Die PSV Eindhoven (offiziell Eindhovense Voetbalvereniging Philips’ Sport Vereniging) ist ein Fußballverein aus der niederländischen Stadt Eindhoven. Zusammen mit den Erzrivalen Ajax Amsterdam und Feyenoord Rotterdam zählt PSV zu den erfolgreichsten Fußballklubs der Niederlande.

In der langen Vereinsgeschichte brachte der Klub viele spätere Weltstars wie Ruud Gullit, Romário, Ronaldo, Luc Nilis, Jaap Stam und Ruud van Nistelrooy hervor. Die Grundlage für spätere Erfolge brachten aber schon Spieler wie Willy van der Kuijlen, Jan van Beveren, Jan Poortvliet und die Van-de-Kerkhof-Brüder (René und Willy), die mit dem Sieg beim UEFA-Pokal 1977/78 den ersten internationalen Titel nach Eindhoven holten.

Der Verein besticht durch ein gutes Scouting-Programm. So werden immer wieder talentierte Spieler, vor allem aus Südamerika, verpflichtet und ausgebildet. So diente die PSV Ronaldo, Eiður Guðjohnsen, Mateja Kežman, Arjen Robben, Park Ji-sung und Lee Young-pyo als Sprungbrett für eine Karriere.

Das Vereinsmotto lautet Eendracht maakt Macht.

Geschichte

Anfänge und Einführung des Profifußballes Die PSV Eindhoven wurde am 31. August 1913 als Werksverein des Philips-Konzerns gegründet. Anfangs war die Fußballabteilung nur eine von vielen im Verein.

Seit dem Jahre 1914 nimmt PSV Eindhoven an der niederländischen Liga teil. Im Jahr 1921/22 spielte man zum ersten Mal in der obersten Liga. Seit 1926 spielt PSV durchgehend in der obersten Liga des niederländischen Verbandes. 1955 wurde schließlich auch bei PSV der Profifußball etabliert. Kurze Zeit später scheiterte PSV bei ihrem 1. Europacupspiel in der 1. Runde an SK Rapid Wien.

Die 1970er Jahre Mitte und Ende der 1970er Jahre hatte die PSV ein großes Hoch. Es wurde zwei Mal der KNVB-Pokal, drei Mal die Meisterschaft und 1978 der UEFA-Pokal gewonnen, als man im Rückspiel SC Bastia mit 3:0 schlug. Das Hinspiel endete damals 0:0.

Die erste Hiddink-Ära Zwischen 1987 und 1990 war Guus Hiddink Trainer bei den Rot-Weißen. Er baute um Spieler wie Ronald Koeman, Eric Gerets, Søren Lerby und Wim Kieft eine schlagkräftige Truppe auf, die auch international für Aufmerksamkeit sorgte. Während der drei Jahre bei der PSV holte Hiddink drei Mal das Double mit Pokal und Meisterschaft. Doch gleich in seiner ersten Saison 1987/88 gelang der größte Erfolg der Klubgeschichte, der Sieg im Europapokal der Landesmeister. Dabei schaffte es die Mannschaft mit nur drei Siegen ins Finale. Die Viertelfinalpartie gegen Girondins Bordeaux und das Halbfinale gegen Real Madrid endeten jeweils 1:1 im Hin- und 0:0 im Rückspiel. Nur auf Grund des auswärts erzielten Tores rückte Eindhoven immer in die nächste Runde. Am 25. Mai 1988 stand die Mannschaft in Stuttgart dem Team von Benfica Lissabon gegenüber. Nachdem selbst die Verlängerung keinen Sieger hervorgebracht hatte – bis dahin war es eine torlose Partie –, musste das Elfmeterschießen entscheiden. Bis zum 6:5 aus PSV-Sicht hatten alle Schützen getroffen. Doch dann war António Veloso der Unglückliche, der den Triumph für die Boeren sicherte und sein Team nach dem verschossenen Elfer in Trauer stürzte.

