TraminoS100S105pS109jS111oS110bSystem:PrototypPosenJenaOlsztynBraunschweigLeipzigrahmenlosS100 auf der Trako 2009rahmenlosS109j auf der Trako 2013rahmenlos|147x147pxTramino LeipzigNummerierung:515–559701–7053000–3014I: 1451–1468II: 1951–1957I: 1001–1041II: 1042–1061Anzahl:1455152561Hersteller:SolarisI: SolarisII: StadlerGelenkwagenbauform:MultigelenkwagenKurzgelenkwagenDrehgestellwagenBaujahr(e):20092011–201220132014I: 2014II: 20192016–2022Achsformel:Bo’2’Bo’(1A)Bo’(A1)Bo’2’Bo’(1A)Bo’+(1A)(A1)(Bo’Bo’)2(Bo’Bo’)Spurweite:1435 mm(Normalspur)1000 mm(Meterspur)1435 mm1100 mm1458 mmLänge:31,960 m32,026 m29,3 m35,74 m37,63 mBreite:2,35 m2,40 m2,30 m2,50 m2,30 mDrehgestellachsstand:1800 mm1850 mm1800 mmLeermasse:41,8 t42,5 t40,8 t43,8 t50,13 t55,3 tHöchstgeschwindigkeit:70 km/h60 km/hDauerleistung:4 × 105 kW4 × 90 kW4 × 120 kW5 × 90 kW8 × 85 kWRaddurchmesser:600 mm620 mm662 mm682 mm662 mm600 mmStromsystem:Gleichstrom mit einer Spannung von 600–750 VStromübertragung:Oberleitung, 1 EinholmstromabnehmerAntrieb:Drehstrom-AsynchronmaschinenBetriebsart:EinrichtungswagenZweirichtungswagenEinrichtungswagenSitzplätze:614854439075Stehplätze (4/m²):116144109160121145Niederfluranteil:100 %65 %Einstiegshöhe:350 mm300 mm360 mm320 mmFußbodenhöhe:350–480 mm350 mm360 mm350–590 mmLichte Türweite:2 × 750 mm4 × 1300 mm(einseitig)2 × 750 mm4 × 1500 mm(einseitig)4 × 1300 mm(beidseitig)6 × 1300 mm(beidseitig)6 × 1300 mm(einseitig)2 × 800 mm4 × 1500 mm(einseitig)Belege: mini|Modell eines Solaris Tramino Tramino ist die Bezeichnung einer Typenreihe von niederflurigen Straßenbahn-Gelenktriebwagen, die ursprünglich vom polnischen Omnibus-Hersteller Solaris Bus & Coach (SBC) entwickelt und vertrieben wurde. Im vierten Quartal 2018 wechselte die Produktlinie zur polnischen Stadler-Rail-Tochter Stadler Polska. Hauptkonkurrent auf dem polnischen Markt ist das Unternehmen PESA in Bydgoszcz.

Entwicklung miniatur|Solaris-Tramino-I-Führerstand in Braunschweig (Wg.-Nummer 1466) miniatur|Führerstand eines Leipziger NGT10 mini|Solaris Tramino S100 in Posen

Die Wagen wurden ursprünglich als vollständig niederflurige Straßenbahntriebwagen in Multigelenk-Bauweise mit Längen zwischen 18,8 m (Dreiteiler) und 31,96 m (Fünfteiler) ausgelegt. Danach wurden längere Ausführungen ebenso wie Kurzgelenk- und Drehgestellwagen mit 70 % Niederfluranteil angeboten.Solaris mit Straßenbahn und Hybridbus auf der InnoTrans 2008, Solaris PR, 23. September 2008 Das erste Vorserienfahrzeug wurde am 14. Oktober 2009 auf der Messe Trako in Danzig vorgestellt.Tramino prototype unveiled, Railway Gazette, 22. Oktober 2009 Für den deutschen Markt wurde ein Fahrzeugkonzept erarbeitet, das auf dem ehemaligen AEG-Kurzgelenkwagen (später ADTranz) GT6N bzw. GT8N aufbaut und vollständig niederflurig ist. Diese Fahrzeuge wurden zunächst für Jena (Dreiteiler) und Braunschweig (Vierteiler), später auch für den polnischen Betrieb Olsztyn (Dreiteiler) hergestellt. Dagegen sind die Fahrzeuge für Leipzig als echte Drehgestellwagen mit 65 % Niederfluranteil (da der Wagenboden über den Triebdrehgestellen um eine Stufe erhöht ist) eine völlige Neuentwicklung. Die Fahrzeuge für Deutschland müssen an die BOStrab angepasst werden.

Solaris hoffte, zukünftig mit Straßenbahnfahrzeugen den gleichen Umsatz wie mit Omnibussen zu erzielen. Zwar sind die zu erwartenden Stückzahlen niedriger, dafür aber die Erträge pro Einheit höher., Nachricht in biznespolska.pl mit Aussagen des Solaris-Geschäftsführers, 21. Juni 2007

Multigelenkwagen Die Fahrwerke der zunächst entwickelten Multigelenkwagen entsprechen weitgehend denjenigen des Fahrzeugtyps Cityrunner des Konkurrenten Bombardier. Die Radsätze haben durchgehende Radsatzwellen. Die Motoren sind vollständig abgefedert längs außen am Fahrwerk angeordnet und treiben je einen Radsatz an. Die weitgehende Übernahme des Entwurfs wurde dadurch ermöglicht, dass die Cityrunner-Patente in Polen, Ungarn und Rumänien teilweise nicht gültig waren. Entsprechend war jedoch auch die Vermarktung dieser Tramino-Bauart eingeschränkt.

Aufgrund der durchgehenden Radsatzwellen liegt der Fußboden über den Fahrwerken höher als in den anderen Bereichen und ist mit 480 mm über der Schienenoberkante nicht nach jeder Definition niederflurig. Stufen gibt es im Fahrgastraum jedoch nicht, die Höhenunterschiede werden stattdessen durch Rampen überwunden.

Die Wagenkästen sind geschweißte Stahlkonstruktionen. Beim Prototyp sind die beiden vorderen und das hintere Gelenk nicksteif ausgeführt, das in Fahrtrichtung dritte dagegen nickbeweglich.

Kurzgelenkwagen Die Kurzgelenkwagen für Jena und Braunschweig sind den AEG-Kurzgelenkwagen sehr ähnlich, es gibt keine durchgehenden Radsatzwellen. Allerdings wurde nicht das Prinzip übernommen, dass jedes Drehgestell identisch mit einem schwächer belasteten antriebslosen Losradsatz und einem stärker belasteten angetriebenen Radpaar ausgeführt ist. Stattdessen ist die Belastung symmetrisch, so dass in einem Drehgestell je Fahrzeug beide Radpaare angetrieben sind, um insgesamt ein ähnliches Adhäsionsverhältnis zu erreichen. Die Motoren sind außerhalb der Drehgestelle an den aus Stahl gefertigten Wagenkästen aufgehängt.

Die Kurzgelenkwagen für Olsztyn haben dagegen ein grundlegend anderes Antriebskonzept. Dadurch, dass die Motoren sich am Drehgestell befinden, konnten in jedem Wagenteil auf beiden Seiten zwei Türen angeordnet werden. Der Antrieb ist ähnlich demjenigen des Fahrzeugtyps Combino von Siemens. Es sind also alle Radpaare als Losradsätze ausgeführt und in den angetriebenen Drehgestellen werden jeweils zwei hintereinanderliegende Räder gemeinsam von einem längs angeordneten Motor angetrieben.

Drehgestellwagen Bei den Drehgestellwagen für Leipzig werden wie bei den Multigelenkwagen Radsätze mit durchgehenden Radsatzwellen verwendet. Die Drehgestelle wurden von TransTec F&E Vetschau entwickelt und gebaut. Der erste und der vierte Wagenteil laufen jeweils auf zwei innengelagerten Triebdrehgestellen. Die beiden Mittelteile sind jeweils einerseits auf den ersten oder vierten Wagenteil aufgesattelt und stützen sich andererseits gemeinsam auf das außengelagerte Laufdrehgestell unter dem mittleren Gelenk. Dieses Jakobs-Drehgestell ist dabei mit einem zentralen Drehpunkt ausgeführt, anders als beispielsweise beim ForCity Alfa des Herstellers Škoda. In diesem Bereich ist der Fußboden stufenfrei. Die Wagenkästen sind geschweißte Stahlkonstruktionen.

Betreiber und Einsatzgebiete Stettin Die ersten sechs Fahrzeuge wurden von den Verkehrsbetrieben in Stettin bestellt und sollten ab Sommer 2010 ausgeliefert werden., Eurailpress.de, 10. März 2009 Die Ausschreibung musste aber später aufgrund eines Formfehlers zurückgezogen werden., Eurailpress.de, 9. Juni 2009

Posen Solaris hat die Ausschreibung über 40 Niederflur-Straßenbahnwagen für die Städtischen Verkehrsbetriebe Posen gewonnen. Der Konkurrent Pesa protestierte erfolglos gegen den Auftrag. Die neuen Wagen nahmen rechtzeitig zur auch in Posen ausgetragenen Fußball-Europameisterschaft 2012 den Betrieb auf., Eurailpress.de, 19. Oktober 2009Solaris baut 40 Straßenbahnen für Posen, Solaris aktuell, 23. November 2009, Eurailpress.de, 30. November 2009 Am 23. Mai 2011 lieferte Solaris die ersten Straßenbahnwagen für Posen aus.Erster Solaris Tramino für Posen ausgeliefert, Solaris PR, 24. Mai 2011

