mini|Siniec 2009 Siniec ([], ) ist ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es gehört zum Powiat Kętrzyński (Rastenburg) in der Landgemeinde Srokowo (Drengfurth). Der Ort ist Sitz eines Schulzenamtes (Sołectwo), zu welchem die Ortschaften Dolny Siniec (Groß Blaustein (Dorf)), Kąty (Langeneck), Różanka-Leśniczówka, Rypławki (Riplauken), Sińczyk-Leśniczówka (Klein Blaustein) und Siniec-Cegielnia (Ziegelei Groß Blaustein) gehören., abgerufen am 9. Mai 2009

Geographische Lage Siniec liegt im Nordosten Polens, etwa 20 Kilometer südlich der Staatsgrenze zur russischen Oblast Kaliningrad, elf Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Kętrzyn (). Unweit des Dorfes befindet sich der Siniec-See. turysta.net.pl, Gmina Srokowo, abgerufen am 9. Mai 2009

Geschichte Ortsname Der erste erwähnte Name des Ortes lautete Plawenstein. Der Name geht auf den Prokurator Rastenburgs (Kętrzyn) Heinrich von Plauenvermutlich Heinrich der Jüngere von Plauen oder Heinrich der Ältere von Plauen zurück. Swat 1978, S. 223 Später änderte sich der Name in Blaustein und wurde auf einen bläulich schimmernden Granitstein zurückgeführt, welcher unweit des Dorfes im Wald liegt. Von dieser Namensdeutung leitet sich auch der polnische Name ab. Hier bedeutet siny blau/bläulich.

Ortsgeschichte Das heutige Siniec wurde Ende des 14. Jahrhunderts mit einer zugehörigen Fläche von 50 Hufen angelegt. Von Bedeutung für Groß BlausteinEs gilt, das Gut Groß Blaustein und das Dorf Groß Blaustein (heute polnisch: Dolny Siniec) zu unterscheiden, zum Gut siehe: Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Groß Blaustein waren das große Gut und eine Ziegeleiheute polnisch: Siniec-Cegielnia.

Am 30. April 1874 wurde Gut Groß Blaustein Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk, der bis 1945 bestand und zum Kreis Rastenburg im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.Rolf Jehke, Amtsbezirk Blaustein

Am 30. September 1928 schlossen sich die Landgemeinde Groß Blaustein (Dorf) (polnisch: Dolny Siniec) und die Gutsbezirke Groß Blaustein (Siniec), Langeneck (Kąty) sowie Klein Blaustein (Sińczyk-Leśniczówka) aus dem Gutsbezirk Wehlack (Skierki) zur neuen Landgemeinde Blaustein zusammen.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): BlausteinGroß Blaustein bei GenWiki

1945, am Ende des Zweiten Weltkrieges, marschierte die Rote Armee in die Gegend ein. Als Folge des Krieges wurde Blaustein Teil der Volksrepublik Polen. 1945 wurde der Ort in Kamienna (Steinig) umbenannt und erhielt 1946 seinen heutigen Namen Siniec. Swat 1978, S. 224 1970 gab es eine achtklassige Grundschule, einen Bibliothekspunkt sowie ein Kino mit 50 Plätzen. Ab 1973 war das Dorf Teil der Gemeinde Srokowo.

Einwohnerzahlen Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung.Für 1817, 1939, 1970: Swat 1978, S. 223–224Für 1939, 1933 Für 2011: Wieś Siniec w liczbach

Amtsbezirk Blaustein (1874–1945) Zum Amtsbezirk Blaustein gehörten anfangs drei Dörfer. Nach Auflösung des Nachbaramtsbezirks Alt Rosenthal (polnisch: Stara Różanka) wurde das Amtsdorf nach Blaustein eingegliedert. Strukturveränderungen beließen die Zahl der Orte schließlich wieder bei drei:

Deutscher Name Polnischer Name Bemerkungen Groß Blaustein (Dorf) Dolny Siniec 1928 nach Blaustein eingemeindet Groß Blaustein (Gut) Siniec 1928 in Blaustein aufgegangen Nowa Różanka Neu Rosenthal ab 1905:Langeneck Kąty 1928 nach Blaustein eingemeindetab 1929:Alt Rosenthal Stara Różanka

Am 1. Januar 1945 bilden den Amtsbezirk Blaustein die Orte: Alt Rosenthal, Blaustein und Neu Rosenthal.

Kirche Evangelisch Kirchengeschichte Bereits in vorreformatorischer Zeit war Groß Blaustein selber Kirchort. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hielt hier die reformatorische Lehre Einzug, wobei die Gottesdienste zwischen 1662 und 1739 auch in polnischer Sprache gehalten wurden. Der Unterhalt der Kirche überstieg dann jedoch die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde, und so wurde das Gotteshaus im Jahre 1765 abgerissen.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 1, Göttingen 1968, S. 207 Die Glocken wurden nach Schwarzstein () im Kreis Rastenburg gebracht. Bis 1945 war Groß Blaustein resp. Blaustein nach Schwarzstein in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt.Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 474 Heute gehört Siniec zur Johanneskirche Kętrzyn mit der Filialkirche Srokowo in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Pfarrer An der Kirche in Groß Blaustein amtierten die Geistlichen:Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg 1968, S. 45 und 137 Friedrich Gerholtz, 1666 Friedrich Arwinski, 1673–1729 Albert Czwalina, 1730–1739 sowie von Schwarzstein aus: Daniel Groß, 1739–1744 Jacob Kaminski, 1745–1765.

Katholisch Bis 1945 war (Groß) Blaustein der katholischen St. Katharina in Rastenburg im damaligen Bistum Ermland zugehörig. Heute ist Siniec in die Pfarrei Srokowo im jetzigen Erzbistum Ermland eingegliedert.

Verkehr Straße Das Dorf liegt an der Woiwodschaftsstraße DW 650 von Stara Różanka (Alt Rosenthal) im Westen und Srokowo (Drengfurth)im Norden. Beide Orte sind etwa acht Kilometer von Siniec entfernt. In Stara Różanka mündet die Woiwodschaftsstraße 650 in die Woiwodschaftsstraße DW 591 (ehemalige deutsche Reichsstraße 141). Aus den Nachbarorten führen mehrere Nebenstraßen und Landwege geradezu sternförmig nach Siniec.

Schiene Über eine eigene Bahnstation verfügt Siniec nicht. Die nächste Bahnstation befindet sich im elf Kilometer südlich gelegenen Kętrzyn, wo es Direktverbindungen nach Korsze (Korschen) bzw. Ełk (Lyck) und Białystok gibt.

Luft Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Kaliningrad, der sich etwa 100 Kilometer nordwestlich auf russischem Hoheitsgebiet befindet. Der nächste internationale Flughafen auf polnischem Staatsgebiet ist der etwa 200 Kilometer westlich befindliche Lech-Wałęsa-Flughafen Danzig.

Persönlichkeiten Mit dem Ort verbunden Johann von Klingsporn (1605–1685), kurbrandenburgischer Oberst und Regimentskommandeur, Erbherr auf Groß- und Klein Blaustein Julius Rudolph von Klingsporn († nach 1794), preußischer Oberst, Erbherr auf Groß- und Klein Blaustein Hans Birth (1887–1961), Lehrer und Politiker (SPD), war von 1919 bis 1923 Lehrer in Groß Blaustein

Verweise Weblinks Historische Fotos von Groß Blaustein Historische Fotos von der Gemeinde Blaustein

Literatur Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 223–224 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).

Fußnoten

Kategorie:Gegründet im 14. Jahrhundert Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Srokowo