mini|Kupferstich „Schlos, Stadt und Dorff Alsleben an der Saale“ von Dreyhaupt, 1750 mini|Schloss Alsleben, erbaut 1689, ehemals Adelsgeschlecht von Krosigk mini|Rathaus mit Markt (erbaut 1879/80 als drittes Rathaus), links Turmspitze der Stadtkirche, verdeckt durch ehemaliges Pfarrhaus als gelber Klinkerbau an der Ecke mini|Saaltor

Alsleben (Saale) () ist eine Stadt in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geografie Die Stadt liegt am Westufer der unteren Saale, 51 Kilometer vor deren Mündung in die Elbe. Westlich von Alsleben steigt das Gelände allmählich an und geht in die Vorberge des Unterharzes über. Im Norden beginnt die Magdeburger Börde, ein flachwelliges, landwirtschaftlich intensiv genutztes Gebiet. Östlich und südöstlich von Alsleben schließt sich hügeliges Gelände links und rechts der Saale an. Die Stadt liegt im Naturpark Unteres Saaletal. Umgeben wird Alsleben von den Nachbargemeinden Plötzkau im Norden, Könnern im Osten und Süden sowie Aschersleben im Westen.

Geschichte Alsleben (historisch manchmal auch: Alschleben)Matthäus Merian: Topographia Saxoniae Inferioris (Frankfurt, 1653); Seite 22 (books.google.de) wurde schon früh besiedelt und diente als Grenzburg gegen die Sorben. In deren Nähe befand sich das Dorf Alt-Alsleben und eine zweite Siedlung, aus der sich die spätere Stadt entwickelte. Gero von Alsleben gründete im Jahr 979 ein vom Nienburger Mutterkloster abhängiges Benediktinerkloster, das dem Nienburger Annalista Saxo zufolge im Jahr 1104 abbrannte. Gero von Alsleben war vermutlich ein Verwandter des Markgrafen Gero. Burg und Siedlung Alsleben sind wahrscheinlich Anfang des 10. Jahrhunderts durch Schenkung von Otto I. in den Besitz des Grafen Gero gelangt.

Die reichsunmittelbare Grafschaft Alsleben regierte nach Geros Tod dessen Schwiegersohn Siegfried I. Nach dem Tod des letzten Grafen von Alsleben, Heinrich I. im Jahr 1126 kam die Grafschaft 1128 an das Erzstift Magdeburg. Durch den Erzbischof Günther II. von Schwarzburg wurde sie im Jahr 1438 an Karl von Krosigk verpfändet. 1479 erfolgte die Belehnung der Familie von Krosigk mit der Grafschaft.Heinz Zschäckel: Die Poplitzer Linie derer von Krosigk. In: Civitas Alslebiensis Alsleben/Saale e. V. – Heimatverein Alsleben an der Saale, Jahrgang 1992, Heft 2, S. 35–38.Anni Kloß: Zur Erinnerung an Heinrich Ferdinand von Krosigk. In: Civitas Alslebiensis Alsleben/Saale e. V. – Heimatverein Alsleben an der Saale, Jahrgang 2013, Heft 24, S. 21–24.

Seit dem 12. Jahrhundert, spätestens seit 1479 verfügte Alsleben über Stadtrecht. Zur Stadtflur gehören die Wüstungen Börnicke, Drosine, Wirl und Bornstädt.

Mit dem Anfall des Erzstifts Magdeburg an Brandenburg-Preußen wurden 1680 die Kurfürsten von Brandenburg (ab 1701 Könige in/von Preußen) neue Landesherren des nun Herzogtum Magdeburg genannten Gebiets. Die Mediatstadt Alsleben gehörte zum Saalkreis.Die Mediatstadt Alsleben im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 122

Das Schloss in Alsleben ist eines der Wahrzeichen der Schifferstadt. Es wurde von Heinrich von Krosigk 1689 neu erbaut. Der Besitz der Familie von Krosigk kam 1747 durch Verkauf an Fürst Leopold von Anhalt-Dessau, ohne dass davon die preußische Landeshoheit berührt wurde. Der Herrschaftssitz blieb lange Zeit erhalten, war aber zu DDR-Zeiten eine FDGB-Gewerkschaftsschule. Nach der deutschen Wiedervereinigung blieb das Gebäude, von einem Bernburger Bauunternehmer käuflich erworben, bislang ungenutzt.

