Peter Paul Brauer (* 16. Mai 1899 in Elberfeld; † 28. April 1959 in Berlin) war ein deutscher Filmproduzent und Filmregisseur.
Leben Brauer ließ sich zum Dramaturgen, Theaterregisseur und Schauspieler ausbilden und war in diesen Funktionen zunächst beim Theater aktiv. In den Niederlanden kam er 1928 mit dem Film in Kontakt. Noch im selben Jahr kehrte er nach Deutschland zurück und inszenierte hier in den folgenden Jahren mehrere Kurzfilme.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Brauer im März 1933 Produktionsleiter bei der UFA. Nach weiteren Kurzfilmen inszenierte er ab 1938 auch abendfüllende Spielfilme, zumeist Komödien.
Zwischen April 1939 und November 1940 war Brauer Produktionschef der Terra. Anfang 1940 war Brauer für die Regie des antisemitischen Films Jud Süß vorgesehen, dann entschied sich Reichspropagandaminister Goebbels jedoch für Veit Harlan. In den 1940er Jahren konzentrierte er sich auf die Regiearbeit und beteiligte sich zuweilen auch als Co-Autor an den Drehbüchern. In den Jahren ab 1942 arbeitete er für die Prag-Film.
Der linientreue Brauer galt als Denunziant von Terra-Filmkollegen, darunter Heinz Rühmann und Alf Teichs, unter anderem wegen ihrer Kontakte zu Juden. Rühmann äußerte in diesem Zusammenhang: „Der Mann hieß Brauer – das können Sie schreiben.“Das große Heinz Rühmann Buch, Naumann & Göbel, Sonderausgabe, S. 109
Filmografie (als Produzent) 1928: Der Boxstudent (Regie) 1931: Der Erlkönig (Regie und Co-Drehbuch) 1933: Die Wette 1933: Die verlorene Melodie 1933: Der streitbare Herr Kickel 1933: Der Störenfried 1933: Das 13. Weltwunder 1933: Alles für Anita! 1933: Eine ideale Wohnung 1934: Zwei Genies 1934: Ritter wider Willen 1934: Lottchens Geburtstag 1934: Liebe und Zahnweh 1934: Ich bin Du 1934: Hochzeit am 13. 1934: Erstens kommt es anders 1935: Zimmer zu vermieten 1935: Schnitzel fliegt (Kurzfilm) 1935: Die Gesangsstunde (Regie) 1935: Dreimal Ehe (Kurzfilm) 1935: Der eingebildete Kranke 1935: Das Mädchen vom Moorhof 1935: UFA-Märchen 1935: April, April! 1935: Der Uhrenladen (Regie) 1935: Der große Preis von Europa (Regie) 1936: Früh übt sich … (Kurzfilm) 1936: Vier Mädel und ein Mann (Regie) 1936: Kalbsragout mit Champignons (Regie) 1937: Bluff 1937: Gewitterflug zu Claudia 1937: Die perfekte Sekretärin (Regie) 1937: Das Quartett (Kurzfilm, Regie) 1938: Das Mädchen von gestern Nacht (auch Regie) 1938: Was tun, Sibylle? (auch Regie) 1938: Das Verlegenheitskind (auch Regie) 1939: Ich bin gleich wieder da (auch Regie) 1941: Die schwedische Nachtigall (Regie) 1941: Die Kellnerin Anna (Regie und Co-Drehbuch) 1942: Sein Sohn (Regie und Co-Drehbuch) 1942: Der Seniorchef (Regie) 1943: Himmel, wir erben ein Schloß! (Regie) 1943: Die Jungfern vom Bischofsberg (Regie), besonders gefeierte Gerhart-Hauptmann-Verfilmung 1944: Glück bei Frauen (Regie) 1950: Es begann um Mitternacht (Regie) 1953: Das tanzende Herz
Anmerkungen
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films, Band 1, Berlin 2001 Brauer, Peter Paul, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 73
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