mini|290px|Die kroatische National­mannschaft vor dem WM-Finale in Russland gegen Frankreich am 15. Juli 2018. Die kroatische Fußballnationalmannschaft () ist die Fußballauswahl des kroatischen Fußballverbandes. Der bisher größte Erfolg der Auswahl ist der Vize-Weltmeistertitel (zweiter Platz) bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Außerdem erreichte sie den dritten Platz bei den Weltmeisterschaften 1998 in Frankreich und 2022 in Katar sowie das Viertelfinale bei den Europameisterschaften 1996 in England und 2008 in der Schweiz und Österreich und war Finalist der UEFA Nations League in der Saison 2022/23.

Geschichte Nach der Gründung des kroatischen Fußballverbandes im Jahr 1912 dauerte es noch 28 Jahre, bis zum ersten Mal eine kroatische Fußballnationalmannschaft auf internationaler Ebene antrat. Diese im Jahr 1940 gegen die Auswahl der Schweiz ausgetragene Partie markiert den Beginn der ersten Phase der kroatischen Länderspielgeschichte. Am 14. Juli 1941 wurde der kroatische Fußballverband offizielles Mitglied der FIFA und trug mehrere Länderspiele aus, allerdings außer den Spielen gegen die neutrale Schweiz nur gegen Länder die mit dem Deutschen Reich verbündet waren oder unter dessen Einfluss standen. Durch die Eingliederung Kroatiens in die Föderative Volksrepublik Jugoslawien nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Mitgliedschaft in der FIFA und die kroatische Länderspielgeschichte zunächst für mehrere Jahrzehnte unterbrochen.

Jahrzehntelang liefen kroatische Spieler für die jugoslawische Fußballnationalmannschaft auf. Im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebungen in Kroatien zu Beginn der 1990er Jahre kam es am 17. Oktober 1990 zum ersten eigenständigen Länderspiel einer kroatischen Auswahlmannschaft, als in Zagreb eine US-amerikanische Auswahlmannschaft mit 2:1 besiegt wurde. Der erste Kapitän der „neuen“ kroatischen Elf war Zlatko Kranjčar und der erste Torschütze Aljoša Asanović, der die kroatische Mannschaft in der 29. Spielminute in Führung geschossen hatte. Bis zur endgültigen Unabhängigkeitserklärung am 25. Juni 1991 folgten zwei weitere Spiele, ehe der Spielbetrieb zunächst unter dem Kroatienkrieg zu leiden hatte. Bis zum Ende des Krieges wurden kaum Heimländerspiele ausgetragen.

Nach dem Erlangen der Souveränität Kroatiens erfolgte am 3. Juli 1992 die Wiederaufnahme in die FIFA. An der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1994 in den USA nahm die Mannschaft nicht teil, qualifizierte sich jedoch im Anschluss für die Teilnahme an der Europameisterschaft 1996 und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft 1998, bei der der dritte Platz belegt wurde und etablierte sich unter den europäischen Fußballnationen. Mit Ausnahme der Europameisterschaft 2000 und der Weltmeisterschaft 2010 gelang seit der Wiederaufnahme in die FIFA die Qualifikation zu jedem großen Turnier.

Wegen rassistischer Vorfälle im Spiel gegen Italien am 12. Juli 2015 entschied die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der UEFA am 23. Juli 2015, den kroatischen Fußballverband mit einem Abzug von einem Punkt in der Qualifikation zur UEFA-Europameisterschaft 2016 zu bestrafen. Des Weiteren wurde der HNS mit einer Geldstrafe von 100.000 Euro belegt und muss zwei Spiele ohne Zuschauer austragen. Das Stadion Poljud in Split wurde für die restlichen Qualifikationsspiele suspendiert.Kroatische Fußballverband (HNS) bestraft, Website der UEFA, 23. Juli 2015.

