300px|mini|Wegweiser auf dem Zentralalpenweg in der Nähe der Greizer Hütte im September 2006 mini|Markierungstafeln der Weitwanderwege 01, 04 und 06 im Naturpark Föhrenberge

In Österreich gibt es mehr als 100 regionale und überregionale Weitwanderwege unterschiedlicher Länge.Übersicht bekannter Haupt- und Rundwanderwege sowie Pilgerwege in Österreich, Karte der Weitwanderwege Österreichs, beide: ÖAV-Sektion Weitwanderer Zehn davon werden als die großen österreichischen Weitwanderwege 01 bis 10 bezeichnet. Sie durchqueren die österreichischen Alpen und Voralpen, aber auch die Gebiete nördlich der Donau und zum Neusiedler See hin. Sie führen alle zumindest teilweise durch alpines oder hochalpines Gelände. Manche von ihnen sind auch Teil eines Europäischen Fernwanderweges.

Die 10 großen österreichischen Weitwanderwege Da der 1970 eröffnete Nord-Süd-Weitwanderweg großen Anklang fand und der Nordalpenweg bereits im Entstehen war, machte man sich im Österreichischen Alpenverein Gedanken über ein überregionales Weitwanderwegenetz in Österreich. Der im Jahr 1975 von Robert Wurst erstellte Generalplan eines Österreichischen Weitwander-Wegenetzes umfasste 12 Wege, Kriterium für diese Wege war eine jeweilige Mindestlänge von 300 Kilometer sowie, dass mindestens drei Bundesländer berührt werden.Ein Plan, zehn Wege, ÖAV-Sektion Weitwanderer, abgerufen am 13. Oktober 2020 Zehn dieser Wege wurden bis 1983 realisiert.

Weitwanderweg 01: Nordalpenweg

mini|Weitwanderweg 01

Er führt von Bregenz entlang der Nördlichen Kalkalpen durch die Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Oberösterreich, Steiermark, Niederösterreich und Burgenland nach Perchtoldsdorf bei Wien bzw. nach Rust am Neusiedler See. Weglänge: rund 1260 km Tiefster Punkt: (Rust am Neusiedler See) Höchster Punkt: (Zugspitze) Teil bzw. Variante des Europäischen Fernwanderwegs E4.

Weitwanderweg 02: Zentralalpenweg

mini|Endstein am Hauptplatz in Hainburg

Von Feldkirch in Vorarlberg führt der Weg entlang des Alpenhauptkamms der Zentralalpen bis Hainburg an der Donau. Dabei durchquert er Tirol, Salzburg, Kärnten, die Steiermark, Niederösterreich und das Burgenland. Außerdem macht er einen kurzen Abstecher ins Fürstentum Liechtenstein und in die Schweiz. Durch die Tiroler Zentralalpen und die Hohen Tauern bietet er einen Hauptweg und zwei Varianten. Am hochalpinen Normalweg sind auch zahlreiche Gletscher zu queren und Kletterstellen bis II zu überwinden. Weglänge: rund 1270 km Tiefster Punkt: (Neusiedl am See) Höchster Punkt: (Venedigerscharte in den Hohen Tauern) am Hauptweg.

Weitwanderweg 03: Südalpenweg

Durch den österreichischen Anteil der Südlichen Kalkalpen und das Südsteirische Weinbaugebiet leitet dieser Weg. Ausgehend von Sillian in Osttirol geht es durch die Kärntner Südalpen (Karnischer Höhenweg / Karawankenwanderweg / Kärntner Grenzweg) und die Südsteiermark bis Bad Radkersburg. In weiten Teilen wird der Weg von der österreichisch-italienischen bzw. österreichisch-slowenischen Grenze begleitet. Weglänge: rund 513 km Tiefster Punkt: (Bad Radkersburg) Höchster Punkt: (Pfannspitze in den Karnischen Alpen) Teilweise Teil der Roten Via Alpina.

Weitwanderweg 04: Voralpenweg

mini|140px|ÖTK-Schild auf dem Leopoldsberg

Zwischen Bregenz und Perchtoldsdorf bei Wien kann das nördliche Alpenvorland durchquert werden. Berührt werden das Bundesland Vorarlberg, der Freistaat Bayern, die Bundesländer Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien. Der eigentliche Voralpenweg führt von Wien-Rodaun bzw. Perchtoldsdorf bis Salzburg bzw. Bad Reichenhall und findet dann Fortsetzung im bayrischen Maximiliansweg.  Weglänge: rund 501 km Tiefster Punkt: (Perchtoldsdorf) Höchster Punkt: (Grünalmkogel) Variante des Europäischen Fernwanderwegs E4.

