Slawomir Paul „Slawo“ Freier (, * 26. Juli 1979 in Bytom, Polen) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -spieler. Während seiner aktiven Laufbahn spielte er in der Bundesliga für den VfL Bochum und bei Bayer 04 Leverkusen. Des Weiteren absolvierte er 19 Partien für die deutsche Nationalmannschaft. Seit 2015 war er bei verschiedenen Vereinen als Trainer im Jugendbereich tätig. Seit Sommer 2023 ist er Co-Trainer von Rot-Weiss-Essen.

Leben Kindheit, Jugend und Anfänge Paul Freier wurde am 26. Juli 1979 als Sławomir Paweł Freier im oberschlesischen Bytom geboren. Sein Vater Eugen war ebenfalls Fußballspieler und lief für Polonia Bytom auf, wo er später auch Jugendtrainer wurde. Freier wuchs in der Nachbarstadt Gliwice auf und begann mit dem Fußballspielen im Jahr 1984 bei ŁTS Łabędy. Über seine Kindheit in Oberschlesien sagte er gegenüber dem FC Schalke 04 folgendes: „Als ich aufgewachsen bin, mussten wir uns für Brot noch anstellen. Meine Eltern mussten immer am Ende des Monats schauen, wie sie noch genug zu essen für uns bekommen.“ Im Jahr 1990 wanderte die Familie in die Bundesrepublik Deutschland ins Sauerland, wo Verwandte lebten, aus und ließ sich in Arnsberg nieder. Da es für Sławomir keine Übersetzung gab, hieß er nun Paul Freier. Die deutsche Sprache erlernte Freier, der die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, über den Fußball, nach seiner Ankunft im Sauerland lief er für den SV Holzen und für den BSV Menden auf. Während seiner Jugend erhielt Freier ein Angebot, für die Jugendmannschaften von Borussia Dortmund zu spielen, doch sein Vater war zum einen der Meinung, dass ein Wechsel zu früh kommen würde, des Weiteren hatte dieser aufgrund seines Berufes nicht die Möglichkeit gehabt, seinen Sohn mehrmals pro Woche nach Dortmund zu fahren. 1996 wechselte Paul Freier dann in die Jugendabteilung des VfL Bochum.

VfL Bochum Für den VfL gab er am 5. November 1999 beim 2:0-Sieg gegen den SV Waldhof Mannheim in der 2. Bundesliga sein Profidebüt. Am Ende der Spielzeit stieg Freier mit den Bochumern in die Bundesliga auf. Für die Profimannschaft war er in dieser Spielzeit zu sechs Einsätzen ohne Torerfolg gekommen. Am 12. August 2000 absolvierte er mit seiner Einwechslung in der 75. Minute beim 1:0-Sieg am ersten Spieltag der Bundesliga-Spielzeit 2000/01 gegen den 1. FC Kaiserslautern sein Bundesliga-Debüt. Am 28. April 2001 erzielte er mit dem Treffer zum 1:0 beim 1:1 am 31. Spieltag im Revierderby gegen den FC Schalke 04 sein erstes Tor im Profifußball. Freier kam in dieser Spielzeit zu 22 Einsätzen und einem Torerfolg nebst zwei Torvorlagen. Der VfL stieg als Tabellenletzter wieder aus der Bundesliga ab.

In der Zweitliga-Spielzeit 2001/02 absolvierte Freier 30 Einsätze und erzielte sieben Tore; der VfL Bochum stieg am Ende der Spielzeit wieder in die Bundesliga auf. Die Bundesliga-Saison 2002/03 brachte für den rechten Außenstürmer den Durchbruch: Er kam im deutschen Oberhaus zu 30 Einsätzen und sieben Toren und etablierte sich in der deutschen Nationalmannschaft. In der Spielzeit 2003/04 belegte Freier mit dem VfL Bochum einen UEFA-Pokalplatz und ließ dabei die Revierrivalen FC Schalke 04 und Borussia Dortmund hinter sich. Freier belegte bei der Wahl zum FIFA-Weltfußballer des Jahres 2003 den 20. Platz – gemeinsam mit Ronaldinho, Fabio Cannavaro, Cafu, Robert Pirès und Rivaldo.

Bayer 04 Leverkusen In seiner ersten Spielzeit bei Bayer 04 Leverkusen stand Freier unter Trainer Klaus Augenthaler meist in der Startelf, agierte dort meist im rechten Mittelfeld und absolvierte 33 von 34 Ligapartien, in denen er sechs Tore sowie zehn Vorlagen beisteuern konnte. Bei den Rheinländern kam er auch zu seinen ersten Europapokaleinsätzen; in der Champions League schied die Mannschaft im Achtelfinale gegen den späteren Titelgewinner FC Liverpool aus.

