Die österreichische Fußballmeisterschaft 2009/10 der Herren war die 99. Spielzeit einer höchsten österreichischen Profi-Meisterschaft (Bundesliga) sowie die 35. Spielzeit einer zweithöchsten Spielklasse (Erste Liga). Die Bundesliga begann am 17. Juli 2009 und endete am 13. Mai 2010 mit der 36. Bundesligarunde. Auftaktspiel war das Match zwischen dem SC Magna Wiener Neustadt und SK Austria Kärnten im Wiener Neustädter Stadion. Österreichischer Meister wurde der FC Red Bull Salzburg, der seinen Titel somit erfolgreich verteidigte. Es war dies der sechste Titel für die Salzburger und der dritte seit der Übernahme des Vereins durch die Red Bull GmbH. Meister der zweithöchsten Spielklasse, die am 11. Juli 2008 mit allen sechs Partien begann und am 29. Mai 2009 endete, wurde der FC Wacker Innsbruck, der damit nach zwei Jahren wieder in die höchste Spielklasse zurückkehrte. Sieger des österreichischen Fußball-Cups 2009/10, der zum 75. Mal stattfand, wurde der SK Sturm Graz.
Saisonergebnis Saisonergebnis in der Meisterschaft In der höchsten Spielklasse, der tipp3-Bundesliga, spielten zehn Teams um drei internationale Startplätze, einen Champions-League-Platz (zweite Qualifikationsrunde) und zwei Europa-League-Plätze (zweite Qualifikationsrunde). Darüber hinaus musste der Letztplatzierte in die zweithöchste Liga, die ADEG Erste Liga, absteigen. Während Red Bull Salzburg sich mit dem Meistertitel den Champions-League-Platz sicherte, bekamen Vizemeister FK Austria Wien und der Drittplatzierte SK Rapid Wien einen Startplatz in der Europa-League-Qualifikation. Der SK Sturm Graz sicherte sich mit dem Cup-Sieg den letzten Europa-League-Startplatz für Österreich (dritte Qualifikationsrunde). Der Letztplatzierte, der seit der 32. Runde als SK Austria Kärnten feststand, hätte in die zweitklassige Erste Liga absteigen müssen. Da den Kärntner aus wirtschaftlichen Gründen seitens der Bundesliga keine Lizenz erteilt wurde, muss der SK Austria Kärnten direkt in die Regionalliga Mitte absteigen. Torschützenkönig wurde Steffen Hofmann (Rapid Wien) mit 20 Toren (davon vier Elfmetertore), der sich als nomineller Mittelfeldspieler gegenüber allen Stürmern durchsetzte.
In der ADEG Ersten Liga spielten zwölf Teams um einen Aufstiegsplatz in die Bundesliga. Des Weiteren mussten die drei letztplatzierten Vereine je nach Zugehörigkeit in die Regionalligen Ost, Mitte oder West absteigen. Im Duell um den Meistertitel und somit um den Aufstieg in die Bundesliga, konnte sich Wacker Innsbruck vor dem FC Admira Wacker Mödling und dem im Vorjahr abgestiegenen SCR Altach behaupten. Wegen einer neuen Klassenreform, die besagt, dass zweite Mannschaften von Bundesligavereinen nicht mehr für die zweithöchste Leistungsstufe zugelassen sind, standen bereits vor Beginn der Saison die Amateure von Red Bull Salzburg und Austria Wien als Fixabsteiger fest. Der Neuntplatzierte der Ersten Liga, der First Vienna FC 1894, hätte in einer Relegation gegen den Meister der Regionalliga West, den SV Grödig um den Klassenerhalt antreten müssen. Aufgrund der Tatsache, dass dem SK Austria Kärnten die Bundesligalizenz verweigert wurde, durften die Wiener ohne Relegation in der Ersten Liga verbleiben. Der letztplatzierte FC Dornbirn 1913 stieg nach einem Jahr wieder in die Regionalliga ab. Torschützenkönig wurde Patrick Bürger vom aufgestiegenen TSV Hartberg mit 18 Treffern (davon vier Elfmetertore).
