Der Alpen-Enzian (Gentiana alpina), auch Südalpen-Enzian genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).
Beschreibung mini|Blüte von oben im Detail mini|Frucht und Samen
Vegetative Merkmale Der Südalpen-Enzian ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von nur bis zu 8 Zentimetern erreicht.
Die gegenständigen Laubblätter sind gedrängt an der Basis des Stängels angeordnet. Die lederigen Grundblätter sind mit einer Länge von 1 bis 2 oder 1,5 bis 4 Zentimetern wenig länger als breit und breit-elliptisch mit stumpfem oberen Ende und ihre größte Breite liegt in der Mitte. Wenn Stängelblätter vorhanden sind dann sind sie bei einer Länge von 9 bis 14 Millimetern elliptisch-lanzettlich mit spitzem oberen Ende. Die Blattränder sind knorpelig.
Generative Merkmale Die sitzenden oder kurz gestielten Blüten befinden sich einzeln endständig an den Stängeln.
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen Kelchblätter sind bis zu etwa der Hälfte ihrer Länge zu einer Kelchröhre verwachsen, die in fünf eiförmigen und zur Basis hin verschmälerten Kelchzähnen endet. Die Buchten zwischen den Kelchzähnen besitzen eine deutlicher weiße Verbindungshaut. Die dunkel-blaue oder tiefblaue und innen mit oliv-grünen Streifen Krone ist bei einer Länge von 30 bis 40 oder bis zu 70 Millimetern verkehrt-kegelförmig. Im Kronschlund finden sich grüne Punkte, die fünf Kronlappen enden stumpf und meist gerundet. Die Staubbeutel sind verklebt. Die Narbe ist trichterförmig und gefranst.
Die Samen sind ellipsoid und ungeflügelt mit netzig-runzeliger Samenschale.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.
Ökologie und Phänologie Bei Gentiana alpina handelt es sich um einen Hemikryptophyten.
In der Schweiz reicht die Blütezeit von Juni bis Juli.
Vorkommen Gentiana alpina findet sich im südwestlichen bis westlichen der Zentralalpen, den zentralen Pyrenäen sowie in der Sierra Nevada im südlichen Spanien. Es gibt Fundangaben für Spanien, Andorra, Frankreich, die Schweiz und Italien. In Deutschland und Österreich fehlt der Alpen-Enzian. In der Schweiz kommt sie in den Kantonen Wallis, Tessin und Graubünden vor.
Gentiana alpina ist kalkmeidend und wächst in Höhenlagen von 2000 bis 2590 Metern. Sie findet in den Alpen ihr Optimum in Pflanzengesellschaften des Verbands Caricion curvulae.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 1 (alpin und nival), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Gentiana alpina erfolgte 1779 durch Dominique Villars in Prospectus de l'Histoire des Plantes de Dauphiné, Seite 22. Synonyme für Gentiana alpina sind Ciminalis alpina , Gentiana acaulis subsp. alpina .
Literatur Thomas Gaskell Tutin: Gentiana. In:
Einzelnachweise Karol Marhold, 2011+: Gentianaceae.: Datenblatt Gentiana alpina bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Zuletzt abgerufen am 22. Dezember 2022. David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Band 2, Bern, Stuttgart, Wien Haupt-Verlag, 2004, ISBN 3-258-06600-0. S. 18. Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2013. Jens G. Rohwer: Gentianaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 636.
Weblinks
Kategorie:Enziane Kategorie:Alpenflora