Die Trompetenschnitzlinge (Tubaria) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Trompetenschnitzlingsverwandten (Tubariaceae). Sie zählen zu den sogenannten Little brown mushrooms.
Die Typusart ist der Gemeine Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea).
Merkmale mini|Die Hutunterseiten des Gemeinen Trompetenschnitzlings (Tubaria furfuracea) mit typisch ockerbraunen Lamellen Makroskopische Merkmale Die Trompetenschnitzlinge sind kleine bis mittelgroße, in Hut und Stiel gegliederte Lamellenpilze. Die Hüte sind flach konvex bis niedergedrückt und hygrophan (bei Feuchtigkeit fleckend). Die Oberseite ist trocken, matt und oft etwas filzig oder fein schuppig. Die Hutfarbe ist fleischrötlich bis fleischbräunlich, vollständig weiße Formen sind möglich. Der Stiel ist zylindrisch oder bei manchen Arten an der Basis etwas verdickt. Die ockergelblichen bis braunen Lamellen sind breit angewachsen oder herablaufend. Der Stiel ist meist länger als der Hut breit ist; er kann beringt oder unberingt sein. Das Velum ist meist faserig und bleibt manchmal deutlich erkennbar auf dem Hut oder dem Stiel als Ring oder Ringzone zurück. Das Sporenpulver der Trompetenschnitzlinge ist hell ockerbraun bis rost- oder ziegelbraun.
Mikroskopische Merkmale Die Sporen sind elliptisch bis bohnenförmig und glatt bis sehr fein warzig. Sie sind blassocker bis hellrostgelb gefärbt und besitzen keinen Keimporus. Weitere mikroskopische Merkmale der Gattung sind die aus liegenden Hyphen bestehende Huthaut. Die Hyphen besitzen Schnallen, die Lamellentrama ist regulär, Cheilocystiden sind vorhanden; sie sind fadenförmig-keulig oder kopfförmig und dünnwandig.
Ökologie Die Trompetenschnitzlinge sind saprobiontische Holz- oder Streu- oder Humusbewohner. Die ziemlich kleinen Fruchtkörper des Gelbblättrigen Trompetenschnitzlings findet man gelegentlich am Boden unter Weißdorn-Büschen auf den eingetrockneten vorjährigen Früchten.
Arten Die Gattung umfasst weltweit etwa 20 Spezies. In Europa kommen 12 Arten vor bzw. sind dort zu erwarten.
Trompetenschnitzlinge (Tubaria) in Europa Deutscher Name Wissenschaftlicher Name Autorenzitat Weißstieliger Trompetenschnitzling Tubaria albostipitata Beringter Trompetenschnitzling Tubaria confragosa Flockiger Trompetenschnitzling Tubaria conspersa Zistrosen-Trompetenschnitzling Tubaria cistophila Gelbblättriger Trompetenschnitzling Tubaria dispersa Gemeiner Trompetenschnitzling Tubaria furfuracea Weißlicher Trompetenschnitzling Tubaria hololeuca Kleinster Trompetenschnitzling Tubaria minutalis Mosers Trompetenschnitzling Tubaria moseri Blasssporiger Trompetenschnitzling Tubaria pallidispora Ansehnlicher Trompetenschnitzling Tubaria praestans Geselliger Trompetenschnitzling Tubaria romagnesiana
Systematik Wie in vielen Pilzgruppen ist auch bei den Trompetenschnitzlingen die Abgrenzung der Arten teilweise umstritten. Die Gattung selbst wird von einigen Autoren auch bei den Schleierlingsverwandten (Cortinariaceae) oder den Stummelfüßchenverwandten (Crepidotaceae) eingeordnet.
Bedeutung Die Angehörigen der Gattung kommen als Speisepilze nicht in Frage.
Quellen Literatur Achim Bollmann, Andreas Gminder, Peter Reil: Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze. 4. Auflage, mit Gattungs-CD. Schwarzwälder Pilzlehrschau, Hornberg 2007, . Egon Horak, Meinhard Moser: Röhrlinge und Blätterpilze in Europa. 6. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2005, ISBN 3-8274-1478-4. German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 4: Ständerpilze. Blätterpilze II. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3281-8. K. Montag: Was ist ein Schnitzling? Der Tintling, 1/2007, .
Einzelnachweise
Weblinks
Kategorie:Risspilzverwandte