Stefan Guzy (* 1980 in Rüdersdorf bei Berlin) ist ein deutscher Plakatgestalter, Typograf, Druckgrafiker, Verleger und Handschriftenforscher.
Leben und Wirken Guzy studierte von 2001 bis 2007 an der Universität der Künste Berlin Visuelle Kommunikation unter Stefan Sagmeister, Holger Matthies, Daniela Haufe/Detlef Fiedler und Melchior Imboden.Matt Muencheberg: Der Sieger ist: ein blaues "Testbild“! (Vom Wettbewerb der Design-Wettbewerbe), 2014 Er gründete 2000 in Berlin das Design-Studio Zwölf (seit 2007 mit seinem Partner Björn Wiede), das vor allem für seine typografischen Plakate (José González, William Fitzsimmons) und experimentellen Produktdesigns (Ruin, Elyjah) international mehrfach ausgezeichnet wurde, so mehrfach mit dem Certificate of Typographic Excellence des Type Director Clubs New York (2007–2016), dem Art Directors Club Award in Gold (2008) und Silber (2010) und dem European Design Award in Gold (2010) und Silber (2009). Seine Arbeit war auf verschiedenen Poster-Biennalen wie Warschau, Moskau, Toyama, Lahti und Teheran zu sehen.zwoelf.net Mit der Gestaltung des Plakates der Kieler Woche erregte das Studio 2015 Aufsehen. In Jurys wurde er u. a. für den 90. Art Directors Club New York Annual Award und den Wettbewerb 100 Beste Plakate gewählt.
2016 wurde er zusammen mit Björn Wiede in den internationalen Gestalterverband Alliance Graphique Internationale berufen.
Der von ihm 2020 mitgegründete Verlag Handsiebdruckerei Editionen verlegt Serigrafien von Künstlern wie André Butzer, Albert Oehlen, Susanne Kriemann, Michaela Eichwald und Stefan Marx. Die Arbeiten entstehen in der eigenen Druckwerkstatt in Berlin-Kreuzberg.
An Sonderpostwertzeichen gestaltete Stefan Guzy für das Bundesministerium der Finanzen die Briefmarken „25 Jahre Haus der Geschichte“ und „70 Jahre Yad Vashem“.
Lehre Stefan Guzy lehrte als Gastprofessor und war Lehrbeauftragter für Visuelle Kommunikation, Typografie und Druckgrafik an verschiedenen Hochschulen, u. a. an der Bauhaus-Universität Weimar, der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle, der Hochschule Düsseldorf und der Hochschule für Künste Bremen. 2025–2026 war er Gastprofessor für Visuelle Identitäten an der Folkwang Universität der Künste in Essen und wurde anschließend als Gastprofessor an die Hochschule für bildende Künste Hamburg berufen.
Voynich-Manuskript Aufbauend auf einer Analyse von Archivmaterial u. a. aus dem Finanz- und Hofkammerarchiv Wien, in dem heute die Registratur der kaiserlichen Hofkammer überliefert ist, konnte Guzy, der auch über alte Handschriften forscht, den Augsburger Arzt und Handschriftenhändler Carl Widemann als möglichen Vorbesitzer des bisher nicht einschlüsselten Voynich-Manuskriptes ausfindig machen. Widemann verkaufte 1599 ein Konvolut von Handschriften an den alchemiebegeisterten Kaiser Rudolf II., in dem sich die Handschrift befunden haben soll.
Literatur
Bettina Schulz: Studio Zwölf. Plakate mit Charakter, in: novum 02/2014, S. 36. Thorsten Jantschek: Stunde 1 Labor. Wenn Kunst in Serie geht – Vom Entstehen einer Edition, Beitrag im Deutschlandfunk, gesendet am 17. Dezember 2023. Matthias Vorbau: Was macht die Kunst, Stefan Guzy?, in: Der Maulbeer, 5. Dezember 2023.
Weblinks Büro Zwölf Handsiebdruckerei Editionen
Einzelnachweise
Kategorie:Absolvent der Universität der Künste Berlin Kategorie:Typograf (Deutschland) Kategorie:Grafikdesigner (Deutschland) Kategorie:Plakatkünstler (Deutschland) Kategorie:Briefmarkenkünstler (Deutschland) Kategorie:Verleger (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Mann