Hornstein () ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Eisenstadt-Umgebung im Burgenland in Österreich. Im Ort gibt es eine große Anzahl von Angehörigen der burgenlandkroatischen Volksgruppe.

Geografie Geografische Lage Hornstein liegt am Westhang des Leithagebirges an der Grenze zu Niederösterreich.

Gemeindegliederung Hornstein ist der einzige Ort in der Gemeinde. Es gibt aber auch eine abgesetzte Wochenendhaussiedlung mit dem Namen „Seesiedlung Hornstein“, die direkt am Neufelder See liegt (befindet sich an der Grenze vom Hornsteiner Hotter).

Nachbargemeinden Hornstein grenzt an die folgenden zehn Nachbargemeinden:

Geschichte mini|links|Aufnahmeblätter der Landesaufnahme um 1873: Ortskern (rechts unten) und nördliche Umgebung Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Unter den Römern lag das heutige Hornstein dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort wurde erstmals 1271 als terra zorm urkundlich erwähnt. 1365 kaufte Familie Kanizsay von der Familie Wolfurt die Burg in Hornstein, die sie unter anderem durch den Erwerb von Gütern von Nikolaus II. von Pöttelsdorf, der Herren von Roy sowie der Familie Gutkeled zu einer Herrschaft ausbauten. Die Kanizsay nannten sich danach auch Grafen von Hornstein.

Hornstein gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Komitat Sopron). Der deutsche Ortsname ist die Spiegelübersetzung der ungarischen mittelalterlichen Version Szarvkő (Zorwku, 1347; Zarwku, 1364; Harrenstein, 1415; Hornstheyn, 1485).

Das Marktrecht wurde dem Ort bereits vor 1555 erteilt und 1651 sowie um 1845 erneuert. Beim Türkenkrieg 1529 wurde der Ort zerstört und 1532 erfolgte eine Neubestiftung mit Kroaten.Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Burgenland, Verlag Anton Schroll & Co, Wien 1980, 2. Auflage

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

in den 1930er Jahren lebten in Hornstein zwölf jüdische Familien, die nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 in die USA, nach Südamerika oder nach Ungarn flohen oder nach Wien abwanderten. Die im Ort verbliebene Familie Sarang-Tieger betrieb eine Gemischtwarenhandlung weiter und war in den Folgejahren Opfer zahlreicher Schikanen und Pogrome.

Bevölkerungsentwicklung

lebten Menschen in Hornstein.

Kultur Tamburica Vorištan, Burgenlandkroatens Tamburica MusikgruppeTereza Grandić: Vorištanci po slijedi Schmieda hrvatskenovine.at. Hrvatske novine. Veröffentlicht am 28. Oktober 2023. Jugendblasmusik der Freiwilligen Feuerwehr Hornstein Singgemeinschaft Hornstein Musikschule Hornstein

Sehenswürdigkeiten mini|Die alte Schule in Hornstein mini|Theresienkapelle mini|Esterhazysche Gutsverwaltung

Burgruine: 1340 erbaut, um 1760 zerstört – daher nur Reste vorhanden Katholische Pfarrkirche Hornstein hl. Anna: 1776 bis 1782 erbaut, besitzt ein Rokoko-Tabernakel Pietà-Säule: 1715 errichtet Theresienkapelle: 1847 erbaut, nach Verfall 1875 bis 1877 neu erbaut und 1956 restauriert Kreisverkehr mit Monument: zeigt Symbolik des Ortsnamens Hornstein mit einem Horn aus Bronze (gegossen von Alfred Zöttl) auf einem Stein

Wirtschaft und Infrastruktur In Hornstein befinden sich mehrere Industrie- und Gewerbebetriebe. Hergestellt werden unter anderem Armaturen, Fensterverkleidungen, Glasfasern, Pharma- und Medizinprodukte, Gummibänder, Elektrotechnik sowie Kunststoff-Teile.

Die Raiffeisenlandesbank Burgenland betreibt eine wichtige Zweigstelle in der Ortsmitte. Durch eine Filiale der Österreichischen Post gibt es auch ein Foyer der Bank99.

Der Armaturen Hersteller Kludi betreibt in Hornstein ein Werk.

Boost Automation, ein Tochterunternehmen des Sonderanlagenbauers Fill, hat seinen Sitz in Hornstein. Das Unternehmen baut, konstruiert und programmiert mechatronische Systeme und robotische Anlagen.

Kutsenits (K-Bus) ist ein 1948 gegründeter Bus-Aufbauhersteller. Es baut elektrische Kleinbusse für Kunden wie z. B.: Frankfurt am Main oder Flughafen Wien-Schwechat. Zu dem Unternehmen gehört auch das Reisebusunternehmen k&k Reisen, welches Busreisen durch ganz Europa anbietet. Das Unternehmen stellt auch der Österreichischen Nationalmannschaft Spezialbusse zur Verfügung.

