mini|Mediothek von 1984, in der Spiegelung zu erkennen das Hauptgebäude von 1928 mini|Ursprungsgebäude des ESG bis zum Neubau in den 1920er Jahren mini|hochkant|Blick von der schuleigenen Sternwarte auf das Hauptgebäude mini|hochkant|Maurerkelle, mit der König Friedrich Wilhelm IV. 1852 den Grundstein des ESG legte mini|hochkant|Theodor Rumpel, erster Direktor des ESG von 1851 bis 1868 Das Evangelisch Stiftische Gymnasium (kurz ESG) ist eines der beiden Gymnasien in der Kreisstadt Gütersloh mit 1157 Schülern im Schuljahr 2022/23.

Geschichte Gegründet wurde das Gymnasium und das Alumnat 1851 als Privatschule aus einer Initiative pietistisch eingestellter Protestanten. 1852/53 wurde ein Schulgebäude in Fachwerkbauweise errichtet. 1854 erklärte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. das ESG zu einem öffentlichen Gymnasium mit den besonderen Rechten eines Kuratoriums. Dieses bis zum heutigen Tage gültige Privileg ermöglicht dem Kuratorium, Einfluss sowohl auf die inhaltliche Ausgestaltung der Schule als auch auf deren Personalauswahl zu nehmen.

1871 rief Johannes Kuhlo, der Gründer der evangelischen Posaunenchorbewegung in Deutschland, am ESG den Gymnasial-Posaunenchor Gütersloh – heute einer der ältesten Schulposaunenchöre Deutschlands – ins Leben. 1878 gründete sich am ESG der erste Fußballverein im heutigen Nordrhein-Westfalen, der Gymnasial-Spielverein Gütersloh. Die protestantischen Wurzeln der Anstalt sind bis heute im Schulsiegel zu erkennen, welches ein Kreuz mit dem lateinischen Spruch In hoc signo vinces zeigt, sowie an der Inschrift Soli Deo Gloria über dem Haupteingang.

Anlässlich des 75. Jubiläums der Schule verfasste der Schuldirektor Friedrich Fliedner (1883–1953) 1926 eine Festschrift über die Geschichte der Schule und eine Liste der Kuratoren, Lehrer und Abiturienten.

Am 17. August 1926 wurde hinter dem zu klein gewordenen Altbau der Grundstein für einen Neubau nach Entwürfen von Gustav Kassbaum gelegt; während der Bauarbeiten wurde der Altbau weitergenutzt. Nach dem Umzug des Schulbetriebs in den am 31. Juli 1928 eingeweihten Neubau wurde die alte Schule abgerissen, wodurch zwischen Neubau und Straße ein Vorplatz entstand. Die Gesamtkosten für den Neubau samt Inneneinrichtung lagen bei 778.000 RM. Das Hauptgebäude wurde 1984 unter Denkmalschutz gestellt und mit der Denkmalnummer A 042 in die Liste der Baudenkmäler in Gütersloh eingetragen.

Die jüngere Geschichte ist insbesondere durch verschiedene Kooperationen mit der im Jahre 1977 von Reinhard Mohn gegründeten Bertelsmann Stiftung geprägt (1980–1999). Ihr verdankt die Schule u. a. eine eigene Mediothek (seit 1984) und die schrittweise Einführung von Laptops als reguläres Arbeitsmittel eines jeden Schülers (Beginn: 1997/98).

Heute Die Schule wurde wegen steigender Schülerzahlen mehrmals baulich erweitert. Einige Jahrgängen wiesen sechs Klassen auf. Insgesamt besuchen derzeit ca. 1200 Schüler die Schule, an der aktuell 84 Lehrer unterrichten. Die Schule wird von Martin Fugmann geleitet. Seit dem Schuljahr 2011/12 ist das ESG ab dem 7. Jahrgang mit je zwei Klassen bilingual (Englisch). Zunächst wird das Fach Geschichte, in Klasse 8 und 9 Biologie und Erdkunde in der Fremdsprache unterrichtet. Seit November 2013 ist das ESG „IB World School“ und bietet den Abschluss des International Baccalaureate (IB) an.

Neben dem regulären Fachunterricht bietet die Schule eine Reihe außerunterrichtlicher Aktivitäten an. Die vormals rein religiöse Erziehung wurde um Musik, Literatur und Kunst sowie Sport ergänzt. Hierbei sind insbesondere der traditionsreiche Gymnasial-Posaunenchor GüterslohWebsite des Gymnasial-Posaunenchors. und die Kantorei zu erwähnen.

Seit 1999 bietet die Schule ihren Schülern die Möglichkeit, mit einem persönlichen Laptop zu lernen. Wurden zuerst nur einzelne „Laptop-Klassen“ gebildet, besteht seit 2004 für jeden Schüler der Stufe 7 die Möglichkeit, an dem Projekt teilzunehmen. Die Geräte werden dabei für jede Stufe einheitlich über die Schule geleast und gehen nach der Stufe 10 in das Eigentum der Schüler über. In den Jahrgängen 2011 und 2012 entschieden sich die jeweiligen Elternvertreter für Geräte der Toshiba Portégé R700-Serie.Arbeiten mit Laptops. esg-guetersloh.de, Kopie auf web.archive.org

Schulleiter Von 2010 bis 2016 wurde das Gymnasium vom Schulleiter Friedhelm Rachner geführt, ab Beginn des Schuljahres 2016/17 steht Oberstudiendirektor Martin Fugmann dem Gymnasium vor.

