mini|Schallplatte von Melitta Heim (Berlin 1913) Melitta Heim (* 7. Jänner 1888 in Wien; † 7. Jänner 1951 in LondonEngland and Wales Civil Registration Indexes: General Register Office, United Kingdom, Band 5 c, S. 1221. Das oftmals genannte Sterbejahr 1950 ist somit unzutreffend.) war eine österreichische Opernsängerin (Sopran).
Leben Melitta Heim stammte aus einer jüdischen Familie. Ihr Vater war der Kaufmann Hugo Heim (* 1847 in Groß-Betschkerek; † 1917 in Frankfurt am Main), ihre Mutter Caroline Heim, geb. Prager (* 1856 in Wien; † 1947 in London-Hampstead). Heim studierte als Stipendiatin am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde zunächst Klavier – von 1896 bis 1898 bei Wilhelm Rauch (Vorbildung) und von 1898 bis 1905 bei Ernst Ludwig (Ausbildung) – dann von 1905 bis 1908 Gesang bei Irene Schlemmer-Ambros, zusätzlich absolvierte sie ein Gesangstudium bei Johannes Ress (1839–1916). Sie war in ihrer Heimatstadt ab etwa 1903 als Klavierbegleiterin tätig und war auch mit Franz Schreker befreundet, in dessen Philharmonischen Chor sie später sang und korrepetierte. Als Koloratursopranistin debütierte sie in der Rolle der Gilda (Rigoletto) im September 1909 am Stadtheater Graz.Heim im Spielplanarchiv der Bühnen Graz Im Jahr 1911 wechselte sie als erste Koloratursopranistin an das Opernhaus von Frankfurt am Main, wo sie bereits Erfolge feiern konnte und sich 1912 erfolgreich für die Uraufführung der Schreker-Oper Der ferne Klang einsetzte. Sie blieb dort bis 1917. Heim gastierte ab 1911 an der Berliner Hofoper, 1912 und 1914 am Drury Lane Theatre in London und ab 1915 an der Wiener Hofoper, zu deren Ensemble sie von 1917 bis 1922 gehörte.Heim im Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper Aufgrund einer Nervenkrankheit zog sie sich ab 1921 weitgehend von der Bühne zurück. Sie gab noch gelegentlich Konzerte und unterrichtete am Wiener Franz Schubert Konservatorium.
Nach dem Anschluss Österreichs musste sie als Jüdin 1938 zusammen mit ihrer Mutter nach Großbritannien emigrieren, wo bereits ihre Schwester Adele Heim (verehelichte Schlesinger, 1877–1953) lebte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte sie sich in London als Pianistin und Gesangslehrerin etablieren.
Melitta Heim starb an ihren 63. Geburtstag an einem Herzschlag, der sie mitten auf der Straße ereilte.
Ihre Schwester Edith Heim (* 27. Dezember 1880 in Wien) arbeitete von 1907 bis 1937 als Altistin im Chor die Wiener Hof-/Staatsoper. Am 26. Januar 1942 wurde sie von Wien aus ins Ghetto Riga deportiert und dort höchstwahrscheinlich ermordet.Edith Heim in den Arolsen Archives
Würdigung
Tondokumente Im Sommer 1911 und 1912 nahm Heim in London zwei Phonographenwalzen und 19 Diamond Discs für Edison Records auf, wobei die Diamond Discs unveröffentlicht blieben. 1913 und 1914 folgten in Berlin etwa 40 Schellackplatten für das Label Odeon.GHT-BASE Web Elf Odeon-Titel wurden 1979 auf einer LP der Wiener Firma Preiser Records wiederveröffentlicht (Court Opera Classics CO 342).CO 342 im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Literatur Nachruf in: Deutsches Bühnen-Jahrbuch. 61. Jahrgang 1953. Berlin 1952, S. 74. Melitta Heim in: Jürgen Kesting: Die grossen Sänger, Band 2. Claassen, Düsseldorf 1986, ISBN 3-546-45387-5, S. 760 f. Heim, Melitta. In: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände), S. 2011.
Weblinks
Heim, Schwestern in Oesterreichisches Musiklexikon online
Einzelnachweise
Kategorie:Opernsänger Kategorie:Sopran Kategorie:Österreichischer Emigrant zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Darstellender Künstler (Wien) Kategorie:Musiker (Wien) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1888 Kategorie:Gestorben 1951 Kategorie:Frau