Die österreichische Pharmaunternehmen Mono & Sigmapharm haben in Hornstein einen großen Produktionsstandort. Unter anderem werden hier bekannte Arzneiprodukte, wie der Nasenspray ColdaMaris akut hergestellt. Mitte 2024 wurde bekannt, dass die Sigmapharm Arzneimittel GmbH, 32 Mio. EUR in den Standort Hornstein investieren wird.

Die Marktgemeinde Hornstein ist sehr gut an den öffentlichen Verkehr angeschlossen, so fahren durch Hornstein mehrere wichtige Buslinien des Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) wie 200, 210, 120, welche das Pendeln zwischen Wiener Becken und Eisenstadt einfach machen.

Das Dorf liegt direkt an der A3 und besitzt eine eigene Abfahrt inkl. Raststation und OMV Tankstelle. Auch die B16 zwischen Wien und Eisenstadt, die U16, U35, U2, U11 verlaufen durch den Ort.

Politik mini|Das Rathaus von Hornstein Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

Gemeinderatswahlen im Burgenland 1997: SPÖ 14, ÖVP 5, FPÖ 2. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2002: SPÖ 17, ÖVP 6. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2007: SPÖ 15, ÖVP 7, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2012: SPÖ 13, ÖVP 10. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2017: ÖVP 13, SPÖ 10. Gemeinderatswahlen im Burgenland 2022: ÖVP 13, SPÖ 10.

Chronik der Richter und Bürgermeister Im Heimatarchiv der Gemeinde Hornstein werden folgende Personen als Richter und Bürgermeister genannt:Gemeinde Hornstein: (abgerufen am 19. Oktober 2017). von bis Name 1641 Nikolaus Stephanics 1642 1643 Andreas Gerwautz 1651 Georg Draksicz 1657 Martin Kherbaucz 1666 1669 Merth Palkovich 1972 1674 Peter Hitzinger 1687 Mert Sinawatz 1691 Andreas Jajacs 1704 1706 Johann Szinovatz 1707 1715 Matthias Kosolitsch 1716 1717 Georg Jaijacz 1728 Veit Wutkovatz 1736 1740 Jacob Palkowitsch I 1740 1744 Andreas Jurina 1744 1746 Andreas Valentitsch 1746 1750 Jacob Palkowitsch II 1750 1752 Andreas Sinowatz I 1752 1754 Paul Pinzulitsch 1754 1760 Thomas Welloschitz I 1760 Andreas Szinowatz II 1762 Michael Rosenich von bis Name 1763 Thomas Welloschitz II 1767 Michael Pintscholitsch I 1770 Johann Stefanich 1771 Michael Pinzulitsch 1774 1778 Ferdinand Strausz I 1781 1783 Mathias Wolf 1790 1792 Gregor Schullitsch 1793 1800 Ferdinand Strauss II 1800 1806 Matthias Szinovatz I 1807 1808 Johann Strausz I 1808 1813 Mathias Szinovacz II 1813 1815 Michael Gerbautz 1815 1819 Johann Strausz II 1820 1822 Lukas Palkovich I 1823 1835 Michael Matkovich I 1835 1836 Johann Engelhart 1836 Lukas Palkovich II 1839 1842 Johann Milkowitsch I 1842 1844 Michael Matkowitsch II 1844 1855 Simon Matkowitsch 1856 1860 Georg Dick von bis Name 1861 bis ? Johann Milkovich II von ? 1866 Johann Stefanitsch 1867 1868 Ferdinand Fetter 1869 1874 Mathias Palkovich 1874 1878 Johann Matkovich I 1879 Jakob Jaicz 1882 1885 Martin Strausz 1885 1890 Johann Matkovich II 1890 1893 Anton Beretich 1894 1895 Franz Kopinits I 1895 Josef Worschitz 1896 1897 Franz Kopinich II 1897 1898 Johann Gerbautz 1898 1900 Josef Matkovits 1900 1904 Johann Dick 1904 1912 Ferdinand Schmitl 1912 1913 Franz Stefanits 1913 1918 Markus Dick 1918 1919 Matthias Bauer 1919 Anton Probst 1919 1921 Johann Gerbautz von bis Name 1922 1923 Franz Stefanits 02/1923 04/1923 Ludwig Wolf 04/1923 06/1923 Daniel Palkovits 07/1923 10/1923 Karl Gruber 1923 1931 Anton Probst 03/1931 05/1931 Franz Pinzolits 1931 1934 Anton Probst 1934 1936 Josef Scheck 1936 1938 Johann Probst 1938 1944 Mathias Matkovits 1944 1945 Franz Payrich 1945 1948 Johann Wimmer 1948 1949 Stefan Pinzolits 1949 1950 Robert Wallentits 1950 1967 Gottfried Szinovatz 1967 1977 Johann Jaitz 1977 1987 Peter Schmitl 1987 2001 Walter Krenn 2001 2017 Herbert Worschitz 2017 2017 Judith Pratl seit 2017 Christoph Wolf