In den drei Regionalligen Ost, Mitte und West spielten je 16 Klubs um jeweils einen Platz für die Relegationsspiele um den Aufstieg in die Erste Liga. In dieser Relegation hätte der Meister der Regionalliga Ost gegen jenen der Regionalliga Mitte antreten sollen. Da der Meister der Regionalliga Ost, der FC Waidhofen/Ybbs, jedoch keinen Lizenzantrag stellte und die Amateure der Admira als Zweitplatzierte wegen der neuen Klassenreform nicht antraten durften, spielte schlussendlich der SC-ESV Parndorf 1919 als Drittplatzierter gegen den Meister der Regionalliga Mitte, den WAC/St. Andrä, der sich gegen Parndorf durchsetzte. Der Meister der Regionalliga West, der SV Grödig, hätte in der Relegation gegen den Neuntplatzierten der Ersten Liga, den First Vienna FC 1894, spielen müssen, doch entfiel diese Relegation wegen der Nichterteilung der Lizenz für den SK Austria Kärnten. Der SV Grödig qualifizierte sich damit ein Jahr nach dem Abstieg aus der Ersten Liga wieder für diese. Weiters mussten ursprünglich die jeweils drei letztplatzierten Mannschaften nach Zuordnung in eine der neun Landesligen absteigen. Da Parndorf in der Regionalliga Ost den Aufstieg nicht schaffte und die Amateure der Austria Wien von der Ersten Liga abstiegen, musste ein weiterer Verein absteigen. Ebenso musste in der Regionalliga West ein weiterer Verein den Gang in die Landesliga antreten, da aus der Ersten Liga zwei Vereine abstiegen. In der Regionalliga Mitte kam es wegen internen Klubproblemen ebenfalls zu vier Absteigern. Torschützenkönig der Regionalliga Ost wurde Jailson Severiano Alves (SC-ESV Parndorf 1919) mit 19 Toren (davon ein Elfmetertor), der Regionalliga Mitte Gerald Hack (SC Weiz) mit 26 Toren (davon drei Elfmetertore) und der Regionalliga West Armin Hobel (WSG Wattens) mit 31 Toren (davon zwei Elfmetertore).
Saisonergebnis im Europa-Cup Für den ÖFB traten in der Saison 2009/10 der FC Red Bull Salzburg in der UEFA Champions League (zweite Qualifikationsrunde) sowie in der neu gestalteten UEFA Europa League der FK Austria Wien (dritte Qualifikationsrunde), der SK Rapid Wien und der SK Sturm Graz (jeweils zweite Qualifikationsrunde) an. Die Anzahl der Startplätze sowie der Zeitpunkt des Einstieges werden durch die UEFA-Fünfjahreswertung geregelt. Österreich belegte vor dieser Saison Platz 20.
Der FC Red Bull Salzburg, der von der UEFA als FC Salzburg gelistet wird, erhielt in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League den irischen Meister Bohemians Dublin zugelost, den die Salzburger knapp mit 1:1 (H) und 1:0 (A) besiegten. In Runde drei traf der FC Salzburg auf den kroatischen Meister Dinamo Zagreb. Es folgte wiederum ein 1:1-Unentschieden zu Hause, doch mit dem 2:1-Auswärtssieg sicherten sich die Salzburger den Einzug in das Play-off. Dort wartete der israelische Meister Maccabi Haifa, dem die Salzburger sowohl im Hinspiel als auch im Rückspiel mit 1:2 (H) und 0:3 (A) unterlegen waren. Trotz verpasster Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League durften die Salzburger als Verlierer des Play-offs in der Gruppenphase der Europa League weiterspielen. Dort bekamen es der FC Salzburg in Gruppe G mit dem FC Villarreal (spanischer Fünfter), Lazio Rom (italienischer Pokalsieger) und Lewski Sofia (bulgarischer Meister) zu tun. Überraschend gewannen die „Mozartstädter“ alle sechs Partien als bisher einzige Mannschaft in der Europa League. Im Sechzehntelfinale wurde den Salzburgern der belgische Meister Standard Lüttich zugelost. Auswärts verlor der FC Salzburg mit 2:3, konnte den Aufstieg im Rückspiel mit einem 0:0 nicht mehr fixieren und schied so aus dem internationalen Bewerb aus.
Der FK Austria Wien trat in der dritten Qualifikationsrunde der Europa League zuerst auswärts gegen den serbischen Pokalsieger FK Vojvodina Novi Sad an. Nach einem 1:1 konnten die Austrianer im Rückspiel mit einem 4:2 in das Play-off einziehen. Dort wurde dem Verein der ukrainische Vierte Metalurh Donezk zugelost. Mit einem 2:2 auswärts, schaffte es der FK Austria Wien in der Verlängerung das Heimspiel 3:2 zu gewinnen. In Gruppe L bekamen es die „Veilchen“ mit Werder Bremen (deutscher Pokalsieger), Athletic Bilbao (spanischer Cup-Verlierer) und Nacional Funchal (portugiesischer Vierter) zu tun. In dieser Gruppe errang der FK Austria Wien je ein Remis daheim gegen Nacional Funchal (1:1) und daheim gegen Werder Bremen (2:2) und schied als Letztplatzierter aus.