Weitwanderweg 05: Nord-Süd-Weitwanderweg

mini|Das Nord-Süd-Weg-Abzeichen Der älteste österreichische Weitwanderweg beginnt am Nebelstein nahe der österreichisch-tschechischen Grenze. Von dort führt er durch die Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten und Steiermark quer durch die östlichen Alpenausläufer nach Eibiswald nahe der slowenischen Grenze. Der Weg geht auf eine Idee des österreichischen Bildhauers Carl Hermann, Gründer der Sektion Weitwanderer des Österreichischen Alpenvereins zurück.  Weglänge: rund 500 km Tiefster Punkt: (Spitz an der Donau) Höchster Punkt: (Hochschwab) Teil des Europäischen Fernwanderwegs E6.

Weitwanderweg 06: Mariazeller Wege

Die Mariazeller Wege bestehen aus mehreren Teilwegen. Sie haben ein gemeinsames Ziel: den Wallfahrtsort Mariazell in der nördlichen Obersteiermark. Entstanden ist dieses Wegenetz durch die vielen Fußwallfahrer (heute Pilger), welche auf unterschiedlichste Weise ihren Weg zur Wallfahrtskirche Mariazell gesucht haben. Als Ausgangspunkte dienen die Orte: Klagenfurt (Kärnten), Linz-Pöstlingberg (Oberösterreich), Nebelstein und Perchtoldsdorf (Niederösterreich), Eisenstadt (Burgenland), Salzburg (Salzburg), Eibiswald (Steiermark) sowie Wien (Ostast, Wiener Wallfahrerweg). Weglänge: rund 1000 km Tiefster Punkt: (Großhöflein im Burgenland) Höchster Punkt: ca. (nahe Grundbauernhütte, Mürzsteger Alpen) Der Westast von Salzburg entspricht über weite Strecken dem Weitwanderweg 04: Voralpenweg.

Weitwanderweg 07: Ostösterreichischer Grenzlandweg

Ausgangspunkt ist der Nebelstein in Niederösterreich, dann entlang der österreichischen Nord- und Ostgrenze (Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien) führt der Weg durch das Hügelgebiet der Granit- und Gneishochland der Böhmischen Masse und des Weinviertels, nach der Durchquerung von Wien durch das burgenländische Tiefland und durchs steirische Hügelland, endet der Weg in Bad Radkersburg in der Steiermark.  Weglänge: rund 697 km Tiefster Punkt: (Illmitz am Neusiedler See) Höchster Punkt: (Nebelstein)

Weitwanderweg 08: Eisenwurzenweg

Dieser Weg durchquert Österreich vom nördlichsten zum südlichsten Punkt. Er beginnt in Rottal an der tschechischen Grenze und führt quer durch Niederösterreich, die Steiermark und Kärnten bis zum slowenischen Grenzübergang am Kärntner Seebergsattel. Benannt ist er nach dem „Eisenwurzengebiet“, der Gegend rund um das untere Ennstal, in welchem sich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zahlreiche kleine eisenverarbeitende Betriebe angesiedelt haben. Weglänge: rund 580 km Tiefster Punkt: (Persenbeug an der Donau) Höchster Punkt: (Zirbitzkogel-Schutzhaus in den Seetaler Alpen)

Weitwanderweg 09: Salzsteigweg

mini|Wanderwegschilder an einer Linde neben der Pfarrkirche in Oberneukirchen (Mühlviertel, Oberösterreich).

Der Salzsteigweg folgt durch das Tote Gebirge und die Niederen Tauern alten Wegen, auf welchen schon zur Römerzeit Salztransporte durchgeführt wurden. Er beginnt am Sternstein in Oberösterreich, quert die westliche Obersteiermark und führt durch Kärnten bis zum Grenzübergang am Wurzenpass.  Weglänge: rund 437 km Tiefster Punkt: (Linz) Höchster Punkt: (Bretthöhe in den Nockbergen)

Weitwanderweg 10: Rupertiweg

mini|Weitwanderweg 10, Böhmerwald, Steinernes Meer, Karnische Alpen

Auch der Rupertiweg führt von Norden nach Süden. Er beginnt am Bärenstein nahe der tschechischen Grenze, führt durch Oberösterreich, Salzburg (mit einem kurzen Abstecher nach Bayern im Bereich des Berchtesgadener Landes) und Kärnten zum Nassfeld.  Weglänge: rund 563 km Tiefster Punkt: an der Donau (bei Niederranna) Höchster Punkt: (Zwernberger Törl in der Reißeckgruppe)

Teil des Europäischen Fernwanderwegs E10

Nachgewiesene Begehungen Für die teilweise oder vollständige Begehung der einzelnen Wege können bei der Sektion Weitwanderer des Österreichischen Alpenvereins Wanderabzeichen erworben werden. Dazu ist es nötig, bei in den Wanderführern ausgewiesenen Stellen Kontrollstempel einzuholen. Dabei besteht kein Zeitlimit und die Begehungen können beliebig oft unterbrochen werden, die Begehungsrichtung ist egal.

