mini|hochkant|Friedrich Ernst von Schönfels (1796–1878). Friedrich Ernst von Schönfels, häufiger Ernst Friedrich von Schönfels, kurz Friedrich von Schönfels, (* 25. November 1796 in ReuthStadtarchiv Dresden, Standesamt Dresden I, Sterberegister 1878, Nr. 483.; † 1. Mai 1878 in Dresden) war ein sächsischer Major, Rittergutsbesitzer und liberaler Politiker. Er war Mitglied und Präsident der I. Kammer des Sächsischen Landtags und stammt von der sächsischen Adelsfamilie von Schönfels ab.

Leben Der Sohn des vogtländischen Amtshauptmanns Carl Heinrich August von Schönfels und dessen dritten Ehefrau Ernestine Sophie Henriette, geborene von Oelsnitz (1767–1804), übernahm 1822 zwei von den sechs im Besitz seines Vaters befindlichen Rittergütern: Rodersdorf unterer Teil und Reuth.(Reuth), In: G. A. Poenicke (Hrsg.): Album der sächsischen Rittergüter und Schlösser. V. Section: Voigtländischer Kreis. Expedition - Album - Selbstverlag, Leipzig 1859. Rodersdorf veräußerte er 1830, behielt jedoch das landtagsfähige Rittergut Reuth.

Von 1813 bis 1815 war er an verschiedenen Feldzügen und Kämpfen der Koalitionskriege beteiligt. Friedrich hatte sich 1814 an der Universität Leipzig immatrikuliert, dann jedoch die Offizierskarriere weiterverfolgt. Beim Rückzug seines Vaters aus der Verwaltung seiner Rittergüter quittierte Friedrich von Schönfels 1825 im Rang eines Rittmeisters den Dienst beim Dresdner Gardereiterregiment. Auf eine Teilnahme an den letzten beiden vorkonstitutionellen Ständeversammlungen 1830 und 1831 verzichtete er jedoch. Von der vogtländischen Ritterschaft wurde er 1842 auf Lebenszeit in die I. Kammer des Sächsischen Landtags gewählt. Von seinem Zeitgenossen Bernhard Hirschel wurde er als ein Vertreter des „ächten Liberalismus“ erachtet. Als politisches Ziel verfolge er die „Gleichheit vor dem Gesetz, die Wahrheit der Verfassung und ihre Fortbildung“ und verfechte die „ewigen Rechte der Menschheit ... nicht die Interessen des Standes“.Bernhard Hirschel: Sachsens Regierung, Stände und Volk. Verlag von Friedrich Bassermann, Mannheim 1846, S. 249, 253–257. mini|hochkant|Rittergut Reuth um 1859. Im Laufe der Märzrevolution übernahm am 16. März 1848 ein liberales Kabinett unter Karl Braun die Regierungsgeschäfte im Königreich Sachsen. Als der Landtag am 18. Mai zusammentrat, wurde er zum Kammerpräsidenten ernannt. Das liberale Wahlgesetz vom 15. November 1848 beendete seine Parlamentskarriere vorläufig. Dem bisher von den adligen Rittergutsbesitzern dominierten Oberhaus des Landtags gehörte nach der Wahl vom Dezember 1848 kein einziges Mitglied des 1848er Landtags mehr an. In seiner Schlussansprache sprach Schönfels am 15. November den „schmerzlich, tief empfundenen Augenblick“ an, da den Abgeordneten das „Recht, als Landesdeputierte [im Parlament] zu erscheinen“ genommen würde.

Bei der Landtagsneuwahl, die nach der Auflösung des von Januar bis April 1849 tagenden Landtags notwendig geworden war, trat Friedrich von Schönfels im Wahlbezirk in Oelsnitz als Kandidat an, konnte das Mandat jedoch nicht erlangen. Nachdem das vormärzliche Parlament und das Wahlrecht von 1831 im Sommer 1850 durch die Regierung unter Ferdinand Zschinsky staatsstreichartig restituiert worden war, nahm Schönfels sein Mandat in der I. Kammer wieder auf und wurde erneut zum Kammerpräsidenten bestellt. Dieses Amt behielt er bis zum Landtag von 1862. Durch den Verkauf seines Ritterguts Reuth verlor er das Recht, dem Landtag anzugehören und somit auch sein Amt als Kammerpräsident.

Ab 1866 engagierte er sich als stellvertretender Vorsitzender in der Sächsisch-Böhmischen Dampfschifffahrtsgesellschaft. Friedrich von Schönfels starb 1878 in Dresden und fand seine letzte Ruhe auf dem dortigen Trinitatisfriedhof.

Familie Die heutigen lebenden Glieder der Familie von Schönfels sind die NachfahrenGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil A (Uradel). 1941. Jahrgang 40, Justus Perthes, Gotha 16. September 1940, S. 497–498. seines ältesten Bruders Eduard von Schönfels (1793–1873), u. a. der Generalmajor Hans von Schönfels (1867–1946) und Kinder.Walter von Hueck, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1957, Band XI, Band 49 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1971, , S. 418–421.

Friedrich von Schönfels heiratete selbst 1831, Julie Franziska verwitwete Dittmar, geb. Merz, 1800 geboren auf Schloss Reusa bei Ranis, sie verstarb 1844 in Dresden. Das Ehepaar hatte drei Töchter, Klara, Melitta und Myrrha. Klara (1832–1919) wurde die Ehefrau des Oberst Otto von Tettenborn (1827–1904), ihre SöhneVgl. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1957. Band III, Band 15 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1957, , S. 465. wiederum waren die königlich sächsischen Generäle Otto von Tettenborn und Horst von Tettenborn

Literatur Bernhard Hirschel: Sachsens Regierung, Stände und Volk. Verlag Friedrich Bassermann, Mannheim 1846, S. 249, 253–257. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Fünfter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 2. November 1903, S. 768–769. Josef Matzerath: Aspekte sächsischer Landtagsgeschichte. Präsidenten und Abgeordnete von 1833 bis 1952. Hrsg. Sächsischer Landtag-Selbstverlag, Dresden 2001, S. 17 f.

Weblinks – Stand 2009 Deutsche Biographie: - Schönfels, Friedrich Ernst von – Index Stand 2025.

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Ersten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Sachsen Kategorie:Politiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Rittmeister (Sachsen) Kategorie:Person in den Koalitionskriegen (Sachsen) Kategorie:Politiker (Dresden) Kategorie:Major Kategorie:Weischlitz Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1796 Kategorie:Gestorben 1878 Kategorie:Mann