Unmittelbar neben der Stadt Alsleben gab es das gleichnamige Dorf, das auch das alte Dorf vor Alsleben oder Altdorf Alsleben genannt wurde. Zu diesem einstigen Pfarrdorf gehörte auch ein Rittergut bzw. ein Ökonomieamt des Herzogs von Anhalt-Dessau. Dem „Fürstlich Anhalt-Dessauischen Amt Alsleben“ mit Sitz im Dorf Alsleben gehörten die Gerichtsbarkeit über Stadt und Dorf Alsleben, über einen Gasthof in Mukrena sowie über einige Häuser in Alsleben an.Das Amt Alsleben im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 129 Mit dem Frieden von Tilsit wurden Stadt und Dorf Alsleben im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Die Orte kamen zum Kanton Alsleben. Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis.

Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurden Stadt und Dorf Alsleben im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Mansfelder Seekreis zugeordnet. 1822 hatte Alsleben 1474 Einwohner in 218 Häusern, das Dorf Alsleben 970 Einwohner in 146 Häusern. 1893/1895 wurden das Dorf Alt-Alsleben am Schlackenbach, der Schlossbezirk und die nördlich davon entwickelte Stadt zur Stadt Alsleben zusammengeführt.Bernhard Gremler: Unterirdische Gänge am Schloss zu Alsleben. In: Civitas Alslebiensis Alsleben/Saale e. V. – Heimatverein Alsleben an der Saale, Jahrgang 1992, Heft 1.

Von 1992 bis 2003 wurden im Stadtgebiet umfangreiche städtebauliche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, die im Auftrag der Stadt von der Sachsen-Anhaltinischen Landesentwicklungsgesellschaft (SALEG) betreut wurden. Außer Instandsetzungsmaßnahmen bei zahlreichen sanierungsbedürftigen Gebäuden wurde dabei insbesondere das frühere Stadtbild wiederhergestellt, wie zum Beispiel durch Rekonstruktion der Fassade des ehemaligen Hotelgebäudes Hotel Deutsches Haus am Markt gegenüber dem Rathaus.Vgl. Stadt Alsleben (Hrsg.): Stadt Alsleben. 1030jähriges Stadtjubiläum (973–2003). 11 Jahre Städtebauliche Sanierung im ländlichen Bereich (1992–2003). Faltblatt, Stadt Alsleben, März 2003; PDF-Dokument, abgerufen am 9. April 2011.

Am 1. Juli 1950 erfolgte die Umgliederung der Stadt vom Mansfelder Seekreis in den Landkreis Bernburg. Von 1952 bis 2007 lag Alsleben im Kreis Bernburg (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 2007 gehört die Stadt zum Salzlandkreis.

Seit 1993 ist Gnölbzig ein Ortsteil von Alsleben. Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Alsleben zur Verwaltungsgemeinschaft Alsleben, danach zur Verwaltungsgemeinschaft Saale-Wipper mit Verwaltungssitz in Güsten. Die Verwaltungsgemeinschaft wurde am 1. Januar 2010 durch die Verbandsgemeinde Saale-Wipper abgelöst, deren Sitz weiterhin in Güsten ist.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 2.870 2005 2.731 2010 2.564 2015 2.526 2020 2.552 Jahr Einwohner 2021 2.545 2022 2.620 2023 2.550 2024 2.526 2025 2.518

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Stadtrat Der Stadtrat von Alsleben besteht aus 14 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 52,9 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 55,6 % 8 67,1 % 9 Unabhängige Wählervereinigung Alsleben (Saale) 10,6 % 2 29,1 % 4 FDP 17,0 % 2 3,8 % 1 Die Linke 16,8 % 2 – – Insgesamt 100 % 14 100 % 14

Bürgermeister 2008–2020: Reinhard Schinke (CDU) 2021–2025: Alexander Siersleben (CDU) ab 2026: Anja Twietmeyer (CDU)

Schinke wurde bei der Bürgermeisterwahl am 6. September 2015 mit 67,2 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Er starb im November 2020.

Siersleben wurde bei der Bürgermeisterwahl am 24. Januar 2021 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 24. Januar 2021 Er trat im Juni 2025 von seinem Amt zurück.

Twietmeyer wurde bei der Bürgermeisterwahl am 16. November 2025 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 16. November 2025 Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61

Wappen und Flagge Das Wappen wurde am 7. September 1994 vom Regierungspräsidenten des Regierungsbezirkes Dessau genehmigt und unter der Nr. 45/1994 im Landesarchiv Sachsen-Anhalt registriert.

