Die Feuerwehr Schwerin besteht aus einer Berufs- und einer Freiwilligen Feuerwehr mit fünf Standorten. Sie sind im Fachdienst 37 für Feuerwehr und Rettungsdienst der Landeshauptstadt Schwerin des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern organisiert.

Geschichte Die Geschichte des geregelten Brandschutzes in Schwerin begann bereits in der frühen Neuzeit. Nach zwei verheerenden Großbränden in den Jahren 1531 und 155825.–26. Juli 1531: Brand im nördlichen und östlichen Teil der Schweriner Neustadt; am 21. August 1558 brannten vierundvierzig Häuser nieder. Vgl. Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Schwerin wurde von den Landesherzögen eine Polizei- und Landesordnung erlassen, die zugleich das Feuerlöschwesen im 16. Jahrhundert reglementierte und eine erste Feuerlöschordnung Mecklenburgs enthielt. Nach weiteren Großbränden in den Jahren 1626, 1651 und 1690Am 18. Juli 1651 bisher größter Schweriner Stadtbrand – einhundertdreiundvierzig Häuser werden Opfer der Flammen; dreiundsiebzig Häuser und einundsechzig Buden brannten im Dezember 1690 zwischen Rathaus und Großer Moor trat Ende 1690 eine Brandschutzordnung in Kraft, die ein Jahr später nochmals verschärft wurde. Dennoch kam es 1697 wieder zu einem Großbrand,Auf der Schelfe wurden am 24. April 1697 zweiundzwanzig Häuser durch einen Brand zerstört der zum Erlass der Hoch-Fürstlichen Mecklenburgischen Feuerordnung führte. Im Jahr 1700 wurde die erste echte Feuerspritze angeschafft, die zwei kleinere und eine größere Handdruckspritze in der Stadt ergänzte. Erst 50 Jahre später folgte eine weitere Feuerspritze. 1831 bildete sich mit einer Brandwache der erste Ansatz einer regulären Feuerwehr. In der Burgstraße 8 entstand im April 1840 ein massives Gebäude, das die städtischen Löschgeräte aufnahm.Vgl. Udo Brinker: Chronik der Stadt Schwerin: Von den Anfängen bis zur Gegenwart; Selbstverlag, Schwerin 2011, Seite 67 ff. 1842 wurde eine weitere Feuerordnung erlassen, die bis 1869 in Kraft bleiben sollte. Der Großherzog verfügte 1851, dass die militärischen Pionierabteilungen bei Bränden hinzugezogen werden sollten. 1856 wurde die städtische Feuerwehr mit einer fahrbaren Steigleiter und Schläuchen ausgerüstet.

Nach einem Großbrand in ZippendorfBei dem Brand in Zippendorf am 18. Juni 1859 wurden 19 Gebäude zerstört. und einem Brand am 1. November 1863 in der Friedrichstraße/Ecke Bischofstraße gründete sich am 5. November 1863 eine freiwillige Turnerfeuerwehr. Ihre erste Ausrüstung bestand nur aus wenigen Handspritzen und einem Leiterkarren. Erst nach dem Brand eines Regierungsgebäudes im Dezember 1865 wurde das Schweriner Feuerlöschwesen grundlegend neu geregelt und die Turnerfeuerwehr wegen ihrer Unzulänglichkeit wieder aufgelöst. 36 Bürger wurden ab Juli 1869 zum Dienst bei der städtischen freiwilligen Feuerwehr herangezogen und erhielten für ihre nebenberufliche Tätigkeit einen jährlichen Sold. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Schweriner Feuerwehr über eine fahrbare Steigleiter, sechs große Feuerspritzen, fünf Handspritzen und mehrere mobile Löschwasserbehälter, die in der Burgstraße und in einem Schuppen am Posthof in der Kaiser-Wilhelm-Straße (heute Mecklenburgstraße) untergebracht waren. Neben dem Posthof entstand ein neues Spritzenhaus, das die Feuerwehr im November 1880 bezog. Vier Jahre später wurden in ganz Schwerin Feuermelder installiert. Während des Neubaus der Hauptpost Schwerin erhielt die freiwillige Feuerwehr 1891 übergangsweise ein Spritzenhaus im südlichen Teil der Kaiser-Wilhelm-Straße neben dem damaligen Thalia-Theater. Im Januar 1905 begann die Motorisierung der Feuerwehr mit einem Mannschaftswagen und einer Drehleiter aus der Feuerlöschgerätefabrik Justus Christian Braun; beide Fahrzeuge wurden von Akkumulatoren angetrieben.Vgl. Mecklenburgische Zeitung, Schwerin, 15. Januar 1905 Inzwischen entstand in der Graf-Schack-Straße (heute Geschwister-Scholl-Straße) ein modernes Spritzenhaus, in das die Feuerwehr Anfang 1907 endlich einziehen konnte.Bernd Kasten/Jens-Uwe Rost: „Geschichte der Stadt Schwerin“, Thomas Helms Verlag, Schwerin 2005, S. 142 ff