In den folgenden beiden Spielzeiten 2005/06 und 2006/07 pendelte Paul Freier zwischen Startelf und Ersatzbank, kam letztlich jedoch beim Großteil der Spiele zum Einsatz. Für die Champions League konnte sich Leverkusen zwar nicht mehr qualifizieren, spielte jedoch im UEFA-Pokal. 2005/06 scheiterte man bereits in der ersten Runde an ZSKA Sofia, in den beiden Folgejahren erreichten Bayer 04 und Paul Freier jeweils das Viertelfinale.

2007/08, in seiner vierten und letzten Saison bei der „Werkself“, stand Freier – inzwischen unter Trainer Michael Skibbe – nur noch selten in der Startformation. In vier Jahren absolvierte Freier 146 Pflichtspiele für Bayer Leverkusen, erzielte 18 Treffer selbst und bereitete weitere 30 vor, zählte dort aber letztendlich nur selten zum Kreis der etablierten Stammspieler.

Rückkehr nach Bochum und Karriereende Zur Saison 2008/09 wechselte Freier zurück zum VfL Bochum, bei dem er einen Fünfjahresvertrag unterzeichnete. Er schlug dabei besser dotierte Angebote von Hertha BSC und von Hannover 96 aus. Zum Ende seiner ersten Spielzeit, in der er in der Hinrunde Stammspieler war, hatte er mit dem VfL die Klasse gehalten. Zum Ende der Saison 2009/10 stieg der VfL Bochum nach drei Trainerwechseln aus der Bundesliga ab. Während der Hinrunde der Zweitliga-Spielzeit 2010/11 verpasste er ab dem 14. Spieltag den Rest der ersten Saisonhälfte und den Großteil der Rückrunde. Als Tabellendritter qualifizierte sich der VfL Bochum für die Relegationsspiele, in denen die Westfalen an Borussia Mönchengladbach scheiterten. In der Saison 2011/12 verpasste er mit dem VfL Bochum erneut den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga; dieser sollte auch in den nächsten Jahren nicht gelingen.

Zum Ende der Zweitligasaison 2013/14 beendete Freier seine aktive Karriere. Seit seiner Rückkehr zum VfL hatte er in sieben Jahren 149 weitere Erst- und Zweitligaspiele absolviert.

Nationalmannschaft Paul Freier debütierte am 9. Mai 2002 in der Nationalmannschaft beim 7:0 in Freiburg im Breisgau gegen Kuwait. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2002 stieg er zum Stammspieler in der Nationalmannschaft auf und war auch Kandidat auf einen Platz im Kader zur EM 2004, konnte jedoch verletzungsbedingt nicht teilnehmen. Im Februar 2005 gab er unter Jürgen Klinsmann beim 2:2 im Freundschaftsspiel gegen Argentinien in Düsseldorf sein Comeback für die Nationalmannschaft. Danach wurde er eineinhalb Jahre nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert, ehe er im November 2006 von Joachim Löw für das EM-Qualifikationsspiel in Nikosia gegen Zypern nachnominiert wurde, allerdings nicht zum Einsatz kam. Im März 2007 spielte er im Freundschaftsspiel in Duisburg gegen Dänemark letztmals für die Nationalmannschaft.

Trainerkarriere Im Januar 2015 wurde Freier Co-Trainer der U16-Mannschaft des VfL Bochum. Offizielle Internetpräsenz des VfL Bochum, veröffentlicht am 13. Januar 2015, abgerufen am 16. Januar 2015 Mit der U19 der Bochumer wurde er in der Saison 2015/16 Dritter in der A-Junioren-Bundesliga West. Im Sommer 2016 wechselte er zum FC Iserlohn 46/49, dessen U19-Mannschaft er trainierte., abgerufen am 2. September 2016 Ab der Saison 2017/18 war er Co-Trainer der U19 des FC Schalke 04. Nach einer Saison beendete Freier die Arbeit beim FC Schalke 04 und trainierte für ein halbes Jahr die U16 des VfL Bochum, bevor er am 15. Januar 2019 aus privaten Gründen um sofortige Vertragsauflösung bat. Zur Saison 2019/20 kehrte er zum FC Iserlohn 46/49 zurück und übernahm den Trainerposten der U17-Mannschaft.Paul Freier zurück beim FC Iserlohn, Bericht in der Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung, 4. Mai 2019, abgerufen am 10. November 2019 Im Sommer 2021 wechselte Freier zur U-17 des SV Lippstadt 08. Seit Sommer 2023 ist Freier als Co-Trainer bei Rot-Weiss Essen in der 3. Liga tätig.

Sonstiges Paul Freier ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Die Familie lebt im Sauerland.

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Einzelnachweise

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