Die Brunnisach ist ein rund zwölf Kilometer langer, in den Bodensee fließender Fluss im baden-württembergischen Bodenseekreis im Süden Deutschlands.

Geographie Oberläufe miniatur|links|Am Hepbacher-Leimbacher Ried entsteht die Brunnisach Die Brunnisach entsteht etwa einen Kilometer südwestlich von Markdorf-Hepbach am unter Naturschutz stehenden Hepbacher-Leimbacher Ried auf etwa aus dem Zusammenfluss des rechten Entengrabens und des linken Langenwiesengrabens. Der mit seinem Oberlauf Zwerchbach zusammen längere und auch einzugsgebietsreichere Entengraben entwässert den bis über hohen Südostabfall des Gehrenbergs ungefähr südwärts, während der in beider Hinsicht kleinere Langenwiesengraben den Abfluss eines allenfalls hohen Hügellandes im Süden zuführt.

Verlauf Von ihrem Ursprung an fließt die Brunnisach anfangs etwa westlich bis hinter Markdorf-Leimbach, wo sie sich am Zufluss des Muldenbachs aus dem Norden auf längeren ungefähren Südlauf kehrt. Auf diesem fließt sie zwischen dem Markdorfer Ort Markdorf im Osten und dem Friedrichshafener Weiler Lipbach im Westen hindurch, berührt anschließend auf Friedrichshafener Gebiet Kluftern am Westufer und Efrizweiler am östlichen. Zuletzt mündet sie auf im Hafen von Fischbach in den Bodensee.

Auf den 10,1 km zwischen ihrem Zusammenfluss und ihrer Mündung fällt die Brunnisach um etwa 41 Höhenmeter, was einem mittleren Sohlgefälle von nur etwa 0,4 ‰ entspricht.

Einzugsgebiet Die Brunnisach hat ein Einzugsgebiet von 24,5 km², dessen höchster Punkt nahe der Quelle des Zuflusses Muldenbach auf dem hohen Gipfel des Gehrenbergs liegt. Es gehört, naturräumlich gesehen, insgesamt zum Unterraum Bodensee-Jungmoränenland des Subalpinen Jungmoränenlandes.

Daten Die Brunnisach ist durchschnittlich einen Meter breit, ihre Fließgeschwindigkeit liegt bei 0,3 m/s.Die Brunisach, ASV Friedrichshafen

Gewässerkorrektion und Renaturierung Die Brunnisach wurde in den 1880er Jahren auf den Gemarkungen von Markdorf, Riedheim, Lipbach, Kluftern und Efrizweiler begradigt.Deutsche Bauzeitung Jahrgang 1885, Sonderdruck „Entwässerungs-Anlage bei Markdorf in Baden“, Kultur-Inspektor Lubberger in Konstanz So floss der Bach in diesem Bereich 100 Jahre in einem begradigten Bachbett, ehe man im Zuge einer Renaturierung auf einem kurzen Abschnitt beim Lettenhof unterhalb der Ortschaft Riedheim einen mäandrierenden natürlichen Bachlauf wieder herstellte und durch gesetzliche Vorgaben des Gewässerschutzes, die Verbauungen und Regulierungen von Bachläufen untersagen, sich die Brunnisach nach und nach wieder einen natürlichen Bachlauf schafft. Die Brunnisach wurde mehrmals mit Gülle durch die umliegende Landwirtschaft verunreinigt, Kleinstorganismen im Gewässer abgetötet und dadurch auch der Lebensraum für Fische wegen Nahrungsmangel zerstört. Der Bach benötigt nach solchen Verunreinigungen mehr als ein Jahrzehnt, um sich wieder zu erholen. Verschiedene Reinigungsaktionen der örtlichen Vereine und Schule befreiten das Gewässer von Müll und anderen Verunreinigungen. Die Aktionen liefen unter dem Begriff „Puzete“ (zum Beispiel 2005 durch die Grundschule Kluftern).Gülle fließt in die Brunnisach, Südkurier, 29. Juli 2008

Fischerei Die Brunnisach weist vereinzelt Fischbestand auf (Seeforelle, Döbel, Äsche, Barbe und andere Weißfische). Vor allem Jungfische sind oft in diesem Gewässer, da ausreichend Nahrung vorhanden ist. Im Sommer ist Fischerei jedoch kaum möglich, da der Bach dann sehr wenig Wasser führt. Auch durch die zahlreichen ökologischen Unfälle war es eine Zeit lang nicht möglich, die Brunnisach zu bewirtschaften. Der Angelsportverein (ASV) Friedrichshafen bewirtschaftet den Fluss auf einer Länge von drei Kilometern., Angelsportverein (ASV) Friedrichshafen, BUND – Geschäftsstelle Markdorf, 9. Juli 2013

Kunst und Kultur Die Brunnisach selbst ist Bestandteil des Ortsrundweges KlufternOrtsrundweg Kluftern, Ortsverwaltung Kluftern. Dieser Ortsrundweg beinhaltet einen Kunstrundweg mit Plastiken zum Thema Tor. So wurden über die Brunnisach beim Lettenhof auf einer Brücke das „Weidentor“ und vor der Bahnunterführung der Lettenstraße der blaue Bogen „Brunnisach“ aufgestellt.

Nach der Brunnisach ist die Narrenzunft Fischbach benannt, die Brunnisach-Hexen.Brunnisach-Hexen Fischbach e. V.Broschüre Kluftern, 2007 erhältlich im Rathaus Kluftern

Siehe auch Bodenseepfad, Abschnitt Kluftern

Literatur Broschüre Kluftern, 2007 (Rathaus Kluftern). Mayers Taschenlexikon in 24 Bänden. Meyer Verlag, 1984 Stichwort: Baden. Mitteilungsblatt Kluftern, Primoverlag, Juni 2005, KW 25. Diercke Weltatlas, Verlag: Westermann, 4. Auflage, 2000, ISBN 3-14-100600-8.

Einzelnachweise

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