Die Detroit Pistons sind ein US-amerikanisches Basketballteam aus Detroit, Michigan, das in der Profibasketballliga NBA, in der Eastern Conference spielt. Die Heimspiele trägt das Franchise seit der Saison 2017/18 in der Little Caesars Arena in Detroit aus. Im April 2011 wurden die Detroit Pistons vom US-amerikanischen Milliardär Tom Gores gekauft.
Teamgeschichte Die Zollner Pistons (1941–1948) Fred Zollner, der Besitzer der „Zollner Machine Works“, die Kolben für General Motors herstellte, gründete die Fort Wayne Zollner Pistons („Pistons“ englisch für Kolben) im Jahr 1941.Die Fort Wayne Zollner Pistons Das Team trat der National Basketball League (NBL) bei, einer Liga, die hauptsächlich aus Teams bestand, die von Unternehmen aus dem mittleren Westen der USA gegründet und/oder gefördert wurden.
Von 1943 bis 1946 hatten die Fort Wayne Zollner Pistons das beste Sieg-Niederlage-Verhältnis der Liga und gewannen den Titel sowohl 1944 als auch 1945.Die Fort Wayne Zollner Pistons bei hoopedia.nba.comDie Fort Wayne Zollner Pistons bei sportsecyclopedia.com Zwischen 1944 und 1946 gewannen die Pistons auch das World Professional Basketball Tournament dreimal in Folge.
Die restlichen zwei Jahre in der NBL konnten die Pistons die Playoffs erreichen, verloren beide Male gegen die Rochester Royals. Zur Saison 1948/49 wechselten die Pistons mit den Minneapolis Lakers, den Rochester Royals und den Indianapolis Jets von Maurice Podoloff veranlasst als Fort Wayne Pistons – da Namenssponsoring gegen die Regeln der BAA verstieß – in die Basketball Association of America (BAA).
Von der NBL zur BAA zur NBA (1948–1957) 1949 fusionierte die BAA mit der NBL zur NBA. In der ersten Saison konnten die Pistons lediglich 22 Siege bei 38 Niederlagen erringen und verpassten somit die Playoffs.
Die nächste Saison konnten die Pistons mit 28 gewonnenen aus 40 Spielen beenden und erreichten damit die Playoffs, in denen sie in der zweiten Runde gegen die Minneapolis Lakers ausschieden. Die darauffolgende Saison verlief weniger erfolgreich, sie erreichten 32 Siege in 78 Spielen. Die nächsten zwei Spielzeiten schieden sie gegen die Rochester Royals einmal in drei, das andere Mal in zwei Spielen aus. In der Saison 1952/53 konnten sie sich wieder verbessern, gewannen drei Spiele mehr, als sie verloren und zogen in die Playoffs ein, besiegten die Rochester Royals im dritten Spiel und schieden dann in der zweiten Runde aus. Die nächste Saison verlief ähnlich erfolgreich, allerdings gewannen sie in der Postseason kein Spiel, sie verloren in einem Rundenturnier gegen Minneapolis und Rochester und schieden damit aus. 1955 und 1956 konnten sie die Finals erreichen. 1955 verloren sie im siebenten Spiel mit nur einem Punkt Unterschied gegen die Syracuse Nationals. Ein Jahr später verloren sie in fünf Spielen gegen die Philadelphia Warriors.
1957 beschloss Fred Zollner, Fort Wayne zu verlassen und in die Auto-Handelsmetropole Detroit umzuziehen.
Coaches und Arenen (1957–1966) Mit dem Umzug kamen einige Trainerwechsel zustande. Charles Eckman, Red Rocha, Dick McGuire, Charles Wolf, Dave DeBusschere, Donnis Butcher, Paul Seymour, Butch van Breda Kolff, Terry Dischinger und Earl Lloyd hatten diesen Posten zwischen 1957 und 1966 inne.
Ab der Saison 1961/62 bestritten die Pistons ihre Heimspiele in der Cobo Arena (bis inklusive der Saison 1977/78). 1962 drafteten die Pistons Dave DeBusschere, der in seiner aktiven Zeit für die Pistons drei Saisons hintereinander die meisten Rebounds vom Team holen konnte.Dave Debusschere – Spielerbiographie bei NBA.com 1968 wurde er zu den New York Knicks getradet, mit welchen er einige Erfolge feiern konnte.
