Dieter-Julius Cronenberg (* 8. Februar 1930 in Neheim; † 21. November 2013) war ein deutscher Unternehmer und Politiker (FDP). Er war von 1984 bis 1994 Vizepräsident des Deutschen Bundestages.
Leben und Beruf Nach dem Abitur 1951 begann der Kaufmannssohn ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Lausanne, Aix-en-Provence und Münster, das er 1955 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Während des Studiums wurde er 1952 Mitglied der katholischen Studentenverbindung VKDSt Saxonia Münster im CVCartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen: Gesamtverzeichnis des CV 1995 - Die Verbindungen des CV mit ihren Ehrenmitgliedern, Alten Herren und Studierenden des CV - München 1995, V - S. 462., engagierte sich in der Studentenvertretung und war als 2. Vorsitzender des Verbands Deutscher Studentenschaften (VDS) 1954/55 am Zustandekommen des Honnefer Modells beteiligt.
Nach dem Examen arbeitete er als Volontär in verschiedenen Unternehmen und war seit 1960 Mitinhaber des mittelständischen Betriebs Julius Cronenberg o.H. in Müschede, der sich seit fast 300 Jahren in Familienbesitz befindet und u. a. handgeschmiedete Sicheln und Sensen herstellt.
Cronenberg war verheiratet und hatte drei Kinder. Sein Sohn Carl-Julius Cronenberg wurde am 24. September 2017 als Abgeordneter in den Bundestag gewählt.
Partei 1961 trat Cronenberg in die FDP ein und war dort Orts- und Kreisvorsitzender, von 1969 bis 1974 stellvertretender Bezirksvorsitzender, anschließend Bezirksvorsitzender und 1975 Fraktionsvorsitzender im Arnsberger Stadtrat.
Abgeordneter Von 1976 bis 1994 gehörte Cronenberg dem Deutschen Bundestag an. Hier engagierte er sich vor allem auf dem Gebiet der Renten- und Sozialpolitik und war von 1979 bis 1985 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion sowie Leiter des Fraktions-Arbeitskreises Arbeits- und Sozialpolitik. Er setzte sich dafür ein, kleine und mittlere Betriebe durch gesetzliche Sozialleistungen nicht übermäßig zu belasten.Das Parlament vom 4. Februar 2000. Im Dezember 1984 wurde er als Nachfolger von Richard Wurbs zum Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages gewählt und blieb dies über zehn Jahre bis zu seinem Ausscheiden aus dem Bundestag im Herbst 1994.
Von 1995 bis 2000 war er Vizepräsident der Vereinigung ehemaliger Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments.
Unterlagen zu seiner Tätigkeit für die FDP und im Deutschen Bundestag liegen im Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Gummersbach.
Weitere Ämter und Mitgliedschaften Neben seinen politischen Ämtern war Cronenberg Mitglied in zahlreichen Vorständen, Kuratorien und Beiräten von Verbänden, Unternehmen und Stiftungen, darunter des Wirtschaftsverbands Stahlverformung, der Treuhandanstalt, der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, der Bundesstiftung Mutter und Kind oder der Otto Benecke Stiftung.
Auszeichnungen Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland (1983) Ordre national du Mérite (1988) Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband (1994) Verdienstmedaille der Deutschen Rentenversicherung (1995) Ehrenring der Stadt Arnsberg (2007)
Literatur Alexandra Liebing: Der Anwalt. D.-J. Cronenberg wird 70. In: Das Parlament vom 4. Februar 2000, Rudolf Vierhaus, Ludolf Herbst (Hrsg.), Bruno Jahn (Mitarb.): Biographisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages. 1949–2002. Bd. 1: A–M. K. G. Saur, München 2002, ISBN 3-598-23782-0, S. 127.
Weblinks
M.d.B. – Die Volksvertretung 1946–1972. Eine biographische Dokumentation
Einzelnachweise
Kategorie:Bundestagsvizepräsident (Deutschland) Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:FDP-Mitglied Kategorie:VDS-Vorstandsmitglied Kategorie:Korporierter im CV Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Arnsberg Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband Kategorie:Person (Archiv des Liberalismus) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann