Adalbert Ludwig Duschek (* 2. Oktober 1895 in Hinterbrühl; † 7. Juni 1957 in Wien) war ein österreichischer Mathematiker und Politiker (SPÖ).
Leben Adalbert Duschek wurde am 2. Oktober 1895 als Sohn des Prokuristen Adalbert Duschek (* 29. Dezember 1840) und dessen Ehefrau Maria (* 14. März 1847) in Hinterbrühl geboren und am 17. Oktober 1895 auf den Namen Adalbert Ludwig getauft.Taufbuch Hinterbrühl, tom. V, fol. 170 (Faksimile), abgerufen am 10. Dezember 2024 Duschek besuchte das Gymnasium in Wien (Matura 1914) und studierte danach an der Technischen Hochschule Wien Mathematik. Ab 1920 war er Assistent und promovierte im Folgejahr zum Doktor. Ab 1930 war er Privatdozent an der Universität Wien, wo er 1936 außerordentlicher Professor wurde. Am 22. April 1938, kurz nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten, wurde er mit sofortiger Wirkung beurlaubt und wenig später aufgrund der „Abstammung der Frau Duschek“Pia Maria Murlasits, Matthias Dorfstetter: Politisch und „rassisch“ bedingte Enthebungen an der Technischen Hochschule in Wien nach dem März 1938 In: Österreichische Hochschulen im 20. Jahrhundert - Austrofaschismus, Nationalsozialismus und die Folgen 2013, S. 335 in frühzeitigen Ruhestand versetzt. Ab 1940 war er als technischer Angestellter und Berater der ELIN AG tätig und amtierte nach Kriegsende bis 1946 als Rektor der Hochschule, wo er 1945 Professor wurde.
Duschek schrieb ein Lehrbuch der Tensorrechnung und gab 1928 eines der grundlegenden Werke der Tensoranalysis, Tullio Levi-Civitas „Absolutes Differentialkalkül“, in deutscher Übersetzung bei Springer heraus.
Duschek war auch Politiker. Er war als SPÖ-Mitglied von 1945 bis 1957 Mitglied des Bundesrats.
Auszeichnungen 1955: Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
Schriften (Auswahl)
Weitere drei Bände unter dem Titel Vorlesungen über Höhere Mathematik sind später erschienen, werden aber in den Bibliotheken nur unter diesem Titel ohne Untertitel geführt, so dass eine genaue Zuordnung nicht möglich ist.
Der Tensorbegriff und seine Bedeutung für die Physik. Teil 1, 2, 3, Physikalische Blätter 1954, 1955: Teil 1, Geometrische Grundlagen Teil 2, Tensoralgebra Teil 3, Tensoranalysis
Weblinks
Adalbert Duschek in der Datenbank zbMATH Adalbert Duschek im Gedenkopfer für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien (Hier wird fälschlicherweise Mödling als Geburtsort genannt.)
Einzelnachweise
Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien) Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Wien) Kategorie:Absolvent der Technischen Universität Wien Kategorie:Rektor (Technische Universität Wien) Kategorie:Mitglied des österreichischen Bundesrates aus Wien Kategorie:Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich Kategorie:Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats für Österreich Kategorie:SPÖ-Mitglied Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Mann