mini|hochkant|Leonie Benesch auf der Berlinale 2025 mini|hochkant|Leonie Benesch, 2023 Leonie Benesch (* 22. April 1991 in Hamburg) ist eine deutsche Schauspielerin. Seit 2007 hat sie an 30 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Für ihre Hauptrolle im Drama Das Lehrerzimmer (2023) gewann sie den Deutschen Filmpreis. Zwei Jahre später gewann sie abermals die Auszeichnung für ihre Nebenrolle in September 5 (2024).
Leben Beneschs Vater hatte in Hamburg Physik studiert und darin promoviert. Danach ließ er sich in Stuttgart zum Pfarrer der Christengemeinschaft ausbilden, wo die Pfarrstellen örtlich auf wenige Jahre befristet sind. So zog Benesch häufiger um, wuchs in Göppingen, Tübingen und Bielefeld auf und besuchte jeweils die Freien Waldorfschulen in Göppingen und Tübingen sowie die Rudolf-Steiner-Schule in Bielefeld-Schildesche.Leonie Benesch: Genau diese Naivität, die Eva hat. In: Die Presse, 19. September 2009.Denise Bucher: Sie ist bereits zum dritten Mal in einem Oscar-nominierten Film zu sehen, diesmal in einem eines Schweizers: Der kometenhafte Aufstieg der Schauspielerin Leonie Benesch – Leise, aber unaufhaltsam steigt die deutsche Schauspielerin zum internationalen Superstar auf, NZZ, 1. März 2025
Mit 20 zog sie nach Berlin, kellnerte und „drehte ab und zu, um herauszufinden, ob ich das machen will und wenn ja, wie“. Sie beschloss, ihre Ausbildung in London zu absolvieren, bewarb sich an drei Schauspielschulen und wurde an ihrer Wunschinstitution aufgenommen, der Guildhall School of Music and Drama, wo sie von 2013 bis 2016 studierte.
Im Jahr 2009 spielte sie, mit 18 Jahren und noch ohne offizielle Schauspielausbildung, eine der Hauptrollen in dem mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichneten Spielfilm Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte von Michael Haneke. Das Casting für die Rolle bestritt sie dank der Castingvorbereitung von Suzanne Geyer, Hanekes ehemaliger Lebensgefährtin, und jetzt Schauspiellehrerin, erfolgreich. Die Kritik nannte Benesch im Zusammenhang mit dem Film „eine Entdeckung“.Filmfestspiele Cannes: Hanekes tödliches Geheimnis. In: Die Presse, 21. Mai 2009. Für die europäische Koproduktion, die von rätselhaften Zwischenfällen in einem norddeutschen Dorf am Vorabend des Ersten Weltkriegs berichtet, erhielt Benesch gemeinsam mit Leonard Proxauf den US-amerikanischen Young Artist Award sowie den New Faces Award als beste Nachwuchsschauspielerin.
2010 war sie als Freundin von Constantin von Jascheroff in Philip Kochs Drama Picco zu sehen. Im selben Jahr hatte sie eine Rolle in Sophie Heldmans Spielfilm Satte Farben vor Schwarz neben Senta Berger und Bruno Ganz.
Ab 2017 war Benesch in den ersten drei Staffeln der ARD-Degeto-Sky-Koproduktion Babylon Berlin als Greta Overbeck zu sehen, wofür sie den Deutschen Schauspielpreis erhielt. Ab 2017 spielte Benesch in drei Folgen der britischen Netflix-Serie The Crown die Schwester Prinz Philips, die Prinzessin Cecilia von Griechenland.
Für ihre Hauptrolle einer idealistischen Lehrerin in İlker Çataks Filmdrama Das Lehrerzimmer gewann sie 2023 den Deutschen Filmpreis und wurde für den Europäischen Filmpreis nominiert. Ein Jahr später erhielt das Werk eine Oscar-Nominierung in der Sparte bester Internationaler Film.
Abermals mit dem Deutschen Filmpreis geehrt wurde Benesch im Jahr 2025 für ihre Nebenrolle der Übersetzerin Marianne in dem Oscar-nominierten Historienfilm September 5. Ein Jahr später wurde sie für die Titelrolle als hochbelastete Krankenhausmitarbeiterin in dem Drama Heldin abermals für den Europäischen Filmpreis nominiert.
Leonie Benesch lebt in Berlin.
Filmografie (Auswahl)
Hörspiele (Auswahl) 2019: Karen Köhler: Wild ist scheu – Regie: Kai Grehn (Hörspielmonolog – SWR) 2020: Magdalena Schrefel: Ein Berg, viele – Regie: Teresa Hoerl mit Lukas Turtur, Richard Djif, Matthias Brandt u. a. (Originalhörspiel – BR/ORF)
Auszeichnungen 2010: Young Artist Award in der Kategorie Beste Darstellung in einem internationalen Spielfilm für Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte 2018: Deutscher Schauspielpreis in der Kategorie Schauspielerin in einer Nebenrolle für Babylon BerlinDeutscher Schauspielpreis: Die Nacht der Gewinner. Artikel vom 14. September 2018, abgerufen am 14. September 2018. 2023: Deutscher European Shooting Star auf der 73. Berlinale 2023: Deutscher Filmpreis in der Kategorie Beste weibliche Hauptrolle für Das Lehrerzimmer 2025: Hannelore-Elsner-Preis 2025: Bayerischer Filmpreis in der Kategorie Beste Darstellerin für ihre Hauptrolle in Heldin
Interviews (Auswahl) 2026: Mich interessiert Präzision. Interview mit Oliver de Weert, in: arte Magazin 02/26, S. 10–13.
Weblinks
Leonie Benesch bei der Agentur YUMI Management
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Deutschland) Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1991 Kategorie:Frau