mini|Nicht mehr vorhan­denes Denkmal für König Albert auf dem damaligen Ernst-Geßner-Platz Im Ortsteil Aue der erzgebirgischen Großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema gibt es zahlreiche Denkmale und Gedenktafeln, die insbesondere Personen ehren. In diesem Artikel werden die vorhandenen Denkmale und Gedenkstätten in chronologischer Abfolge ihrer Errichtung oder Einweihung dargestellt. Ein gesonderter Abschnitt ist den nicht mehr vorhandenen Denkmalen gewidmet. Zusammen mit dem Artikel Brunnen und Skulpturen in Aue sind damit die meisten derartigen Objekte im öffentlichen Raum dargestellt.

Vorhandene Denkmale mini|hochkant|Für den Ehrenbürger Siegfried Sieber

Einzelpersonen Dem Begründer des Naturheilvereins (1886), Karl August Müller, setzte der Kleingartenverein Eichert 1936 dort ein Denkmal: in einen Findling ist eine Bronzetafel mit Relief eingelassen. Der Pädagoge Friedrich Fröbel wird auf dem Brünlasberg mit einem Denkmal vor der heutigen Förderschule geehrt, das in den 1950er-Jahren vor einer Kinderkombination aufgestellt wurde, einem komplexen Gebäude aus Kinderkrippe und Kindergarten. Als symbolische Darstellung des von Fröbel empfohlenen Kinderspielzeugs wurden ein Würfel, ein Zylinder und eine Kugel aus Granit übereinander gestellt. Die Inschrift des Denkmals lautet: „Kommt, lasst uns unseren Kindern leben“. Die Stadtverwaltung ehrte mit der Einweihung eines Denkmals den Heimatforscher Siegfried Sieber (sieh Bild), der erstmals zusammenhängend in den 1920er-Jahren die Stadtgeschichte wissenschaftlich erforschte und die Ergebnisse veröffentlichte. Sieber wurde 1973 in die Liste der Auer Ehrenbürger aufgenommen. Beim genauen Betrachten des Gedenksteins für Sieber fällt auf, dass es sich hier um das frühere Kaiser-Wilhelm-Denkmal handelt, von dem die alte geschwungene Gedenkplatte entfernt wurde. Auf dem Zeller Berg steht seit 5. Oktober 1974 ein Denkmal für Juri Gagarin, den ersten Menschen im Weltall. Eine am Denkmal vorbeiführende neu angelegte Straße mit ihren Neubauten erhielt den Namen Juri-Gagarin-Ring. mini|links|Thälmann-Büste am Kulturhaus Eine Ernst-Thälmann-Büste (siehe Bild) wurde 1958 am Rand des Stadtgartens enthüllt. Die Herstellung der Büste geht zurück auf eine Spende von Gerhard Hirsch, dem Begründer und langjährigen Leiter des Auer Blema-Chors. 1972 bekam die Büste einen neuen Platz vor einer symbolischen Fahne aus Beton. Eine Bepflanzung im Umfeld wertete die Anlage zu einer Thälmann Gedenkstätte auf.