Die Dave Bing und Bob Lanier-Ära (1966–1980) mini|hochkant|Dave Bing wurde 1966 von den Pistons gedraftet und wurde in seiner Zeit in Detroit sechsmal NBA-All-Star Die Pistons bekamen den zweiten Pick im NBA-Draft 1966 zugelost und wählten Dave Bing. Er wurde in seinem ersten Jahr zum NBA Rookie of the Year gewählt. 1970 sicherten sich die Pistons im NBA-Draft mit dem ersten Pick die Rechte an Bob Lanier, der später ebenfalls zu einem Mitglied der Naismith Memorial Basketball Hall of Fame werden sollte. In der Saison 1970/71 erzielte Dave Bing in einem Spiel 54 Punkte und stellte mit 2213 Punkten einen Rekord für die meisten Punkte innerhalb einer Saison von einem Pistons-Spieler auf.Dave Bing – Spielerbiografie auf nba.com
1973/74 wurden die Pistons von Fred Zollner an eine von William Davidson angeführte Unternehmensgruppe verkauft. Nach dieser Saison wurde Dave Bing nach Washington getradet. 1976/77 stellten die Pistons den Teamrekord von 877 Steals in einer Saison auf. Die Pistons bestritten ab der Saison 1978/79 ihre Heimspiele im Pontiac Silverdome, in dem sie für die nächsten zehn Jahre bleiben sollten. In der NBA-Saison 1979/80 verloren die Pistons ihre letzten 14 Spiele und zu Beginn der darauffolgenden Saison ihre ersten 7 Spiele, was 21 Niederlagen in Folge bedeutete. Damit stellten sie einen neuen Negativrekord in der NBA auf.
Die Isiah Thomas und Joe Dumars-Ära (1980–1988) Mit dem zweiten Pick des NBA-Drafts 1981 sicherten sich die Pistons Isiah Thomas, einen Point Guard von der Indiana University, der sein College-Team im Jahr zuvor zum NCAA-Division-I-Basketball-Championship-Titel führte und zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. Im November dieses Jahres holten sich die Pistons Vinnie Johnson und im darauffolgenden Februar Bill Laimbeer und Kenny Carr per Trade.
1983 stellten die Pistons Chuck Daly, der 13 Jahre später zu einem der 10 Greatest Coaches in NBA History ernannt werden sollte, nba.com als neuen Coach ein. Am 13. Dezember 1983 stellten die Pistons gegen die Denver Nuggets einen bis heute in der NBA ungebrochenen Rekord auf, indem sie sich gegen ihre Gegner mit 186:184 in der dritten Verlängerung durchsetzen konnten.Highest Scoring Game Ever Topscorer des Spiels wurde mit 51 Punkten Kiki Vandeweghe, einer der besten Spieler der Nuggets zu dieser Zeit. Im Januar 1984 erzielte Kelly Tripucka 56 Punkte in einem Trikot der Pistons und brach damit Dave Bings ehemaligen Teamrekord von 54 Punkten. Im All-Star Game wurde Isiah Thomas, ebenfalls ein Spieler der Pistons, dank 21 Punkten und 15 Assists der Most Valuable Player dieses Spiels.Isiah Thomas Auszeichnungen Im NBA-Draft 1985 verpflichteten die Pistons den Guard Joe Dumars von der McNeese State University. In der Saison 1985/86 wurde Isiah Thomas zum zweiten Mal MVP des All-Star Games.
Im NBA-Draft 1986 sicherten sich die Pistons mit dem 11. Pick John Salley und mit dem 27. Pick Dennis Rodman. Außerdem verstärkten sie sich via Trade mit Adrian Dantley. Der Spielstil des Teams wurde zunehmend körperbetonter und ihre defensiveorientierte Spielweise brachte ihnen schnell den Spitznamen „Bad Boys“ ein. In diesem Jahr konnten sie das Finale der Eastern Conference erreichen, schieden in diesem gegen die Boston Celtics, angeführt von Larry Bird, nach dem 7. Spiel aus. 1987/88 beendeten die Pistons die Saison mit 54 Siegen und 28 Niederlagen, womit sie Platz eins der Central Division innehatten. Sie schafften es, Washington, Chicago und Boston zu besiegen und somit Meister der Eastern Conference zu werden, in den NBA-Finals mussten sie sich in sieben Spielen den titelverteidigenden Los Angeles Lakers geschlagen geben. Das letzte Spiel ging mit 3 Punkten Unterschied verloren. bei basketball-reference.com
Der erste NBA-Titel (1988–1989) Neun Jahre nach der schlechtesten Saison in der Geschichte der Pistons zogen sie 1989 in den Palace of Auburn Hills und konnten ihre erste Saison in der neuen Arena mit 63 Siegen beenden. Ihre Guard-orientierte Offense rund um Isiah Thomas und Joe Dumars und die „Bad Boys“-Einstellung wurden schnell zu ihren Markenzeichen. Bill Laimbeer wurde aufgrund seines harten Spielstils schnell zu einem der unbeliebtesten Spieler der Fans der gegnerischen Mannschaften. Weitere Spieler wie Mark Aguirre, Dennis Rodman, Rick Mahorn, James Edwards und John Salley waren weitere Bestandteile des Kaders.
In den NBA-Playoffs schlugen sie Boston und Milwaukee beide Male mit einem Sweep. Gegen die Chicago Bulls konnten sie sich in sechs Spielen durchsetzen, womit sie das Finale erreichten und wie schon im Jahr zuvor auf die Los Angeles Lakers trafen. Dieses Jahr hatten die verletzungsgeplagten Lakers den Pistons jedoch nichts entgegenzusetzen und Detroit konnte sich den ersten NBA-Titel in vier Spielen holen. Das letzte Spiel dieser Serie war ebenfalls das letzte Spiel in der NBA-Karriere von einem der Superstars der Lakers und dem Spieler mit den meisten Punkten in der Geschichte der NBA, Kareem Abdul-Jabbar. Joe Dumars wurde zum MVP der NBA-Finals ernannt. Die Mannschaft dieser Saison wurde von der NBA zu einer der Top-10-Mannschaften in der Geschichte der Liga ernannt. nba.comTop 10 Teams in NBA History: 1988–89 Detroit Pistons. nba.com mini|hochkant|Hall of Famer Isiah Thomas (1985) Der zweite NBA-Titel (1989–1990) Wie schon im Vorjahr war in dieser Saison die harte Verteidigung das Markenzeichen der Pistons. Vom 23. Januar 1990 bis zum 21. März 1990 gewannen sie 25 von 26 Spielen, die gesamte Saison konnte mit 59 Siegen und 23 Niederlagen abgeschlossen werden. Dabei hielten sie ihre Gegner im Durchschnitt bei 98,3 Punkten pro Spiel, was nicht zuletzt an dem diesjährigen „NBA Defensive Player of the Year“ Dennis Rodman lag. Erneut konnten sie sich ohne Probleme in den ersten beiden Runden der NBA-Playoffs durchsetzen, ehe sie auf die Chicago Bulls und deren Superstar Michael Jordan trafen. Es dauerte sieben Spiele, bis sie die Bulls tatsächlich zum dritten Mal in Folge bezwingen konnten. In den NBA-Finals trafen sie diesmal auf die Portland Trail Blazers, die sich jedoch bereits nach fünf Spielen den Pistons geschlagen geben mussten. Dieses Jahr wurde Isiah Thomas zum NBA-Finals MVP gekürt.
Wiederaufbau (1990–1994) Nach zwei Titelgewinnen in Folge fingen die Pistons an zu schwächeln. So reichte es in der NBA-Saison 1990/91 „nur“ noch für 50 Siege und in den Eastern Conference Finals trafen sie zum dritten Jahr in Folge auf die Chicago Bulls, in denen sie sich allerdings schon nach vier Spielen den Chicago Bulls, angeführt von Michael Jordan, geschlagen geben mussten. Die Bulls wurden später Meister, indem sie die Los Angeles Lakers in fünf Spielen besiegten. Die zweite aufeinanderfolgende Wahl von Dennis Rodman zum „NBA Defensive Player of the Year“ war nach dieser Saison nur ein schwacher Trost für die Detroit Pistons. Dennis Rodman verzeichnete in der nächsten Saison einen Schnitt von 18,7 Rebounds pro SpielNBA Season Leaders 1991–1992 und brach damit einige Teamrekorde für die meisten Rebounds insgesamt in einer Saison mit 1.530, für die meisten Offensivrebounds mit 523 sowie den Rekord für die meisten Defensivrebounds mit 1.007 in der gesamten Saison. Des Weiteren holte er am 4. März 1992 in einem Spiel gegen Indiana 34 Rebounds.Dennis Rodman Rekorde 10 Tage später holte er 22 Defensivrebounds gegen Sacramento.
Nach einigen Jahren an der Spitze der Liga ging es für die Pistons bergab. 1992/93 reichte es nur noch für 40 Siege und in der Offseason tradeten sie Dennis Rodman zu den San Antonio Spurs. Bill Laimbeer gab nach 11 Saisons seinen Ruhestand als professioneller Basketballspieler bekannt. Somit blieben nur noch zwei Spieler aus den Tagen der NBA-Titelgewinne übrig, Isiah Thomas und Joe Dumars. Es reichte während dieses Wiederaufbaus in der NBA-Saison 1993/94 nur noch für 20 Siege bei 62 Niederlagen, was das zweitschlechteste Gewinn-Niederlagen-Verhältnis der Liga darstellte. Lediglich die Dallas Mavericks konnten noch weniger Siege mit 13 feiern.
Die Grant-Hill-Ära (1994–2000)