John Wyndham ([]Eintrag Wyndham bei Merriam-Webster, abgerufen am 7. März 2012; eigentlich John Wyndham Parkes Lucas Beynon Harris; geboren am 10. Juli 1903 in Dorridge, Warwickshire; gestorben am 11. März 1969 in Steep bei Petersfield, Hampshire) war ein britischer Science-Fiction-Autor.
Leben Harris wurde am 10. Juli 1903 in Dorridge in der Grafschaft Warwickshire geboren. Seine Eltern trennten sich, als er acht Jahre alt war, und er wuchs in verschiedenen britischen Internaten auf. Nach seiner Schulzeit war er in unterschiedlichen Berufen als Landwirt, Grafiker, Werbefachmann und Angestellter tätig. Ab 1925 versuchte er sich als Autor, und 1931 erschien seine erste Kurzgeschichte Worlds to Barter in Hugo Gernsbacks Magazin Wonder Stories unter Pseudonym. John Wyndham Parkes Lucas Beynon Harris verwendete zahlreiche Pseudonyme, die er aus Kombinationen seiner Vornamen und seines Familiennamens bildete, darunter John Beynon, John Harris, Lucas Parkes, Lucas Benyon und Johnson Harris. Häufig erschien eine Erzählung unter verschiedenen Pseudonymen und wechselnden Titeln. Hinzu kommt, dass er seine Texte öfters überarbeitete beziehungsweise überarbeiten ließ, wodurch es oft unklar ist, welche Textgestalt als maßgeblich gelten soll.
Den Namen John Wyndham verwendete er erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Vier seiner in den 1950er Jahren erschienenen Romane gelten als Klassiker des Genres, namentlich Die Triffids (1951), Wenn der Krake erwacht (1953), The Chrysalids (1955, deutsch zuletzt als Wiedergeburt) und The Midwich Cuckoos (1957, deutsch zuletzt als Kuckuckskinder).
Sein bekanntester und erfolgreichster Roman – und mit einer halben Million verkaufter Exemplare allein in der Penguin-Ausgabe nach John Scarborough der erfolgreichste Science-Fiction Roman des 20. JahrhundertsJohn Scarborough: John Wyndham, 1903–1969. In: Everett Franklin Bleiler: Science Fiction Writers. Scribner, 1982, ISBN 0-684-16740-9, S. 219. – war The Day of the Triffids. Seit seinem Erscheinen war der Roman durchgängig im Druck verfügbar. In Bezug auf Die Triffids, in der alle Menschen bis auf wenige Ausnahmen erblinden und die Menschheit dann weiter von mutierten mobilen Pflanzen mit Giftstacheln – eben den titelgebenden Triffids – weiter dezimiert wird, prägte Brian W. Aldiss den Begriff der Cosy Catastrophe, der Apokalypse, die zwar einige Unannehmlichkeiten mit sich bringt, nach der man es sich in der entvölkerten Welt aber mit einigem gesundem Menschenverstand ganz gemütlich einrichten kann – sofern man zu den Überlebenden zählt.Brian Aldiss: Billion Year Spree : The True History of Science Fiction. Doubleday 1973, ISBN 0-385-08887-6, S. 293. Dem wird entgegengebracht, dass sein Werk differenzierter und anhaltend beunruhigend ist und tiefgründige Fragen über die Grenzen unserer Kultur und die Grundlagen der Nachkriegswelt aufwirft, und Margaret Atwood schrieb: „Man könnte den Zweiten Weltkrieg – in dem Wyndham ein Teilnehmer war – genauso gut einen ‚gemütlichen‘ Krieg nennen, weil nicht jeder darin starb.“
Das Wort „Triffid“ ist im Englischen als Begriff für eine bösartige oder gefährliche Pflanze in die Umgangssprache eingegangen und zeigt, welche Verbreitung Wyndhams Romane hatten und immer noch haben, so findet sich der Spruch Say it with flowers – give her a triffid! („Sag es mal mit Blumen – gib ihr einen Triffid!“) inzwischen auf T-Shirts, Kaffeetassen und Nummernschildern.
Einige seiner Werke wurden verfilmt, so The Day of the Triffids als Blumen des Schreckens und The Midwich Cuckoos zweimal als Das Dorf der Verdammten (1960) und Das Dorf der Verdammten (1995). Die erste Version aus dem Jahr 1960 realisierte Wolf Rilla, bei der zweiten von 1995 führte John Carpenter Regie und Christopher Reeve übernahm die Hauptrolle.
