Die Bühler Holding AG mit Sitz in Uzwil ist ein international tätiger Schweizer Technologiekonzern im Besitz der Unternehmerfamilie Bühler. Das Unternehmen ist den Bereichen der mechanischen und thermischen Verfahrenstechnik, Lebensmittelproduktion und Futtermittelherstellung tätig.

Die in über 140 Ländern tätige Bühler-Gruppe beschäftigt per 31. Dezember 2025 rund 12'090 Mitarbeiter. Der Nettogewinn betrug 175 Mio. CHF. Die Bühler-Gruppe bildete an 24 Standorten 524 Lehrlinge aus. Es bestehen insgesamt 30 Fabrikationsstätten weltweit. Das Unternehmen erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 2,8 Milliarden CHF. Hermann Simon erwähnte die Bühler AG als Beispiel für einen „Hidden Champion“ in seinem gleichnamigen Buch.Hermann Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer. Campus, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-593-38380-4. S. 23.

Geschichte mini|Eisengiesserei Adolf Bühler, Uzwil, ca. 1860 mini|Bühler-Hauptwerk in Uzwil, nach 1918, vor 1927 (Foto: Walter Mittelholzer) mini|Bühler-Hauptwerk in Uzwil, 2010 mini|«Customer Center», Uzwil

Gründung und Expansion Die Bühler Gruppe entstand aus der am 10. Februar 1860 durch den in Hombrechtikon beheimateten und aufgewachsenen Adolf Bühler sen. eröffneten Eisengiesserei im Gupfen mit zwei Angestellten.Unternehmensgeschichte (Flash)

1871 wurde eine mechanische Werkstätte angegliedert und Teile von Stickmaschinen hergestellt. Ein Jahr später wurden die ersten Gusswalzen für Walzenstühle produziert.Kundenzeitschrift 'Diagramm', Ausgabe 136: Neuer Schliff für Altbewährtes, Seite 47 1875 wurde eine firmeninterne Krankenkasse eingeführt. Das Interesse von Adolf Bühler am Maschinenbau führte dazu, dass Bühler nicht nur Walzen goss, sondern mit der Zeit selber Walzenstühle und ganze Mühlen baute. Mit weiteren schweizerischen Unternehmen in diesem Bereich exportierte Bühler schon 1885 fast so viele Maschinen wie die Textilmaschinenhersteller. Um 1890 wurde die erste komplett von Bühler gebaute Getreidemühle ausgeliefert.Kundenzeitschrift 'Diagramm', Ausgabe 143: Im Dienste der Welternährung, S. 4

Die erste Tochterfirma wurde 1891 in Paris gegründet, 1900 kam eine in Mailand, und zwei Jahre später eine Neapel hinzu, während 1896 ein Verkaufsbüro in Barcelona eröffnet wurde. 1896 verstarb Adolf Bühler sen., die Leitung übernahm sein Sohn, Adolf Bühler junior. Für die Ziegelherstellung baute Bühler Mühlen für Stein und Lehm nach dem Prinzip des mehrfachen Kollergangs, einer Erfindung des Unternehmers Jacob Schmidheiny.Karl Lüönd: Conzzeta: Loslassen und Anpacken. NZZ Libro Verlag, Zürich 2012, S. 42, ISBN 978-3-03823-746-4 Nachdem Bühler ursprünglich seinen Schwerpunkt in der Textilindustrie hatte, verlegte sich Bühler auf den Bau von Getreidemühlen und verkaufte diese Produkte im internationalen Markt. Die Architekten Pfleghard und Haefeli reorganisierten von 1898 bis 1912 für Adolf Bühler den gesamten Firmenkomplex.Pfleghard & Haefeli: Bauten für die Gebrüder Bühler in Uzwil

Bis zum Zweiten Weltkrieg 1900 zählte Bühler 717 Fabrikarbeiter und 72 Angestellte.Kundenzeitschrift 'Diagram', Issue 155: (PDF; 3 MB), abgerufen am 9. Januar 2012 Zu den Mühlen kamen nach der Jahrhundertwende Maschinen für die Teigwaren- wie auch Bierproduktion (Mälzerei). Teigwaren entstehen durch Weiterverarbeitung von Mehl. Dafür wurden das Mischen und Kneten mechanisiert und Extrusionstechniken eingesetzt. Pneumatische Förderanlagen für Losegut wurden erstmals 1908 hergestellt.Bühler. 150 years of innovations for a better world. Bühler AG, Uzwil, 2010. Als die Maschinenfabrik St. Georgen (St. Gallen) aufgelöst wurde, übernahm Bühler AG 1912 deren Maschinenpark und Patente zur Herstellung von Teigwaren.Willy Stäbler: Tausend Jahre St. Georgen. W. Stäbler 1987, S. 60. 1920 wurden bereits 1400 Angestellte beschäftigt.

