Echium creticum ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Natternköpfe (Echium) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Diese Art fehlt auf Kreta, ist aber irrtümlich nach dieser Insel benannt.

Beschreibung mini|links|Blattrosette im ersten Jahr von Echium creticum subsp. granatense mini|Blütenstand im zweiten Jahr von Echium creticum subsp. granatense mini|Habitus im zweiten Jahr von Echium creticum subsp. granatense im Habitat

Vegetative Merkmale Echium creticum ist eine zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 25 bis 90 Zentimetern. Je Pflanzenexemplar wird ein einzelner bis mehrere aufrecht wachsende, blütentragende Stängel ausgebildet. Am Stängel sind zwei Typen von Trichomen vorhanden, steife, abstehende, am Grund verdickte Borsten und viele kurze anliegende Haaren.

Die Grundblätter und die unteren Stängelblätter sind bei einer Länge von 6 bis 18 Zentimetern sowie einer Breite von 10 bis 15 Millimetern schmal- verkehrt-lanzettlich und spärlich bis dicht mit abstehenden Borsten behaart. Die Stängelblätter sind meist schmal-elliptisch bis länglich.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Februar bis Juli. Der Blütenstand ist eine rispenähnliche Thyrse mit zur Fruchtzeit locker aufrecht-abstehenden Wickeln.

Die zwittrigen Blüten sind deutlich zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchzipfel sind während der Anthese bei einer Länge von 7 bis 9 Millimetern linealisch bis linealisch-lanzettlich und lang und verlängern sich zur Fruchtreife auf bis zu 12 Millimeter. Die Krone ist bei einer Länge von 15 bis 30, selten bis zu 40 Millimetern trichterförmig und deutlich zygomorph; ihre Färbung ist rötlich-purpurfarben oder bläulich-purpurfarben oder zunächst rosa-karminrot und später blau. Sie ist außen dicht kurz behaart mit längeren Trichomen entlang der Nerven und auf den Kronzipfeln. Ein bis zwei Staubblätter stehen aus der Krone heraus, die Staubfäden sind spärlich behaart oder kahl.

Vorkommen Echium creticum kommt im westlichen Mittelmeerraum (Tunesien, Algerien, Marokko, Spanien, Portugal, Südfrankreich, Korsika, Sardinien) vor fehlt aber auf den Balearen.

Sie wächst in Unkraut-, Ruderal- und Straßenrandvegetation, auf Brachen, Hängen und Wiesen, an Gräben und Wegrändern bis zu Höhenlagen von etwa 1000 Meter.

Systematik Die Erstveröffentlichung von Echium creticum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 139.

Je nach Autor gibt es mehrere Unterarten:

Echium creticum subsp. creticum: Die Krone ist (17 bis) 20 bis 35 (bis 40) Millimeter lang und rot bis rötlich-purpurfarben und innen kahl. Die Staubfäden sind locker behaart. Die Pflanzenteile sind seidig und gelblich behaart. Das Verbreitungsgebiet dieser Unterart deckt sich in weiten Teilen mit dem der Art; auf der Iberischen Halbinsel kommt sie aber nur im Nordosten in der Provinz Gerona vor. Sie gedeiht meist auf kalkarme Böden. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.

Echium creticum subsp. granatense (Syn.: Echium creticum subsp. coincyanum , Echium coincyanum ): Sie kommt im südlichen Spanien, Portugal und auf Sizilien vor. Die Krone ist 15 bis 25 (bis 30) mm lang und blauviolett bis rötlich gefärbt und innen kahl. Die Staubfäden sind sehr locker behaart oder kahl. Die Pflanzenteile sind borstig und weißlich behaart. Diese Unterart vertritt die Art auf der Iberischen Halbinsel. Sie wurde als neben einer anderen Unterart, aber in höheren Lagen vorkommend auch von Sardinien gemeldet. Sie gedeiht meist auf alkalischen Böden auf Kalkstein, Mergel und Gips. Diese Unterart ist diploid mit 2n = 16 Chromosomen. Echium creticum subsp. sauvagei (Syn.: Echium creticum subsp. algarbiense ): Sie ist ein Endemit des nördlichen Marokkos. Die Krone ist blauviolett und innen entlang der Nerven lang behaart. Die Staubfäden sind dicht und lang behaart. Die Pflanzenteile sind seidig und gelblich behaart.

Einzelnachweise P. E. Gibbs: Echium. In: Benito Valdés: Echium L. In: Franca Valsecchi: Contributo alla conoscenza del genere Echium: I – Echium della Sardegna. In: Webbia. Band 32, Nr. 1, 1977, S. 101–127. Benito Valdés: Notas sobre el género Echium L. In: Lagascalia. Band 27, 2007, S. 53–71. PDF. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 139, Benito Valdés, E. von Raab-Straube, 2011+: Boraginaceae. Datenblatt Echium creticum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.

Weblinks

Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.

Kategorie:Natternköpfe creticum