mini|Ausblick auf die Stadt Kotscherinowo () ist eine Stadt im Westen Bulgariens, in der Oblast Kjustendil. Obwohl Kotscherinowo nur 8 km nördlich von Blagoewgrad liegt, gehört es nicht mehr zur Oblast Blagoewgrad. Kotscherinowo ist das Verwaltungszentrum der gleichnamigen Gemeinde Kotscherinowo.
Toponymie Die Wurzel des Ortsnamens ist „Kotscher“ (bulg. „кочер“), deutsch für Schuppen/Verschlag/Schweinestall. Ähnliche Ortsnamen mit dieser Wurzel sind: in Bulgarien: Kotscherowo in der Nähe von Goze Deltschew (Stadt) in Bosnien und Herzegowina: Kočerin bei Široki Brijeg in Russland: Kotscherowo (russ. Кочерово) Dorf im Beljow-Rajon in der Oblast Tula Dorf im Nerechta-Rajon in der Oblast Kostroma Dorf im Moschenskij-Rajon in der Oblast Nowgorod Dorf im Nowodugino-Rajon in der Oblast Smolensk Dorf im Bolschow selo-Rajon in der Oblast Jaroslawl Dorf im Krasny Cholm-Rajon in der Oblast Twer Dorf im Torschok-Rajon in der Oblast Twer in der Ukraine: das Dorf Kotscherowo (russ. Кочерово) im Radomyschl-Rajon in der Oblast Schytomyr
Geografie Die Stadt Kotscherinowo liegt etwa 72 Kilometer Luftlinie südsüdwestlich der Hauptstadt Sofia im Tal des von Osten aus dem Rilagebirge kommenden Flusses Rila knapp vier Kilometer nordwestlich von deren Mündung in die in Nord-Süd-Richtung fließende Struma auf 392 Metern über dem Meer. Das Stadtgebiet, das 18,515 Quadratkilometer umfasst, liegt an der Straße, die zum Kloster Rila führt und 2 Kilometer östlich der Europastraße 79 Sofia–Thessaloniki. Gut vier Kilometer nordöstlich von Kotscherinowo liegt das eingemeindete Dorf Stob mit den Pyramiden von Stob.
Geschichte Der Name des Ortes wurde erstmals 1878 erwähnt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde im nahegelegenen und heute eingemeindeten Dorf Barakowo das große Sägewerk der Gebrüder Balabanow errichtet. Im Jahr 1916 erhielt der Ort erstmals einen Bahnanschluss durch Errichtung der Heeresfeldbahn Radomir–Petritsch, die um eine Zweigstrecke zum Sägewerk ergänzt wurde. Diese wiederum wurde 1918 bis zum Kloster Orliza und 1924 zum Kloster Rila verlängert. 1933 erhielt der Ort die Zusage für Fördermittel aus dem staatlichen Fonds „Kooperativer Bau öffentlicher Schulen“ (Кооперативни строежи на народни училища). 1937 war die Bahnlinie durch das Strumatal auf Normalspur umgespurt und ermöglichte dadurch kürzere Reisezeiten und höhere Transportkapazitäten, was die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes vorantrieb. 1974 wurde Kotscherinowo zur Stadt erklärt und Barakowo eingemeindet, 1991 jedoch wieder abgetrennt. Nur um später mit den weiteren Orten Stob, Porominowo, Mursalewo, Frolosch, Zarwischte, Dragodan, Borowets, Buranowo und Krumowo in die nunmehr 182,3 Quadratkilometer große Gemeinde Kotscherinowo erneut eingegliedert zu werden.
Wirtschaft und Infrastruktur Bis vor einigen Jahren war der Tabakanbau die Haupteinkommensquelle der Bewohner von Kotscherinowo. Sehr viele Einwohner arbeiteten auch im Papier- und Verpackungswerk „Nikola Wapzarow“, das nach der Rückübereignung jedoch den Betrieb eingestellt hat. Jetzt gibt es einen Nähbetrieb, eine Brikettfabrik und einen Konditoreibetrieb.
Kotscherinowo hat einen Bahnhof bei Streckenkilometer 112,330 der Bahnstrecke Sofia–Kulata, der früher auch Ausgangspunkt der Schmalspurbahn Kotscherinowo–Rilski Manastir zum Kloster Rila war. Seit Eröffnung des Abschnittes Dupniza–Blagoewgrad am 22. Oktober 2015 besteht über die Anschlussstelle 85 der Awtomagistrala Struma rund 4 Kilometer südlich des Ortes Anschluss an das Autobahnnetz. Bis dahin war die ebenfalls im Strumatal verlaufende Republikstraße I-1 die Fernstraßenverbindung Richtung Hauptstadt oder in den Süden. Von dieser zweigt die Straße dritter Klasse III-107 ab, die Kotscherinowo durchquert und durch das Rilatal zum Kloster Rila führt.
Sehenswürdigkeiten Denkmal für die Gefallenen der Balkankriege (1912–1913) und des Ersten Weltkriegs (1915–1918) (Anmerkung: Bulgarien trat erst 1915 auf der Seite der Mittelmächte in den Ersten Weltkrieg ein.) Denkmal für die gefallenen russischen Soldaten des 124. Regiments aus Woronesch im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877 bis 1878. Denkmal für die gefallenen Soldaten im Zweiten Weltkrieg
Der Stadtfeiertag ist jährlich am 21. September.
Persönlichkeiten Der Dichter und Kommunist Nikola Wapzarow (1909–1942) hat in den 1930er Jahren als Heizer und später als Mechaniker in der Fabrik „Bulgarische Forstindustrie AG“ gearbeitet. 1936 wurde er entlassen.
Weblinks
Website der Gemeinde Kotscherinowo (bulgarisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Kjustendil