mini|Der Kirchhof an der ersten Frauenkirche Zu unserer lieben Frauen auf einem Stich von Moritz Bodenehr (1714) mini|Carl Wilhelm Arldt: Der alte Johanniskirchhof vor seiner Säkularisierung (1858)
Die Liste der Friedhöfe in Dresden zeigt die 58 Friedhöfe der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, die teilweise von kulturhistorisch bedeutendem Rang sind. Die Mehrzahl der Friedhöfe gehört zur evangelisch-lutherischen Kirche. Neben zwei römisch-katholischen Friedhöfen befinden sich in Dresden auch zwei jüdische Friedhöfe, darunter der älteste jüdische Friedhof Sachsens aus dem Jahr 1751, sowie fünf kommunale Friedhöfe. Die Gesamtfläche der Friedhöfe beträgt etwa 173 Hektar.
Der älteste Friedhof Dresdens war der Kirchhof der ersten Frauenkirche Zu unserer lieben Frauen, der wie die Kirche wahrscheinlich schon im 11. Jahrhundert existierte, im 16. Jahrhundert jedoch zu kleinEine Aufstellung von im Jahr 1714 noch erhaltenen Grabsteinen des Kirchhofs benennt 1351 verschiedene Grabstellen. Vgl. Stadtlexikon Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 1994, S. 139. und im Zuge des Neubaus der Frauenkirche 1722 bis 1727 eingeebnet wurde. Wenige Bruchstücke des Frauenkirchhofs befinden sich heute im Stadtmuseum Dresden. Im Zuge der Pestepidemien ab dem 16. Jahrhundert ging man dazu über, neue Friedhöfe außerhalb der Stadtmauern anzulegen. Bereits 1571 wurde vor dem Pirnaischen Tor der erste Johannisfriedhof als Kirchhof der Begräbniskirche St. Johannis geweiht, auf dem zwischen 1633 und 1680 zahlreiche Opfer der Pest beerdigt wurden, bevor man den Friedhof 1858 auflöste. Neben dem Johanniskirchhof und dem Friedhof des 1839 abgerissenen Bartholomäus-Hospitals galten auch die noch heute erhaltenen Begräbnisstätten Eliasfriedhof – neben dem Alten Katholischen Friedhof der älteste erhaltene Friedhof der StadtLt. Stadtlexikon, S. 41. Dies bezieht sich ausschließlich auf Friedhöfe, die nicht im Umkreis einer Kirche entstanden waren. – und Trinitatisfriedhof als sogenannte Pest- oder Seuchenfriedhöfe, die zu damaliger Zeit außerhalb der Stadtmauern lagen.
Katholische und jüdische Friedhöfe waren in Dresden noch im 18. Jahrhundert verboten. Nachdem August der Starke 1697 zum katholischen Glauben übergetreten war, nahm in den folgenden Jahren der Zuzug katholischer Künstler, Gelehrter und Beamter so stark zu, dass 1720 der erste katholische Friedhof Dresdens außerhalb der Stadtmauern angelegt wurde, der als Alter Katholischer Friedhof noch heute erhalten ist. Infolge langer Verhandlungen konnte 1751 mit dem Alten Jüdischen Friedhof in Dresden der erste jüdische Friedhof Sachsens geweiht werden. Im Zuge der Eingemeindung umliegender Dörfer nach Dresden wuchs die Zahl der Friedhöfe der Stadt seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich an, sodass derzeit 58 Friedhöfe zur Stadt Dresden gehören.
Eine Jury, der unter anderem auch Margot Käßmann angehörte, vergab am 8. November 2011 den „Bestattungen.de-Award 2011“ und zeichnete den Johannisfriedhof als „schönsten Friedhof Deutschlands“ aus.. In: Sächsische Zeitung, 9. November 2011.
Auf 34 Friedhöfen in Dresden gibt es 2265 Einzelgräber und 22.521 Quadratmeter Sammelgrabfläche für die Opfer der beiden Weltkriege und Personen, die in Folge von Gewaltherrschaft und auf Grund von rechtsstaatswidrigen Maßnahmen des kommunistischen Regimes ums Leben gekommen sind. Die größten Kriegsgräberanlagen befinden sich auf dem städtischen Heide- sowie Nordfriedhof, dem staatlichen Garnisonsfriedhof und zahlreichen kirchlichen Friedhöfen.
Legende Bild: Zeigt markante Gräber bekannter Persönlichkeiten oder Überblicksdarstellungen, wenn solche Gräber fehlen. Im Falle von Kirchfriedhöfen wurde meist die Kirche selbst als markantes Bauwerk zur Bebilderung genutzt. Name: Nennt den Namen des Friedhofs. Stadtteil: Nennt den Stadtteil in Dresden, in dem sich der jeweilige Friedhof befindet. Straße: Nennt die zugehörige Anschrift des Friedhofs in Dresden. Größe in m²: Nennt die Größe des Friedhofs in Quadratmetern.Die Größenangaben richten sich nach den Angaben von Marion Stein: Friedhöfe in Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 2000. Gründung: Nennt das Jahr oder den ungefähren Zeitraum, in dem der Friedhof angelegt wurde. Trägerschaft: Nennt die konfessionelle oder öffentliche Trägerschaft. Sonstiges: Gibt kurze Angaben zu Gräbern prominenter Persönlichkeiten, Angaben zu Kriegsgräberstätten oder generelle Informationen zur Lage oder der derzeitigen Nutzung.
