Wulkow (auch Wulkow bei Booßen) ist ein Dorf im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg und gehört seit dem 31. Dezember 2001 als Ortsteil zur Stadt Lebus.StBA Wiesbaden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001.
Geschichte 1353 wurde Wulkow als Wolkowe erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist sorbischen Ursprungs und bedeutet Wolf. Ein barockes Gutsensemble bildet den Ortskern. 1474 kam Wulkow in den Besitz des Adelsgeschlechts von Pfuel.Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band, Ludwig Rauh, Berlin 1856. S. 196–197. (Digitalisat) Lehnsherr Joachim Erdmann von Burgsdorff, Amtshauptmann zu Lebus, übernahm 1676 den Ort. Er ließ die Dorfkirche 1687 und das Grufthaus 1695 errichten. Vor 1880 hieß der Rittergutsbesitzer Richardt Boldt. Sein Gut Wulkow war damals 547 ha groß, davon im Bestand rund 32 ha Wald. Boldt betrieb auch eine Brennerei. Reprint: ISBN 3-226-00787-4.
1882 kaufte die dann in der Region weit verbreitete Pächter- und Gutsbesitzerfamilie Schulz das Rittergut Wulkow. Vor 1900 umfasste das Gut im Ort 558 ha Land. Familie Schulz blieb dann bis 1945 die Eigentümer. Deren letzte Vertreter waren nachweislich unter anderem Dr. phil. Richard Schulz-Wulkow (1860–1926), berechtigt lt. Verfügung des Amtsgerichtes Berlin vom Sommer 1920 für sich und seine Nachfahren den Doppelnamen führen zu können. Ihm folgte der Landschaftsrat (Nachfolge der Ritterschaftsräte) und spätere Major Günter Schulz-Wulkow (1892–1956). Vor der großen Wirtschaftskrise 1929/1930 liegen die Daten für das Rittergut vor, mit Peterhof 800 ha. Die Verwaltung übernahm August Warda. Im betriebswirtschaftlichen Mittelpunkt lag zu jener Zeit die Schafsviehhaltung.
Einwohnerentwicklung Jahr 1875 1890 1910 1925 1933 1946 1993 2000 2006 EinwohnerzahlVerein für Computergenealogie (CompGen) e. V. Berlin (Hrsg.): Das Genealogische Orts-Verzeichnis: Wulkow. 201 144 152 251 215 267 154 228 229
mini|Dorfkirche in Wulkow. 2013.
Religionen Das evangelische Pfarramt Booßen-Wulkow ist für den Ortsteil Wulkow der Stadt Lebus zuständig.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Wulkow 1904.
Dorfkirche Wulkow Herrenhaus mit Park, Wirtschaftshof und Speicher Grufthaus auf dem Kirchhof
Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Lebus
1992 wurde Wulkow Modellgemeinde für ökologische Dorfentwicklung in Brandenburg. Der Ort ist Träger des Bundesumweltpreises und war dezentrales Projekt der EXPO 2000. Das Domespace (häufig „UFO“ genannt), am Dorfrand errichtet, ist Mittelpunkt des Projektes und Titel von Veröffentlichungen aus der Region und wird zurzeit touristisch genutzt. Teil des Projektes ist auch der Ökospeicher Wulkow, ein nach ökologischen Kriterien umgebauter Speicher, in dem an den Wochenenden ein Ökomarkt stattfindet, der aber auch zu Ausstellungen und anderen Kulturveranstaltungen genutzt wird..
Weblinks
Ortsteil Wulkow In: Webauftritt des Amts Lebus. RBB-Beitrag vom 10. August 2008, In: Sendung: Der Landschleicher
Einzelnachweise
Kategorie:Lebus Kategorie:Ort im Landkreis Märkisch-Oderland Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Märkisch-Oderland) Kategorie:Ersterwähnung 1353 Kategorie:Gemeindeauflösung 2001