Die 1990er Jahre mini|Eintrittskarte der PSV aus der Saison 1997/98

Bobby Robson trat Hiddinks Erbe 1990 an. Obwohl 1990/91 und 1991/92 zweimal die Meisterschaft gewonnen werden konnte, entließ ihn der Verein nach Ablauf der zweiten Spielzeit. Der Grund dafür waren die bescheidenen Erfolge auf internationaler Ebene. Doch auch innerhalb des Teams gab es Probleme zwischen Robson und dem bereits zum Ende der Hiddink-Ära geholten Romário. Dieser blieb dem Verein noch bis 1993 treu und wechselte anschließend zum FC Barcelona. mini|links|hochkant|Der ehemalige PSV-Stürmer Ronaldo bei einer Pressekonferenz Nach Robson wurde Hans Westerhof neuer Trainer, aber nach lediglich Platz 2 in der Liga ein Jahr später durch Aad de Mos ersetzt. Nach der Saison 1993/94 erklärte der seit 1984 im Tor stehende Hans van Breukelen seinen Rücktritt vom Profifußball. Mit ihm ging der Publikumsliebling und einer der Leistungsträger der letzten zehn Jahre. Mit Ronald Waterreus und Stanley Menzo verpflichtete der Verein zwei neue Torhüter, die um den Platz zwischen den Pfosten kämpfen sollten. Der jüngere Waterreus setzte sich durch und hütete für die kommenden zehn Jahre das Tor der PSV. Aad de Mos wurde 1993/94 mit der PSV nur Dritter in der Eredivisie. In seinem zweiten Jahr wurde er bereits im Oktober 1994 durch Kees Rijvers und dieser kurz darauf im Dezember von Dick Advocaat ersetzt. Mit den beiden neuen Stürmern Ronaldo und Luc Nilis wollte man wieder an bessere Zeiten anknüpfen. Ronaldo wurde mit 30 Toren Torschützenkönig der Liga, die PSV wurde aber abgeschlagen hinter Ajax Amsterdam und Roda JC Kerkrade wieder nur Dritter. Das Folgejahr verlief besser. Man wurde Zweiter und schaffte in der UEFA Champions League den Einzug ins Halbfinale. 1996/97 standen Leistungsträger wie Jaap Stam, Phillip Cocu, Wim Jonk, Luc Nilis, Arthur Numan und Boudewijn Zenden im Kader die PSV. Sie holten die Meisterschaft nach einer längeren Durststrecke wieder nach Eindhoven. In der Folgespielzeit stand man wieder im Schatten von Ajax Amsterdam und wurde nur Zweiter. Die Champions League wurde bereits nach der Gruppenphase beendet.

Umbruch nach der WM 1998 Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 wurden insgesamt sechs Spieler des Vereins für die niederländische Fußballnationalmannschaft nominiert. Damit stellte die PSV die meisten Spieler aus einer Mannschaft. Die Niederländer schafften es bis ins Halbfinale und die PSV-Spieler weckten das Interesse großer europäischer Top-Klubs. Zur Saison 1998/99 kehrte nur André Ooijer zurück vom Kader der Oranje. Alle anderen unterzeichneten Verträge bei neuen Vereinen. Die Mannschaft änderte darauf ihr Gesicht. Junge Spieler wie Ruud van Nistelrooy wurden verpflichtet und eingebaut und Bobby Robson neuer Trainer. Am letzten Spieltag dieser Saison wurde Platz drei gesichert. Mit Ende der Saison ging dann Trainer Bobby Robson und wurde durch den Belgier Eric Gerets ersetzte. Dieser brachte von seinem Ex-Club FC Brügge Eric Addo mit und holte weitere Leute wie Mark van Bommel, Johann Vogel und Routinier Jan Heintze, welcher bereits zwischen 1982 und 1994 das Trikot des Vereins trug. Die Neuzugänge schlugen gut ein und die PSV konnte seinen 15. Titelgewinn feiern. Das Sturmduo Nistelrooy/Nilis erzielte 48 Tore. In der darauf folgenden Spielzeit wurde dieses Paar durch den Weggang von Luc Nilis zu Aston Villa gesprengt. Außerdem fiel van Nistelrooy wegen einer Verletzung aus. Mit Mateja Kežman fand man einen guten Ersatz und mit Kevin Hofland sowie John de Jong wurden weitere Jungstars verpflichtet. In der Champions League mussten dagegen wieder frühzeitig die Koffer gepackt werden. Durch den dritten Platz in der Gruppenphase erreichte man allerdings die dritte Runde. Die Mannschaft drang daraufhin bis ins Viertelfinale vor, wo das Team auf den 1. FC Kaiserslautern traf. Das Hinspiel verlor die Mannschaft 0:1. Als auch das Rückspiel mit 0:1 verloren ging, stürmten PSV-Anhänger den Platz. Die UEFA verhängte darauf eine Geldstrafe. Außerdem mussten die Rot-Weißen ein Spiel auf neutralem Boden bestreiten. Der Ligatitel wurde verteidigt, doch musste man im Sommer 2001 den Stürmer van Nistelrooy in Richtung Manchester United ziehen lassen. Als Ersatz wurde Jan Vennegoor of Hesselink von Twente Enschede verpflichtet. Zum wiederholten Male wurde nur Platz drei der Gruppenphase der Champions League erreicht, so dass die Philips Sport Vereinigung für die kommende Runde im UEFA-Cup antreten musste. Dort schlug die Mannschaft erst Leeds United und traf dann im ersten internationalen niederländisch-niederländischen Vergleich auf Feyenoord Rotterdam. Beide Spiele endeten 1:1 und erst das Elfmeterschießen entschied für Feyenoord, die sich darauf auf den Weg zum UEFA-Cup-Triumph nicht mehr aufhalten ließen. Auch in der Liga konnte die PSV nicht mehr überzeugen und erreichte nur Platz zwei. Der Vorstand und die Fans verloren das Vertrauen in Eric Gerets und er wurde im Sommer 2002 entlassen.