Bekannte Personen Auswahl, nach Geburtsjahren sortiert Kuratoren Carl Bertelsmann (1791–1850), Buchhändler in Gütersloh Johann Heinrich Volkening (1796–1877), Pastor in Jöllenbeck Immanuel Friedrich Sander (1797–1859), Pastor in Elberfeld Clamor Huchzermeyer (1809–1899), Vorsitzender des Kuratoriums 1851–1898, Pastor in Schildesche Jérôme von Schlotheim (1809–1882), Oberregierungsrat in Minden, später Regierungs-Vizepräsident in Potsdam Theodor Rumpel (1815–1885), Direktor der Schule 1851–1868 Wilhelm Klingender (1817–1876), Direktor der Schule 1868–1876 Karl Kuhlo (1818–1909), Pastor in Berlin Louis von Schell (1818–1890), Bürgermeister von Gütersloh 1862–1874 Wilhelm von der Reck (1819–1910), Erbmarschall auf Obernfelde August Dietrich Rische (1819–1906), Kirchenrat in Ludwigslust in Mecklenburg Heinrich Bertelsmann (1827–1887), Verlagsbuchhändler in Gütersloh Wilhelm Niemöller (1831–1915), Ehrenbürger von Gütersloh Theodor Schmalenbach (1831–1901), Superintendent in Mennighüffen Karl von Westhoven (1832–1920), Konsistorialpräsident in Münster Theodor Braun (1833–1911), lutherischer Theologe, Generalsuperintendent der Neumark und Niederlausitz in der Kirchenprovinz Brandenburg; Lehrer und Schulpfarrer 1859–1884 Julius Rothfuchs (1838–??), Direktor der Schule 1877–1887 Julius Möller (1840–1928), Vorsitzender des Kuratoriums 1912–1921, Pastor der Schule in Gütersloh Ernst Lünzner (1842–1907), Direktor der Schule 1887–1907 Johannes Mohn (1856–1930), Verlagsbuchhändler in Gütersloh Wilhelm von Ledebur (1859–1930), Abitur 1879, Landrat im Kreis Lübbecke Wilhelm Zoellner (1860–1937), Abitur 1879, Generalsuperintendent in Münster Gottfried Bartels (1866–1945), Abitur 1886, Vorsitzender des Kuratoriums 1921–1936, Konsistorialpräsident in Münster Reinhold Nebert (1866–1921), Direktor der Schule 1911–1921 Gustav Tummes (1870–1941), Bürgermeister von Gütersloh 1908–1935 Dodo zu Inn- und Knyphausen (1877–1967), Landrat im Kreis Rastenburg Friedrich Fliedner (1883–1953), Direktor der Schule 1922–1945 Friedel Kreft († 1999), Richter am Bundesgerichtshof; Schüler 1918–1927, später über 50 Jahre lang Kurator Sigbert Mohn (1918–2002), Vorsitzender des Kuratoriums 1969–1993

Direktoren und Lehrer mini|hochkant|Reinhold Nebert, Direktor von 1911 bis 1921 Theodor Rumpel (1815–1885), Direktor der Schule 1851–1868 Wilhelm Klingender (1817–1876), Direktor der Schule 1868–1876 Theodor Braun (1833–1911), Lehrer und Schulpfarrer 1859–1884 Julius Rothfuchs (1839–1914), Direktor der Schule 1877–1887 Julius Möller (1840–1928), Pastor der Schule Ernst Lünzner (1842–1907), Direktor der Schule 1887–1907 Hermann Eickhoff (1853–1934), Lehrer 1880–1883 Theodor Müller-Fürer (1853–1913), Geschichtslehrer 1878–1885 Otto Maaß (1866–1943), Lehrer 1907–1921 Reinhold Nebert (1866–1921), Direktor der Schule 1911–1921 Bernhard Bavink (1879–1947), Lehrer 1904–1912 Friedrich Fliedner (1883–1953), Direktor der Schule 1922–1945 Wilhelm Florin (1894–1944), Pastor der Schule 1929–1937 Heinz Beck (1900–1981), Lehrer 1926–1948, Maler Hans Hilbk (1925–2013), Direktor 1972–1987, Pädagoge und Heimatforscher Carl Theodor Hütterott (1926–2023), Musiklehrer und Stimmerzieher ab 1960, Komponist Ulrich Engelen (* 1944), Schulleiter 1987–2010

