Das in der Meteorologie gebräuchliche Bowen-Verhältnis (auch Bowenratio; nach Ira S. Bowen) ist das Verhältnis von fühlbarer Wärme  zu latenter Wärme :

Flüsse, die von der Erdoberfläche in die Atmosphäre gerichtet sind, werden als positiv definiert. In der Thermodynamik lauten die entsprechenden Fachbegriffe thermische Energie (statt „fühlbare Wärme“) und Umwandlungsenthalpie (statt „latente Wärme“).

Das Bowen-Verhältnis zeigt, welcher Energieanteil der ausgestrahlten Wärme für Verdunstung und welcher für Erwärmung aufgewendet wird. Wenn das Bowen-Verhältnis größer 1 ist, überwiegt die Erwärmung. Wenn das Verhältnis zwischen 0 und 1 ist überwiegt die Verdunstung. Negative Werte können nachts entstehen, wenn sich das Vorzeichen der fühlbare Wärme umkehrt und der Wärmestrom damit von der Atmosphäre auf die Erdoberfläche gerichtet ist. Typische Werte des Bowen-Verhältnis sind in folgender Tabelle zu sehen: +OberflächeBowen-VerhältnisWüste10Semiaride Gebiete5Grasland0,5Wasser0,1 In innerstädtischen Gegenden kann das Bowen-Verhältnis den Wert 2:1 annehmen, da hier aufgrund des hohen Anteils an versiegelten Flächen oft ein Mangel an Wasser besteht. Ein großer Teil der Energie wird also in thermische Energie umgesetzt. In Gegenden, wo es an verdunstungsfähigem Wasser nicht mangelt, beträgt das Bowen-Verhältnis ungefähr 1:2.Hans Häckel: Meteorologie. 5. Auflage. Uni-Taschenbücher, Stuttgart 2005, ISBN 3-8252-1338-2

Siehe auch Sättigungsdampfdruck Evaporation Transpiration

Fußnoten

Kategorie:Meteorologisches Konzept Kategorie:Klimatologie