Personengruppen und Ereignisse mini|Für Albert Schweitzer bei der Albert-Schweitzer-Schule in Aue-Zelle Inmitten des von der evangelischen St. Nikolaigemeinde betreuten Städtischen Friedhofs befindet sich auf dem Mittelweg ein Denkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen Auer Bürger der St. Nikolaigemeinde. Das große steinerne Kreuz trägt auf dem Querbalken beidseitig die Inschrift „Für euch“, am Postament ist (in schlechter Erhaltung) zu lesen: „Zum Gedächtnis unserer lieben Gefallenen im Weltkrieg 1914–1918. Gemeinde St. Nicolai, Aue“. Die Weihe dieses Ehrenkreuzes erfolgte am 10. Oktober 1926 in Anwesenheit von Vertretern der Stadtverwaltung und zahlreicher Bürgervereine.Mosaiksteine, … , S. 237 Aues I. Bürgerschule, 1902 an der Schwarzenberger Straße fertiggestellt, erhielt aus Anlass des 100. Geburtstages des Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi am 12. Februar 1927 den Ehrennamen Pestalozzischule.Mosaiksteine, … , S. 146 Daran erinnern ein Gedenkstein und eine an der Giebelwand des Schulgebäudes angebrachte Tafel. 1927 setzte die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Aue-Zelle ihren gefallenen Gemeindemitgliedern direkt in der Friedenskirche ein Ehrenmal mit aufklappbaren Namenstafeln. Kurz nach dem Tod des Ehrenbürgers und Bildhauers Emil Teubner errichteten die Stadtväter einen Gedenkstein für ihn mit der Inschrift: „Emil Teubner. Dem Schnitzer und Bildhauer zum Gedenken. 1877–1958“. 1966 wurde ein Gedenkstein für Albert Schweitzer vor der 1877 gebauten Volksschule, einer späteren Sonderschule, enthüllt (siehe Bild). Diese Schule hatte von dem bedeutenden Urwaldarzt die Zustimmung erhalten, seinen Namen tragen zu dürfen. Ein Jahr zuvor war Schweitzer in Lambarene gestorben. mini|hochkant|Für alle Opfer von Gewalt Am Zwitterweg am Fuß des Heidelsberges wurde 1996 vom Auer Bürgermeister ein Gedenkstein mit der Inschrift „In ehrendem Gedenken allen Opfern von Krieg, Terror und jeglicher Gewaltherrschaft“ enthüllt.Mosaiksteine, … , S. 244 Dieses Denkmal ist der frühere Bismarck-Stein, von dem das Porträt und die Texttafel abgeschraubt wurden. Das Porträt ist durch das Auer Stadtwappen ersetzt und der Text ausgetauscht worden.schriftliche Information von Jana Hecker, Pressereferentin der Stadtverwaltung Aue vom Mai 2009 Im August 2011 erfolgte der erste Spatenstich für ein Einheitsdenkmal. Initiiert wurde die Planung und Realisierung von dem ehemaligen Landrat Heinz-Günter Kraus. Das Denkmal wurde nach einem Entwurf des Stadtarchitekten Wolfgang Unger angefertigt. Es besteht aus zwei kantig gebogenen und insgesamt 4,70 m hohen Edelstahlprofilen, die einzeln je eine sitzende Person symbolisieren und in Stahlbeton gefasst sind. Bei ihrer gegenläufigen Aufstellung bildet das Ensemble eine (zusammengewachsene) Figur. Die niedrige Umfassungsmauer enthält auf einer Tafel die Inschrift „20 Jahre friedliche Revolution und deutsche Einheit“. Nach den Worten des Initiators und des Architekten soll es „…kein reines Denkmal für die friedliche Revolution in der DDR [sein], sondern auch den späteren Demokratisierungsprozess und das manchmal sehr wechselhafte Zusammenwachsen mit den alten Bundesländern darstellen.“ Die Baukosten wurden mit 35.000 Euro beziffert. Es wurde am 3. Oktober 2011 im Beisein des sächsischen Umweltministers Frank Kupfer eingeweiht und befindet sich auf dem Blumenrondell in der Nähe der Schillerbrücke, dort, wo bereits der Klatschweiberbrunnen steht. Bei der feierlichen Enthüllung wurde ausgedrückt, dass das Denkmal auch ein Symbol für die Partnerstädte Aue und Solingen bildet. In: Sächsisches Tageblatt, 1. Oktober 2011; abgerufen am 17. Januar 2016; nicht mehr online verfügbar (Jahr 2020).

