Preußdorf ist eine mittelalterliche Wüstung nordwestlich von Lehnsdorf im heutigen Brandenburg.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 332)
Geografische Lage Die ehemalige Dorfstelle lag am Ende eines von der Straße Lehnsdorf–Mützdorf nach Westen abzweigenden Weges, etwa 600 Meter von dieser entfernt. Flurnamen wie Wöhrtchen, Puhlwöhrtchen und Kurze Wöhrte erinnern an die frühere Siedlung.
Geschichte und Etymologie Etymologie Der Ort ist unter verschiedenen Namensformen überliefert: In den Jahren 1419/1420 als priestörff, im Jahr 1455 als Pristorff und 1791 als Preußdorf. Die Bedeutung des Namens ist unklar.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 134, ISBN 3-937233-17-2.
Geschichte Preußdorf gehörte vor 1426 bis etwa 1550/1552 zur Vogtei beziehungsweise Pflege und zum Amt Rabenstein. Danach unterstand die wüste Feldmark bis in das 19. Jahrhundert dem Amt Belzig Rabenstein.
1419/1420 war Preußdorf vermutlich noch bewohnt. Der Richter besaß das Gericht mit drei Hufen, während ein weiterer Einwohner eine Hufe zu Lehen innehatte. Im Jahr 1506 war der Ort bereits wüst gefallen. Fünf Einwohner aus Lehnsdorf entrichteten Zinsen von der wüsten Feldmark, und ein Einwohner hatte das wüste Gericht zur Nutzung inne. 1565 befand sich die gesamte Dorfmark von Preußdorf im Besitz der Gemeinde Lehnsdorf. Ein Vierhufner besaß die wüste Gerichtsbarkeit. Im Jahr 1591 nutzten sieben Einwohner aus Lehnsdorf jeweils eine einzelne wüst Hufe der Feldmark.
1682 und 1718 wurden die wüsten Hufen von Preußdorf vollständig unter Lehnsdorf geführt und von dort bewirtschaftet. Im Jahr 1822 umfasste die wüste Feldmark sieben Hufen, die weiterhin von Lehnsdorf genutzt wurden. In der Folge ging die Feldmark vollständig in der Feldmark von Lehnsdorf auf und wurde nicht wieder besiedelt.
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 332)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1419 Kategorie:Wiesenburg/Mark