Die Saison 2009/10 der österreichischen Eishockeyliga dauerte von September 2009 bis April 2010 und wurde nach dem Ausstieg des HC Innsbruck mit nur noch sechs österreichischen Vereinen absolviert, denen sich vier Mannschaften aus Slowenien, Ungarn und Kroatien hinzugesellten. Der kroatische Verein KHL Medveščak Zagreb nahm als Neuzugang erstmals an der Meisterschaft teil. Titelverteidiger war der EC KAC, der jedoch bereits im Viertelfinale ausschied. Neuer Meister wurde zum dritten Mal in der kurzen Vereinsgeschichte der EC Red Bull Salzburg.

Im Vorfeld Teilnehmende Mannschaften

Nach dem frühen Aus im Viertelfinale der letzten Saison verkündete der HC Innsbruck, aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten nicht mehr an der höchsten österreichischen Spielklasse teilnehmen zu wollen und in die Nationalliga abzusteigen.Innsbruck steigt aus der EBEL aus, Bericht auf hockeyfans.at vom 3. März 2009 Um dennoch eine gerade Anzahl von Mannschaften im Teilnehmerfeld gewährleisten zu können, sollte der HC Innsbruck durch ein weiteres ausländisches Team ersetzt werden, da wie auch in den letzten Jahren keine Mannschaft aus der Nationalliga Bereitschaft zu einem Aufstieg in die EBEL signalisierte. Kandidaten aus dem Ausland waren der italienische Serie-A-Verein HC Bozen und die kroatische Mannschaft KHL Medveščak Zagreb. Die Kroaten hatten ihren Aufnahmeantrag bereits im Jahr 2007 erstmals gestellt, während die Italiener zwar Interesse bekundeten aber kein offizielles Gesuch stellten. Aus diesem Grunde fiel die Entscheidung für die Mannschaft aus Zagreb, die mit einem kolportierten Budget von etwa zwei Millionen Euro in ihre erste Saison startete. Diese Entscheidung rief jedoch vor allem bei den Fans ein geteiltes Echo hervor. Allgemein wurden Befürchtungen laut, die sogenannten „Ultras“ – gewaltbereite Fans, die auch bei Testspielen bereits für Probleme gesorgt hatten – könnten sich nun auch dem Eishockeysport zuwenden. Einige Teams hatten bekanntgegeben, für den Ernstfall Vorkehrungen treffen zu wollen, jedoch stellten sich alle Befürchtungen als grundlos heraus. Sowohl Mannschaft wie auch Fans erwiesen sich als große Bereicherung für die Liga.

Team Vorsaison Trainer EC KAC Meister Emanuel Viveiros EC Red Bull Salzburg Vizemeister Pierre Pagé Vienna Capitals Halbfinal-Out Kevin Gaudet EHC Linz Halbfinal-Out Kim Collins EC Graz 99ers Viertelfinal-Out Bill Gilligan EC VSV Viertelfinal-Out Johan Strömwall HK Jesenice Viertelfinal-Out Ildar Rahmatuljin (bis 8. November 2009)Jesenice wirft den Trainer raus, Bericht auf hockeyfans.at vom 8. November 2009 Mike PosmaMike Posma neuer Jesenice-Coach, Bericht auf hockeyfans.at vom 8. November 2009 Alba Volán Székesfehérvár Rang 9 Jarmo Tolvanen HDD Olimpija Ljubljana Rang 10 Dany Gélinas (bis 25. November 2009)Laibach schmeißt Trainer raus, Bericht auf hockeyfans.at vom 25. November 2009 Matjaž Sekelj (interimistisch) Hannu Järvenpää (ab 17. Dezember 2009)Laibach mit neuem Trainer gegen den KAC, Bericht auf hockeyfans.at vom 17. Dezember 2009 KHL Medveščak Zagreb neu in der Liga Enio Sacilotto (bis 24. November 2009) Ted SatorZagreb tauscht den Trainer aus, Bericht auf hockeyfans.at vom 24. November 2009

Budgets Aufgrund der Wirtschaftskrise mussten einige Vereine mit teilweise stark reduzierten Budgets in die neue Saison starten. Am härtesten traf es den HK Jesenice, der Anfang Juni bei einer Pressekonferenz bekanntgab, nur etwa 700.000 Euro für die neue Saison zur Verfügung zu haben. Außerdem musste ein Schuldenberg von rund 1,6 Millionen Euro abgebaut werden. Die Mannschaft ließ daher einige ihrer Schlüsselspieler ziehen und gab bekannt, in den nächsten Spielzeiten verstärkt mit Nachwuchsspielern arbeiten zu wollen.Tiefrote Zahlen beim HK Jesenice