Der SK Rapid Wien traf in der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League auf KS Vllaznia Shkodra (albanischer Zweiter), den sie mit 5:0 (H) und 3:0 (A) bezwangen. In Runde drei wartete der zypriotische Pokalsieger APOP Kinyras Peyias, den die Rapidler mit 2:1 daheim und auswärts in der Verlängerung mit 2:2 schlugen. Somit zog der SK Rapid Wien in das Play-off ein. Dort bekamen sie mit den englischen Sechsten, Aston Villa, zugelost. Aufgrund der Auswärtstorregel stiegen die Rapidler mit einem 1:0 (H) und 1:2 (A) in die Gruppenphase auf. Dort traf die Mannschaft in der Gruppe C auf den Hamburger SV (deutscher Fünfter), Celtic Glasgow (schottischer Meister) und Hapoel Tel Aviv (israelischer Pokalsieger). Die „Hütteldorfer“ erreichten trotz eines guten Starts (3:0 daheim gegen den Hamburger SV und 1:1 auswärts gegen Celtic Glasgow) nur noch am letzten Spieltag ein 3:3 daheim gegen die Schotten und schieden als Letztplatzierte aus.
Der SK Sturm Graz musste in der zweiten Qualifikationsrunde der Europa League gegen den bosnischen Cup-Verlierer NK Široki Brijeg ran, den die Grazer mit einem 2:1 (H) und 1:1 (A) ausschalteten. In Runde drei trafen sie auf den montenegrinischen Pokalsieger OFK Petrovac, den sie mit 1:2 (A) und 5:0 (H) bezwangen. So zog auch der SK Sturm Graz als vierter österreichischer Verein in das Play-off ein. Gegen den ukrainischen Dritten Metalist Charkiw erreichten die Grazer daheim ein 1:1-Unentschieden. Durch einen 1:0-Auswärtssieg qualifizierten sich die Grazer für die Gruppenphase. In Gruppe F trat der SK Sturm Graz gegen Galatasaray Istanbul (türkischer Fünfter), Panathinaikos Athen (griechischer Dritter) und Dinamo Bukarest (rumänischer Dritter) an. Dort waren die „Blackies“ die einzige Mannschaft, die Gruppensieger Galatasaray Istanbul mit einem 1:1 auswärts und einem 1:0-Sieg daheim Punkte abknöpfen konnte. Jedoch verloren sie alle anderen Partien und schieden als Letztplatzierte aus.
Insgesamt gesehen war die Saison 2009/10 die Beste seit langem. Alle vier Klubs schafften den Einzug in die Gruppenphase der Europa League, verloren jedoch alle bis auf den FC Salzburg. Für die Salzburger war eine Runde später ebenfalls Schluss. Österreichs Vereine errangen zusammen 20 Siege (davon zwölf in Qualifikation), 13 Remis (davon sieben in Qualifikation) und 15 Niederlagen (davon drei in Qualifikation). Dies ergibt für die UEFA-Fünfjahreswertung insgesamt 37,5 Punkte, die durch die Anzahl der teilnehmenden Teams ausgerechnet 9,375 ergeben. Somit war Österreich die acht-erfolgreichste Nation in der Saison 2009/10, rutschte aber nur auf Platz 19 vor, da die Punkte der ebenfalls guten Saison 2004/05 wegfielen.
Erste Leistungsstufe – Bundesliga
mini|Meisterteller der österreichischen Fußball-Bundesliga mini|hochkant=1|Sky Österreich übertrug alle Spiele live Die Bundesliga, die höchste Spielklasse im österreichischen Fußball, wurde in der Saison 2009/10 zum insgesamt 90. Mal ausgetragen. Sie wurde wie im Vorjahr von Tipp3 als Hauptsponsor und von T-Mobile Austria als Subsponsor unterstützt. Die offizielle Ligabezeichnung lautete daher tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile.
Aufsteiger aus der Ersten Liga war der 2008 neu formierte SC Magna Wiener Neustadt, der damit schon im zweiten Vereinsjahr in der höchsten Spielklasse Österreichs vertreten ist. Zugleich ist nach drei Saisonen wieder ein niederösterreichischer Verein in der Bundesliga. Der SC Magna Wiener Neustadt ersetzte den SCR Altach, der 2008/09 abgestiegen war. Mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg waren so alle österreichischen Bundesländer in der Bundesliga vertreten. Wien, Oberösterreich und die Steiermark stellten dabei jeweils zwei Vereine.