Vechelade ist ein Ortsteil der Gemeinde Vechelde im Landkreis Peine in Niedersachsen.
Geografie Vechelade liegt nördlich der Bundesstraße 1 (ehemalige Reichsstraße 1) zwischen Braunschweig (10 km) und Hildesheim (29 km). Kommunaler Bezugspunkt ist Vechelde (3 km); die Kreisstadt Peine (12 km) ist in direkter Nähe. Die nächste Bahnstation ist Vechelde an der Bahnstrecke Hannover–Braunschweig.
Geschichte mini|hochkant=0.6|Herzogin Elisabeth Sophie Marie,Gemälde von Christoph Bernhard Francke, vor 1729 Als „Vecheld’sche Lage“ wird auf einer Karte im Jahr 1724 der Ort bezeichnet, auf dem die neue Siedlung im Jahr zuvor gegründet wurde. Diese Bezeichnung hat der Landmesser nach dem Volksmund übersetzt aus „Vech’lah“. Ähnlich wurde der Name für Vechelde bereits 1145 geschrieben, denn er erscheint in einer Urkunde als „Vechtla“. Die Endsilbe „la“ oder „Iah“ ist von „loh“ abgeleitet und hatte in ältester Zeit die Bedeutung für „Wald“.
Vechelade wurde 1723 von Herzogin Elisabeth Sophie Marie (1683–1767) auf einer mit Eichen bestandenen Insel im Auebruch als Ansiedlung für Tagelöhner des fürstlichen Gutes Vechelde gegründet. Die Herzogin stellte die von ihr hier angesiedelten Einwohner unter ihren besonderen Schutz und gewährte ihnen Freiheiten. 1724 „Häuser auf der Vecheldschen Lage“ genannt, 1755 Vechelage, später Vechelade. Der Ort bestand ursprünglich aus zwei Straßen, die im Winkel aneinanderstießen. Durch Zuwanderungen entstand ein großes Dreieck, dessen Innenraum von Gärten (später auch Wohngebäuden) eingenommen wurde. Das Dorf zeigt zweigeschossige Arbeiterhäuser und einige kleine mitteldeutsche Streck- und Hakenhöfe. Vechelade gehörte stets zum Kerngebiet des Landes Braunschweig.
Bis zum Ersten Weltkrieg existierte in Vechelade ein großes Mietswohnhaus, „Kaserne“ im Volksmund genannt. Dieses Mehrfamilienhaus beherbergte Fremdarbeiter für die Jutespinnerei in Vechelde. Die Anzahl der Mieter soll sogar an die Einwohnerzahl von Fürstenau herangereicht haben.
Eingemeindungen Als bei der niedersächsischen Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 der Landkreis Braunschweig aufgeteilt wurde, kam Vechelade zum Landkreis Peine. Am 1. März 1974 verlor das Dorf außerdem seine Selbstständigkeit und bildet nun einen Ortsteil der Gemeinde Vechelde.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1723 0 1802 163 1847 253 1871 312 1877 283 Karl Andree: Geographie des Welthandels, 3. Band, Julius Maier, Stuttgart 1877, S. 751. 1910 377 1925 319 1933 323 1939 724 1954 431 Jahr Einwohner Quelle 1996 513 2007 487 2009 461 2011 457 2014 458 2017 540
Politik
Ortsrat Die 13 Sitze des Ortsrates Vechelde/Vechelade verteilen sich wie folgt: SPD CDU Grüne FDP Gesamt 202175–113 Sitze 2016 8 4 – 1 13 Sitze 2011 8 4 1 – 13 Sitze 2006 7 4 1 1 13 Sitze
Ortsbürgermeister Ortsbürgermeister ist Olaf Marotz (SPD).Ratsinformationssystem der Gemeinde Vechelde, abgerufen am 9. November 2016.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen 1797 wurde von den Vecheladern ein eigener Begräbnisplatz am Dorfrand eingerichtet. 1966 wurde auf dem Friedhof auch eine Friedhofskapelle errichtet.
Bildung 1896 wurde von der Gemeinde Vechelade eine eigene Schule errichtet. Erster Lehrer war der Hilfslehrer Fuhrmann und später bekleidete dieses Amt Paul Behmann, der dieses bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1942 ausübte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde im Jahre 1946 der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Als Lehrer wurde der aus dem Sudetenland vertriebene Hugo Herden eingestellt, der bis zur Schließung der Schule im Jahre 1969 den Schulunterricht betrieb.
Literatur Wilhelm Bornstedt: Chronik der Gemeinde Vechelde 973–1973. 2 Bde., Vechelde 1973. Heinrich Keune: books.google.de Dorf-Sippenbuch Vechelade. Goslar 1939 (= Die Ahnen des deutschen Volkes 15), 1158 Familien im Zeitraum 1730–1938 Rudolf Paes: Vechelade. 1723–1973. Bodenstedt 1973.
Weblinks
Website für den Ortsteil Vechelade Website der Gemeinde Vechelde Website für den Ort Vechelade
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Peine Kategorie:Ortsteil von Vechelde Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Peine) Kategorie:Gegründet 1723 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974