Trainer

Name Amtszeit Dražan Jerković 1990–1992 Stanko Poklepović 1992–1993 Vlatko Marković 1993–1994 Tomislav Ivić 1994 Miroslav „Ćiro“ Blažević 1994–2000 Mirko Jozić 2000–2002 Otto Barić 2002–2004 Zlatko Kranjčar 2004–2006 Slaven Bilić 2006–2012 Igor Štimac 2012–2013 Niko Kovač 2013–2015 Ante Čačić 2015–2017 Zlatko Dalić 2017–2026 Slaven Bilić2026-

Miroslav Blažević (1994–2000) mini|200x200px|Miroslav Blažević (2016)

Miroslav „Ćiro“ Blažević wurde 1994 Trainer der kroatischen Auswahl. Unter ihm gelang dem noch jungen Land die erste EM-Teilnahme 1996, bei der man überraschend bis ins Viertelfinale kam. Doch sein wohl größter Erfolg bestand in der anschließenden, ebenfalls ersten, Teilnahme an einer WM-Endrunde im Jahre 1998. Dort angekommen, belegte die Mannschaft den 3. Platz und erreichte vorzeitig einen historischen Meilenstein.

Nach einer verpassten EM-Teilnahme 2000 und einer nur mäßig angelaufenen WM-Qualifikation 2002 trat Blažević im Jahre 2000 vom Trainerposten zurück. Während seiner Amtszeit bestritt Kroatien insgesamt 73 Länderspiele, in denen durchschnittlich 1,75 Punkte pro Spiel eingefahren werden konnten.

Zlatko Dalić (seit 2017) mini|200x200px|Zlatko Dalić (2018)

Im Oktober 2017 wurde Zlatko Dalić als neuer Trainer vorgestellt. Er führte über die Gruppenphase der Qualifikation das Team bis ins Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Obwohl man dort der französischen Auswahl wie einst im WM-Halbfinale 1998 zwar unterlag, markiert der Einzug ins Finale und der Gewinn der Silbermedaille den bisher größten Erfolg der kroatischen Mannschaft. Zugleich ist man bis heute das flächenmäßig kleinste Land der Erde, das in das Endrundenfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft eingezogen ist. Dieser Umstand brachte ihm eine Nominierung zum FIFA The Best Men's Coach ein.

Doch bei diesem Erfolg sollte es unter Dalić nicht bleiben. 2021 zog man wieder ins Achtelfinale einer Fußball-Europameisterschaft ein, gewann den 3. Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar, sicherte sich gegen Spanien den 2. Platz bei der UEFA Nations League 2022/23 und kam bis ins Viertelfinale der UEFA Nations League 2024/25. Außerdem gewann man die Goldmedaille bei der FIFA World Series 2024.

Mit aktuell 3.123 Tagen ist Dalić der Trainer mit der längsten Amtslaufzeit (Stand: 31. März 2026). Am 9. Oktober 2025 betreute er die Mannschaft zum 100. Mal.hns.team: Sretna “stotka” Zlatka Dalića u utrobi Fortuna Arene

Bilanzen FIFA-Weltrangliste Bei Einführung der FIFA-Weltrangliste im August 1993 belegte das international noch relativ unbekannte Team von Kroatien den 117. Platz und behielt diese Position bis zum Frühjahr 1994 bei. Zeitweise hatte man sogar den niedrigsten Rang der Verbandsgeschichte erreicht: Platz 125.

Doch die erste und auch erfolgreiche Qualifikation zur Fußball-EM 1996 änderte dies zugunsten der Kroaten entscheidend: Innerhalb der darauffolgenden zwölf Monate rückten diese nämlich bereits auf den 51. Platz vor und wurden von der FIFA zum „Aufsteiger des Jahres“ 1994 ausgezeichnet.

Auch gestärkt durch einen hervorragenden ersten Auftritt bei der anschließenden Fußball-EM 1996 in England und dem Gewinn der Bronze-Medaille bei der Fußball-WM 1998 in Frankreich mauserte sich das Team rund um den damaligen Trainer Miroslav Blažević hoch zum bisher besten Ranking der noch jungen Verbandsgeschichte: Platz 3 im Frühjahr 1999. Zuvor erhielt man aufgrund der Leistungen im Vorjahr erneut die Auszeichnung als „Aufsteiger des Jahres“.

Doch dieser Trend sollte in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends vorerst nicht weiter Bestand haben. Ging man noch als Gruppenfavorit in die Qualifikation zur Fußball-EM 2000, scheiterte man letztendlich in dieser aufgrund nur mangelhafter Ergebnisse und sackte auch in der FIFA-Weltrangliste auf den 36. Platz ab. Für Miroslav Blažević übernahmen in den darauffolgenden sechs Jahren Trainer wie Mirko Jozić, Otto Barić und Zlatko Kranjčar den Chefposten.