Olsztyn

Am 21. September 2012 wurde der Vertrag über 15 Fahrzeuge für Olsztyn unterschrieben.Trams ordered as Olsztyn starts construction, railwaygazette.com, 25. September 2012

Diese wurden bis zur Eröffnung des dortigen Straßenbahnnetzes 2015 geliefert.

mini|Solaris Tramino 701 Berkeley im Einsatz in Jena

Jena Am 11. Juli 2011 wurde in Polen von Vertretern des Jenaer Nahverkehrs und des Unternehmens Solaris der Vertrag zur Lieferung von fünf Solaris-Straßenbahnwagen (Solaris Tramino Jena) unterschrieben. Solaris hatte sich bei der Ausschreibung durchgesetzt. Damit wurden von dieser Firma erstmals Straßenbahnfahrzeuge nach Deutschland geliefert. Es handelt sich um dreiteilige Zweirichtungswagen in Kurzgelenkbauart mit 100 Prozent Niederfluranteil. Der Abschluss der Lieferung erfolgte im November 2013. Der Jenaer Nahverkehr verfügt somit über 38 Straßenbahnwagen. Am 9. November 2013 wurden die Triebwagen auf dem Ernst-Abbe-Platz in Jena der Öffentlichkeit präsentiert. Seit dem 13. Januar 2014 verkehren die Triebwagen im Liniendienst., Pressemitteilung Jenaer Nahverkehr, 15. Juli 2011

mini|Tramino für Braunschweig auf der InnoTrans 2014 in Berlin

Braunschweig Wie am 30. Mai 2012 angekündigt, hat die Braunschweiger Verkehrs-GmbH im Jahr 2014 18 vierteilige Traminos erhalten. Die Kosten für die Beschaffung wurden mit 38 Millionen Euro angegeben, wobei 50 % vom Land Niedersachsen gefördert wurden. Andere Anbieter in der Ausschreibung waren CAF mit dem Fahrzeugtyp Urbos 3 und Stadler Pankow mit der Variobahn, beide als Multigelenkwagen. Alstom, das zuvor die Drehgestellwagen NGT8D nach Braunschweig geliefert hatte, hatte hingegen kein Interesse, eine Variante des Fahrzeugtyps in der geforderten größeren Länge zu entwickeln.

Die 36 Meter langen Gelenkwagen sind Kurzgelenkwagen und bieten jeweils 90 Sitz- und 121 Stehplätze. Am 13. April 2015 nahmen im Rahmen einer öffentlichen Übergabe der Tourenmappe durch den Braunschweiger Oberbürgermeister Ulrich Markurth die ersten beiden Traminos den Linienbetrieb auf. Seit dem 22. August 2019 werden weitere sieben Fahrzeuge des Typs Tramino II geliefert. Das letzte Fahrzeug wurde im Januar 2021 in Dienst gestellt. Die Tramino II wurden mit einem zweiten Rollstuhlplatz, leicht versetzten Doppelsitzen und etwas helleren Farben und Fenstertönungen geordert. Durch die Inbetriebnahme der Fahrzeuge ist der Planeinsatz in Braunschweig komplett niederflurig.

Die Fahrzeuge sind mit Superkondensatoren ausgestattet, welche dazu dienen, den über die Oberleitung bezogenen Anteil des Anfahrstroms abzuflachen.

mini|Solaris Tramino für Leipzig im Georgiring

Leipzig Am 26. März 2015 bestellten die Leipziger Verkehrsbetriebe fünf Vorserienfahrzeuge mit einer Kaufoption von 36 weiteren Einheiten in den nächsten fünf Jahren. Das erste zehnachsige Fahrzeug wurde am 21. Dezember 2016 in Leipzig angeliefert, weitere folgten dann ab Frühjahr 2017. Die vierteiligen Gelenktriebwagen mit fünf Drehgestellen sind 2,3 Meter breit und knapp 38 Meter lang. Sie erhielten die LVB-Typenbezeichnung 39. Ein Fahrzeug kann bis zu 220 Fahrgäste befördern, davon 75 auf Sitzplätzen. LVB-Website vom 27. März 2015 Die gesamte Bestellung beläuft sich auf ein Volumen von rund 120 Mio. Euro, wovon 50 % Förderung vom Freistaat Sachsen kommen. Für jede Einheit sollten zwei modernisierte Tatra-Triebwagen der Typen T4D-M1/2 ausgemustert werden. Als Einsatzgebiet der Neufahrzeuge gelten zunächst die Linien, auf denen bislang hauptsächlich Wagen des Typs NGT8 (Bj. 1994–1998), die vom Fassungsvermögen nicht mehr ausreichen, oder Tatragroßzüge mit Niederflurbeiwagen (Typ 68) und ähnlicher Kapazität eingesetzt werden.Bild-Online (Leipzig) vom 27. März 2015

Weblinks

Tramino auf der Solaris-Website

Einzelnachweise

Kategorie:Solaris Bus & Coach Kategorie:Straßenbahnfahrzeug (Stadler)