Das Peraugymnasium ist ein Unter- und Oberstufengymnasium in der Villacher Innenstadt. Es ist mit rund 1200 Schülern und 110 Lehrkräften das zweitgrößte und älteste Villachs.

Name Der Name des Gymnasiums leitet sich aus dessen Lage in der zentrumsnahen Peraustraße ab. Die Straße führt zum Stadtteil Perau, ursprünglich ein Dorf an der Drau südöstlich der Stadt. Kranzmayer zufolge könnte der Name vom slowenischen Adjektiv perav(a) („morsch“) herrühren und einen Wald mit morschen Bäumen bezeichnen. Ein frühes schriftliches Zeugnis mit der Bezeichnung Perowe stamme aus dem Jahr 1212.

Geschichte Der Bau des Gymnasiums nach Plänen des Architekten Josef Horky begann im Jahr 1869. Der Westflügel des Gebäudes wurde 1872 fertiggestellt, jedoch wurde schon zuvor in einer provisorisch eingerichteten Klasse in einem Gasthaus der Unterricht aufgenommen. Bis zum Jahr 1909 war das Peraugymnasium ein reines Knabengymnasium. Als Mädchen zum Unterricht zugelassen wurden, stieg ihre Anzahl innerhalb weniger Jahre deutlich, worauf man das Gymnasium ausbauen musste. Der erbaute Osttrakt stand aber bis 1961 nur als Volks- und Sonderschule zur Verfügung. In jenem Jahr wurde der Osttrakt zum Mädchengymnasium umfunktioniert. 1978 wurde wegen Raumnot das Gebäude wieder ausgebaut; es bekam einen Turnsaal und eine Sportanlage. Bei einem weiteren Umbau 1982 wurde am 4. Oktober bei Bauarbeiten ein Brand ausgelöst, der Teile der Schule verwüstete. 1984/85 wurde der Bau des gesamten Südflügels abgeschlossen. Die Schule hatte nun ihren charakteristischen Innenhof.

2008/09 wurde erneut wegen Raummangels ein zusätzlicher Trakt geschaffen. Im Innenhof wurde ein schwarzer Glaskubus geschaffen, der eine Modernisierung und einen Kontrast zum Altbau symbolisieren soll. Dem Peraugymnasium stehen nun sechs neue Klassenzimmer und ein Aufenthaltsraum zur Verfügung. Im Zuge des Baus werden noch immer in der gesamten Schule kleinere Modernisierungen durchgeführt, die Turnsäle erneuert und die gesamte denkmalgeschützte Fassade restauriert.

Leitung + Leitungsübersicht von bis Name Anmerkung 1869 1881 Johann Krassnig 1881 1884 Jakob Rappold 1884 1907 Andreas Zeehe 1907 1910 Gottfried Flora 1910 1924 Eugen Giannoni 1924 1926 Ägyd Sonnleitner (provisorisch) 1926 1927 August Mayr 1927 1930 Heinrich Großmann (provisorisch) 1930 1938 Hermann Pointner 1938 1945 Friedrich Scheide (kommissarisch) 1945 1970 Karl Henhapl 1970 1970 Werner Janisch (provisorisch) 1970 1974 Herbert Kowatsch 1974 1975 Hans Fischer (provisorisch) 1975 1996 Othmar Griesser 1996 1997 Wilfried Ferrigato (provisorisch) 1997 2010 Christoph Zebedin 2010 2019 Herwig Hilber 2019 2020 Franz Petautschnig (provisorisch)2020Felix Kucher

Partnerschulen Liceo Scientifico Statale „Michelangelo Grigoletti“ in Pordenone, Italien (seit 1991) Collège Emile Zola in Suresnes, Frankreich (seit 1993) St. Alban’s Catholic High School in Ipswich, England (seit 1997) Franz-Ludwig-Gymnasium in Bamberg, Deutschland (seit 2018)

Bekannte Absolventen Bernhard Bieche, Chefredakteur des ORF-Landesstudios Kärnten Carl-Heinz Birnbacher, Marineoffizier, zuletzt Konteradmiral der Bundesmarine Hans Bischoffshausen, Künstler Peter Brabeck-Letmathe, Nestlé-Präsident Michael Bünker, ehem. Bischof der Evangelischen Kirche Walter Felsenstein, Regisseur und Intendant Nikolaus Fheodoroff, Komponist und Intendant Ulrich Gäbler, evangelischer Theologe Bruno Gironcoli, Bildhauer Reinhard Heinisch, Politikwissenschaftler Martin Hitz, Informatiker und Vizerektor der Universität Klagenfurt Manfred Jochum, ORF-Hörfunkintendant Klaus Karlbauer, Komponist Rudolf Kattnigg, Komponist Michael Martin Kofler, Flötist Cornelius Kolig, Bildender Künstler Konrad Paul Liessmann, Philosoph Peter Löscher, Siemens-Manager Johann Maier, Judaist Hanno Millesi, Chirurg Paul Oberhammer, Jurist und Dekan des Wiener Juridicums Gernot Piccottini, Archäologe Albert Quendler, Filmregisseur Manfried Rauchensteiner, Historiker und Museumsdirektor Harald Rindler Mathematiker Robert Schöffmann, Künstler Uli Scherer, Jazzpianist und Komponist Gerd Schuller, Film- und Werbemusiker Sebastian Schuschnig, Politiker Rudolf Spitaler, Astronom und Klimatologe Alexander Telesko, Kabarettist („Der Apotheker“ beim Villacher Fasching) Martin Traxl, Kulturjournalist Paul Watzlawick, Philosoph und Psychotherapeut Günther Winkler, Jurist Robert Woelfl, Schriftsteller

Veranstaltungen Traditionelle alljährliche Veranstaltungen des Peraugymnasiums sind:

Der Ball der Villacher Gymnasien ist ein Maturaball, der seit 2015 im Casineum Velden stattfindet und gemeinsam mit dem BG/BRG Villach St. Martin zelebriert wird. Die Maturafeier in der Burgruine Finkenstein. Entweder ein Fußballspiel am schuleigenen Sportplatz oder ein Eishockeyspiel in der Villacher Stadthalle der Maturanten gegen eine Auswahl an Sportlehrern. Ein Informationsabend für alle Volksschüler, die sich für die Schule interessieren oder anmelden wollen.

Literatur

Weblinks

Homepage des Peraugymnasiums Webarchiv des Peraugymnasiums (1997-2014)

Einzelnachweise

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