mini|Spore-Stand auf der Messe Festival du jeu vidéo 2008 Paris (rechts) Spore (engl., []) ist ein von Maxis entwickeltes Computerspiel nach einer Idee von Will Wright, dem Schöpfer der Sims-Spiele. Ziel des Spiels ist es, eine Spezies in verschiedenen Phasen von einem einzelnen Einzeller bis zu hoch entwickelten Raumfahrern zu spielen. Man beginnt mit dem Einzellerstadium in einem Pac-Man-ähnlichen Spielprinzip in 2D. Durch das Gewinnen von so genannten „DNA-Punkten“ baut man seine noch rudimentär entwickelte Kreatur aus und erreicht den Kreaturenmodus, der komplett in 3D-Grafik dargestellt wird.
Spielprinzip Das Spiel teilt sich in mehrere getrennte Spielabschnitte auf, die unterschiedliche Phasen der evolutionären Entwicklung von Lebewesen simulieren und sich sowohl in Gestaltung, Spielweise als auch Spielzielen voneinander unterscheiden.
Zellphase In dieser Anfangsphase des Spiels kontrolliert der Spieler einen einzelnen Mikro-Organismus. Der Spieler darf sich aussuchen, ob seine Mikrobe Pflanzen-, Fleisch- oder Allesfresser sein soll. Das Ziel ist es, in 2D-Umgebung in Pac-Man-Manier schwächere Organismen zu fressen und stärkeren aus dem Weg zu gehen, man kann aber auch Pflanzen fressen. Mit den dadurch verdienten „DNA-Punkten“ werden die Eigenschaften der eigenen Kreatur, wie Geschwindigkeit sowie die Angriffs- und Verteidigungsfähigkeiten, verbessert. Zudem wächst die Mikrobe, wenn sie genug Nahrung zu sich nimmt. Sobald das Lebewesen eine bestimmte Größe erreicht hat, beginnt die zweite Phase des Spiels.
Die Verbesserungen werden dabei nicht, wie in einem Rollenspiel, als Punkte vergeben, sondern in Form von zusätzlichen, frei platzierbaren Körperteilen zur nächsten Generation der Kreatur hinzugefügt.
Kreaturenphase Im Gegensatz zur Zellphase findet die Kreaturenphase in einer 3D-Umgebung statt.
Das grundlegende Spielprinzip bleibt aber gleich: Auch hier muss der Spieler seiner Kreatur Nahrung beschaffen und vor stärkeren Kreaturen fliehen. Es gibt zwei Arten von Nahrung: Pflanzen und andere Kreaturen, wobei die geeignete Nahrung je nach Körperbau und Waffen des Wesens variiert. Allesfresser können beide Arten von Nahrung zu sich nehmen. Des Weiteren kann der Spieler „DNA-Punkte“ erlangen, indem er Missionen erfüllt. Dazu kann man sich u. a. mit anderen Spezies anfreunden oder welche ausrotten. Mit zunehmender Intelligenz kann der Spieler ein Rudel mit bis zu drei Mitgliedern haben. Sowohl Artgenossen als auch Verbündete Kreaturen können zu Rudelmitgliedern werden. Diese bleiben bis zum Ende der Kreaturenphase im Rudel, außer sie werden aus dem Rudel entlassen oder getötet. Allerdings gibt es Spezies, mit denen man sich nicht anfreunden kann (man erkennt sie am roten Smiley-Symbol, wenn man sie anklickt). Diese neigen dazu anzugreifen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Man kann sich mit ihnen nur anfreunden, wenn man die Fähigkeit „Sirenenlied“ (erhält man, wenn man die Zellphase als Pflanzenfresser abgeschlossen hat) einsetzt und dann sofort mit dem Anfreunden anfängt. Nur in solchen Fällen muss man sich mit vier Kreaturen pro Spezies anfreunden, um die gesamte Spezies als Verbündeten (grüner Smiley) zu gewinnen (bei anderen sind es drei). Mit Kreaturen mit orangem Smiley kann man sich anfreunden, man sollte aber schnell sein, weil sie sonst angreifen. Wenn sie die Spielfigur bemerkt haben tauchen orangefarbene Blitze um ihre Köpfe auf.
Die verdienten „DNA-Punkte“ werden wieder in die Verbesserung der Kreatur investiert. Zu diesem Zweck muss der Spieler einen geeigneten Artgenossen finden und sich paaren. Das daraufhin gelegte Ei führt den Spieler in den Editor, um die nächste Generation der Kreatur zu entwerfen.