Liste der Friedhöfe in Dresden Bild Name Stadtteil Straße Größe in m² Gründung Trägerschaft Sonstiges 80px Alter Annenfriedhof Südvorstadt 39.000 1848 evangelisch-lutherisch Grab von Minna Wagner, Johann Karl Ulrich Bähr, Julius Schnorr von Carolsfeld. Gräberfelder für 790, überwiegend zivile Bombenopfer 80px Neuer Annenfriedhof Löbtau 143.300 1875 evangelisch-lutherisch Grab von Hermann Reichelt und Paul Büttner, Gedenkstein von Abraham Gottlob Werner Über 900 Bombenopfer 80px Briesnitz Innerer Friedhof Briesnitz 17.800 um 1273 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof der Briesnitzer Kirche Bombenopfer 80px Briesnitz Äußerer Friedhof Briesnitz 13.700 1886 evangelisch-lutherisch Grab der Muse der Brücke-Künstler Lina Franziska Fehrmann (nicht erhalten, Gedenkstein), Grab von Hellmuth Bräuer 80px Bühlauer Friedhof Bühlau 13.500 1898 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof, Grab von Hermann Rühle, Oskar Fritz Beier und Heinz Melkus 80px Coschützer Friedhof Coschütz 11.900 1898 evangelisch-lutherisch Grab des Bildhauers Ewald Escher, Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkriegs 80px Cossebauder Bergfriedhof Cossebaude 20.000 1919 evangelisch-lutherisch Hanglage, naturnahe terrassenförmige Gestaltung 80px Cottaer Friedhof Gorbitz 36.000 1897 evangelisch-lutherisch Grab von Elfride Trötschel, Gedenkkreuz für die Toten des Zweiten Weltkrieges, auch die 100 hier ruhenden Bombenopfer 80px Friedhof Dölzschen Dölzschen 7.700 1923 kommunal Grab von Victor Klemperer, Karl Trinks, Wolfgang Lange; Friedhof steht seit 2000 unter Denkmalschutz 80px Eliasfriedhof Altstadt (Altstadt I, Pirnaische Vorstadt) 12.800 1680 evangelisch-lutherisch stillgelegt; Grab von Wilhelm Gotthelf Lohrmann, Johann Gottlieb Naumann, Justus Friedrich Güntz 80px Eschdorfer Friedhof Eschdorf 3.280 um 1348 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof; Grab des Vaters von Gottlieb Traugott Bienert, historische Gräber an der Kirchmauer 80px|Gräber des Sowjetischen Garnisonfriedhofs Sowjetischer Garnisonfriedhof Dresden Albertstadt 25.800 1945 kommunal stillgelegt, unter Denkmalschutz, Friedhof gefallener oder auf andere Weise ums Leben gekommener sowjetischer Soldaten und anderer Sowjetbürger; 1996 bis 2019 in Trägerschaft des Freistaats Sachsen 80px Gitterseer Friedhof Gittersee 9.000 1895 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof der Paul-Gerhardt-Kirche 80px Obergorbitzer Friedhof Gorbitz 9.800 1905 evangelisch-lutherisch Gedenkstätte für gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs 80px Heidefriedhof Trachau 533.000 1934 kommunal Gräber von O. F. Weidling, Wilhelm Richter Massengräber für Bombenopfer und „Aschegrab“ für Tausende auf dem Altmarkt verbrannte Tote 80px Hellerau-Rähnitzer Friedhof Rähnitz 6.950 1899 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof; Denkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs, Gräber von John Ulrich Schroeder und Max Merbt (nicht erhalten) 80px Hosterwitz – Kirchhof Maria am Wasser Hosterwitz um 1.500 1500 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof; 1870–1930 stillgelegt; Gräber von Wanda Bibrowicz, Max Wislicenus und Amadeus Webersinke 80px Hosterwitzer Friedhof Hosterwitz 7.360 1870 evangelisch-lutherisch Gräber der Glaskünstler Leopold und Rudolph Blaschka sowie des Pflanzenzüchters Otto Schindler 44 Luftkriegstote in Einzel- und Sammelgräbern 80px Johannisfriedhof Tolkewitz 246.000 1881 evangelisch-lutherisch Grab von Walther Schieck, Heinrich Ernemann, Charlotte Basté, Georg Treu 4.250 Tote aus Zweitem Weltkrieg, davon über 3.700 Bombenopfer und 328 Hingerichtete 80px Alter Jüdischer Friedhof Äußere Neustadt 3.500 1751 jüdisch stillgelegt, ältester jüdischer Friedhof Sachsens 80px Neuer Jüdischer Friedhof Johannstadt 11.900Zahl nach Marion Stein: Friedhöfe in Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 2000, S. 174. 