Storoschynez (; , , ) ist eine ehemalige Rajonshauptstadt in der ukrainischen Oblast Tscherniwzi. Sie liegt etwa 22 km südwestlich von Czernowitz auf der linken Uferseite des Sereth im heute zur Ukraine gehörenden Nordteil der Bukowina. mini|links|Blick auf das Rathaus im Ort mini|links|Storozynetz, Strada Budenița um 1900

Name Der Name der Stadt leitet sich vom slawischen Wort сторожь, "Wächter" ab.

Geschichte Die Stadt wurde 1448 zum ersten Mal schriftlich erwähnt und gehörte bis 1774 zum Fürstentum Moldau, dann bis 1918 zur Habsburgermonarchie, ab 1849 im Kronland Bukowina. 1854 bekam der Ort das Marktrecht zugesprochen, seit 1904 auch das volle Stadtrecht als Bezirkshauptstadt mit dem Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts. 1886 wurde die Eisenbahnstrecke Hliboka – Berhomet am Sereth mit Bahnhof im Ort eröffnet. Dieser besteht bis heute.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kam die Stadt zu Rumänien (im Kreis Storojineț). Im Zuge der Annexion der Nordbukowina am 28. Juni 1940 wurde sie ein Teil der Sowjetunion (dazwischen 1941 und 1944 wiederum zu Rumänien) und ist seit 1991 ein Teil der Ukraine.

In Storoschynetz machten die Juden zusammen mit den deutschen Einwohnern lange ungefähr die Hälfte der Stadtbevölkerung aus, die andere Hälfte bestand vor allem aus Rumänen und Ukrainern. Beim Zensus 1930, als der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung zu Gunsten des Rumänischen bereits gefallen war, gaben von den rund 8700 Einwohnern der Stadt 36,4 % Rumänisch, 19,6 % Jiddisch, 17,4 % Deutsch, 13,6 % Ukrainisch und 10,4 % Polnisch als Muttersprache an.archive.org Die jüdische Bevölkerung nahm schon unter rumänischer Herrschaft ab, der Großteil wurde dann in den Jahren 1941 bis 1943 deportiert und ermordet.

Verwaltungsgliederung Am 29. September 2016 wurde die Stadt zum Zentrum der neu gegründeten Stadtgemeinde Storoschynez (Сторожинецька міська громада/Storoschynezka miska hromada). Zu dieser zählen auch die 16 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen DörferВідповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад": у Чернівецькій області у Сторожинецькому районі im Rajon Storoschynez; bis dahin bildete sie die Stadtratsgemeinde Storoschynez (Сторожинецька міська рада/Storoschynezka miska rada).

Am 22. September 2017 kamen noch die Dörfer Dibriwka, Kossowanka, Nowa Schadowa und Stara Schadowa zur Stadtgemeinde.Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Чернівецькій області у Сторожинецькому районі

Am 12. Juni 2020 kam noch das Dorf Roptscha zur Stadtgemeinde,Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 729-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Чернівецької області" seit dem 17. Juli 2020 ist der Ort ein Teil des Rajons Tscherniwzi.Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX "Про утворення та ліквідацію районів"

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Storoschynez Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch rumänisch deutsch Banyliw-Pidhirnyj Банилів-Підгірний Банилов-Подгорный (Banilow-Podgorny) Bănila pe Siret Moldauisch Banilla Bobiwzi Бобівці Бобовцы (Bobowzy) Bobeşti Bobestie Dawydiwka Давидівка Давыдовка (Dawydowka) Davideni Dawideny Dibriwka Дібрівка Дубровка (Dubrowka) Dumbrava – Jasseny Ясени Ясени (Jasseni) Căbeşti Kabestie Komariwzi Комарівці Комаровцы (Komarowzy) Comăreşti Komarestie Kossowanka Косованка Косованка Cosovanca Kosowanka Kostynzi Костинці Костинцы (Kostinzy) Costeşti Kostestie Nowa Schadowa Нова Жадова Новая Жадова (Nowaja Schadowa) Jadova Nouă Neu Żadowa Nowi Broskiwzi Нові Бросківці Новые Бросковцы (Nowyje Broskowzy) Broscăuţii Noui Neu Broschkoutz Panka Панка Панка Panca Panka Roptscha Ропча Ропча Ropcea Ropcze Sabolottja Заболоття Заболотье (Sabolotje) – – Sloboda-Komariwzi Слобода-Комарівці Слобода-Комаровцы (Sloboda-Komarowzy) Slobozia-Comăreştilor Komarestie-Slobodzia Srub-Komariwskyj Зруб-Комарівський Сруб-Комаровский (Srub-Komarowski) Trei Movile – Stara Schadowa Стара Жадова Старая Жадова (Staraja Schadowa) Jadova Żadowa

Personen Töchter und Söhne der Stadt

Georg von Flondor (1826–1892), Politiker Theodor von Flondor (1862–1908), Musiker und Dirigent Gheorghe Grigorovici (1871–1950), Journalist und Politiker Alfred Margul-Sperber (1898–1967), Dichter Georg Onciul (1904–1981), Komponist, Musikwissenschaftler, Jurist Radu Paladi (1927–2013), Komponist, Pianist und Dirigent

Ehrenbürger Oktavian Regner von Bleyleben (1866–1945), österreichisch-ungarischer Verwaltungsjurist.Hof- und Staatshandbuch der Österreichisch-Ungarischen Monarchie 1918, S. 519. Demeter von Tuschinski (1870–1952), Präsident des rumänischen Oberlandesgerichts Czernowitz.Ueberreichung der Storozynetzer Ehrenbürgerdiploms an Oberpräsident Dr. von Tușinschi In: Czernowitzer Allgemeine Zeitung, 11. März 1926, S. 3.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Oblast Tscherniwzi Kategorie:Rajon Tscherniwzi Kategorie:Ersterwähnung 1448 Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1904 Kategorie:Ort am Sereth