Vorhandene Gedenktafeln für Personen, Orte und Ereignisse Zum Gedenken an den Auftritt von Arbeiterführern im Versammlungssaal des Hotels Blauer Engel wurde 1911 dort im Vorraum eine gusseiserne Tafel angebracht mit dem Text: „Wilhelm Liebknecht sprach am 3. Januar 1877 und Otto Buchwitz am 16. Dezember 1911 im Saal des Blauen Engel.“ Im Ortsgebiet Aue-Zelle erinnert eine Bronzetafel an dem früheren Hotel Zur Eiche, Gebäude Lößnitzer Straße 1, an die hier erfolgte Gründung des Erzgebirgsverein am 5. Mai 1878 mit folgendem Text: „Glückauf! 1878.1928. Heimatfreunde gründeten in diesem Hause am 5. Mai 1878 den ERZGEBIRGS=VEREIN.“ Eine 1923 eingeweihte Tafel am Gebäude an der Kantstraße (heute Berufliches Schulzentrum für Wirtschaft und Sozialwesen Schwarzenberg – Außenstelle Aue) erinnert an die 1898 gegründete Öffentliche Handelsschule Aue mit folgendem Text: „1898–1923. Zur Erinnerung an die Gründung der öffentlichen Handelsschule zu Aue durch den kaufmännischen Verein am 1. April 1898 und die Übergabe der Schule in die Verwaltung der Stadt Aue am 1. Jan. 1921. Aue, am Jubiläumstage 1. Apr. 1923, Der kaufm. Verein des Auer Tales, Aue im Erzgebirge.“ Diese Schule hatte sich auf Initiative eines kaufmännischen Vereins 1897 aus der bereits vorhandenen Gewerblichen Fortbildungsschule ausgegliedert und zunächst in gemieteten Räumen der Städtischen Schule gearbeitet. In der neuen Lehreinrichtung wurden Fremdsprachen, Stenografie und Buchhaltung vermittelt und ihre Absolventen trugen zum weiteren wirtschaftlichen Gedeihen der schnell gewachsenen Industriebetriebe in Aue bei. 1907 erhielt die Handelsschule durch Unterstützung der Weberei Curt Bauer und des sächsischen Innenministeriums ein eigenes Gebäude.Eine zweite Tafel im Eingangsbereich ehrt die Toten des Ersten Weltkrieges aus dieser Schule: „Den Helden aus dem Lehrerkollegium und der ehemaligen Schülerschaft der Handelsschule Aue. Die im Weltkriege 1914–1918 zum Schutze für des Vaterlandes Ruhm und Größe hinauszogen, dafür gestritten und gelitten haben und die auf dem Felde der Ehre geblieben sind, widmen in unauslöschlicher Dankbarkeit ein getreues Gedenken. Aue, am Jubiläumstag 1. April 1923. Die Kaufmannschaft des Auertales und die dankbare Schülerschaft.“ Der Auer Verschönerungsverein, 1895 im Zusammenhang mit der Anlage des Stadtparks gegründet, hatte den Fabrikbesitzer Bernhard Lorenz dafür gewonnen, einen Pavillon für diesen Stadtpark zu stiften. Im Oktober 1912 erfolgte die offizielle Übergabe dieses runden und mit einem Kupferdach versehenen Säulentempels an die Öffentlichkeit, dessen Bau bereits 1898 begonnen wurde. Im Innenraum der Kuppel erinnert eine Gedenktafel mit folgendem Text an den Stifter: „Dieser Tempel ist zu Ehren unseres langjährigen Vorsitzenden, Herrn Bernhard Lorenz, erbaut vom Verschönerungsverein i. J. 1912“. Der Pavillon verfiel nach der Auflösung des Vereins in den 1940er-Jahren und in der DDR-Zeit zunehmend. Erst 1995 konnte eine umfassende Rekonstruktion erfolgen, wobei der kleine Tempel ein neues Kuppeldach und neue Wasserspiele erhielt. Bei der Erschließung eines Steinbruchs an der Bockauer Talstraße hatten die Arbeiter einen Felsblock freigelegt, der wie eine Schweißnaht die Verbindung zwischen dem im Urmeer entstandenen Schiefer mit dem durch Vulkanismus gebildeten Granit offenbarte. Der hinzugezogene Freiberger Geologe Hermann Credner gab die Anregung, diese geologische Besonderheit mittels einer Erklärungstafel sichtbar zu machen. Im Jahr 1910 wurde eine Platte an dem Felsblock angebracht, die die Inschrift trug „Hier ruh’n Vulkan und Neptun in Granit und Phyllit als Hammerschmied“. Dieser für die Geologen und interessierte Laien besondere Gesteinsblock hieß wegen des Tafeltextes auch Der Hammerschmied. In den 1990er-Jahren entfernten Vandalen die Platte. Ein Kameramann fand bei Dreharbeiten in diesem Gelände die Tafel wieder, die gesäubert und 2003 wieder angebracht wurde. Das Geländer der die Zwickauer Mulde überführenden Brücke im Zuge der Wettinerstraße enthält eine Gedenkplatte für Ernst Thälmann. Diese 1888 eingeweihte Brücke erhielt anlässlich ihres Neubaus 1958 den Namen Ernst-Thälmann-Brücke.

mini|hochkant|Gedenktafel für den Fabrikanten Erdmann Kircheis Der Fabrikant Erdmann Kircheis wird mit einer Tafel am heutigen Gebäudekomplex für die Schule für Technik, dem früheren Fabrikgebäude der Firma Hiltmann und Lorenz (Hilo), geehrt. An der Nickelhütte Aue verweist die Inschrift „Hüttenwerk seit 1635“ unter einem speziellen Wappen auf die Historie der Fabrikanlagen, die aus dem Blaufarbenwerk Niederpfannenstiel hervorgegangen sind. Weitere Tafeln am Eingangsgebäude und auf dem Betriebsgelände ehren den Chemiker Clemens Winkler, der hier von 1859 bis 1873 wirkte und das Element Germanium entdeckte sowie Veit Hans Schnorr, den Gründer des Blaufarbenwerkes. Die Brücke, die seit 1810 über das Schwarzwasser auf das Betriebsgelände der Nickelhütte führte, wurde durch das sogenannte Jahrhunderthochwasser am 13. August 2002 total zerstört. Die Stadt Aue gab einen Brückenneubau in Auftrag, der am 16. März 2004 eingeweiht wurde. An den beiden Brückenzugängen fanden Fundamentsteine der alten Brücke Platz und mittels gleichlautender Texttafeln wird an das Ereignis erinnert: „Zur Erinnerung. Fundamentstein aus dem Pfeiler der alten Brücke mit der Jahreszahl 1810, dem Jahr der Errichtung dieses Bauwerkes. Nach 192 Jahren Nutzung vom Jahrhundert-Hochwasser 12./13. August 2002 zerstört. An gleicher Stelle wurde die neue Brücke errichtet und durch den Bauherren, die Stadt Aue, am 16. März 2004 übergeben.“