Während des Ersten Weltkrieges unterstützte das Militär die Schweriner Berufsfeuerwehr. 1922 wurde die Feuerwehr endgültig motorisiert und die Pferde abgeschafft; im selben Jahr gründete sich die Berufsfeuerwehr und die Einsatzkräfte erhielten den Beamtenstatus. In der Zeit des Nationalsozialismus war die Feuerwehr in den Jahren 1938 bis 1945 als Feuerschutzpolizei der Polizei angegliedert. Zusätzlich zur Berufsfeuerwehr und den Freiwilligen Feuerwehren bestanden in Schwerin eine Feuerwehr der Hitlerjugend, eine Flugplatzfeuerwehr in Görries und eine 22 Mann starke Feuerwehr der Wlassow-Armee, untergebracht im Tivoli neben der Feuerwache. Zum Kriegsende verfügte die Feuerwehr über zwei Löschgruppenfahrzeuge 15, ein Löschgruppenfahrzeug 25, zwei Drehleitern 32, ein Löschgruppenfahrzeug 8, einen Schlauchwagen, sechs Tragkraftspritzen, zwei Tragkraftspritzenanhänger, einen Pkw und drei Motorräder.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat die „Verordnung über das Brandschutzwesen der Länder der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands vom 28. August 1949“ in Kraft, was zur Gründung des Brandschutzamtes führte. Im Jahr 1990 wurde das Drei-Schicht-System auf der Feuerwache eingeführt. Am 1. März 1991 wurde die Feuerwehr wieder ein kommunales Amt der Landeshauptstadt Schwerin und erhielt mehrere neue Einsatzfahrzeuge. Im Jahr 1998 erhielt die Berufsfeuerwehr eine zweite Feuerwache in der Lübecker Straße („Nebenwache“) und 1999 eine neue Feuerwache in der Graf-Yorck-Straße („Hauptwache“). Der zweite Standort wurde 2004 wieder aufgegeben, dort verblieb nur der Rettungsdienst und die Freiwillige Feuerwehr übernahm die Wache. Die Integrierte Leitstelle Westmecklenburg wurde im Jahr 2005 an der Hauptwache eingerichtet.

Im Jahr 2009 eröffnete in Schwerin das Internationale Feuerwehrmuseum Schwerin, das inzwischen größte Feuerwehrmuseum Deutschlands.

Im Laufe der Jahre stellte sich heraus, dass die Anfahrtswege der Berufsfeuerwehr von der Hauptwache im Süden der Stadt zu Einsätzen in den Norden von Schwerin zu weit waren. Nach mehreren Jahren Planung wurde beschlossen, dass die Berufsfeuerwehr wieder den Standort in der Lübecker Straße beziehen sollte. Doch dazu musste erst ein neues Feuerwehrhaus für die Freiwillige Feuerwehr Schwerin-Mitte gebaut werden. Anschließend wurde die Feuerwache in der Lübecker Straße aufwändig saniert und ausgebaut und konnte am 4. Dezember 2024 wieder den Betrieb aufnehmen.

Berufsfeuerwehr miniatur|Feuer- und Rettungswache Süd (2026) Die Berufsfeuerwehr Schwerin besteht aus je einer Wachabteilung an zwei Standorten mit 17 Einsatzkräften 24/7, von denen 16 den Löschzug bilden und ein Beamter die Einsatzleitung (B-Dienst) übernimmt. Der Rettungsdienst besteht tagsüber aus 14 Einsatzkräften und zwei Notärzten, nachts aus neun Einsatzkräften sowie einem Notarzt. Zusätzlich werden die Funktionen OrgL durch Angestellte des Rettungsdienstes und der A-Dienst durch Beamte mittels Rufbereitschaften besetzt.

Die beiden Wachen teilen sich einen Personalpool. Dort eingesetzte Beamte besetzen im ständigen Wechsel einige Wochen die Wache Süd und dann einige Wochen die Wache Nord.

Feuer- und Rettungswache Süd (Hauptwache) An der Wache Süd (Graf-Yorck-Straße) sind insgesamt zehn Beamte für den Brandschutz sowie den B-Dienst zuständig. Zusätzlich ist die gesamte Verwaltung der Feuerwehr und des Rettungsdienstes hier untergebracht.

Von der Wache wird standardmäßig ein Kommandowagen (KdoW) mit dem B-Dienst und ein Einsatzleitwagen 1 (ELW 1) mit zwei Beamten besetzt, wovon einer der Zugführer ist. Ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 (HLF 20) ist mit vier Beamten, eine Drehleiter mit Korb 23/12 (DLK 23/12) mit zwei Beamten sowie ein Gerätewagen (GW) ebenfalls mit zwei Beamten besetzt.

Vier Beamte von der DLK und dem GW besetzen dazu noch Sonderfahrzeuge wie zwei Wechselladerfahrzeuge (WLF), einen Rüstwagen 2 (RW 2) und einen Gerätewagen-Messtechnik (GW-Mess) sowie einige andere Sonderfahrzeuge.

