Die Südliche Seide (Cuscuta australis) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Seide in der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Diese parasitär lebende Pflanze ist in Eurasien und Afrika weitverbreitet.

Beschreibung mini|Habitus und Blüten

Vegetative Merkmale Cuscuta australis ist eine meist einjährige, selten ausdauernde krautige Pflanze. Ihre schlanken Stängel sind mäßig dick, grünlich-gelb bis orangefarben.

Generative Merkmale Die Blüten stehen an kurzen Blütenstielen in kompakten Knäueln. Die weißen bis cremefarbenen, zwittrigen Blüten sind etwa 2 Millimeter groß, vier- oder fünfzählig und oftmals drüsig. Der Kelch ist glockenförmig und in etwa so lang wie die Kronröhre. Die Kelchzipfel sind eiförmig bis kreisförmig, stumpf und überlappen sich nicht. Die Krone ist glockenförmig, mit stumpfen oder fast spitzen, aufrechten oder abstehenden Kronzipfeln. Die Kronzipfel sind etwas kürzer bis länger als die Kronröhre. Die Schuppen am Grund der Kronröhre sind meist kürzer als die Kronröhre, zweispaltig und mit einigen wenigen Fransen, oder sie sind zu Zähnen am Grund der Kronröhre zurückgebildet. Die Staubblätter sind kurz und die Staubbeutel ragen aus der Blütenhülle heraus. Der oberständige Fruchtknoten ist zweikammerig. Die kurzen Griffel sind kürzer als der kugelförmige Fruchtknoten.

Die Kapselfrüchte sind kugelförmig bis eingedrückt kugelförmig mit einem Durchmesser von 3,5 bis 4 Millimetern und einer großen Öffnung zwischen den Griffeln. Die abgeblühte Krone bleibt am Grund der Kapsel erhalten. Die bis zu 4 Samen haben eine Länge von 1,5 Millimetern.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56 oder ca. 28.

Ökologie Bei Cuscuta australis handelt es sich meist um einen Therophyten. Es ist wie alle Vertreter der Gattung Seide eine holoparasitisch lebende Pflanzenart. Sie schmarotzt besonders auf Arten der Gattungen Polygonum oder Xanthium.

Systematik und Verbreitung Die Erstveröffentlichung von Cuscuta australis erfolgte 1810 durch Robert Brown in Prodromus Florae Novae Hollandiae et Insulae van-Diemen Seite 491. Synonyme für Cuscuta australis sind: Cuscuta obtusiflora var. australis , Grammica australis , Grammica scandens subsp. australis .

Cuscuta australis ist in Eurasien und Afrika verbreitet. In Europa kommt sie vor in Portugal, Frankreich, Schweiz, Italien, Ungarn im früheren Jugoslawien, Griechenland, Bulgarien, Ukraine, Türkei und Russland. Sie ist in Mitteleuropa ein Neophyt.

Von Cuscuta australis gibt es mehrere Varietäten, die in europäischer Literatur oft als Unterarten behandelt werden: Cuscuta australis var. australis (Syn.: Cuscuta millettii , Cuscuta obtusiflora var. cordofana , Cuscuta grassii , Cuscuta hygrophilae , Cuscuta kawakamii , Cuscuta nuda , Cuscuta cordofana ): Sie ist in der Alten Welt verbreitet. In Europa kommt sie nur in der Ukraine und in Russland vor. Knöterich-Seide (Cuscuta australis var. cesatiana ; Syn.: Cuscuta australis subsp. cesatiana , Cuscuta cesatiana , Cuscuta obtusiflora var. cesatiana , Grammica scandens subsp. cesatiana , Cuscuta scandens subsp. cesatiana , Grammica cesatiana , Cuscuta polygonorum nom. illeg., Cuscuta australis var. glandulosa ): Sie kommt von Südeuropa und dem südlichen Mitteleuropa bis Indien vor. In Mitteleuropa hat sie Vorkommen in Deutschland (vor allem im Rheintal), in Niederösterreich und im Burgenland, in der Schweiz und in Südtirol. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3w+ (mäßig feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental). Cuscuta australis var. tineoi (Syn.: Cuscuta australis subsp. tineoi , Cuscuta tineoi , Grammica australis subsp. tineoi , Cuscuta breviflora , Cuscuta aurantiaca , Cassutha chrysocoma , Cuscuta chrysocoma , Grammica chrysocoma , Cuscuta rogowitschiana , Cuscuta obtusiflora var. breviflora , Cuscuta bidentis , Grammica bidentis , Cuscuta obtusiflora var. bidentis ): Sie kommt von Mitteleuropa und Südeuropa bis zum westlichen Himalaja vor.

Quellen Einzelnachweise Datenblatt bei PROTA = Plant Resources of Tropical Africa. Naomi Feinbrun: Cuscuta. In:

Jens G. Rohwer: Cuscuta. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 652.

Weblinks

Thomas Meyer: Seide Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).

Kategorie:Seide (Gattung) australis Kategorie:Pflanzenparasit