Bürgermeister von Hornstein ist seit dem 11. Oktober 2017 Christoph Wolf (ÖVP).Gemeinde Hornstein: (abgerufen am 19. Oktober 2017). Er folgte damit der Kurzzeitbürgermeisterin Judith Pratl (SPÖ) nach, die erst am 22. Februar 2017 die Nachfolge von Herbert Worschitz (SPÖ), der seit 2001 der Gemeinde vorstand, antrat.meinbezirk.at vom 23. Februar 2017: Judith Pratl als Bürgermeisterin von Hornstein angelobt (abgerufen am 13. Dezember 2017). Bei der Bürgermeisterdirektwahl erreichte Wolf 56,98 % der Wählerstimmen, Pratl 43,02 %.Land Burgenland: Wahlergebnis Hornstein 2017 (abgerufen am 13. Dezember 2017). Pratl verzichtete darauf, zur Vizebürgermeisterin gewählt zu werden, womit in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Florian Hofstetter (SPÖ) zum Vizebürgermeister gewählt wurde.Gemeinde Hornstein: Gemeinderat (abgerufen am 26. Dezember 2020).

Bei der Wahl 2022 wurde Christoph Wolf mit 60,79 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang als Bürgermeister bestätigt.

Wappen links|60px Blasonierung: „Roter Hintergrund, eine symbolische graue Burg auf einer schwarzen Anhöhe, darüber schwebend ein längliches graues Horn von rechts nach links zeigend.“

Gemeindepartnerschaften Seit 1985 ist Gnesau die Partnergemeinde von Hornstein. Bereits seit Herbst 1979 wurde eine Feuerwehrpartnerschaft zwischen den beiden Gemeinden geschlossen.

Persönlichkeiten Ehrenbürger Zu Ehrenbürgern der Gemeinde wurden ernannt:Gemeinde Hornstein: (abgerufen am 19. Oktober 2017). Franz von Bolgár, Landtagsabgeordneter (1900) Karl Varits (Pfarre Oberberg), Propst (19. Jänner 1906) Nikolaus Paul Esterházy, Fürst (19. Jänner 1906) Desiderius Patthy, Arzt (2. Juni 1929) Gottfried Szinovatz, ehemaliger Bürgermeister (12. Jänner 1963) Walther Schwarz, Kommerzialrat (9. Oktober 1970) Johann Jaitz, ehemaliger Bürgermeister (20. Jänner 1984) Karl Stix, ehemaliger Landeshauptmann (25. Oktober 1999)

Ehrenringträger Der Ehrenring wurde für Verdienste in den Bereichen Kunst und Kultur verliehen: Hans Sedlmayr, Universitätsprofessor und Kunsthistoriker (12. September 1971) Wilhelm Schmid, Pater (31. August 1980) Josef Hickl (31. August 1984) Karl Gregorich, Dechant (21. Juli 1996) Franz Raimann (31. Jänner 1998)

Ehrennadelinhaber Die Goldene Ehrennadel wurde für besondere Leistungen verliehen: Valentin Zsifkovits, Dechant (18. August 2011)

Persönlichkeiten Franz Bauer (1874–1930), Pferdehändler und Politiker Franz von Bolgár (1851–1923), Offizier, Publizist und Politiker, Ehrenbürger von Hornstein Ferdinand Gerdinitsch (1869–1926), Politiker Gaspar Glavanich (1833–1872), Pfarrer, kroatischer Spracherneuerer, Literat Johann Milkovich (1800–1870), Richter, Chronist und Literat Anton Probst (1890–1949), Schuhmachermeister und Politiker Franz Probst (1919–1993), Landtagsabgeordneter, Journalist, Literat, Präsident bgld. PEN-Club Johann Probst (1883–1957), Textilarbeiter und Politiker Mario Sara (* 1982), österreichischer Fußballspieler Gerald Schlag (* 1941), Historiker Wilhelm Schmid (1910–2000), Salesianer, Missionar, Komponist, Dirigent Hans Sedlmayr (1896–1984), Kunsthistoriker Karl Stix (1939–2003), Politiker, Landeshauptmann des Burgenlands Rudolf Thalhammer (1920–2013), Politiker, Dritter Präsident des Nationalrates Rita Vitorelli (* 1972), Künstlerin und Herausgeberin von Spike Art Magazine

Literatur Johann Seedoch: Die Herrschaft Hornstein unter den Esterházy. Dissertation, Universität Wien, 1962. Gerald Schlag (Hrsg.): Hornstein 1271–1971. Ein Gang durch die Geschichte. Hornstein 1971. Johann Seedoch: Curialhäuser der Hochfürstlich Esterházyschen Herrschaft Hornstein. In: Burgenländische Forschungen. Sonderband, Eisenstadt 1994.