Allesamt trugen zwar dazu bei, dass sich Kroatien nicht nur international wieder qualifizieren konnte und sich auch in der Rangliste erheblich verbesserte, die hohen Ziele des Verbands, über die Gruppenphase einer Endrunde hinaus zu gehen, blieben jedoch bis dahin unerfüllt. Und so avancierte die kroatische Mannschaft erst unter Slaven Bilić und dem Viertelfinal-Einzug bei der Fußball-Europameisterschaft 2008 erneut zu einem der Top-Ten-Teams der FIFA-Weltrangliste. In der Hochphase bzw. nach dieser Fußball-EM belegte man den 5. Platz.

Diese Erfolgsphase währte aber nicht ewig. Indes befand sich der kroatische Fußball erneut in einer Tiefphase und einem Umbruch: Einer verpassten Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika folgte ein Vorrunden-Aus bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine. Dieser sportlichen Talfahrt konnten Bilićs Nachfolger Igor Štimac und Niko Kovač auch nichts Nennenswertes entgegensetzen. Man kam mit einem erneuten Vorrunden-Aus bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in der FIFA-Weltrangliste über einen 13. Platz nicht hinaus.

Und so mussten sich die Kroaten selbst nach dem Erreichen des Achtelfinals bei der Endrunde 2016 mit der Rolle des schlummernden Geheimfavoriten, der sich zwischenzeitlich auf Platz 27 in der FIFA-Weltrangliste verirrte, zufriedengeben. Maßgeblich für diese Position verantwortlich waren die nur mäßigen Spielergebnisse, die unter Cheftrainer Ante Čačić auch eine erfolgreiche Qualifikation zur WM 2018 in Frage stellten.

Aktuell und gerade seit den jüngsten Ergebnissen auf internationaler Ebene unter Trainer Zlatko Dalić (Silbermedaille bei der WM 2018, Achtelfinal-Einzug bei der EM 2020, Final Four bei der UEFA Nations League 2022/23) wiederum ist Kroatien erneut unter den Top Ten bzw. Top Fifteen der FIFA-Weltrangliste zu finden. Sechs Monate lang – nach dem Finale in Moskau belegte man sogar den 4. Platz. Aktueller Rang 11 1. April 2026 Höchster Rang 3 27. Januar 1999 Niedrigster Rang 125 15. März 1994

Weltmeisterschaften

Bis zum ersten WM-Qualifikationsspiel gegen den Nachbarn Bosnien-Herzegowina im Oktober 1996 war Kroatien Teil des jugoslawischen Fußballverbands bzw. noch kein offizielles Mitglied der FIFA.

Dementsprechend konnte das Team, das zwischenzeitlich drei Trainerwechsel hinter sich hatte, wegen dieser Formalie nicht an den Qualifikationsspielen zur Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA teilnehmen. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen fand bereits am 1. Dezember 1991 statt, Kroatien wurde aber erst am 3. Juli 1992 in den Weltverband aufgenommen.

Nichtsdestotrotz wurden mit dem neuen Cheftrainer Miroslav Blažević rasch professionelle Strukturen und nennenswerte Tatsachen geschaffen: Die eingangs erwähnte Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 hat man nicht nur erreicht, man gewann auch gleich als WM-Debütant die Bronzemedaille. Davor Šuker wurde zudem mit sechs Treffern zum Torschützenkönig gekürt.

Doch diesem brisanten Einstieg folgte mit der Zeit nur Ernüchterung. Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland musste man sich in vier Turnieren dreimal vorzeitig mit einem Vorrunden-Aus als Drittplatzierter der Gruppe verabschieden. 2009 verpasste man sogar gänzlich die Qualifikation zur Fußball-WM.

Und so überraschte die Mannschaft rund um den Trainer Zlatko Dalić 2018 bei der WM in Russland mit einem 2. Platz und damit dem Gewinn der Silbermedaille. Man unterlag zwar der Auswahl Frankreichs deutlich mit 2:4 (1:2) im Finale, konnte sich aber zum Teil deutlich gegen Fußballnationen wie Argentinien und England durchsetzen. Auch den Gastgeber Russland bezwang man durch Elfmeterschießen im Viertelfinale.