Echium boissieri ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Natternköpfe (Echium) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).
Beschreibung mini|links|Blattrosette im ersten Jahr mini|links|Blütenstand mini|Teilblütenstände mit Blüten
Vegetative Merkmale Echium boissieri ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 60 bis 250 Zentimetern erreicht. Die oberirdischen Pflanzenteile sind borstig behaart. Sie bildet einen einzelnen oder einen dominierenden blütentragenden, aufrechten Stängel aus. Die zweischichtige, dichte Behaarung des Stängels besteht aus abstehenden, weißlichen Borsten und kurzen Haaren.
Die Grundblätter sind bei einer Länge von 10 bis 25 Zentimetern sowie einer Breite von 4 bis 5 Zentimetern elliptisch bis lanzettlich und sind mit anliegenden, weichen Borsten behaart. Die Stängelblätter sind bei einer Länge von 7 bis 15 Zentimetern sowie einer Breite von 10 bis 20 Millimetern schmal-elliptisch bis lanzettlich.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli, seltener bis August. Der ährig Gesamtblütenstand enthält kurzenr Wickel.
Die zwittrige Blüte ist fünfzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth) und deutlich zygomorph. Der dicht weiß borstig behaarte Kelch ist 8 bis 9 Millimeter lang und verlängert sich kaum bis zur Fruchtreife. Die fleisch-rosafarbene Krone ist 16 bis 18 Millimeter lang, sehr schmal-trichterförmig und vor allem auf den Kronzipfeln fein behaart. Die fünf Staubblätter stehen weit aus der Krone heraus und die Staubfäden sind rot.
Die dreikantigen Klausen sind 3 bis 3,5 Millimeter lang und unregelmäßig mit Höckern bedeckt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 10.
Vorkommen Echium boissieri kommt auf der zentralen bis südlichen Iberischen Halbinsel sowie in Marokko und Algerien vor.
Sie wächst meist auf stickstoffreichen und lehmigen Böden. Sie besiedelt Ruderalstandorte wie Straßenränder und -gräben, steinige Brachen und Böschungen. Ihre Vorkommen in Spanien und Portugal liegen in Höhenlagen von 300 bis 1300 Metern. Die in Spanien ursprünglich nur in Andalusien vorkommende Echium boissieri befindet sich entlang der Verkehrswege in Ausbreitung.
Taxonomie Die Erstbeschreibung von Echium boissieri erfolgte 1840 durch Ernst Gottlieb von Steudel in Nomenclator botanicus, ..., 2. Auflage. Band 1, Cotta, Stuttgart/Tübingen, 1840, Seite 540. Echium boissieri ersetzt die ungültigen Homonyme Echium lagascae (1838) non (1819) sowie wahrscheinlich Echium albicans (1819) non (1802). Ein etwas jüngeres Synonym ist Echium pomponium (1841).
Quellen Literatur P. E. Gibbs: Echium. In:
Einzelnachweise P. E. Gibbs: Taxonomic studies on the genus Echium. 1. An outline revision of the Spanish species. In: Lagascalia. Band 1, 1971, S. 27–82 (Echium boissieri auf S. 39–42), PDF. Ernst Gottlieb von Steudel: Nomenclator botanicus, seu, Synonymia plantarum universalis :enumerans ordine alphabetico nomina atque synonyma, tum generica tum specifica, et a Linnaeo et a recentioribus de re botanica scriptoribus plantis phanerogamis imposita. 2. Auflage. Band 1, Cotta, Stuttgart/Tübingen, 1840, Seite 540. . Jonas V. Müller, Ulrich Deil, Antonio Galán de Mera, José Alfredo Vicente Orellana: Echium boissieri Steud. (Boraginaceae), an Ibero-Mauretanian roadside plant. In: Feddes Repertorium. Band 116, Nr. 3–4, 2005, S. 226–242, doi:10.1002/fedr.200511071.
Weblinks
Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
Kategorie:Natternköpfe boisseri