Während des Ersten Weltkriegs stellte Bühler von 1915 bis 1917 in Lizenz der Deutschen Motorengesellschaft Berlin 88 Motoren des Typs Argus-AS-II-Flugmotoren her, die in Wild W-1- und Wild WT-SchulflugzeugenSchweizer Luftwaffe: Militärische Kennungen der Luftfahrzeuge. Bevölkerungsschutz und Sport VBS. 22. Mai 2019 (online). und Häfeli DH-1 bis DH-3-Flugzeugen der Schweizer Armee eingebaut wurden.St. Galler Tagblatt vom 27. Oktober 2015: Als Bühler Flugmotoren baute

1918 eröffnete Bühler eine Fabrikkantine, die erste der Schweiz, welche von einem Dienstleistungsunternehmen betrieben wurde. Else Züblin-Spiller der Non-Profit-Organisation Schweizer Verband Soldatenwohl bekam den Auftrag dazu.Schweizer Radio und Fernsehen: 1938 in der Fabrikkantine, abgerufen am 16. September 2014 1927 wurde anlässlich des Ausbaus und der Elektrifizierung der Bahnstrecke St. Gallen–Winterthur ein Industriegleis vom Bahnhof Uzwil zum Firmengebäude angelegt.

Ab 1919 wurden Walzwerke für weitere Anwendungen entwickelt, so für die Schokoladeindustrie wie auch für die Seifen- und Farbenherstellung.

Die Druckguss-Technologie wurde 1920 in den USA entwickelt, doch die Maschinen erfüllten die Anforderungen von Bühler nicht, woraufhin eigene Druckgiessmaschinen entwickelt und gebaut wurden. Dafür wurde 1927 eine entsprechende Abteilung gegründet. Nachdem anfänglich nur für den Eigengebrauch Metallteile derart hergestellt wurden, erfolgte 1930 die erste Lieferung einer Druckgussmaschine an einen Kunden. Der heutige Geschäftsbereich im Verkauf von Kaltkammer-Druckgiessmaschinen hat diesen Hintergrund.Kundenzeitschrift 'Diagramm', Ausgabe 141: Schlank und schlagkräftig, Seite 5

Nachkriegszeit 1934 wurde René Bühler, der Sohn von Adolf Bühler jun., in die Geschäftsleitung aufgenommen, der 1957 auch die Schweizerische Müllereifachschule gründeteSt. Galler Tagblatt vom 14. Juni 2007: Müllerei-Fachschule feiert Jubiläum, abgerufen am 9. Januar 2012 und von 1951 bis 1959 Nationalrat (FDP) war. Er war von 1967 bis 1985 Verwaltungsrat und von 1977 bis 1985 Vorsitzender der Firma.

1955 wurde das Abendtechnikum St. Gallen (heute Fachhochschule St. Gallen) auf Veranlassung der Firmen Bühler, Wild Heerbrugg und Adolph Saurer AG, Arbon, gegründet.

1956 wurde das Bühler-Tochterunternehmen Haushaltmaschinen AG geschlossen. Es produzierte unter anderem Staubsauger.St. Galler Tagblatt vom 15. Juni 2010: Bühler-Staubsauger zur Hochzeit, abgerufen am 9. Januar 2012 Zudem produzierte Bühler von 1907 bis in die frühen 1960er-Jahre Maschinen für den Zeitungsdruck.

Ab 1958 stellte Bühler auch Plastikspritzgussmaschinen für Thermoplaste her und betraute damit eine neue Abteilung. Die EDV wurde 1965 bei Bühler mit einem IBM 360/40-System eingeführt. 1970 wurden 5470 Angestellte gezählt, davon 3630 in der Schweiz und 380 Lehrlinge.

Weiterentwicklung 1972 übernahm Bühler die Braunschweiger MIAG Mühlenbau und Industrie AG. Nach der Übernahme hiess die Braunschweiger Niederlassung Bühler-MIAG GmbH. 1983 wurde die Fahrzeugherstellung der von Fritz Haller geführten Mühlenbauanstalt Bühler-MIAG GmbH unter ihrem Geschäftsführer Wolfgang Sander (ab 1978 Werksleiter bei MAN Augsburg, bis 1980 Vorstand der Schiess AG in Düsseldorf)Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 446 und 1047. als «MIAG Fahrzeugbau GmbH» unabhängig, sie produziert heute Flurförderfahrzeuge. Bis dahin wurden Krananlagen durch Bühler-MIAG gebaut. Nach einem Wechsel des Firmenleitbildes 1989 wurde der Zusatz «MIAG» wieder entfernt und die Braunschweiger Niederlassung nennt sich fortan «Bühler GmbH». Die Bereiche Zementanlagen und Mischbetttechnik der Bühler-MIAG GmbH wurden 1981 bzw. 1984 durch Orenstein & Koppel übernommen, die 1940 im Rahmen der Arisierung von Hoesch übernommen worden war.

Der Einstieg in China gelang 1981 mit dem Verkauf einer Getreideverarbeitungsanlage. Drei Jahre später folgte dort das erste Büro.