Feuer- und Rettungswache Nord (Nebenwache) Auf der Wache Nord (Lübecker Straße) sind insgesamt 6 Beamte für den Brandschutz untergebracht.

Von der Wache wird standardmäßig ein HLF 20 mit 4 Beamten und eine DLK 23/12 mit 2 Beamten besetzt. Zusätzlich besetzen zwei Beamte der DLK 23/12 noch einen Gerätewagen (auf Ford Ranger) für die Wasserrettung mit Mehrzweckboot; dieser Gerätewagen verfügt zusätzlich über einen kleinen Tank für den Schnellangriff, der bei unwegsamen Einsatzstellen verwendet wird.

Rettungsdienst Die Feuerwehr Schwerin verfügt über insgesamt sechs Rettungswagen (RTW) und zwei Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF). Dabei sind auf beiden Wachen jeweils drei RTW und ein NEF untergebracht.

Auf beiden Wachen sind jeweils zwei Rettungswagen 24/7 besetzt und der dritte RTW zusätzlich tagsüber. Das NEF an der Wache Nord ist rund um die Uhr besetzt, das NEF an der Wache Süd ist nur von 7 Uhr bis 23 Uhr im Einsatz und am Wochenende rund um die Uhr besetzt.

Vor ihrer Indienststellung bei der Wache Nord waren die NEF an den Helios Kliniken Schwerin stationiert.

Zusätzlich stehen dem Rettungsdienst ein KdoW für den Organisatorischen Leiter, ein Pkw für den Ärztlichen Leiter, ein Abrollbehälter, zwei Reserve-RTW und zwei Reserve-NEF zur Verfügung.

Krankentransport und Katastrophenschutz Der Krankentransport sowie der Medizinische Katastrophenschutz werden allein durch das Deutsche Rote Kreuz betrieben.

Während der Woche besetzt das DRK von 7 Uhr bis 0 Uhr einen Notfall-Krankenwagen (N-KTW) sowie einen zweiten N-KTW von 9 Uhr bis 19 Uhr, die bei Bedarf Notfalleinsätze fahren können.

Fuhrpark (Stand: 2025) Feuer- und Rettungswache Süd (Hauptwache) Feuerwehr 5521-01-01 – Kommandowagen Fachdienstleiter Feuerwehr 5521-01-02 – Kommandowagen A-Dienst 1 5521-01-03 – Kommandowagen A-Dienst 2 5521-02-01 – Kommandowagen B-Dienst 5521-02-02 – Kommandowagen B-Dienst (Reserve Fahrzeug) 5521-05-03 – Kommandowagen 5521-05-04 – Kommandowagen 5521-11-01 – Einsatzleitwagen 1 Zugführer 5521-18-01 – Mannschaftstransportfahrzeug Abt. Technik 5521-19-01 – Mannschaftstransportfahrzeug 5521-24-01 – Tanklöschfahrzeug 4000 5521-33-01 – Drehleiter mit Korb 23/12 5521-33-02 – Drehleiter mit Korb 23/12 (Reserve Fahrzeug) 5521-43-01 – Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 5521-43-02 – Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/16 (Reserve Fahrzeug) 5521-52-01 – Rüstwagen 2 5521-59-01 – Gerätewagen-Hygiene mit Toilette 5521-59-02 – Multicar 5521-65-01 – Wechselladerfahrzeug 26 t 5521-65-02 – Wechselladerfahrzeug 18 t 5521-72-01 – Gerätewagen Abrollbehälter Atemschutz/Dekon Abrollbehälter Gefahrgut Abrollbehälter Sonderlöschmittel Abrollbehälter Rettungsdienst Netzersatzanhänger 5521-16-xx – Diverse Handfunkgeräte ohne feste Zuweisung Diverse Anhänger Bergefahrzeug/Abschlepper (ohne Signalanlage)

Rettungsdienst

5511-10-01 – Kommandowagen Organisatorischer Leiter Rettungsdienst 5511-82-01 – Notarzteinsatzfahrzeug 5511-82-02 – Notarzteinsatzfahrzeug (Reserve Fahrzeug) 5511-83-01 – Rettungswagen 5511-83-02 – Rettungswagen 5511-83-03 – Rettungswagen 5511-83-04 – Rettungswagen (Reserve Fahrzeug) 4511-82-02 – Notarzteinsatzfahrzeug (Reserve Fahrzeug Wache Nord) 4511-83-04 – Rettungswagen (Reserve Fahrzeug Wache Nord) PKW Ärztlicher Leiter Rettungsdienst

Feuer- und Rettungswache Nord (Nebenwache)

Feuerwehr

4521-33-01 – Drehleiter mit Korb 23/12 4521-43-01 – Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20 4521-72-01 – Gerätewagen für die Wasserrettung 4521-79-01 – Mehrzweckboot

Rettungsdienst

4511-82-01 – Notarzteinsatzfahrzeug 4511-83-01 – Rettungswagen 4511-83-02 – Rettungswagen 4511-83-03 – Rettungswagen

Freiwillige Feuerwehr mini|hochkant|Abzeichen der Freiwilligen Feuerwehr der Landeshauptstadt Schwerin