Die Naxburg ist eine abgegangene Höhenburg im Vogelsberg auf dem Gebiet der Gemeinde Freiensteinau in Hessen.
Geographische Lage
Die Naxburg befindet sich auf einer ursprünglich Naxberg genannten hohen Anhöhe. Nach Zerstörung und Verfall der Burg ging ihr Name auf den Berg über.
Geschichte Die „Nackesberg“ (auch Naxburg) wurde um das Jahr 1290 von Berthold II. von Lißberg, und Simon von Schlitz genannt von Blankenwald zur Überwachung der Handelsstraße von Frankfurt nach Erfurt erbaut.
Die Abtei Fulda erhob Besitzansprüche auf den Berg und die Burg. Die Erbauer gaben diesen jedoch nicht nach und trugen sie dem Pfalzgrafen bei Rhein mit den Gerichten Freiensteinau und Moos zu Lehen auf. Während der folgenden Auseinandersetzungen wurde die Burg vermutlich durch die Abtei Fulda zerstört und wurde in einer Urkunde vom 5. August 1339 als wüst erwähnt.StAD, A 5, 69/1. Später kam der Berg in den Besitz des Adelsgeschlechts von Eisenbach und über diese, 1428, in den Besitz der Freiherren von Riedesel: „... den berg genant Naxpurg, uff dem Fogelsperge gelegen ...“Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Regest, Nr. 431, S. 113. Die Burg wurde jedoch nicht wieder aufgebaut. In einer Urkunde von 1458 erscheint der Name Naxborgk.Eduard Edwin Becker: Riedesel, Nr. 846, S. 234.
Die Ruine wurde im Laufe der Jahre von den Bauern aus Ober-Moos und Gunzenau, heute Ortsteile von Freiensteinau, abgefahren und zum Wohnungsbau verwendet.
Der Fund eines Steigbügels, einer Pfeilspitze und Scherben aus fränkischem Ton bewogen die von Riedesel 1884, Grabungen auf dem Berg zu veranlassen, um nach weiteren Fundstücken zu suchen. Weitere Funde wurden nicht gemacht.
Der Name Naxburg ist wahrscheinlich in seinem Ursprung ein Personenname oder ein Beiname.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 265. Abgeleitet wird er von mhd. „nac“, was Nacken bedeutet.Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage Berlin 1967. bearbeitet von Walther Mitzka. S. 500.
Die Naxburg heute Heute sind von der Naxburg nur noch eine Vertiefung mit zwei bis drei treppenstufenähnlichen Basaltsteinen in unwegsamem Laubwald zu sehen. Lage und Verlauf ehemaliger Wälle lassen sich allenfalls erahnen.
miniatur|Blick aus der Vertiefung nach Süden
Literatur und Quellen Kultur- und Sportverein Gunzenau e. V. in Verbindung mit dem Fotoclub Lauterbach e. V. (Hrsg.): Gunzenau – Die Geschichte eines Vogelsbergdorfes. 1998, ISBN 3-89313-040-3. Hessisches Landesvermessungsamt: Topographische Karte 1:50000: Hoher Vogelsberg, ISBN 3-89446-340-6. Geschichtsverein Freiensteinau e.V www.blaueseck.de Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen: 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 228.
Weblinks
Einzelnachweise
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