Luanheit ist ein sehr seltenes Mineral aus der Mineralklasse der Elemente, genauer der Metalle und intermetallischen Verbindungen. Es kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ag3Hg und bildet bis zu 10 μm große abgeflachte Körner, die sich zu unregelmäßigen sphärischen Aggregaten zusammenlagern. Daneben bildet es auch Verwachsungen mit anderen Quecksilber-Silber-Mineralen und Silicaten.
Etymologie und Geschichte Luanheit wurde erstmals 1984 von Shao Dianxin, Zhou Jianxiong, Zhang Jianhong und Bao Daxi in der Typlokalität am Luan He in der Nähe von Chengde in der chinesischen Provinz Hebei gefunden. Es ist nach seiner Typlokalität benannt.
Klassifikation In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Luanheit noch nicht aufgeführt.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer I/A.02-040. Dies entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“, wo Luanheit zusammen mit Aurihydrargyrumit, Belendorffit, Bleiamalgam, Eugenit, Goldamalgam, Kolymit, Moschellandsbergit, Paraschachnerit, Potarit, Quecksilber, Schachnerit und Weishanit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer I/A.02 bildet.
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Luanheit in die Klasse der „Elemente“ und dort in die Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Quecksilber-Amalgam-Familie“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 1.AD.15b bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Luanheit die System- und Mineralnummer 01.01.08.04. Das entspricht der Klasse der „Elemente“ und dort der Abteilung „Elemente und Legierungen“. Hier findet er sich in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 01.01.08, in der auch Moschellandsbergit, Schachnerit, Paraschachnerit, Eugenit und Weishanit eingeordnet sind.
Bildung und Fundorte Luanheit findet sich in Lagerstätten, die Gold und andere Elemente enthalten. Es ist vergesellschaftet mit Gold, Blei, Zink, Silberamalgamen und Silicaten.
Neben der Typlokalität sind Funde aus La Rioja in Argentinien, Copiapó in Chile, Gonnesa auf Sardinien (Italien), Moctezuma in Mexiko, der Nähe von Ouarzazate in Marokko, Sacha in Russland, Košice in der Slowakei und Sala in Schweden bekannt.
Kristallstruktur Luanheit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem mit den Gitterparametern a = 6,61 Å und c = 10,98 Å sowie sechs Formeleinheiten pro Elementarzelle. Die genaue Raumgruppe ist nicht bekannt.
Siehe auch Liste der Minerale
Literatur Luanheit in: Anthony et al.: Handbook of Mineralogy, 1990, 1, 101 (pdf). Shao Dianxin, Zhou Jianxiong, Zhang Jianhong, Bao Daxi: Luanheite-A new mineral. In: Acta Mineral. Sinica, 1984, 4, 97-l0l (chinesisch). Abstract in: American Mineralogist, 1988, 73, S. 192 (engl., pdf).
Weblinks
Mineralienatlas:Luanheit Luanheite bei mindat.org (engl.)
Einzelnachweise
Kategorie:Anerkanntes Mineral Kategorie:Silbermineral Kategorie:Quecksilbermineral Kategorie:Amalgam Kategorie:Hexagonales Kristallsystem Kategorie:Elemente (Mineralklasse)