1986 wurde der SohnKundenzeitschrift 'Diagram', Issue 155: (PDF; 3 MB), abgerufen am 9. Januar 2012 von René Bühler, Urs Bühler, Geschäftsführer der Firma, nachdem er schon 1981 Verwaltungsrat der Firma wurde und dessen Präsidium er 1994 übernahm., auf www.buhlergroup.com Die Führung des Geschäftes übergab er 2001 Calvin Grieder, der rund 15 Jahre diese Funktion ausübte. Ab Juni 2016 lag die Geschäftsleitung bei Stefan Scheiber, dem ehemaligen Geschäftsführer des Geschäftsbereiches Grains and Food. Gleichzeitig wechselte Calvin Grieder in das Amt des Verwaltungsratspräsidenten. Per Anfang 2026 wurde Samuel Schaer neuer Geschäftsführer, während Stefan Scheiber Verwaltungsratspräsident wurde und somit Galvin Grieder ablöste.Samuel Schär ist der neue CEO der Bühler Group. Medienmitteilung Bühler, 5. Januar 2026, abgerufen am 18. Februar 2026

Weitere Übernahmen 1986 Übernahme von Richard Frisse aus Bad Salzuflen, einem bedeutenden Hersteller von Conchiermaschinen für die Schokoladeproduktion 1993 Sortex aus London, welche optoelektronische Sortiermaschinen (u. a. Farbsortierer) entwickelt und herstellt 2000 die Maschinenbaufirma Gebr. Bindler in Bergneustadt spezialisiert auf die Kakao- und Schokolageherstellung 2006 Idraprince, ein Druckgussmaschinenhersteller in Holland (Michigan), USA 2008 Aeroglide in Raleigh (North Carolina) zur Trocknung und weitere thermische Prozesse für Nahrungsmittel 2008 die Maschinenfabrik G.W. Barth in Freiberg am Neckar mit Röstanlagen für Kakao, Nüsse und Malz 2010 Schmidt-Seeger in Beilngries. 2012 die Leybold Optics.Bühler AG, Pressemitteilung: , abgerufen am 9. Juni 2012 Dieses Unternehmen der Beschichtungstechnik wurde in den Geschäftsbereich Advanced Materials eingegliedert. 2017 Haas Gruppe Diese war vor allem als Waffelmaschinenbauer bekannt.

Nachhaltigkeitsziele In den eigenen Betrieben sollen bis 2030 die Treibhausgasemissionen um 60 Prozent vermindert werden. Produktneuerungen werden auf diese Ziele ausgerichtet.Natalie Gratwohl: Bühler, Patagonia, Microsoft: wie Firmen ihren Sinn finden und damit erfolgreich sind. In: Neue Zürcher Zeitung, 17. Oktober 2022, abgerufen am 17. Oktober 2022. Geschätzt wird, dass Kunden durch die Verwendung von Bühler-Produkten weltweit noch 42 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verursachen.Mit Wissen zu mehr Nachhaltigkeit. In: NZZ, 8. November 2024, S. 24

Tätigkeitsbereiche und Unternehmensstruktur Die Geschäftstätigkeiten der Bühler-Gruppe sind in die zwei Bereiche Grains and Food und Advanced Materials gegliedert.Annual Report 2021. buhlergroup.com, abgerufen am 20. März 2022

Grains and Food mini|Walzenstuhl «Antares» mini|Montagehalle Bühler Uzwil

Der Bereich Grains and Food trug 2025 2,16 Milliarden CHF oder 79 Prozent zum Konzernumsatz bei und umfasst folgende Geschäftsbereiche: Der Geschäftsbereich Grain Quality & Supply umfasst Logistiklösungen, Reinigung, Transport und Lagerung von Getreide, Reis und Malz entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette.

Der grösste Geschäftsbereich Milling Solutions umfasst Prozesstechnologien, Engineering und Ausrüstungen für Mühlen zur Verarbeitung von Weizen, Mais, Roggen, Hafer, Gerste, Hirse, Buchweizen, Soja und Hülsenfrüchten zu Mehl- und Griessprodukten. Als führender Hersteller von Mühlen gibt es Lösungen für verschiedene Anwendungen.Mahlen, Zerkleinern, Flockieren. buhlergroup.com, abgerufen am 25. Juni 2021. Der Bereich Value Nutrition umfasst Lösungen für die Produktion von Lebensmitteln und Tierfutter. Ebenso sollen pflanzliche Fleischersatzprodukte aus Biertreber als Abfallprodukt von Bierbrauereien hergestellt werden.Daniel Gerny: Bier trinken gegen den Klimawandel: Wie die Braubranche fleischlose Hamburger und vegane Chips fördert. In: NZZ, 8. Juli 2022, abgerufen am 8. Juli 2022. Der Bereich Chocolate & Coffee umfasst Fertigungseinrichtungen für Schokoladenmasse sowie zur Veredelung von Kaffee und Nüssen.Conching. buhlergroup.com, abgerufen am 25. Juni 2021.Rösten. buhlergroup.com, abgerufen am 25. Juni 2021.