Aber auch im Verlauf der Saison kam es zu Problemen. Der HDD Olimpija Ljubljana veröffentlichte Ende Dezember in einer Pressemeldung, dass man aufgrund von anhaltenden Problemen bei der Ausbezahlung der Spielergehälter allen Legionären mit Ausnahme von Frank Banham und Kevin Mitchell die Möglichkeit eröffnete, sich ohne Rücksicht auf laufende Verträge bis zum IIHF-Transferschluss neue Vereine zu suchen, wenn die Spieler im Gegenzug auf die ausstehenden Gehälter verzichten. Einige Spieler nahmen dieses Angebot wahr und wechselten, sodass der Verein den Rest der Meisterschaft mit einer Rumpfmannschaft bestritt. Für die folgenden Saisonen plante die Mannschaft weiterhin an der EBEL teilnehmen, dabei jedoch ähnlich dem HK Jesenice auf einen günstigeren Kader vorwiegend aus einheimischen jungen Spielern zurückgreifen.Schock in der EBEL: Laibach vor der Pleite?

Modus Der endgültige Spielplan wurde am 15. Juni 2009 veröffentlicht. Der Modus des Vorjahres mit drei Hin- und Rückrunden im Grunddurchgang wurde beibehalten, was erneut 54 Spiele für jede Mannschaft ergab. Die im Vorjahr wenig beliebten Dienstag-Termine wurden durch eine Neuverteilung weitestgehend vermieden, allerdings waren Termine am 25. Dezember und 1. Jänner vorgesehen. Der Weihnachtstermin wurde nicht zuletzt aufgrund von Protesten der nordamerikanischen Spieler verschoben, da es in Übersee üblich ist, Weihnachten erst am 25. Dezember zu feiern. Die Play-offs wurden ab dem Viertelfinale, für das sich die besten acht Teams qualifizieren, wieder im Best-of-Seven-Modus ausgetragen. Gestartet wurde die Saison am 10. September mit einer Neuauflage des letztjährigen Finales, EC KAC gegen EC Red Bull Salzburg, als Livespiel auf Sky.

Reglement Auch aufgrund der Finanzkrise wurden einige Änderungen im Reglement durchgeführt. Dies betraf vor allem die Kader der Mannschaften. Die Punkteregel wurde modifiziert. War es im Vorjahr erlaubt gewesen, Spieler mit einer Gesamtzahl von 60 Punkten (die Punkte wurden wieder vor der Saison von den jeweils gegnerischen Teams vergeben, wobei ein Wert zwischen 0,5 und 4 Punkten erlaubt war) pro Spiel aufzustellen, so galt diese Gesamtzahl nun für den gesamten angemeldeten Kader. Damit sollte verhindert werden, dass wie in der letzten Saison Spieler verpflichtet werden, die anschließend nur wenig Eiszeit erhalten. Gleichzeitig sollten so die Budgets in Grenzen gehalten werden. Bei Erreichen der 60-Punkte-Marke waren nur noch drei Tauschvorgänge erlaubt. Es wurde auch vereinbart, dass die Vereine ab der Saison 2010/11 nur noch mit lizenzierten Spielervermittlern verhandeln durften, um dem Preistreiben bei den Spielergehältern ein Ende zu setzen. Das Lizenzierungssystem für diese Vermittler wurde in Zusammenarbeit mit der DEL erstellt.

Weiters durften die Vereine ab dem Halbfinale keine Anzeigen mehr beim Strafsenat einbringen, um damit nachträgliche Sperren für gegnerische Spieler zu erwirken. Mit dieser Regelung sollte das Ausufern dieser Anzeigen, wie es in den letzten Saisonen insbesondere in den Play-offs stattgefunden hatte, unterbunden werden.Ergebnisse der Liga-Sitzung

Ende August wurde außerdem beim Jahreskongress der Internationalen Eishockey-Föderation die Abänderung dreier Regeln beschlossen, was auch in alle österreichischen Meisterschaften übernommen wurde. So durfte eine Mannschaft, die ein Icing verursacht, zur ersten Unterbrechung nach dem darauf folgenden Bully in ihrer Verteidigungszone keine Spielerwechsel mehr durchführen. Bullys durften nur noch an den Anspielpunkten durchgeführt werden, die gedachte Linie parallel zu den Längsbanden entfiel. Außerdem wurde nach einer ausgesprochenen Strafe das Anspiel immer in der Verteidigungszone der bestraften Mannschaft durchgeführt.IIHF führt drei neue Regeln ein

