Der Bindenameisenwürger, Bindenwollrücken oder Weißscheitel-Ameisenwürger (Thamnophilus doliatus) ist eine Art der Ameisenvögel. Die Art kommt nur in Mittel- und Südamerika vor. Es besteht wie bei den meisten Ameisenvögeln ein sehr auffälliger Geschlechtsdimorphismus.
Erscheinungsbild mini|links|Weibchen des Bindenameisenwürgers Bindenameisenwürger erreichen eine Körperlänge von 16 Zentimetern und wiegen zwischen 25 und 30 Gramm.Burnie, S. 351 Das Gefieder des Männchens ist schwarz-weiß gebändert. Der Scheitel ist schwarz. Beine und Füße sind blaugrau. Der Schnabel ist gleichfalls blaugrau.
Das Weibchen ist deutlich unauffälliger gefärbt. Die Körperoberseite ist rostbraun bis kastanienbraun. Die Körperunterseite ist ocker bis beigefarben. Lediglich an den Seiten des Kopfes und im Nacken ist das Weibchen ähnlich wie das Männchen gestreift.
Verbreitung und Verhalten mini|links|100px|Duett eines Paares im Nationalpark Carara Der Bindenameisenwürger kommt von Mexiko bis in den Norden von Argentinien vor. Er ist ein Standvogel. In ihrem Verbreitungsgebiet ist die Art häufig. Ihr Lebensraum sind die unteren und mittleren Etagen überwiegend sommergrüner Wälder.
Bindenameisenwürger leben meist paarweise. Beide Geschlechter singen, wobei das Weibchen meist auf die Rufe des Männchens reagiert. Ihre Nahrung suchen sie im Laub. Allerdings jagen sie auch von Ansitzwarten Käfer und anderen Insekten. Zu ihrem Nahrungsspektrum zählen auch Früchte und Samen. Das Nest wird im Gebüsch errichtet. Das Gelege umfasst 2 Eier, das von beiden Elternvögeln bebrütet wird.
Unterarten Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List Antbirds Thamnophilus doliatus intermedius , 1888Robert Ridgway (1888), S. 581 kommt vom östlichen und südlichen Mexiko bis ins westliche Panama vor. Thamnophilus doliatus nesiotes , 1970Alexander Wetmore (1970), S. 773. ist auf den Perleninseln verbreitet. Thamnophilus doliatus eremnus , 1957Alexander Wetmore (1957), S. 58. ist auf Coiba verbreitet. Thamnophilus doliatus nigricristatus , 1865George Newbold Lawrence (1865), S. 107–108. kommt in Zentralpanama vor. Thamnophilus doliatus albicans , 1844Frédéric de Lafresnaye (1844), S. 82. ist im nördlichen und westlichen Kolumbien verbreitet. Thamnophilus doliatus nigrescens , 1867George Newbold Lawrence (1867), S. 469–470. kommt vom nördlichen zentralen Kolumbien bis ins nordwestliche Venezuela vor. Thamnophilus doliatus tobagensis & , 1917Ernst Hartert u. a. (1917), S. 497–498. ist auf Tobago verbreitet. Thamnophilus doliatus doliatus (, 1764)Carl von Linné (1764), S. 12 kommt im östlichen Kolumbien, in Venezuela mit Ausnahme des Nordwestens, auf Trinidad, in Guyana, Suriname, Französisch-Guayana und dem nördlichen Brasilien vor. Thamnophilus doliatus difficilis , 1903Carl Eduard Hellmayr (1903), S. 216–218. ist im östlichen zentralen Brasilien verbreitet. Thamnophilus doliatus capistratus , 1840René Primevère Lesson (1840), S. 226. kommt im Osten Brasiliens vor. Thamnophilus doliatus radiatus , 1816Louis Pierre Vieillot (1816a), S. 315–316. ist im nordöstlichen Ecuador, im östlichen Peru, im südöstlichen Kolumbien, im westlichen, südwestlichen und südlichen zentralen Brasilien, im nordöstlichen Bolivien, in Paraguay und im nördlichen Argentinien verbreitet. Thamnophilus doliatus cadwaladeri & , 1940James Bond u. a. (1940), S. 2–3 kommt im südlichen Bolivien vor.
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Bindenameisenwürgers erfolgte 1764 durch Carl von Linné unter dem wissenschaftlichen Namen Myothera ferruginea. Ein konkretes Verbreitungsgebiet nannte er nicht. 1816 führte Louis Pierre Vieillot die für die Wissenschaft neue Gattung Thamnophilus ein.Louis Pierre Vieillot (1816b), S. 40 Dieser Begriff ist ein Wortgebilde aus für Busch und für Liebender.Thamnophilus in The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname doliatus hat seinen Ursprung in .doliatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Cadwaladeri ist Charles Meigs Biddle Cadwalader (1885–1959) gewidmet. Tobagensis bezieht sich auf Tobago. Intermedius leitet sich von abintermedia The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, nesiotes von nesiotes The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, eremnus von eremnos The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, nigricristatus von und nigricristatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, difficilis in und difficilis The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, capistratus von capistratus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling, albicans von albicans The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling und radiatus von .radiatus The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay zwei Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Michael Mathias Kiefer (1902–1980) in Puerto Casado und Puerto Sastre im Gran Chaco, zur Verfügung. Laubmann führte die Art unter dem Namen Thamnophilus doliatus radiatus. In der Literatur betrachtete er in einem von Richard Otto Rohde (1855–1912) gesammelten Exemplar aus Lambaré, welches durch Hans Hermann Carl Ludwig von BerlepschHans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch (1887), S. 17. beschrieben wurde, in einem von Alfredo Borelli (1858–1943) in gesammelten und von Tommaso Salvadori beschriebenes ExemplarTommaso Salvadori (1895), S. 16 aus der Colonia von Pedro Risso, in Fortín Page und am Río PilcomayoJohn Graham Kerr (1892), S. 134 sowie in ConcepciónJohn Graham Kerr (1901), S. 227. durch John Graham Kerr, in Cabo Emma durch Claude Henry Baxter GrantClaude Henry Baxter Grant (1911), S. 136., in SapucaiCharles Chubb (1910), S. 520Harry Church Oberholser (1901), S. 131 durch Charles Chubb und Harry Church Oberholser, in AsunciónArnaldo de Winkelried Bertoni (1914), S. 51. und in Monte SociedadArnaldo de Winkelried Bertoni (1930), S. 249. durch Arnaldo de Winkelried Bertoni, in TrinidadElsie Margaret Binger Naumburg (1930), S. 197. durch Elsie Naumburg und im Gran Chaco auf der gegenüberliegenden Seite von AsunciónJohn Todd Zimmer (1933), S. 8. durch John Todd Zimmer viele weitere Nachweise für das Land. Des Weiteren sah er in Batará del listadoFélix de Azara (1805), S. 196–199. von Félix de Azara einen weiteren Nachweis, auf den sich auch Vieillot bezog.Alfred Laubmann (1940), S. 207–208.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ameisenvögel