Die Rückkehr Hiddinks Vor der Saison 2002/2003 wurde Guus Hiddink als neuer Trainer präsentiert. Dieser war zuvor Trainer Südkoreas und überraschte während der Fußball-Weltmeisterschaft 2002, indem er mit den Asiaten bis ins Halbfinale vorstieß und dort nur knapp an Deutschland scheiterte. Im Januar 2003 verpflichtete die PSV die beiden südkoreanischen Nationalspieler Park Ji-sung und Lee Young-pyo, die Teil von Hiddinks Kader für die WM waren. Bereits im Sommer 2002 wurde der damals 18-jährige Arjen Robben vom FC Groningen losgeeist. Am Ende stand die PSV 3 Punkte vor Ajax Amsterdam und wurde damit Meister.

2003/04 musste man nochmals Ajax den Vortritt lassen.

mini|Guus Hiddink im Interview

In der Saison 2004/05 präsentierte sich die PSV wie in besten Zeiten. Zum ersten Mal qualifizierte sich die Mannschaft für die K.O.-Runde der Champions League und kam im Laufe des Wettbewerbs sogar bis ins Halbfinale. Dies kam überraschend, verließen doch Leistungsträger wie Torhüter Ronald Waterreus, Arjen Robben, Dennis Rommedahl und Mateja Kežman bereits im Sommer 2004 den Verein. Mit dem Verteidiger Alex, Torhüter Heurelho Gomes sowie den Stürmern Jefferson Farfán und DaMarcus Beasley taten die PSV-Verantwortlichen wieder gute Einkäufe. Bevor die PSV im Achtelfinale der Königsklasse den AS Monaco bezwang, setzte man sich in der Gruppenphase gegen Panathinaikos Athen und Rosenborg Trondheim durch. Man schloss die Gruppe punktgleich mit Arsenal London ab, wurde aber nur Gruppenzweiter, da die Londoner den direkten Vergleich für sich entscheiden konnten (1:0 und 1:1). Im Viertelfinale wurde der damalige französische Abonnements-Meister Olympique Lyon im Elfmeterschießen bezwungen. Den entscheidenden Elfmeter für die Niederländer verwandelte der brasilianische Angreifer Robert. Allerdings war im Halbfinale Endstation für das Team von Hiddink, dort unterlag man denkbar knapp dem amtierenden italienischen Meister AC Mailand. Nachdem das Hinspiel in Mailand mit einem enttäuschenden 0:2 geendet hatte, gewann man das Heimspiel mit 3:1. Aufgrund der Auswärtstorregel im Europapokal durfte Milan zum Finale nach Istanbul reisen, die PSV verabschiedete sich vom internationalen Parkett. Auch in den nationalen Wettbewerben lief für die PSV alles nach Plan. Man wurde in der Eredivisie mit 10 Punkten Vorsprung vor dem Hauptkonkurrenten Ajax Amsterdam niederländischer Meister. Auch den KNVB-Pokal staubte man ab, auf dem Weg ins Finale wurden der FC Volendam, der FC Oss und Feyenoord Rotterdam aus dem Weg geräumt, ehe man im Stadion des Rivalen Feyenoord Willem II souverän mit 4:0 besiegte. Somit krönte die Mannschaft von Guus Hiddink eine der erfolgreichsten Saisons der Vereinsgeschichte.

Im Sommer 2005 zog es die Stammkräfte Mark van Bommel, Johann Vogel, Park Ji-sung, Lee Young-pyo und Wilfred Bouma zu anderen Vereinen. Wieder stand die Mannschaft vor einem Umbruch. Erfahrene aber entwicklungsfähige Spieler wie Mika Väyrynen und Timmy Simons wurden verpflichtet und um diese talentierte Fußballer wie Ismaël Aïssati und Ibrahim Afellay aufgestellt. In dieser Saison drang man bis ins Achtelfinale der Champions League vor. Auch der Titel wurde verteidigt. Im Pokalfinale gegen Ajax Amsterdam zog man allerdings den Kürzeren. Dieses war auch das letzte Spiel unter der Leitung von Guus Hiddink.

Hiddinks Erbe