Gertenbach ist ein Stadtteil im Nordwesten der Stadt Witzenhausen im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographie Gertenbach liegt auf einer Höhe von oberhalb des Ostufers der Werra und ist auf deren orographisch rechten Seite die letzte Ortschaft in Hessen. Das bebaute Gebiet erstreckt sich an den westlichen Ausläufern des Sandwalds bis auf eine Höhe von etwa . Durch Gertenbach fließen der Dieffenbach und der Hübenbach, die unmittelbar beim Ort in die Werra münden.Online-Karte auf hessenviewer.hessen.de, abgerufen am 12. März 2014

Geschichte Die erste Erwähnung des Ortes findet sich bei Bischof Meinwerk und fällt ins Jahr 1032. Damals wurde als Ortsname noch Gardenebiki angegeben. Weitere Abwandlungen des Namens finden sich als Gardelbic wieder, als der Ort zu den Northeimer Allodialgütern zählte. Weiterhin wird unter den Mündenern Ratsherren 1323 und 1327 ein Conradus de Ghardenebeke aufgeführt. 1342 erscheint ein Ludwig de Ghardenebeke, auf den 1347 Conradus von Ghardenebeke jun. folgt. 1070 war der Ort Schauplatz einer Kirchenversammlung. An der Stelle der heutigen Kirche soll von Alters her ein Kloster gestanden haben. 1836 wurde ein neues Pfarrhaus erbaut.

Gertenbach besaß 1871 mit Hübenthal und dem Schloss Berlepsch 2 Mühlen und 650 Einwohner; heute leben etwa 950 Personen im Ort. Gertenbach gehörte bis 1821 zum hessischen Amt Ludwigstein/Witzenhausen und danach zum Landkreis Witzenhausen. Während der französischen Besetzung gehörte der Ort zum Kanton Friedland im Königreich Westphalen (1807–1813).

Am 23. September 1987 wurde Gertenbach von einem Tornado heimgesucht, dabei wurden 47 Häuser beschädigt, aber nur vier Personen verletzt.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Gertenbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Witzenhausen eingegliedert. Für die nach Witzenhausen eingegliederten, ehemals eigenständigen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Gertenbach 861 Einwohner. Darunter waren 15 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 150 Einwohner unter 18 Jahren, 333 zwischen 18 und 49, 204 zwischen 50 und 64 und 177 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 375 Haushalten. Davon waren 102 Singlehaushalte, 120 Paare ohne Kinder und 114 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 87 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 249 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1575: 51 Hausgesesse • 1585: 51 Hausgesesse • 1681: 30 Hausgesesse • 1745: 332 Einwohner • 1747: 43 Mannschaften mit 50 Feuerstellen

Religion Gertenbach ist Sitz einer evangelischen Kirchengemeinde mit einer Kirche. Sie gehört zum Kirchenkreis Werra-Meißner der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. 1944 wurde dem Gemeindebezirk auch der bis dahin zur hannoverschen Landeskirche gehörige Gutsbezirk des Ritterguts Ellerode zugeteilt.

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 657 evangelische (= 99,24 %), 3 katholische (= 0,45 %), 2 jüdische (= 0,30 %) Einwohner • 1961: 665 evangelische (= 82,61 %), 128 katholische (= 15,90 %) Einwohner

Politik Für Gertenbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Gertenbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern.

Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 66,39 %. Es erhielten die SPD mit 26,42 % zwei Sitze, das Bündnis 90/Die Grünen mit 21,33 % einen Sitz und die Wählergruppe „Gemeinsam für Gertenbach“ (GfG) mit 52,25 % vier Sitze. Der Ortsbeirat wählte Lothar Heuckeroth (GfG) zum Ortsvorsteher.

Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2026 erhielten SPD mit 25,58 % und GRÜNE mit 24,83 % je zwei Sitze, während GfG mit 49,6 % auf drei Sitze kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 69,4 %. Der Ortsbeirat wählte Matthias Ullrich (SPD) zum Ortsvorsteher.

Verkehr Der Ort liegt an der B 80 und hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden, der durch die cantus Verkehrsgesellschaft zwischen Kassel und Göttingen bedient wird.

Linie Verlauf Takt

Im vier Kilometer entfernten Hedemünden besteht Anschluss an die A 7.

Einzelnachweise

Weblinks

Stadtteil Gertenbach In: Webauftritt der Stadt Witzenhausen.

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