Wohratal ist eine Gemeinde im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Geografie Geografische Lage Wohratal liegt zwischen dem Kellerwald im Osten und dem Burgwald im Westen an der Wohra. Größere Nachbarstädte sind Kirchhain im Süden und Frankenberg im Nordwesten.
Nachbargemeinden Wohratal grenzt im Norden an die Städte Rosenthal und Gemünden (beide im Landkreis Waldeck-Frankenberg), im Osten an die Gemeinde Gilserberg (Schwalm-Eder-Kreis), sowie im Süden und Westen an die Gemeinde Rauschenberg (Landkreis Marburg-Biedenkopf).
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den vier Ortsteilen Halsdorf, Hertingshausen, Langendorf, sowie Wohra (Sitz der Gemeindeverwaltung).
Geschichte Gemeindebildung Zum 1. Juli 1970 wurde die Gemeinde Wohratal im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bisherigen selbstständigen Gemeinden Halsdorf und Wohra neu gebildet. Zum 1. Februar 1971 fusionierten die Gemeinden Wohratal, Hertingshausen und Langendorf freiwillig zur heutigen Großgemeinde Wohratal. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wohratal 2391 Einwohner. Darunter waren 63 (2,6 %) Ausländer, von denen 27 aus dem EU-Ausland, 18 aus anderen europäischen Ländern und 18 aus anderen Staaten kamen. (Im Jahr 2020 betrug die Ausländerquote nur noch 2,1 %.) Nach dem Lebensalter waren 422 Einwohner unter 18 Jahren, 953 zwischen 18 und 49, 546 zwischen 50 und 64 und 475 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 925 Haushalten. Davon waren 203 Singlehaushalte, 209 Paare ohne Kinder und 397 Paare mit Kindern, sowie 101 Alleinerziehende und 15 Wohngemeinschaften. In 169 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 582 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Religionszugehörigkeit • 1987: 1947 evangelische (= 90,7 %), 112 katholische (= 5,2 %), 87 sonstige (= 4,1 %) Einwohner • 2011: 1864 evangelische (= 77,9 %), 222 katholische (= 9,3 %), 305 sonstige (= 12,8 %) Einwohner
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Wohratal erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 GfW Gemeinsam für Wohratal 100,0 15 — — — — — — — — — — — — 36,9 6 40,5 6 44,4 6 43,1 7 39,1 6 OLW Offene Liste Wohratal — — 35,3 5 27,7 425,6 4 — — — — — — 27,8 4 31,8 5 25,2 4 34,0 5 31,5 5 BfW Bürger für Wohratal—— — — — — 4,8 1 6,9 1 9,7 1 —— — — — — — — 16,0 2 — — UWW/GRÜNE Unabhängige Wählergemeinschaft Wohratal/Bündnis 90/Die Grünen — — — — — — — — — — 19,7 3 Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15 Wahlbeteiligung in % 61,5 59,1 55,9 57,8 59,2 68,0
Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Wohratal neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.Politik: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. April 2019 der parteiunabhängige Heiko Dawedeit. Er wurde als Nachfolger von Peter Hartmann, der nach drei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 28. Oktober 2018 im ersten Wahlgang bei 76,67 Prozent Wahlbeteiligung mit 54,28 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgte eine Wiederwahl ohne Gegenkandidaten im Oktober 2024.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 6. Oktober 2024 in Wohratal
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden - Votemanager: Wahltermine Gemeinde Wohratal, seit 1995; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2018 sind nicht aufbereitet 2019–2031 Heiko DawedeitHeiko Dawedeit, 5. November 2018: Wahlkampfzeit mit OP-Nachbericht zur Bürgermeisterwahl in Wohratal vom 30. Oktober 2018: „Zum 1. April tritt er sein neues Amt als Wohrataler Bürgermeister an.“ 2001–2019 Peter Hartmannspargel, bei SPD Wohratal, 26. Oktober 2017: Paukenschlag bei Gemeindevertretersitzung: „Ankündigung von Bürgermeister Peter Hartmann (parteilos) bei der nächsten Bürgermeisterwahl nicht mehr zu kandidieren“ - CDU Rauschenberg, 26. Februar 2024: CDU-Stadtverband Rauschenberg stellt Kandidaten für die Bürgermeisterwahl auf: „Die Wahl fiel mit einer Zustimmungsquote von 100% auf den 56-jährigen Rauschenberger Peter Hartmann.“ 1970–2001 Klaus Hamatschek (1939–2021) Horst Becker aus Wohratal, bei myheimat.de, 1. Januar 2019: Heute vor 50 Jahren wurde Klaus Hamatschek Bürgermeister der beiden Gemeinden Halsdorf und Wohra (Foto aus der Oberhessischen Presse vom 2. Januar 1969) - Traueranzeigen Klaus Hamatschek
Wappen Am 25. Juni 1980 genehmigte der Hessische Minister des Innern das Wappen mit folgender Beschreibung:
Flagge
Am 1. August 1997 genehmigte der Hessische Minister des Innern die Flagge mit folgender Beschreibung:
Eine amtliche Hissflagge führt die Gemeinde nicht. Lokal wird jedoch, angelehnt an die Bannerflagge, eine rot-weiß gevierte Flaggenbahn, belegt mit dem Stadtwappen verwendet.
Verkehr Die Wohratalbahn führte durch das Gemeindegebiet, in dem es neben dem Bahnhof Halsdorf einen Bahnhof in Wohra gab. Am 28. Mai 1972 wurde der Personenverkehr eingestellt und nach Aufgabe des Güterverkehrs die Strecke am 31. Dezember 1981 stillgelegt.
Naturschutzgebiet Wacholderweide Das „Naturschutzgebiet Wacholderweide Langendorf“ zählt zu den Naturdenkmälern des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Für das Projekt kooperieren die Landkreisbehörden, die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) sowie „Hessenforst“. Durch Kauf und Tausch wurden fünf bestehende Naturdenkmal-Flächen durch Zukauf erweitert und zu einem großflächigen Gebiet zusammengefasst. Im Dezember 2008 wurde die gesamte Fläche mit einem festen Zaun für die Ganzjahresbeweidung versehen. Im Frühling 2009 wurde ein Viehunterstand im „Langen Tal“ errichtet. Der Flächenerwerb und die Bauten wurden aus der naturschutzrechtlichen Ausgleichsabgabe refinanziert.Oberhessische Presse vom 23. Juni 2009, Seite 8
Das 15 Hektar große Areal wird von einer eigens dafür gegründeten Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) „Langendorfer Wacholderweide (Weideverein)“ gemanagt. Diese GbR ist ein als landwirtschaftlicher Betrieb staatlich anerkannter Weideverein. Die gegenwärtig (Juni 2009) zehn Mitglieder sind Tierzüchter und -halter aus Langendorf und Wohra. Die einbezogenen Tierarten reichen von Galloway-Rindern, über Fjordpferde, bis zu Burenziegen und Rhönschafen.
Persönlichkeiten
Wilhelm Hartmann von Klauer zu Wohra (um 1530–1570), Benediktiner, Fürstabt von Fulda 1568–1570
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 1970