Spielerwechsel und Kader Beim amtierenden Meister EC KAC kehrte der ehemalige Nachwuchsspieler Dieter Kalt zu seinem Heimatverein zurück, während Warren Norris und Christoph Harand den Verein in Richtung Graz 99ers verließen. Erwartungsgemäß wurden auch die Verträge mit Travis Scott und Mike Pellegrims nicht verlängert.Hexer Travis Scott verlässt KAC, Bericht auf der Internet-Präsenz der Kronen Zeitung vom 6. April 2009

Ähnlich ruhig blieb es beim EHC Linz, dessen Stürmerreihen praktisch unverändert blieben. Hier wurden jedoch die Legionäre in der Verteidigung ausgetauscht. Als Neuzugänge wurden Rich Bronilla (EV Landshut), Darrel Scoville (EC VSV) und Franklin MacDonald (Rochester Americans) bekanntgegeben. Ebenso ersetzte Kim Collins Jim Boni als Trainer, da letzterer als Sportdirektor zum ERC Ingolstadt in die Deutsche Eishockey Liga wechselte.

Der Vorjahres-Letzte Olimpija Ljubljana, wo Verteidiger Pasi Petriläinen und die Stürmer Todd Elik und Ralph Intranuovo den Verein verließen, verpflichtete neben einigen Jugendspielern unter anderem mit Norm Maracle den ehemaligen Torhüter der Iserlohn Roosters. Außerdem unterzeichnete der slowenische Stürmer Ivo Jan (EC Graz 99ers) einen Vertrag über eine Saison und kehrt damit zu jener Mannschaft zurück, wo er seine Profikarriere begonnen hatte.

Die Graz 99ers nahmen eine Reihe junger österreichischer Spieler unter Vertrag. So wurden Martin Oraže (EC VSV) und Florian Iberer (EHC Linz) für die Verteidigung verpflichtet, im Sturm wurde das Team mit Manuel Ganahl (EC-TREND Dornbirn), Matthias Schwab, Patrick Harand (beide EC Red Bull Salzburg), sowie Daniel Woger und Martin Hohenberger (beide HC Innsbruck) verstärkt. Weiters konnten der ehemalige Jesenice-Legionär Jean-Philippe Paré, Verteidiger Cole Jarrett (Nürnberg Ice Tigers) und der Stürmer Eric Healey (Mora IK) verpflichtet werden. Im Tor trat Sébastien Charpentier die Nachfolge von Dov Grumet-Morris an. Ein weiterer Abgang war der norwegische Verteidiger und ehemalige Teamkapitän Tommy Jakobsen, der das Ende seiner Karriere in seinem Heimatland bestreiten wollte.

Die Vienna Capitals fielen vor allem durch die Verpflichtung dreier Schlüsselspieler des HK Jesenice auf. Marcel und David Rodman sowie Aleš Kranjc unterzeichneten Verträge in der Bundeshauptstadt, während der in der Vorsaison lange verletzte Aaron Fox zu Liga-Neuling KHL Medveščak Zagreb wechselte. Für die Position des Torhüters konnte mit Frédéric Cassivi nach Jean-François Labbé erneut ein ehemaliger Spieler der Nürnberg Ice Tigers verpflichtet werden. Verteidiger Philippe Lakos kehrte nach einem Jahr beim HC Innsbruck wieder in die Bundeshauptstadt zurück. Ebenfalls die Verteidigung verstärkte François Bouchard von den Adler Mannheim. Um die in den letzten Jahren sehr dünne Kaderdecke zu stärken, wurde außerdem ein Try-out mit jüngeren Spielern veranstaltet.

Beim VSV wurden viele Abgänge von aus der eigenen Jugend stammenden Spielern bekanntgegeben. Thomas Raffl verließ das Team in Richtung Luleå HF, während Benjamin Petrik in die Nationalliga zum ATSE Graz hätte wechseln sollen. Dieser Wechsel wurde jedoch rückgängig gemacht als der ATSE sich gegen eine Nationalliga-Teilnahme entschied. Neu hinzu kamen die beiden ehemaligen VSV-Spieler Gerhard Unterluggauer (HC Innsbruck) und Philipp Pinter (Salzburg). Nach den Abgängen von Justin Mapletoft und Robby Sandrock wurden deren Positionen mit Mike Martin (Frederikshavn White Hawks) und Kiel McLeod (SG Cortina) nachbesetzt. Auf der Trainerbank ersetzte der bisherige Co-Trainer Johan Strömwall Larry Huras, der beim SC Bern einen Vertrag über zwei Jahre unterschrieben hatte. Mitte Juli wurde außerdem bekannt, dass Dan Cavanaugh seine Karriere beendete, da er in seiner Heimat eine Arbeit in der Immobilienbranche angenommen hatte. Mit dem Schweden Mikael Wahlberg (HC Ambrì-Piotta) konnte man für die Position des Erstlinien-Centers adäquaten Ersatz finden.