-Jauer als erledigtes Lehen an die Krone Böhmen, wobei der Herzoginwitwe Agnes von Habsburg testamentarisch eine lebenslange Nutznießung eingeräumt wurde. Die Lage der Stadt an der Via Regia machte sie zu einer der wohlhabenden Städte Böhmens.

1377 erwarb die Stadt die Erbvogtei, 1441 die Landvogtei und 1444 das zugehörige Burglehn. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg abgetragen. Im 15. und 16. Jahrhundert konnte die Stadt ihren Landbesitz so erweitern, dass er fast die ganze Stadt umschloss. Von wirtschaftlicher Bedeutung waren von Anfang an die Tuchmacher, deren Zunft schon für das Jahr 1311 belegt ist. 1548 betrieben 298 Tuchmachermeister ihr Gewerbe.

Reformation und Dreißigjähriger Krieg

Wegen der Reformation, die sich in Löwenberg erst 1561 unter dem Einfluss der Schwenckfelder endgültig durchgesetzt hatte, verließen die Franziskaner schon 1543 ihr Löwenberger Kloster. Die Gegenreformation setzte während des Dreißigjährigen Krieges 1629 ein. 1631 wurden die Rekatholisierungmaßnahmen auch auf die Frauen ausgedehnt, wodurch es zu einem Tumult kam, der als „Löwenberger Weiberkrieg“ in die Stadtgeschichte eingegangen ist. 1640 wurden etwa 350–400 Häuser durch schwedische Truppen vernichtet, die die Stadt besetzt hielten. Der kaiserliche General Bruay eroberte die Stadt am 10. November 1643 von den Schweden zurück. Bei Kriegsende 1648 befanden sich von vormals rund 7000 Einwohnern nur noch 960 in der Stadt.

Bis zu den Napoleonischen Kriegen

Im Jahr 1656 führte der Stadtrat von Löwenberg eine erneute Zählung der Bürger der Stadt durch. Insgesamt wurden 121 Bürger gezählt, wobei die Einwohnerschaft Löwenbergs deutlich höher lag, da als Bürger nur jene Stadtbewohner galten, die über Grundbesitz verfügten. Inwohner, deren Zahl jene der Bürger deutlich überstieg, wurden bei der Zählung nicht berücksichtigt.Sutorius, Benjamin Gottlieb: Die Geschichte von Löwenberg aus Urkunden und Handschriften gesammelt. Erster Theil. Verlag Reimers. Bunzlau, 1784. S. 279

Am Vierten Österreichischen Türkenkrieg nahmen 30 Bürger Löwenbergs teil. Angesichts der nach wie vor durch den Dreißigjährigen Krieg stark reduzierten Einwohnerzahl war dies ein herber Rückschlag für die Entwicklung der Stadt.Sutorius, Benjamin Gottlieb: Die Geschichte von Löwenberg aus Urkunden und Handschriften gesammelt. Erster Theil. Verlag Reimers. Bunzlau, 1784. S. 279

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Löwenberg mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1750 tauchte der polnischsprachige Name der Stadt als Lwow auf.Wznowione powszechne taxae-stolae sporządzenie, Dla samowładnego Xięstwa Sląska, Podług ktorego tak Auszpurskiey Konfessyi iak Katoliccy Fararze, Kaznodzieie i Kuratusowie Zachowywać się powinni. Sub Dato z Berlina, d. 8. Augusti 1750 (Dateilink)

Unter preußischer Herrschaft erlebte die Stadt Löwenberg im 18. Jh. einen wirtschaftlichen Aufschwung, der mit einem deutlichen Bevölkerungswachstum einherging. So wuchs die Einwohnerschaft der Stadt von 1.495 Personen (in 347 Häusern) im Jahr 1740 auf 2.597 Personen (in 374 Häusern) im Jahr 1784.Sutorius, Benjamin Gottlieb: Die Geschichte von Löwenberg aus Urkunden und Handschriften gesammelt. Erster Theil. Verlag Reimers. Bunzlau, 1784. S. 364

19. Jahrhundert

Im Mai 1813 zogen französische Truppen in Löwenberg ein, und Napoleon selbst hielt sich hier vom 21. bis zum 23. August auf, um die Verteidigung gegen die Truppen des preußischen Feldmarschallgeneral Gebhard Leberecht von Blücher zu leiten. Nur wenige Tage später vertrieb die Preußische Armee nach der Schlacht an der Katzbach die Franzosen, wobei mehr als 3000 französische Soldaten im Hochwasser führenden Fluss Bober ertrunken sein sollen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte Löwenberg ab 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 Sitz des Landkreises Löwenberg im Regierungsbezirk Liegnitz.Landkreis Löwenberg i. Schles. territorial.de, abgerufen am 28. März 2018.

Zu einem kulturellen Aufschwung kam es, als nach seiner Abdankung 1849 Fürst Friedrich Wilhelm Constantin von Hohenzollern-Hechingen 1852 Löwenberg zu seinem Wohnsitz wählte. Er brachte seine Hofkapelle mit und veranstaltete im Konzertsaal des von ihm 1850–52 erbauten Schlosses Konzerte mit bedeutenden Komponisten, Musikern und Dirigenten.

Im 19. Jahrhundert ging die Tuchmacherei ein. 1851 entstanden Mühlenwerke, außerdem waren Sandsteinbrüche in der Umgebung von Bedeutung. 1908 wurde eine Reißzeugfabrik errichtet. Da Löwenberg im Volksmund als „Schlesisches Rothenburg“ bezeichnet wurde, kam es zu einem regen Ausflugsverkehr, besonders mit dem Eisenbahnanschluss ab 1885 nach Greiffenberg. 1894 folgte der Anschluss nach Goldberg, 1907 nach Hirschberg und 1909 nach Siegersdorf. Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Löwenberg eine evangelische und zwei katholische Kirchen, eine Synagoge, ein Realgymnasium, ein Lehrerinnenseminar, eine Oberförsterei, zwei Krankenhäuser und war Sitz eines Amtsgerichts. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfügte die Stadt über eine solide gewerbliche Infrastruktur.C. Leuchs: Adressbuch von Schlesien. Band 9, 9. Ausgabe, nürnberg 1903/1907, S. 629–631 (Google Books).Klockhaus: Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 B, Berlin 1935, S. 1661–1662 (Google Books).

20. Jahrhundert bis in die Gegenwart