1867 jüdisch Grab von Georg Arnhold, Rudolf Axen, Heinrich Conradi, Bruno Gimpel, Helmut Eschwege, Julius Wahle 80px Kaditz – Kirchhof Kaditz 5.440 um 1500 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof, Gedenkstätte für die Gefallenen aus beiden Weltkriegen, Familiengrab von Christian Gottlieb Ziller und Moritz Ziller 80px Kaditz – 2. Friedhof Kaditz 8.180 1862 evangelisch-lutherisch Grabanlage für 117 französische Kriegsgefangene des Deutsch-Französischen Krieges 1870/1871 80px Kaditz – 3. Friedhof Kaditz 17.290 1878 evangelisch-lutherisch Einzelgräber und Sammelgrab für 59 Opfer der Bombardierung Dresdens im Februar 1945, Denkmal für die Opfer der Kriege 1866 und 1870/71 und des Zweiten Weltkriegs 80px Alter Katholischer Friedhof Friedrichstadt 11.000 1721 römisch-katholisch Gräber von Carl Maria von Weber, Friedrich Schlegel, Balthasar Permoser, Gerhard von Kügelgen 22 zivile Opfer von Luftangriffen in Einzelgräbern 80px Neuer Katholischer Friedhof Friedrichstadt 33.000 1874 römisch-katholisch Grab von Ludwig Richter, Nikolaus Graf von Seebach, Gedenkstätten für 87 Opfer der Bombardierung Dresdens und die im Hof des Gefängnisses am Münchner Platz in der NS-Zeit Hingerichteten 80px Klotzsche – Kirchhof Klotzsche 1.500 1321 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof der Alten Kirche Klotzsche 80px Alter Friedhof Klotzsche Hellerau 19.930 1886 evangelisch-lutherisch Grab von Karl Gjellerup, Sophus Ruge, Woldemar Kandler, Karl Schmidt-Hellerau 80px Neuer Friedhof Klotzsche Klotzsche 15.000 1932 evangelisch-lutherisch Grab der Kinderbuchillustratorin Gertrud Caspari, Gemeinschaftsgrabstätte für die Opfer des Absturzes des Passagierflugzeugs 152 bei Ottendorf-Okrilla Gräber für 50 Luftkriegsopfer (zum Teil überbettet) und 33 Soldaten 80px Langebrücker Friedhof Langebrück 10.300 um 1288 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof der Langebrücker Kirche, Gräber von Jean Louis Nicodé, Jakob Weinheimer und Hugo Hickmann, Gräber teilweise aus der Barock-Zeit 80px Leuben – Kirchhof Leuben 520 um 1362 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof, seit Ende des 19. Jahrhunderts stillgelegt 80px Leubener Friedhof Leuben 24.400 1675 evangelisch-lutherisch Grab von Caroline Neuber, das Grab von Christian Gärtner ist nicht erhalten 29 Luftkriegstote in Einzel- und Sammelgräbern und 14 Verstorbene aus Lazarettzug 80px Friedhof Leubnitz-Neuostra Leubnitz 23.000 um 1288 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof, zahlreiche historische Grabsteine, Grab von Johann Georg Palitzsch, Friedrich Adolf Willers, Ulli Melkus, Bernhard Kretzschmar Sammelgrab mit 37 Luftkriegsopfern 80px Lockwitzer Friedhof Lockwitz 11.000 1757 evangelisch-lutherisch Gedenkstätte für die Opfer beider Weltkriege. Einzel- und Sammelgräber für 23 Luftkriegstote 80px Loschwitz – Kirchhof Loschwitz rund 400 1708 evangelisch-lutherisch Kirchfriedhof, seit 1907 stillgelegt, seit 1978 unter Denkmalschutz, Gedenkstein für Gerhard von Kügelgen, Grab von Eduard Maria Oettinger und James Ogilvy 34 Luftkriegsopfer in Sammel- und Einzelgräbern 80px Loschwitzer Friedhof Loschwitz 17.700 1806 evangelisch-lutherisch „Künstlerfriedhof“, seit 1985 unter Denkmalschutz, Gräber von Hermann Glöckner, Walter Arnold, Wilhelm Lachnit, Hans Theo Richter, Kurt Beyer, Sascha Schneider, Karl Kröner, Oskar Zwintscher, Richard Müller 80px Markusfriedhof Pieschen 45.000 1886 evangelisch-lutherisch Kriegerdenkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs, Grab von Christian Janentzky Einzel- und Sammelgräber für 50 Luftkriegstote 80px Innerer Matthäusfriedhof Friedrichstadt 11.411 1724 evangelisch-lutherisch Grab von Wilhelm Walther und Johann Andreas Schubert