Der Trauertyrann (Tyrannus melancholicus) ist eine Art der Tyrannen. Trauertyrannen kommen in fast ganz Süd- und Mittelamerika vor und sind mit einem geschätzten Bestand von 200 Millionen Individuen die häufigste Art der Königstyrannen.
Erscheinungsbild Der Trauertyrann erreicht ausgewachsen eine Körperlänge von 18 bis 24 Zentimetern. Er wiegt durchschnittlich 35 Gramm.Mariele Radmacher-Martens, S. 348
Der Scheitel und der Nacken sind grau. Davon hebt sich deutlich der schwarze Zügel ab, der von der Schnabelbasis bis zum Auge verläuft. Die Kehle ist weiß. Der Mantel und die Flügel sind graugrün. Die Unterseite ist leuchtend gelb. Der Schwanz ist leicht gegabelt und braun.
Verbreitung und Lebensraum links|mini|Verbreitungsgebiet Trauertyrann. Lila (ganzjährig), orange (Brutgebiete) Das Brutareal des Trauertyrannen erstreckt sich vom Süden Arizonas und dem Rio Grande-Tal in Texas über Mittelamerika bis in das Zentralgebiet von Argentinien und den Westen von Peru. Trauertyrannen kommen auch auf Trinidad und Tobago vor. Die Brutvögel im extremen Norden und Süden des Verbreitungsgebietes sind Zugvögel. Ansonsten handelt es sich um einen Standvogel.
Der Lebensraum der Trauertyrannen sind halboffene Landschaften, die locker mit Bäumen und Sträuchern bestanden sind. Sie haben sich auch menschlichen Siedlungsraum erschlossen und kommen in Gärten sowie entlang von Straßen vor.
Verhalten Trauertyrannen sind reine Insektenfresser, die häufig auf sehr hohen Ansitzwarten nach Beute Ausschau halten. Die Insekten werden gewöhnlich in der Luft gefangen. Sie verteidigen ihre Reviere sehr aggressiv auch gegenüber Vögeln, die deutlich größer sind als sie. Das Nest wird in Bäumen errichtet und ist eine lose zusammengefügte Halbkugel. Das Gelege besteht aus zwei bis drei Eiern. Die Schalenfarbe der Eier ist creme mit rötlich brauner Sprenkelung. Es brütet allein das Weibchen. Die Jungvögel verlassen 18 bis 19 Tage nach dem Schlüpfen das Nest.
Unterarten Es sind folgende Unterarten anerkannt:IOC World bird list Tyrant flycatchers Tyrannus melancholicus satrapa ( & , 1860)Jean Louis Cabanis u. a. (1860), S. 77 kommt vom Südwesten der USA bis ins nördliche Kolumbien, dem nördlichen Venezuela und auf Trinidad vor. Tyrannus melancholicus despotes (, 1823)Martin Hinrich Lichtenstein (1823), S. 55 ist im nordöstlichen Brasilien verbreitet. Tyrannus melancholicus melancholicus , 1819Louis Pierre Vieillot (1819), S. 84–85 kommt im nördlichen Südamerika bis ins zentrale Argentinien vor.
Tyrannus chubbii , 1979Louie Irby Davis (1979), S. 39 und Tyrannus chloronotus , 1907Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1907), S. 474 wird heute als Synonym zu T. m. satrapa betrachtet, Tyrannus crudelis , 1826William Swainson (1826), S. 275 ein Synonym für T. m. despotes. Tyrannus melancholicus occidentalis & , 1917Ernst Hartert u. a. (1917), S. 412 wird entweder als Synonym zu T. m. satrapa betrachtet oder gelegentlich als weitere Unterart. Tyrannus melancholicus obscurus , 1937John Todd Zimmer (1937), S. 17 und Tyrannus melancholicus zimmeri , 1954Olivério Mário de Oliveira Pinto (1954), S. 67 sind heute ein Synonym zur Nominatform.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Trauertyranns erfolgte 1819 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Tyrannus melancholicus. Als Verbreitungsgebiet nannte er den Río de la Plata und Paraguay. Viellot bezog sich dabei auf Suirirí del suirirí-guazúFélix de Azara (1805), S. 155–157. von Félix de Azara. 1799 führte Bernard Germain Lacépède die für die Wissenschaft neue Gattung Tyrannus ein.Bernard Germain Lacépède (1799), S. 5. Der Begriff stammt von bzw. ab.Tyrannus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname melancholicus hat seinen Ursprung in .melancholicus The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling Despotes hat seinen Ursprung in despotes The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, satrapa in despotes The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, chloronotus in und chloronotus The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, crudelis in crudelis The Key to Scientific Names. Edited by James A. Jobling, occidentalis in occidentalis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, minimus in minimus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und obscurus in .obscurus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Chubbii ist Charles Chubb gewidmet, zimmeri John Todd Zimmer. Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay fünf Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Hans Krieg (1888–1970) in San Luis de la Sierra, in Zanja Moroti, der Estancia Estrella im Bergland des Río Apa und in Nueva Germania, zur Verfügung. In der Literatur betrachtete er in einem von Richard Otto Rohde (1855–1912) gesammelten Exemplar aus Lambaré, welches durch Hans Hermann Carl Ludwig von BerlepschHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 13. beschrieben wurde, in einem von Alfredo Borelli (1858–1943) gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenes ExemplarTommaso Salvadori (1895), S. 11 aus der Colonia von Pedro Risso, in SapucaiCharles Chubb (1902), S. 596. durch Charles Chubb, in Mbureró von Félix Posner (1873–?1930) gesammeltRoberto Raúl Dabbene (1912), S. 332–333. und durch Roberto Raúl Dabbene beschrieben, im Departamento Alto ParanáArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 57. und Monte SociedadArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 252. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, in Puerto PinascoAlexander Wetmore (1926), S. 337. im Departamento Presidente Hayes durch Alexander Wetmore und in TrinidadElsie Margaret Binger Naumburg (1930), S. 297 durch Elsie Naumburg als Nachweise für das Land.Alfred Laubmann (1940), S. 87–88
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Tyrannen