Schüler Hermann Cremer (1834–1903), Abitur 1853, lutherischer Theologe, Professor in Greifswald Friedrich König (1835–1914), Abitur 1855, Präses der Westfälischen Provinzialsynode, Superintendent Otto Funcke (1836–1910), Abitur 1857, evangelischer Pfarrer, erfolgreicher christlichen Volkserzähler Carl von Oertzen (1836–1890), mecklenburgischer Gutsbesitzer, Kammerherr und Drost Julius zur Nieden (1837–1910), Abitur 1855, Oberbaurat, Direktionsmitglied der Königlichen Eisenbahn-Direktion Berlin Eduard Arnold Veerhoff (1838–1908), Abitur 1858, lutherischer Pastor, Schulrektor Nikolaus von Baudissin (1838–1917), Abitur 1858, Landrat in Pommern Gottlob Engelhard von Nathusius (1838–1899), Abitur 1858, Polizeipräsident in Posen August Schreiber (1839–1903), Abitur 1860, Pfarrer, Missionar Udo zu Stolberg-Wernigerode (1840–1910), Abitur 1858, Reichstagspräsident August Weihe (1840–1896), Abitur 1860, Mediziner, Homöopath Theodor Jellinghaus (1841–1913), Abitur 1861, evangelischer Theologe, Missionar, Pfarrer Wolrad Wolff (1842–1934), Abitur 1862, lutherischer Geistlicher, Oberhofprediger in Mecklenburg-Schwerin Wilhelm Schlüter (1844–1930), Abitur 1863, Arzt, Ehrenbürger von Gütersloh Ernst Symons (1845–1922), Abitur 1863, Philologe Heinrich von Eicken (1846–1890), Abitur 1868, Historiker, Staatsarchivar Jan Karafiát (1846–1929), Abitur 1866, Pfarrer Jordan von Kröcher (1846–1918), Abitur 1865, Reichstagsabgeordneter, Präsident des Preußischen Abgeordnetenhauses Hermann Jellinghaus (1847–1929), Abitur 1866, Sprachforscher, Volkskundler Hermann Osthoff (1847–1909), Abitur 1865, Sprachwissenschaftler Gustav von Velsen (1847–1923), Abitur 1866, Oberberghauptmann Eduard Goecker (1848–1931), Abitur 1867, Pastor Traugott Hahn Sr. (1848–1939), Abitur 1867, lutherischer Pastor und Volksmissionar Hermann Eickhoff (1853–1934), Abitur 1871, lutherischer Theologe, Pädagoge, Lokalhistoriker Albert Klingender (1853–1924), Abitur 1871, Pastor, Superintendent Theodor Müller-Fürer (1853–1913), Abitur 1873, Lehrer, Journalist Johannes Kuhlo (1856–1941), Abitur 1875, lutherischer Theologe, Gründer des ESG-Posaunenchors Johannes Mohn (1856–1930), Abitur 1874, Verleger Ernst von der Recke (1858–1939), Abitur 1878, Landrat des Kreises Eckernförde Wilhelm von Ledebur (1859–1930), Abitur 1879, Landrat des Kreises Lübbecke Wilhelm Philipps (1859–1933), Abitur 1879, Theologe, Vorsteher der Stadtmission in Berlin Peter Conze (1860–1939), Abitur 1880, Jurist, Unterstaatssekretär Reinhold Schmaltz (1860–1945), Abitur 1878, Tierarzt, Hochschullehrer Wilhelm Zoellner (1860–1937), Abitur 1879, lutherischer Theologe, Vorsitzender des Reichskirchenausschusses (RKA) der Deutschen Evangelischen Kirche Walter Rauschenbusch (1861–1918), Abitur 1883, Theologe, führender Vertreter des Social Gospel Hans Schöttler (1861–1945), Abitur 1879, Theologe, Generalsuperintendent Otto Dieffenbach (1862–1919), Abitur 1881, Elektrochemiker Theodor Rumpel (1862–1923), Abitur 1881, Internist Friedrich August von Hanau (1864–1940), Abitur 1886, bayerischer Kammerherr, Major Wilhelm Lentrodt (1864–1914), Abitur 1886, Schriftsteller Walther Stein (1864–1920), Abitur 1884, Diplomatiker, Historiker Karl Steiniger (1864–1947), Abitur 1884, Jurist, Politiker (DNVP) Johannes Kessler (1865–1944), Abitur 1884, evangelischer Pfarrer, Autor mehrerer patriotischer Werke Arnold von Laer (1865–1924), Abitur 1885, Landrat des Kreises Springe Friedrich Graf von der Schulenburg (1865–1939), Abitur 1886, Politiker (DNVP/NSDAP), SS-Obergruppenführer mini|Abiturklasse Ostern 1887, u. a. Alexander Cartellieri (mittlere Reihe, 3. von links) Gottfried Bartels (1866–1945), Abitur 1886, Konsistorialpräsident in Westfalen Alfred Christlieb (1866–1934), Abitur 1887, evangelischer Theologe Paul Siller (1866–1950), Abitur 1884, Reichskommissar Alexander Cartellieri (1867–1955), Abitur 1887, Historiker, Professor für Geschichte in Jena Friedrich Langewiesche (1867–1958), Abitur 1886, Lehrer, Turner, Sammler, Heimat- und Naturforscher Gustav von Quadt-Wyckrath-Hüchtenbruck (1867–1929), Abitur 1886, Landrat Daniel Thilo (1867–1929), Abitur 1887, Ministerialrat im Reichspostministerium