Bibliografie
Troons (Kurzgeschichtenserie, mit Lucas Parkes) The Space Station A.D. 1994 (1958, auch als The Troons of Space, auch als For All the Night) Deutsch: 1994 – Die Raumstation. In: Griff nach den Sternen. 1965. The Moon A.D. 2044 (1958, auch als The Moon, auch als Idiot’s Delight, 1958, auch als The Troons of Space – The Moon A.D. 2044) Deutsch: 2044 – Der Mond. In: Griff nach den Sternen. 1965. Mars A.D. 2094 (1958, auch als The Troons of Space – Mars A.D. 2094, auch als The Thin Gnat-Voices) Deutsch: 2094 – Der Mars. In: Griff nach den Sternen. 1965. Venus A.D. 2144 (1958, auch als The Troons of Space – Venus A.D. 2144, auch als Space Is a Province of Brazil) Deutsch: 2144 – Die Venus. In: Griff nach den Sternen. 1965. The Asteroids, 2194 (1960, auch als The Emptiness of Space: The Asteroids A.D. 2194, auch als The Emptiness of Space) Deutsch: Leerer Weltraum. Übersetzt von Ulrich Kiesow. In: Hans Joachim Alpers, Werner Fuchs (Hrsg.): Die Sechziger Jahre I. Hohenheim (Edition SF), Hamburg 1983, ISBN 3-8147-0034-1. Auch in: James Gunn (Hrsg.): Von Shelley bis Clarke. Heyne, (Bibliothek der SF Literatur #100); München 2000, ISBN 3-453-17104-7. The Outward Urge (1959, Sammlung) Deutsch: Griff nach den Sternen. Übersetzt von Walter Brumm. Heyne (SF&F #3055), München 1965, .
Romane Foul Play Suspected (1935, als John Beynon) The Secret People (1935, auch als John Beynon bzw. John Beynon Harris) Deutsch: Das versteckte Volk. Übersetzt von Yoma Cap. Heyne (SF&F #3371), München 1974, ISBN 3-453-30248-6. Stowaway to Mars (1936, auch als The Space Machine, 1937, auch als Planet Plane, 1936, als John Beynon) Deutsch: Die Reise zum Mars. Übersetzt von Angelika Deutsch. Heyne (SF&F #3359), München 1973, ISBN 3-453-30236-2. The Day of the Triffids (1951, auch als Revolt of the Triffids, 1951, auch als The Triffids, 1973) Deutsch: Die Triffids. Übersetzt von Hubert Greifeneder. Süddeutscher Verlag, München 1955, . Auch als: Heyne (Allgemeine Reihe #39), München 1960, . Neuauflage: Heyne (SF&F #3134), München 1969, . Neuauflage: Heyne (Bibliothek der SF Literatur #27), München 1983, ISBN 3-453-31018-7. Die Triffids. Übersetzung von Hubert Greifeneder, überarbeitet von Inge Seelig. Heinrich & Hahn, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-86597-036-2 (erste Vollständige Deutsche Ausgabe). Auch als: Heyne (Meisterwerke der SF), 2012, ISBN 978-3-453-52875-8. The Kraken Wakes (1953, auch als Out of the Deeps) Deutsch: Kolonie im Meer? Übersetzt von Lothar Heinecke. Goldmann (Goldmanns Zukunftsromane #19), München 1961, . Auch als: Wenn der Krake erwacht. Suhrkamp (Phantastische Bibliothek #212 / Taschenbuch #1535), Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-38035-4. The Chrysalids (1955, auch als Re-Birth) Deutsch: Wem gehört die Erde? Übersetzt von Tony Westermayr. Goldmann (Goldmanns Zukunftsromane #15), München 1961, . Auch als: Wiedergeburt. Suhrkamp (Phantastische Bibliothek #192 / Taschenbuch 1386), Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-37886-4 The Midwich Cuckoos (1957, auch als Village of the Damned, 1960) Deutsch: Es geschah am Tage X … Übersetzt von Gisela Stege. Heyne (SF&F #3039), München 1965. Auch als: Kuckuckskinder. Übersetzt von Christiane Schreiter. Suhrkamp (Phantastische Bibliothek #277 / Taschenbuch #1893), Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-38393-0. Trouble with Lichen (1960) Deutsch: Ärger mit der Unsterblichkeit. Übersetzt von Brigitte Kraus. Heyne (SF&F #3207), München 1970, . Chocky (1968) Web (1979) Deutsch: Eiland der Spinnen. Übersetzt von Klaus Boer. Droemer Knaur (SF&F #5741), München / Zürich 1981, ISBN 3-426-05741-7. Plan for Chaos (2009)
Sammlungen Jizzle (1954) The Seeds of Time (1956) Deutsch: Die Kobaltblume. Übersetzt von Tony Westermayr. Goldmann (Goldmanns Zukunftsromane #14), München 1960 . Auch: Suhrkamp (Phantastische Bibliothek #202 / Taschenbuch #1474), Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-518-37974-7. Tales of Gooseflesh and Laughter (1956) Consider Her Ways and Others (1961) The Infinite Moment (1961) Sleepers of Mars (1973) The Best of John Wyndham (1973, auch als The Man from Beyond and Other Stories, 1975) Wanderers of Time (1973) The Best of John Wyndham 1932-1949 (1975) The Best of John Wyndham 1951-1960 (1977) Exiles on Asperus (1979) No Place Like Earth (2003)
Kurzgeschichten Wird hier als Quelle nur Titel und Jahr angegeben, so findet sich die vollständige Angabe bei der entsprechenden Sammelausgabe. The Curse of the Burdens (1927, als John B. Harris) Worlds to Barter (1931, auch als John Beynon bzw. John B. Harris) The Lost Machine (1932, auch als John Beynon bzw. John B. Harris) The Venus Adventure (1932, auch als John Beynon bzw. John B. Harris) Deutsch: Ruf der Venus. Übersetzt von Heinz Nagel. In: Sam Moskowitz & Alden Norton: Science-Fiction-Stories 42. Ullstein (2000 #79 / TB 3089), Berlin u. a. 1974, . The Stare (1932) Exiles on Asperus (1933, als John Beynon Harris) Wanderers of Time (1933, auch als Wanderers of Time von John Beynon Harris und als Love in Time, 1945, von Johnson Harris) The Third Vibrator (1933, auch als by John Beynon Harris) Spheres of Hell (1933, auch als The Puff-Ball Menace, auch als John Beynon Harris bzw. John Beynon) Invisible Monster (1933, auch als John Beynon bzw. John B. Harris) The Moon Devils (1934, auch als The Last Lunarians, 1938, auch als John Beynon Harris) The Man from Earth (1934, auch als The Man from Beyond, auch als John Beynon bzw. John B. Harris bzw. John Beynon Harris) Deutsch: Der Mann aus der Vergangenheit. Übersetzt von H. P. Lehnert. In: Roger Elwood (Hrsg.): Der Traumplanet. Pabel-Moewig (Terra Astra #240), Rastatt 1976, . The Cathedral Crypt (1935, als John Beynon Harris) The Perfect Creature (1937, auch als Female of the Species bzw. Una, auch als John Beynon) Deutsch: Una. Übersetzt von Leopold Voelker. In: Edmund Chrispin (Hrsg.): Nur ein Marsweib und andere Science Fiction-Stories. Ullstein (TB #248), Berlin u. a. 1959, . Auch als: Das Weibchen der Spezies. Übersetzt von Erik Simon. In: Peter Haining (Hrsg.): Scheibenwahn. Heyne (SF&F #9037), München 1999, ISBN 3-453-15602-1. Sleepers of Mars (1938) Child of Power (1939, als Wyndham Parkes) Derelict of Space (1939, als John Beynon) The Trojan Beam (1939, als John Beynon) Judson’s Annihilator (1939, auch als Beyond the Screen, 1938, auch als John Beynon) Vengeance by Proxy (1940, als John Beynon) Meteor (1941, auch als Phoney Meteor, auch als John Beynon bzw. John Beynon Harris) Deutsch: Meteor. In: Die Kobaltblume. 1960. The Living Lies (1946, als John Beynon) Technical Slip (1949, als John Beynon bzw. John Beynon Harris) Jizzle (1949) Deutsch: Jizzles Modelle. Übersetzt von Ingrid Neumann. In: H. W. Mommers & A. D. Krauss (Hrsg.): 22 Horror-Stories. Heyne (Heyne-Anthologien #16), München 1966, . Auch als: Schissl. Übersetzt von Jürgen Abel. In: Peter Haining (Hrsg.): Ungeheuer. Fischer (TB #1417), Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-436-01806-6. Adaptation (1949, als John Beynon) Time to Rest (1949, auch als John Beynon) Deutsch: Wanderer auf dem Mars. In: Die Kobaltblume. 1960. The Eternal Eve (1950) Pawley’s Peepholes (1951, auch als Operation Peep) Deutsch: Heute Fremdenführung. In: Die Kobaltblume. 1960. Auch in: Klaus Walther (Hrsg.): Marsmenschen. Das Neue Berlin, Berlin 1966, . The Red Stuff (1951, als John Beynon) And the Walls Came Tumbling Down (1951) A Present from Brunswick (1951) Bargain from Brunswick (1951) No Place Like Earth (1951, auch als Tyrant and Slave-Girl on Planet Venus, auch als John Beynon) Pillar to Post (1951) Deutsch: Das Zeitduell. In: Die Kobaltblume. 1960. Affair of the Heart (1952) The Wheel (1952) Survival (1952) Die Überlebende. Übersetzt von Heiner H. Boeck. In: John Carnell (Hrsg.): Roboter bluten nicht. Pabel (Utopia #449), Rastatt 1965, . Dumb Martian (1952, auch als Out of This World, 1996) Deutsch: Nur ein Marsweib. Übersetzt von Leopold Voelker. In: Edmund Chrispin (Hrsg.): Nur ein Marsweib und andere Science Fiction-Stories. Ullstein (TB #248), Berlin u. a. 1959, . Auch als: Wer zuletzt lacht. In: Die Kobaltblume. 1960. Time Out (1953) Close Behind Him (1953) Time Stops Today (1953)