Folgende Dinge werden editiert: Körperform Gliedmaßen (Hände, Beine, Flossen, Krallen usw.) Sinnesorgane (Augen, Ohren, Nasen usw.) Waffen (Hörner, Giftdrüse usw.) Sonstiges (erhöhen Sozialwerte und Fortbewegung) Verzierung
Anders als im Spore-Labor sind durch Teile erworbene Fähigkeiten nicht mehr kumulativ; für jede Fähigkeit zählt nur der höchste Wert, der von einem Teil beigesteuert wird. Allerdings stehen nicht alle Teile zur Verfügung, sondern nur die Teile, welche man während des Spiels durch Anfreunden oder Ausrotten gewonnen oder in Skeletten gefunden werden.
Die Animationen der Kreaturen sind nicht vorgegeben, sondern werden anhand der Position der Gliedmaßen und Aufbau des Skeletts automatisch berechnet.
Der so modifizierte Nachwuchs schlüpft aus dem Ei und erlernt Fähigkeiten eines Elternteils durch Nachahmen, danach wächst er sofort auf die Größe eines erwachsenen Tieres heran.
In der Kreaturenphase treten zum ersten Mal so genannte epische Kreaturen auf. Diese sind viel größer als normale Kreaturen und der Spielfigur fast immer feindlich gesinnt. Kommt man ihnen zu nahe können sie einen mit einem Schlag töten. Häufig tauchen epische Kreaturen dort auf wo besonders viele große Skelette liegen. An ihrem durchdringenden Brüllen erkennt man, ob eine epische Kreatur in der Nähe ist. Es empfiehlt sich vor ihr auf Anhöhen zu fliehen, oder falls möglich in einem riesigen versteinerten Skelett Zuflucht zu suchen. Die Fähigkeiten „Gleiten“, „Schleichen“ oder „Sprint“ erweisen sich hier als vorteilhaft. Trotz ihrer 1.000 Lebenspunkte kann die epische Kreatur bereits hier getötet werden, was jedoch sehr schwierig bzw. sehr zeitaufwändig werden kann. Greift man epische Kreaturen an rennen sie einem sofort hinterher, auch auf Anhöhen wenn sie die Steigung schaffen, man kann ihnen jedoch durch Bäume oder Felsen den Weg abschneiden. Wenn man sich mit normalgroßen Artgenossen einer epischen Kreatur anfreundet, lässt einen diese zwar in Ruhe, man kann sie jedoch, selbst wenn man mit ihr verbündet ist, nicht ins Rudel aufnehmen.
Eine epische Kreatur, deren Namen unbekannt ist, lebt in den tiefen Meeren des Planeten. Sie kommt nur zum Vorschein, wenn der Spieler sich zu weit von der Küste entfernt. Dann taucht die Kreatur ohne Vorwarnung aus dem Wasser auf und frisst den Spieler und seine Rudelmitglieder. Diese Kreaturen leben auch in Binnenseen oder in Meeresbuchten, deren „Eingang“ von der Spielfigur gefahrlos passiert werden kann. Selbst wenn man fliegt, wird man von der Wasserkreatur erwischt. Somit ist es unmöglich den Kontinent, auf welchem man an Land gegangen ist, zu verlassen.
Ebenfalls trifft man in der Kreaturenphase auf „Schurken“, vagabundierende Kreaturen mit 250 Lebenspunkten und mächtigen sozialen und Angriffsfähigkeiten. Das Anfreunden mit bzw. Besiegen eines Schurken bringt 100 DNA-Punkte. Verbündete Schurken können Rudelmitglieder werden.
Zum ersten Mal kann man in dieser Phase Raumschiffe von anderen Spezies sehen. Ein fliegendes Raumschiff kündigt sich oft durch ein Geräusch wie von einem Theremin sowie panisches Verhalten von Kreaturen in der Umgebung an. Häufig entführen Raumschiffe Kreaturen, der Spieler ist jedoch nie darunter. Man findet auch abgestürzte Raumschiffe.
Zum ersten Mal sind die Gewürzgeysire zu sehen. Sie haben keinerlei Wirkung auf den Spieler, fliegende Kreaturen können jedoch von ihnen Auftrieb erhalten.
Bedingung für nächste Phase: Intelligenz der Kreatur auf das Maximum erhöhen.
Stammesphase In dieser Phase ist die physische Entwicklung der Kreatur abgeschlossen und kann nicht mehr verändert werden. Sie können jedoch Verzierungen und Kleidung (sog. Stammeskleidung) tragen. Der Spieler steuert nun nicht mehr eine einzelne Kreatur, sondern eine ganze Gruppe mit einer Stammeshütte. Die Kamera ist nun frei beweglich, man kann auf dem ganzen Planeten sehen, was passiert. Man kann eine einzige Kreatur anklicken oder mehrere in der Stammesliste aussuchen und diese gleichzeitig befehligen. Die ausgesuchten Kreaturen können auf Befehl einen Ort auf dem Kontinent aufsuchen, Früchte sammeln, jagen, fischen, Haustiere zähmen, Geschenke machen, angreifen, und für andere Stämme musizieren. Trotz der freien Kamerasicht können sie den Kontinent allerdings nicht verlassen. Die Stammeskreaturen benutzen steinzeitliche Werkzeuge wie beispielsweise Speere und sind untereinander der verbalen Kommunikation mächtig. Die Klänge der Kreaturen werden anhand der Größe, Form und Art ihres Mundes bzw. der Münder erzeugt. Eine Kreatur mit einem Schnabel wird deshalb beispielsweise eher vogelähnliche Geräusche von sich geben. In der Stammeszeit werden die Geräusche komplexer, um Sprache zu simulieren. Dennoch hören sich die Sprachen der Kreaturen allesamt noch etwas rau und primitiv und unerfahren an, als ob die Sprache noch nicht ganz ausgereift wäre.
Der Spieler kann verschiedene Gebäude kaufen, um die Stammesmitglieder mit Gegenständen auszustatten. Es gibt neun Gebäude in drei Kategorien: drei Musikgebäude (um Allianzen zu gründen) drei Waffengebäude (um Krieg zu führen) drei Nahrungsmittelgebäude (um zu fischen, das Sammeln von Früchten zu beschleunigen, oder eigene Stammesmitglieder zu heilen)
Die „Gegner“ dieser Phase sind andere Kreaturen aus der vorherigen Phase, die sich im Verlauf der Stammesphase zu einem eigenständigen Stamm entwickelt haben. Im Gegensatz zur Zivilisationsphase gehören diese Stämme anderen Kreaturen als der eigenen Spezies an. Während dieser Phase entstehen fünf Stämme, von denen zwei neutral sind (gelber Smiley), zwei den eigenen Stamm nicht mögen (oranger Smiley) und einer den Stamm als Erzfeind (roter Smiley) sieht und mitunter angreift. Wie in der Kreaturenphase kann der Spieler mit diesen Gruppen interagieren und beispielsweise mit ihnen Krieg führen oder durch musikalische Darbietungen eine Allianz mit ihnen eingehen. Neu ist, dass man anderen Stämmen Geschenke machen oder Essen stehlen kann.
Das „Zahlungsmittel“ in dieser Phase ist das Essen. Es kann von Pflanzenfressern von Bäumen in der Nähe geerntet werden oder als Algen aus dem Meer gefischt werden. Fleischfresser wiederum müssen andere Tiere der Umgebung jagen oder aber Fische fangen, um an ihre Nahrung zu kommen. Allesfressern stehen beide Möglichkeiten offen sowie das Fischen. Wenn man jedoch Kreaturen erlegt, muss man damit rechnen, dass Artgenossen den Stamm angreifen können, was gerade für Babys sehr gefährlich werden kann. Wer die Zellphase als Allesfresser abgeschlossen hat, kann die epische Wasserkreatur aus der Kreaturenphase beim Fischen um Hilfe rufen. Die beschaffte Nahrung wird vor dem Stamm ausgelegt, damit sich hungrige Stammesmitglieder davon ernähren können und nicht am Hungertod sterben. Dies birgt aber auch einige Gefahren, da andere feindlich gesinnte Stämme dazu neigen dem Spieler seine Nahrung zu stehlen und der eigenen hinzuzufügen. Auch wilde Tiere können Nahrung stehlen, und auch Babys und andere Stammesmitglieder angreifen. Auch der Spieler kann Nahrung stehlen, allerdings verschlechtert er somit die Beziehungen zu den anderen Stämmen, selbst wenn die Diebe nicht erwischt werden.
Der Spieler wird automatisch vorgewarnt wenn Tiere oder andere Stämme vorhaben Essen zu stehlen oder wenn ein anderer Stamm angreift. Einen Angriff kann man, wenn man die Kreaturenphase als „Sozial“ abgeschlossen hat mit einem Feuerwerk sofort deeskalieren. Je nach Schwierigkeitsgrad ist der angreifende Stamm dann entweder neutral oder ein Freund (blauer Smiley). Mit Geschenken kann man die Beziehungen auch verbessern, jedoch in kleineren (aber genauso erfolgreichen) Schritten.