Blasonierung: „In Silber drei (2:1) schneckenförmig gewundene rote Aale.“

Die Aale sind nicht das einzige Wappen, das die Stadt Alsleben führte. In den Jahren 1500 bis 1734 ist nachweislich die Führung von drei Roten Rosen (stilisiert) 2:1 im Wappen gewesen.

Die älteste bekannte Darstellung ist auf einem Siegelstempel vom Jahre 1734 zu finden. „Dieser zeigt auf einem mehrfach ausgeschweiften barocken Schilde drei ringförmig gewundene, zwei über einen gestellte Aale und zwar, wie sich aus anderweitigen Darstellungen ergibt, von schwarzer Farbe auf rotem Felde.“ Weiter heißt es, dass die Aale nicht echt, sondern das Erzeugnis eines Missverständnisses und eigentlich rote Rosen seien, welche dem Wappen der Herren von Alsleben, die nach Ausweis von Brakteaten drei rote Rosen in weißem Felde als Wappen führten.Vortrag von Hermann Größler. In: Mansfelder Blätter. Jg. 1902, S. 1953.

Einer anderen Quelle kann entnommen werden, dass das Wappen der Stadt von einem Grafen Heinrich herrührt, der 1126 starb. Sein Siegel war ein quergestelltes Schild. Im oberen roten Felde ist ein aufsteigender Löwe, im unteren weißen Felde drei heraldische Rosen. Das Geschlecht der Grafen von Alsleben-Stade, das noch in der Altmark ansässig war, führte dasselbe Wappen.Auszug aus einem Schriftwechsel mit dem Rat des Kreises Bernburg vom 19. Januar 1983.

Die Flagge der Stadt Alsleben (Saale) zeigt die Farben Rot-Weiß mit dem Wappen.

Städtepartnerschaft Partnergemeinde der Stadt Alsleben ist Rhauderfehn im südlichen Ostfriesland.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Aussichtsturm auf dem „Kringel“ zu Alsleben mini|Alsleben vom Aussichtsturm: Rathaus, Kirchen, Schule, beide Mühlen, Saalebrücke, Werft, Schleuse mini|Stadtkirche St. Cäcilie in Alsleben, daneben ehemaliges Pfarrhaus (gelb) sowie Rathaus mit Turm mini|Katholische Kirche St. Elisabeth in Alsleben mini|Dorfkirche St. Johannes und St. Gertrud in Alsleben

Alsleben besitzt drei historische Kirchengebäude für evangelische und katholische Christen: die Stadtkirche St. Cäcilie (geschlossen), die Dorfkirche St. Johannes und St. Gertrud und die katholische Kirche St. Elisabeth.Manfred Brien: Evangelische Kirchgemeinde Alsleben. In: Civitas Alslebiensis Alsleben/Saale e. V. – Heimatverein Alsleben an der Saale, Jahrgang 1992, Heft 2, S. 12–14.Gerhard Wagner: Zuwanderer in Alsleben. Die Entstehung der kath. Gemeinde. In: Civitas Alslebiensis Alsleben/Saale e. V. – Heimatverein Alsleben an der Saale, Jahrgang 1992, Heft 2, S. 30–33.

In der historischen Altstadt von Alsleben sind schmale, verwinkelte Straßen und Gassen sowie Schlippen wie die Humpeltreppe erhalten.Brigitte Haberland: Straßen, Häuser, Menschen und Schicksale. In: Civitas Alslebiensis Alsleben/Saale e. V. – Heimatverein Alsleben an der Saale, Jahrgang 1992, Heft 1.Brigitte Haberland: Straßen, Häuser, Menschen und Schicksale. In: Civitas Alslebiensis Alsleben/Saale e. V. – Heimatverein Alsleben an der Saale, Jahrgang 2000, Heft 12, S. 2–14.

Entlang an Sportplatz und Freibad führt der Saaleradwanderweg. Nach Süden erstreckt sich als Erhebung längs der Saale der bewaldete „Kringel“ mit seinen Spazier- und Wanderwegen, auf dessen höchstem Punkt sich ein restaurierter, besteigbarer Aussichtsturm mit äußerem Umlauf befindet („Wasserturm“). Dieser ermöglicht einen weiten Rundumblick: nach Süden in Richtung Halle (Saale) bis zum Petersberg, nach Norden Bernburg mit seinen charakteristischen Türmen unmittelbar zu sehen, in westlicher Richtung liegt der Unterharz als Mittelgebirge, an dessen Horizont bei guter Sicht auch der Brocken erkennbar ist.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft