Die Rösner Holding GmbH ist die Konzernobergesellschaft, in deren vollständigem Besitz sich die Gameforge AG befindet. Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Karlsruhe. Die Gameforge AG ist ein Anbieter von Onlinespielen.
Vertrieben werden Spiele in über 75 Ländern. Ihr Portfolio beinhaltet client-basierte Massively Multiplayer Online Games (MMOs) wie Aion, Metin2, NosTale, Wizard101 oder Runes of Magic, browserbasierte Online-Games wie OGame und Ikariam.Die Spiele. In: corporate.gameforge.com, abgerufen am 12. Mai 2015. Im Jahr 2023 begann das Unternehmen zudem den digitalen Vertrieb von Single-Player-Spielen., Steam Store, Miezekatzen-Suche, abgerufen am 5. Januar 2024.
Geschichte
Gründung und Firmierung als Aktiengesellschaft mini|Historisches Logo 2003 bis 2007 mini|Historisches Logo 2008 bis März 2010 Das Unternehmen wurde im Dezember 2003 von Alexander Rösner und Klaas Kersting als Gameforge GmbH in Karlsruhe gegründet. Zu den ersten Spielen des Unternehmens gehörte das Browserspiel OGame, das Alexander Rösner selbst entwickelt hatte.
Im September 2006 ist das Unternehmen in die Rechtsform der Aktiengesellschaft unter der Firma Gameforge AG umgewandelt worden. Diese fungiert als Holding der hundertprozentigen Tochterfirmen Gameforge 4D GmbH, die seit 2005 für die Lizenzierung und Vermarktung client-basierter MMOs wie Metin2 zuständig ist, der Gameforge Productions GmbH, welche Browserspiele wie OGame oder Ikariam entwickelt und vermarktet, sowie weiterer Tochterfirmen.Gameforge GmbH wird zur Aktiengesellschaft. Auf: galaxy-news.de, aufgerufen am 27. August 2009.
Frühe Entwicklungen
Die Jahre von 2006 bis 2010 waren von einem starken Wachstum der Spieler- und Mitarbeiterzahlen geprägt. Hatte Gameforge 2007 noch 100 Mitarbeiter, waren es Ende 2008 schon 200, Ende 2009 360 Mitarbeiter und 2010 rund 450 Mitarbeiter (gut 650 inkl. der Beteiligung an der Frogster Interactive Pictures). Im November 2011 gab das Unternehmen eine Neuausrichtung der internen Strukturen bekannt.Große Neustrukturierung bei Gameforge Auf: browsergame-magazin.de, aufgerufen am 14. Oktober 2012. Im Zuge der Integration von Gameforge und Frogster wurden die operativen Einheiten zusammengelegt, die Belegschaft verkleinert und Produkte eingestellt, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. 2009 erreichte das Unternehmen die Marke von 100 Mio. registrierten Spielern, 2010 wuchs die Zahl auf 200 Mio. an, 2011 auf 300 Mio.
Das Unternehmen gründete 2007 seine erste ausländische Niederlassung, Gameforge France SARL mit Sitz in Paris. Nach Aufkauf des insolvent gegangenen französischen Entwicklerstudios Nevrax durch Gameforge übernahm das Unternehmen das Spiel The Saga of Ryzom.. Auf: gamaxx.de, aufgerufen am 27. August 2009. Vgl. Gameforge übernimmt MMOG „The Saga of Ryzom“. Auf: galaxy-news.de, aufgerufen am 27. August 2009. Dies wurde jedoch nur ein mäßiger Erfolg, sodass Ryzom 2009 weiterverkauft wurde. Gameforge besaß daneben weitere Niederlassungen im Ausland, darunter Gameforge Holding Malta Ltd. mit Sitz in Pietà und Gameforge SARL mit Sitz in Paris. Im November 2007 wagte Gameforge als erstes deutsches Online-Games-Unternehmen den Sprung in die USA und gründete Gameforge Productions Inc. mit Sitz in San Francisco.Gameforge springt über den Teich. In: deutsche-startups.de, abgerufen am 7. Juni 2009. Vgl. Gamesforge goes USA. In: gamessphere.de, abgerufen am 27. August 2009.
Im April 2008 gab Gameforge die Gründung des ersten von insgesamt vier Entwicklerstudios bekannt.Gameforge gründet Entwicklerstudio in Hamburg. In: gamessphere.com, abgerufen am 27. August 2009. Ticking Bomb Games mit Sitz in Hamburg sollte mehrere PC-Spiele entwickeln, welche dann von Gameforge vermarktet werden sollten. Geschäftsführer sind Tobias Severin und Marco Schultz, welche beide bereits auf langjährige Erfahrung im Bereich Spielentwicklung zurückblicken können. Als Berater wurde Ralf C. Adam eingestellt, welcher in 16 Jahren Berufserfahrung bereits an mehreren Spielen wie Sacred, Gothic II und SpellForce beteiligt war. Das erste Spiel der Entwickler, Gilde1400, ein auf dem PC-Spiel Die Gilde basierendes Browserspiel, wurde Ende Oktober 2009 veröffentlicht und befand sich für zwei Wochen in der Beta-Phase, bevor es veröffentlicht wurde.Ende Januar 2009 folgte die Gründung des zweiten Entwicklerstudios, Rough Sea Games, mit Sitz in Mannheim. Es sollte ebenso wie Ticking Bomb Games die Entwicklung von PC- und Browserspielen übernehmen. Als Geschäftsführer wurde diesmal Matthias Schindler gewählt, der bereits seit 15 Jahren in der Spiele-Entwicklung tätig ist.Neben den Studios in Hamburg und Mannheim betrieb das Unternehmen zudem mit Steroid Interactive (Mainz) und Inflammables (Heidelberg) zwei weitere Entwicklerstudios. Alle vier Studios wurden jedoch schrittweise abgebaut: Die Niederlassungen in Hamburg, Mainz und Mannheim wurden zum 1. Januar 2011 verkauft, Inflammables nach dem Ende von Hellbreed Ende 2011 geschlossen.Hellbreed – Kostenloses Action-Rollenspiel wird eingestellt. In: gamestar.de, abgerufen am 15. Oktober 2012.
Seit November 2008 betreibt das Unternehmen das Portal Gameforge.com (ehem. „MMOGame.com“), auf dem die Spiele von Gameforge mit Informationen und Bildmaterial auf einer gemeinsamen Plattform gebündelt sind.Das neue MMOGAME-Portal. In: board.ogame.de, abgerufen am 18. November 2011. Auf dem Portal können Spieler ihre Spielzugänge verwalten.. In: de.gameforge.com, abgerufen am 19. Januar 2011. Im Laufe der Zeit wurde das Portal um zusätzliche Funktionen wie Freundeslisten, Achievements und Spielstatistiken erweitert.
Ende des Jahres 2008 gab das Unternehmen die Gründung eines Tochterunternehmens in den Vereinigten Staaten in Kooperation mit der Frogster Interactive Pictures AG bekannt. Gameforge sollte dabei mit 75 % der Hauptbeteiligte sein und mit dem Kauf von 470.000 Aktien einen Anteil von bis zu 20 % an Frogster erwerben. Dieses Joint-Venture kam jedoch wegen Interessenskonflikten in der Ausgestaltung der Details nicht zustande. Das Unternehmen entschied sich, mit einem eigenen Tochterunternehmen, der Frogster America Inc., in den USA aktiv zu werden.Frogster America Inc. Founded in San Francisco. In: ign.com, abgerufen am 14. Oktober 2012
Jüngere Geschichte Im März 2010 wurde überraschend der Ausstieg des bisherigen CEOs der Gameforge AG Klaas Kersting bekannt gegeben. Weshalb der Mitgründer das Unternehmen verließ, wurde nicht öffentlich. Kersting „stehe Gameforge weiterhin freundschaftlich und beratend zur Seite“, hieß es in einem kurzen Firmenstatement.Gameforge-Gründer Kersting tritt ab. In: deutsche-startups.de, abgerufen am 20. März 2010. Vgl. Kersting verlässt Gameforge. In: Gamesmarkt, abgerufen am 20. März 2010.
Im Laufe des Jahres 2010 übernahm das Unternehmen einen Mehrheitsanteil an der Frogster Interactive Pictures AG und baute seine Anteile in der Folge weiter aus. Am 3. Juli 2012 wurde die Umfirmierung der Tochtergesellschaft Frogster Interactive Pictures AG und ihrer Tochterfirmen bekanntgegeben. Frogster ist in Gameforge Berlin AG umbenannt worden, die Tochtergesellschaft Frogster Online Gaming GmbH wurde mit der Gameforge Berlin AG verschmolzen. Frogster America Inc. ist in Gameforge America Inc. und die Frogster Pacific GmbH in Gameforge Pacific GmbH umbenannt worden.Nach Exit: Frogster heißt bald Gameforge Auf: gruenderszene.de, augberufen am 15. Oktober 2012.
Beginnend ab 2011 machte sich eine zunehmende Sättigung der gesamten Branche breit. Betrug der Umsatz im Jahr 2010 noch 133 Millionen Euro, so wuchs er im Jahr 2011 auf nur 140 Millionen Euro an, obwohl die Spielerzahl von 200 Millionen (August 2010) auf 300 Millionen (August 2011) um die Hälfte anstieg. Dies führte unter anderem zur Entlassung von rund 100 Mitarbeitern im November 2011, außerdem wurden die kurz zuvor gestarteten Spiele Hellbreed und Mythos eingestampft, die Produktion des im Vorfeld vielbeachteten Star Trek: Infinite Space zurückgestellt und, nach erfolgloser Suche eines Co-Publishers, ein Jahr darauf endgültig eingestellt. Beim aufgekauften Publisher Frogster kam es 2011 sogar zu einem Umsatzrückgang von 16 % im Vergleich zum Vorjahr. Ähnliche Probleme hatten auch Konkurrenten wie Zynga und Bigpoint, wo es ebenfalls zu Entlassungswellen und Schließungen von Niederlassungen und Spielen kam.
Im Januar 2012 verkaufte das Unternehmen seine Tochterfirma Chili Entertainment GmbH für einen nicht näher genannten Betrag an Hitfox. Damit veräußerte Gameforge auch das Online-Werbeportal Ad2Games.Hitfox übernimmt Ad2Games. In: oglabs.de, abgerufen am 9. Februar 2012.
Im zweiten Halbjahr 2012 wagte sich Gameforge auch auf den Mobile-Games-Markt. Mit zunächst fünf Spielen der ersten Generation, die sich im Spielprinzip stark ähneln, tat man einen ersten Schritt. Diese Spiele können gratis heruntergeladen werden und finanzieren sich über einen eingebauten Shop. Anfang 2013 wurde zudem mit Crystal Runner: The Forgotten Caves ein deutlich komplexeres Handyspiel der zweiten Generation veröffentlicht, das allerdings eine Gebühr für die Installation verlangt. Handyspiele sollen im Jahr 2013 bereits mehrere Millionen Euro zum Konzernumsatz beitragen.Die Zukunft ist mobil: Gameforge startet im Mobile-Gaming durch. In: corporate.gameforge.com, abgerufen am 14. Februar 2013.Weiters wurde mit Special Force II das erste Shooter-Spiel der Firma lizenziert.Special Force II – European publisher announced. In: mmoculture.com, abgerufen am 14. Februar 2013 (englisch). Das letzte noch mit einem Pay-to-play-Modell geführte Spiel der Firma, TERA, das mit monatlichen Kosten für die Spielnutzung verbunden ist, wurde im Februar 2013 auf das sonst übliche Free-to-play-Modell umgestellt. Damit sind wieder alle Spiele der Firma kostenlos spielbar und finanzieren sich ausschließlich durch Micropayments.
Im November 2012 wurde bekannt, dass die Marketingabteilungen der Standorte Berlin und Karlsruhe zusammengelegt wurden, wodurch in Berlin 20 Stellen in den Bereichen Marketing, PR und Business Development abgebaut wurden.20 Stellen bei Gameforge in Berlin gestrichen. Auf: mmofacts.de, aufgerufen am 14. Juni 2013. Im gleichen Monat gab das Unternehmen eine Trennung von dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden der Gameforge Berlin AG, Seth Iorio, bekannt.Iorio verlässt Gameforge. Auf: mediabiz.de, aufgerufen am 14. Juni 2013. Eine Schließung des Standortes Berlin wurde jedoch nicht in Betracht gezogen. In: gamesindustry.biz, abgerufen am 14. Juni 2013. Am 22. April 2013 teilte Gameforge dann mit, dass der Standort Berlin mit Wirkung zum 30. September 2013 aufgelöst wird. Als Gründe gab das Unternehmen organisatorische und wirtschaftliche Motive an.. Auf: gamesindustry.biz, aufgerufen am 14. Juni 2013. Laut CEO Alexander Rösner wurde den verbleibenden rund 150 Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung am Standort Karlsruhe angeboten. In: gamesindustry.biz, abgerufen am 14. Juni 2013.