Rund 75 Personen haben alle 10 österreichischen Weitwanderwege begangen, zwei Wanderern gelang dieses Kunststück sogar zweimal.Die 10 großen Weitwanderwege in Österreich alpenverein.at, abgerufen am 10. Mai 2021.

1994 wurden vom Langenzersdorfer Fritz Peterka alle zehn großen, insgesamt rund 7300 km langen österreichischen Weitwanderwege „in einem Stück“ in 143 Tagen begangen. Diese Leistung wurde 1998 im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen.

Mitte Juni bis Mitte Oktober 2016 beging Matthias Kodym (33) eine Aneinanderkettung der Weitwanderwege 03, 02 und 01. 3000 km Strecke und 150.000 Höhenmeter in 119 Tagen; mit höchstens 5 kg schwerem Rucksack, zumeist als Selbstversorger mit Übernachtung im Biwak oder in Hütten, mit der Kamera dokumentierend. Er brauchte 6 Paar Schuhe auf, die ihm seine Mutter über Postämter nachschickte.3.000 Kilometer zu Fuß durchs Land orf.at, 19. November 2016, abgerufen am 20. November 2016.

Europäische Fernwanderwege in Österreich Von den 12 Europäischen Fernwanderwegen verlaufen fünf abschnittsweise durch Österreich. Europäischer Fernwanderweg E4 Der Europäische Fernwanderweg E4 verläuft auf zwei parallelen Routen durch die österreichischen und bayrischen Alpen. Während der E4 alpin von Bregenz dem Nordalpenweg zum Neusiedler See folgt, kann auf der nördlicher verlaufenden, voralpinen Route auf dem Maximiliansweg durch erst durch den Bregenzerwald und anschließend durch Bayern gewandert werden. Bei Salzburg erreicht diese Route erneut österreichischen Boden und dem Voralpenweg folgend schließlich Wien. Weiter geht es über den Ostösterreichischen Grenzlandweg, um nordöstlich des Geschriebensteins die Grenze zu Ungarn zu überschreiten. Europäischer Fernwanderweg E5 Der Europäische Fernwanderwegs E5 ist der einzige der hier genannten E-Wege, welcher nicht entlang österreichischer Weitwanderwege, sondern meist auf einer eigenständigen Route verläuft. Dabei führt er zweimal durch österreichisches Gebiet. Von Bregenz verläuft er (gemeinsam mit dem E4) nach Bayern. Am Mädelejoch wieder Österreich erreichend, werden die Allgäuer Alpen überquert. Der Weg führt über die Lechtaler Alpen zur Memminger Hütte und nach Zams. Der weitere Verlauf bringt Wanderer über den Venet ins Pitztal. Am Geigenkamm zwischen Pitz- und Ötztal werden kurz hinter der Braunschweiger Hütte knapp 3000 Höhenmeter erreicht. Das Timmelsjoch markiert schließlich den Beginn des italienischen Abschnitts. Europäischer Fernwanderweg E6 Der Europäische Fernwanderweg E6 folgt vom Dreisesselberg dem Nordwaldkammweg zum Nebelstein im Waldviertel und von dort dem Nord-Süd-Weitwanderweg über Mariazell und das Hochschwabgebiet nach Eibiswald. Unweit von dort wird am Radlpass slowenisches Staatsgebiet betreten. Europäischer Fernwanderweg E8 In Oberkappel erreicht der Europäische Fernwanderweg E8 österreichisches Staatsgebiet. Von dort folgt er dem Mittellandweg 110, später dem Mühlviertel Wanderweg 170 und ein kurzes Stück auf dem Nord-Süd-Weitwanderweg zum Nebelstein. Nun gibt der Ostösterreichische Grenzlandweg die Richtung vor, welcher bei Wolfsthal östlich von Wien in die Slowakei verlassen wird.

Europäischer Fernwanderweg E10 Der Europäische Fernwanderweg E10 folgt in Nord-Süd-Richtung dem gesamten Rupertiweg vom Böhmerwald zu den Karnischen Alpen, letztere werden ab dem Nassfeld in Richtung Westen auf dem Südalpenweg bis nach Sillian durchquert. Dort überquert der Weg die Grenze zu Italien.

Weitere nennenswerte Wege Adlerweg Der Adlerweg ist ein Weitwanderweg durch ganz Tirol. Die Hauptroute verläuft von St. Johann in Tirol den Wilden Kaiser entlang, durch die Brandenberger Alpen, das Rofan- und das Karwendelgebirge sowie die Lechtaler Alpen bis nach St. Christoph a. Arlberg; er folgt in weiten Strecken dem Nordalpenweg 01 und dem E4.

Neben dem Nordtiroler Adlerweg gibt es auch einen Adlerweg in Osttirol zwischen Österreichs höchsten Bergen, dem Großvenediger und dem Großglockner.Wandern auf dem Adlerweg, OeAV-Sektion WeitwandererWandern auf den Schwingen des Adlers, Tirol Werbung Weglänge: