Biel-Benken (schweizerdeutsch: Biel-Bängge []) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

Geographie mini|Historisches Luftbild aus 900 m von Walter Mittelholzer von 1929 Biel-Benken liegt im Leimental auf am Eintritt des Birsigs auf Schweizer Gebiet. Es grenzt an Frankreich mit den Gemeinden Leymen beziehungsweise Neuwiller, an den Kanton Solothurn mit Bättwil und Witterswil sowie an seine basel-landschaftlichen Nachbargemeinden Oberwil und Therwil. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 4,12 km², davon sind 52,2 % Landwirtschaftsfläche, 20,1 % Wald, 27,7 % Siedlungen und 0 % unproduktive Fläche (Stand 2014).

Geschichte Die beiden Dörfer Biel und Benken waren seit dem 13. Jahrhundert im Besitz des Basler Rittergeschlechts der Schaler. Kirchlich gehörten sie zur Kirche St. Martin in Leymen/Weisskirch bzw. Wisschilch. 1526 wurden Biel und Benken an die Stadt Basel verkauft. Seit der Reformation im Jahr 1529 bilden sie zusammen eine reformierte Kirchgemeinde. An der Stelle der beiden Dorfkapellen baute man 1621 in Benken eine neue Kirche. Im Dreissigjährigen Krieg litten auch Biel und Benken unter den Marodeuren, aber weit weniger als die elsässischen und fürstbischöflichen Dörfer in der Umgebung. Beim Ausbruch der Französischen Revolution war das Dorf Zufluchtsort für die Juden aus dem benachbarten Sundgau.

Nach längeren Diskussionen schlossen sich die beiden Gemeinden Biel und Benken am 1. Januar 1972 zusammen. Sie bilden seither die gemeinsame Einwohnergemeinde Biel-Benken.

Wappen Das Wappen von Biel-Benken wurde vom Rittergeschlecht der Schaler übernommen. Diese führten ein redendes Wappen: in einem roten Schild fünf silberne Wecken, die eine Treppe darstellen. Die Schaler oder Scalarii wohnten in Basel im Hof «zur Leiter». Die Gemeinde Benken bestimmte 1930 das Schalerwappen zum Gemeindewappen, 1947 die Gemeinde Biel dasselbe mit umgekehrten Farben. Die 1972 gebildete Gemeinde Biel-Benken übernahm das Wappen von Benken.Heimatkunde Biel-Benken. Liestal 1993, S. 6 f.

Bevölkerung 37,1 % der Bevölkerung sind evangelisch-reformiert und 23,2 % römisch-katholisch. Der Ausländeranteil beträgt 15,5 % (Stand 31. Dezember 2019).

Politik mini|Gemeindeverwaltung (altes Schulhaus) mini|Reformierte Kirche

Die Exekutive, der Gemeinderat, für die Legislaturperiode 2024–2028 besteht aus sieben nebenamtlichen Gemeinderäten: Karin Lier, Gemeindepräsidentin, Ressorts Präsidiales und Alter Claudia Brodbeck, Ressorts Verkehr und Umwelt Erich Durscher, Ressort Soziales Stefan Felber, Ressort Tiefbau Irene Fiechter, Vizepräsidentin, Ressorts Finanzen und Kultur Jean-Daniel Schlegel, Ressort Bildung Stephan Wüthrich, Ressort Hochbau

Biel-Benken setzt sich zum Ziel, primär nicht Parteimitglieder in den Gemeinderat zu wählen, sondern diese sollen «aufgrund ihrer Sachpositionen und ihrer Persönlichkeit in den Gemeinderat gewählt» werden und nicht aufgrund einer allfälligen Parteizugehörigkeit.

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Biel-Benken: SVP 27,8 % (2019 25,7 %), SP 19,2 % (14,5 %), Mitte 17,5 % (14,9 %), FDP 15,4 % (19,7 %), Grüne 8,9 % (15,7 %), glp 8,5 % (7,0 %), EVP 1,8 % (2,4 %), EDU 0,3 % (–).

Sehenswürdigkeiten

Dorfkern Evangelische Kirche erbaut 1621. Erster Kirchenbau in der Basler Landschaft nach der Reformation.Hans–Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel–Landschaft. Bd. 1: Bezirk Arlesheim. 1969, S. 196 ff. Oser-Denkmal zur Erinnerung an den Dichter-Pfarrer Friedrich Oser

Sport Seit Dezember 1991 gibt es in der Gemeinde Biel-Benken neben diversen anderen Vereinen auch den Fussballclub Biel-Benken 1991.

Der Fussballspieler Alexander Frei stammt aus Biel-Benken. Seit dem Jahr 2003 ist er der Namensgeber und Patron des jährlichen Fussball-Juniorenturniers Alex Frei Cup.

Persönlichkeiten Hans von Flachslanden (1412–1476), Politiker Samuel Preiswerk (1799–1871), Theologe Friedrich Oser (1820–1891), Dichterpfarrer Emanuel Löw (1834–1908), Politiker Maria Tabitha Schaffner (1863–1932), Frauenrechtlerin Hermann Hiltbrunner (1893–1961), Schriftsteller Uli W. Steinlin (1927–2015), Astronom und Hochschullehrer Aymo Brunetti (* 1963), Ökonom Dani von Wattenwyl (* 1972), Radio- und Fernsehmoderator Alexander Frei (* 1979), Fussballspieler und -funktionär

Literatur Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft. Band I: Der Bezirk Arlesheim, mit Kantonseinleitung (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 57). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1969, . Heimatkunde Biel-Benken, herausgegeben von der Heimatbuch-Kommission, Liestal 1993.

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Biel-Benken in baselland.ch

Einzelnachweise Eintrag zum Gemeinderat auf der offiziellen Webseite der Gemeinde.

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