mini|Wappen derer von Goddenthow Die Familie von Goddenthow, seit 1838 auch Wolf von Goddenthow, ist ein Adelsgeschlecht, das im Jahre 1284 im Gebiet von Lauenburg in Pommern zum ersten Mal urkundliche Erwähnung fand und somit zum pommerschen Uradel zählt. Ab etwa 1700 war es auch in Westpreußen und in Ostpreußen ansässig.
Geschichte Das Geschlecht hat seinen Namen von dem bereits 1284 genannten Gut Goddenthow bei Lauenburg entlehnt. Es führt seine Abstammung zurück auf den pommerellischen Ritter Hannus von Ditleve (Ditleben, Dytlenben)Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. Lauenburg i. Pom. 1912, S. 346., der 1361 vom Deutschen Ritterorden durch seinen Hochmeister Winrich von Kniprode mit Goditow (Goddenthow) „frei und erblich“Preußisches Urkundenbuch. Band 5. Nr. 998, S. 567. belehnt wurde.
Die gesicherte Stammreihe beginnt mit Albertus von Goddentow (1463–1491)Albrecht Elzow: Pommerscher Adelsspiegel 1684, S. 73 ff. bzw. mit dessen Bruder Jakob von Guddentow (Goddentow)Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser B, Band XXVI, Band 140., der mit seinen Brüdern Albertus und Martin, den „Erwen und Lehne von Vaddern und Olderen her“, 1491 bzw. 1493 urkundlich mit Goddentow, Reddestow, der Mühle von Damerkow, Koppenow und Zdrewen belehnt wurdeReinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow. II.Theil, 1858, S. 249, 254, 257.. Der Familienname entwickelte von de GodetoA. Bertling (Hrsg.): Die Wachstafeln der Danziger Stadtbibliothek. In: Zeitschrift des Westpreussischen Geschichtsvereins, Danzig 1884, S. 30, Nr. 168, Tafel XV, Spalte 2.. bzw. de GoditowoVasallenliste des Ritterordens 1424 in: Danziger Komtureibuch zit. nach F. Schultz, über GoddutowNamensschreibweise im Lehnsbrief, zit. n. Elzow, Pommerscher Adelsspiegel 1684. S. 74. und Goddent(h)ow (um 1523)Robert Klempin, Gustav Kratz: Matrikeln und Verzeichnisse der Pommerschen Ritterschaft vom XIV bis in das XIX Jahrhundert. Berlin 1863, S. 175. bis hin zu Wolf(f) von Goddenthow. Um 1838 war der Vorname Wolf, wie bei Major Karl Hermann Wolf von Goddenthow, in einigen Offizierspatenten versehentlich dem Nachnamen zugeschlagen worden, woraus sich später die Schreibweise Wolf von Goddenthow ergab.
Das Geschlecht gehörte über Jahrhunderte zur Pommerschen Ritterschaft.Johannes Micraelius: Sechstes Buch von des Pommerlandes Gelehemheit und Enwohnern. Alten Stetin 1639, Band 6, S. 447. Im Jahr 1795 wurde Premierlieutenant Karl Adam von Goddenthow für seine Verdienste als Esquadron-Führer im Wolki-Husaren-Regiment der Orden Pour le Mérite verliehen. Wilhelm Friedrich Ferdinand von Goddenthow nahm an den Befreiungskriegen gegen Napoleon teil und erhielt als Kapitain für seine Verdienste im Jahr 1815 das eiserne Kreuz I. Klasse. 1819 schied er als Major aus dem Dienst ausEmil von Conrady: Geschichte des Königlich Preussischen Sechsten Infanterie-Regiments von seiner Stiftung im Jahre 1773 bis zu Ende des Jahres 1856 . Mit seinem Tod starb um 1830 die II. Linie aus.
Die I. Linie wurde um 1700, nach dem Verkauf des pommerschen Stammgutes, in Ost- und Westpreußen mit wechselndem Grundbesitz ansässig, unter anderem in den RegionenLeopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 1, Berlin 1855, S. 266.: Mohrungen, (Mosens, Rombitten), Soldau (Ruttkowitz), Löbau (Generalpachten der königlichen Domänen Krottoschin, Lonkorrek) Hans-Jürgen Bömelburg: Zwischen Polnischer Ständegesellschaft und Preußischem Obrigkeitsstaat. Vom Königlichen Preußen zu Westpreußen (1756-1806). München 1995, S. 334.., Strasburg (Groß Plowenz), Briesen (Dembowalonkaische Güter) und Osterode (Groß Schmückwalde, Klein Schmückwalde, Rheinsgut und Nasteiken) bis zum Verkauf 1825 infolge der Verwüstungen und Plünderungen der napoleonischen Kriegszüge; ab 1826 Pächter auf Wittigwalde.
Mit dem „Heldentod“ von Major Wilhelm Karl Hermann Wolf von Goddenthow, Bataillons-Kommandeur im Holsteinischen Infanterie-Regiment Nr. 85, am 18. August 1870 in der Schlacht bei Gravelotte im Deutsch-Französischen KriegPaul Stern: Die ersten fünf Jahre des Infanterie-Regiments Herzog von Holstein (Holsteinischen) Nr. 85. Mittler-Verlag, Berlin 1894, S. 27, 28.Die Schlacht bei Gravelotte - St. Privat am 18ten August 1870". Großer Generalstab. Erster Theil, Bd. 2, Heft 6, S. 722–724. endet die 500-jährige pommersch-preußische Gutsepoche. Major Wilhelm Karl Hermann v.G. wurde gemeinsam mit Hauptmann Fischer, Lieutenant Fontenay, Fähnrich Patzig und Lieutenant Graf Siegfried von der Recke-Vollmerstein in einem Gemeinschaftsgrabmal 1870 auf dem Zivilfriedhof der lothringischen Gemeinde Vernéville beigesetzt. Das Grabmal wurde 2004 generalsaniert. mini|hochkant|Wappen bei Siebmacher
Wappen Das gespaltene Wappen zeigt rechts in Rot auf einem schräglinken grünen Ast einwärts-sitzend einen natürlichen Falken (auch Papagei), links in Silber drei rote Balken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken drei (rot, silber, rot) Straußenfeder#HeraldikStraußenfedern.
Literatur Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band IV, Band 67 der Gesamtreihe, S. 156, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1978, Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser B, Band XXVI, Band 140 Gesamtreihe, S. 127–133, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2006 Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser Teil B, 1932, S. 163 (Stammreihe) Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band III, Leipzig 1861, S. 557
Einzelnachweise
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